MEIN GOTT, WARUM HAST DU MICH VERLASSEN?
19.03.2004
Pro:
beeindruckende Bilder, mutiges Vorhaben, pseudo - authentisch, Bibel getreu
Kontra:
etwas brutal, oberflächlich, lang, Kontrovers
Empfehlenswert:
Ja
 Heyzl
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Kein anderer Film hat in letzter Zeit für so viel für Gesprächsstoff gesorgt, als Mel Gibson's Film über die letzten Stunden der Bibelfigur Jesus. The Passion of the Christ (also: Das Leiden Christi), hierzulande "Die Passion Christi" ist Gibsons Film über die Verurteilung und Kreuzigung des 'Christus', der in den USA und Weltweit für Furore gesorgt hat, und seit gestern bei uns im Kino zu sehen ist. Neugierig wie ich war, musste ich mir das natürlich ansehen. Im Vorfeld ist viel über den Film diskutiert worden. Gibson hat einen Teil seines Privatvermögens, so an die 20 Millionen Dollar glaube ich, in diesen Film gesteckt, weil das Projekt für so viele Filmstudios zu riskant war. Seine eigene Firma Icon hat das ganze letztendlich umgesetzt und mit Newmarket Films fand sich nach langem Bangen in den USA auch ein Verleih. Im Ausland übernimmt dies eine Zahl anderer größerer Firmen, die sofort zugeschnappt haben, als sie ihren Fehler erkannt haben. Was ist es nun, was diesen Film so "berüchtigt" macht? Nun, der Film wäre im Prinzip schon letztes Jahr im Winter fertig geworden. Doch der Film ist so kontrovers, dass Gibson bis zum Schluss dran rumfeilen musste, um alle Parteien einigermaßen zufrieden zu stellen. Das Hauptproblem war ursprünglich, dass Gibson den Film in Latein und Aramäisch drehen ließ und ursprünglich sogar auf die Untertitel verzichten wollte. Er entschloss sich dann doch für die Untertitel. Und das nächste Problem war der Inhalt selbst. Der Film gilt als mögliche Quelle für Antisemitismus, weil die Leute, die anscheindend für Jesus Kreuzigung verantwortlich sind, Juden sind. Dazu komme ich noch. Und obendrein wollte Gibson das ganze natürlich so real wie möglich darstellen, was im Klartext heisst: Viel Blut und Fleischwunden. Und Quälereien in der Totalaufnahme.
So setze ich mich also in das - überraschenderweise - nicht mal halb volle Kino (ich wohne in einer Ecke Bayerns wo die Cineasten recht selten sind) und will mir diesen Film ansehen, auf Latein und Aramäisch, mit deutschen Untertiteln, mit 1h und ca 30min Länge. Los gehts... Übrigens dient mir jetzt eine Ausgabe der Bibel als Nachschlagewerk. Zur Information: Es handelt sich um eine deutsche "Einheitsübersetzung" aus dem "Katholischen Bibelwerk". Also keine Evangelische Bibel, sondern eine katholische. Sie enthält das Alte und Neue Testament. Noch eine Information: Ich bin weder "fromm" bzw gläubig, noch gehe ich in die Kirche, noch habe ich in den letzten 5 Jahren dieses Buch auch nur angefasst.
Mein Urteil über den Film ist also 100% objektiv und unvoreingenommen.. ~~~~~~~~~~~ HANDLUNG (identisch mit dem Bibelinhalt, wer die Bibel kennt, wird durch diesen Text auch nicht der "Spass" am Film verdorben) ~~~~~~~~~~~
Der Film beginnt in einem nächtlichen Waldstück, dem Ölberg, wo Jesus mit Petrus und zweit weiteren Gefolgsleuten (sog. Jünger) die Nacht verbringen. Während Jesus betet, schieben die anderen drei Wache. Jesus ahnt schlimmes und betet zu Gott, während eine geheimnisvolle Figur (Satan?) schon auf ihn "wartet". Während Jesus dort am Berg am Boden kauert und sich mental auf das vorbereitet, was er vorraussieht, nämlich Verrat und Kreuzigung, taucht ein Freund von Jesus, namens Judas, bei den Hohepriestern um Kajaphas auf, und verrät denen für einen Beutel Geld den Aufenthaltsort von Jesus. Jesus' Predigten passen den Hohepriestern ganz und gar nicht, und so lassen sie Soldaten zum Ölberg schicken. Dort, nachdem Jesus aufgehört hatte, zu beten, tauchen die Soldaten auf, zusammen mit Judas, den Jesus sofort als den Verräter erkennt. Während Petrus und die anderen sich der Verhaftung widersetzen, bleibt Jesus ruhig und nimmt das Geschehene hin. Bei dem Kampf zwischen den Jüngern und den Soldaten wird einem der Soldaten ein Ohr abgeschlagen. Jesus heilt diese Wunde auf magische Weise. Doch trotz alledem bringt man ihn for den Rat der Priester. Dort, umgeben von Menschen, versuchen sie, Beweise für eine Verurteilung zu finden, was erst
Bilder von Die Passion Christi (OmU) (DVD)
recht erfolglos scheint. Doch die Beschuldigung, Jesus hätte behauptet er könne den Tempel einreissen und wieder aufbauen, und er sei der Sohn Gottes, der Messias, ist für die Hohepriester Gotteslästerung und für sie Grund genug, seinen Tod zu wünschen. Der Aufgebrachte Pöbel, so muss man das Nennen, bringt Jesus nun zu den Römern, denn da diese in der Provinz herrschen, haben die die alleinige Rechtsgewalt. Auf dem Weg beschludigt man Petrus als Komplizen, doch dieser, wie von Jesus prohezeit, gibt nicht zu, Jesus zu kennen. Beim römischen Statthalter Pilatus widerholt sich das Schauspiel. Die Menge fordert seinen Tod, während Pilatus vergeblich versucht, einen rechtlichen Grund zu finden, Jesus hinrichten zu lassen. Während Judas - der seine Tat bereut - schreckliches durchmacht, entscheidet sich Pilatus auf Druck der Masse, die ihn am Kreuz sehen will, Jesus bestrafen zu lassen. Römische Soldaten lassen Jesus dann in einem Hinterhof von zwei brutalen Legionären schlagen und auspeitschen, bis der Platz rot vor Blut ist und Jesus halbtot am Boden liegt. Er macht schreckliches durch. Aus Hohn geben die Soldaten ihm eine Krone aus Dornen und einen Mantel und verspotten ihn als den "König der Juden". Am nächsten Tag wird Jesus wieder der Masse und den Hohepriestern vorgeführt. Pilatus weiss, wenn er sich nicht der Masse beugt, muss er mit einem Aufstand rechnen. So schickt er sie zum König Herodes, der in der Region der Herrscher ist. Doch dieser zeigt keinerlei Interesse an dem Geschehen. So hängt es letztendlich an Pilatus, über das Leben von Jesus zu entscheiden. Der mordlustige Mob im Hofe des Römischen Statthalters ist voll. Alle rufen den Tod durch Kreuzigung. Letztendlich gibt Pilatus nach. Er weist alle Schuld von sich, wäscht sich symbolisch die Hände und lässt den Hohepriestern und dem Pöbel wissen, sie sollen doch machen was sie wollen, er habe damit nichts zu tun. Mit der Unterstützung eines Trupps Legionäre, beginnt so die Kreuzigung. Es beginnt ein langer Weg bis auf einen nahegelegenen Berg. Jesus, blutüberströmt und schwer verletzt muss sein eigenes, extrem Schweres Kreuz selbst bis zum Zielort schleppen. Gepeinigt von der Menge um ihn, geschlagen von den Römern. Immer wieder bricht er zusammen. Erst auf halbem Weg bestimmen die Römer den Passanten Simon, dass er Jesus beim tragen helfen soll. Anfangs wehrt sich dieser, weil er ja nichts mit der Sache zu tun hat, doch er beugt sich und hilft Jesus, das kreuz bis auf den Berg zu tragen. Dort Nageln die Römer mit aller Brutalität Jesus an das Kreuz und richten es auf. Die Stunden vergehen, und während seine Mutter Maria und andere Freunde vor dem Kreuz Todenwache halten. Als der Himmel sich verdunkelt, und ein Erdbeben beginnt, den Berg beben zu lassen, machen sich die Römer aus dem Staub, nachdem sie sich mit einem Speer vergewissert haben, dass Jesus tot ist. Und mit den Worten "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Eli, Eli, lema sabachtani - das musste ich nochmal nachlesen ;-) stirbt Jesus am Kreuz. Und im Film ist das letzte was wir sehen, das Grab von Jesus, bei dem Sich die verschliessende Steinplatte zur Seite bewegt, und der unversehrte Jesus hinaus ins Helle schreitet.Übrigens werden Geschehnisse wie zB das "Letzte Abendmal" und so weiter als kurze Rückblenden während des Filmes gezeigt, falls sich jemand wundern sollte, was es damit auf sich hat.
~~~~~~~~~~~~~~~ DIE FILMKRITIK: ~~~~~~~~~~~~~~~ Was für ein Film. Während rings um mich Kinobesucher entweder über die Untertitel schimpften (ungebildete Lesemuffel die jetzt lieber in der Fussballkneipe wären, unwissend was mit diesem Film auf sie zu kommen würde) oder wegen der Gewaltszenen erschraken, saß ich nur da und sog das alles so in mich auf. Da ich weder die Geschichte von der Grundschule noch gut in Erinnerung hatte, noch so recht wusste wer in dem Film wer ist, und was es damit auf sich hat, hatte ich Anfangs schon etwas probleme, das ganze zu verstehen. Letztendlich ist man nach diesem Film erst mal relativ sprachlos. Es ist ein einfach gesagt, bildgewaltiger Film. Die Story ist nicht ser tiefgründig, recht viel Platz für schauspielerische Leistung ist ebenso wenig vorhanden wie überzeugender Einsatz von Schnitt oder Tontechniken. Stattdessen liegt in diesem Film die Betonung eher auf die Aufnahmen und Eindrücke. Die Folterung von Jesus, das Trauern seiner Anhänger, der Verrat durch Judas, der Pöbel der sich die Kreuzigung wünscht, der Römische Statthalter der sich seine "Hände in Unschuld wäscht", und dann eben die Kreuzigung. All das dargestellt bis ins kleinste Detail. Unter dem Make-Up kann man Jim Caviezel kaum erkennen. Die Kostüme alle mehr als authentisch, die Sprache so fremd. Wenn man Caviezel nicht mitzählt ist die schöne Monica Bellucci das einzig bekannte Gesicht in dem Film, und auch dieses Gesicht (wenn es auch noch so schön ist) ist nicht oft zu sehen. Das kommt dem Film sehr zu Gute. Diese Anonymität der Darsteller führt dazu, dass man sich mehr auf die Geschehnisse konzentrieren kann. Und die sprechen für sich, weshalb auch Gibson ursprünglich auch die Untertitel weglassen wollte. In eindrucksvollen Bildern also beschreibt Gibson diese letzten Stunden des "Messiahs". Und er spart dabei nicht mit Filmblut.
~~~~~~~~~~~~ DIE GEWALT ~~~~~~~~~~~~ Ich will jetzt nicht anfangen, und wie alle anderen diese angebliche Gewalt in Filmen zu kritisieren und so weiter und so fort. Ich sehe das folgendermaßen: Als Filmemacher hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man zeigt die Gewalt nicht, sondern deutet sie an - dadurch legt man das Hauptaugenmerk auf die Handlung und lässt in Sachen Blut und Gemetzel die Fantasie der Kinozuschauer spielen, oder man zeigt die Gewalt in voller Härte und Realismus - und legt dadurch das Hauptaugenmerk auf Authentizität und Realismus. Ob das jetzt positiv ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. FAKT ist, dass eine Folterung und Kreuzigung alles andere als Jugendfrei und Unblutig ist. Und FAKT ist auch, dass, wenn man all dies weder zeigt, noch andeutet, die ganze Geschichte in 10 Minuten erzählt ist, und dieser Schockeffekt, diese PASSION nicht rüber kommt. Gibson hat sich für die volle Breitseite an Fleischwunden und Blutspritzern entschieden. Für Bespuckungen, Schläge, Steinwürfe und Dornenkronen. Für geschwollene Augen, Blutpfützen und schmerzverzerrtes Gestöhne. War ich davon geschockt? Nein. Hat mich das in meinem Kinosessel erfasst und erschreckt? Ja. Ja, das hat es. War dies der beabsichtigte Sinn der Sache? Ja. In dieser Hinsicht hat Gibson den Kern der Sache getroffen. Wenn jemand sich diesen Film ansieht, dann wird die Gewaltdarstellung den empfindlichen Zuschauer erschrecken, den Zuschauer mit empfindlichem Magen zum Kotzen bringen, und dem Zuschauer mit Kreislaufbeschwerden wohl einen Herzinfarkt bescheren. Aber das müssen sie vorher entscheiden ob sie sich sowas ansehen wollen. Für den Rest der "rüstigen" Kinogänger bleibt unterm Strich ein überdurchschnittlich hartes Kinoereignis, bei dem in der einen oder anderen Szene sich aber dennoch die Frage stellt, ob man das so hätte zeigen müssen, oder ob statt 30 Minuten auspeitschen nicht auch 10 Minuten gereicht hätten, dann wäre der Film auch nicht so lange. ~~~~~~~~~~~~ DIE JUDEN ~~~~~~~~~~~~ Tja was soll man sagen... Ich blättere gerade in dieser Bibel. Und auch da ist der Pöbel und und die Hohepriester die Partei, die sich die Kreuzigung wünscht, und nicht die Römer, wie man das so im Kindergarten lernt. Wenn jetzt also jemand hergeht und behauptet, Gibson sei ein Antisemit, weil in dem Film die "bösen Juden" den Tod Jesus herbeigeführt haben, dann muss man diesem Jemand dieses Fette Buch, dass sich "Heilige Schrift" nennt, unter die Nase halten und sagen "Hey Mann, du gehst jeden Sonntag in die Kirche und beteste genau dieses Buch an, und jetzt schlägst du es auf, und sagst mir, dass in diesem von dir bevorzugtem Buch etwas anderes drin steht als der Film zeigt."
FRAGLICH ist, und das führt jetzt aber zu weit, ob sich die Ereignisse genau so zugetragen haben, oder ob die Autoren der Bibel (Markus, Matthäus und wie sie alle heissen) hier in ihrer Darstellung nicht ganz so objektiv waren. Ein zynischer Atheist wird auch anmerken, dass es letztendlich auch für die Existenz des Jesus keine 100%igen Beweise gibt. Es wird ihn wohl gegeben haben, und diese Ereignisse werden wohl sich so oder so ähnlich zugetragen haben. Aufgrund dieser Erzählungen jetzt aber anzufangen und rumzuinterpretieren und den Juden die Schuld in die Schuhe zu schieben, halte ich für den größten Schwachsinn der Kinogeschichte. FAKT ist, dass Gibson die Bibel verfilmt hat. FAKT ist, dass sie auf der Leinwand das sehen, was sie nachher auch so in der Bibel nachlesen können, plus oder minus einiger Kleinigkeiten, die auf der künstlerischen Freiheit Gibsons, oder der verschiedenen Fassungen der Bibel beruhen. Laut Bibel hatten also die Römer nicht die Idee, den armen Jesu zu kreuzigen, sie haben es nur eben nicht verhindert, aus Angst vor einer Revolte. Und Laut Bibel haben sie dann aber kräftig mitgeholfen, wenn das wort "sie" auch wohl vielleicht nur auf eine hand voll besoffener Legionäre zutrifft.
WAS MAN NICHT VERGESSEN SOLLTE: Jesus selbst, sowie alle anderen damals an diesem Ort (bis auf die Römer) waren Juden. Wieso sollte der Film antisemitisch sein, wenn Juden einen Juden kreuzigen? Nur mal so als Randbemerkung. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ DER FILM AN SICH - FAZIT ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Tja, was den Film an sich angeht, muss ich sagen, dass man sich mehr erwarten kann. Vor allem nach all dem Rummel. Etwas mehr Tiefe hätte man sich erwarten können. Für all die Folterungen, und all der Kreuzigung, hätte man ruhig die Sache mit dem Abendmahl ausführlicher schildern können. Oder die Szenen VOR dem Ölberg, oder überhaupt die Hintergründe. Man hätte nur das Auspeitschen zeitmäßig etwas halbieren müssen. Insgesamt bleibt ein eher Visuelles Kinoereignis, über das man wohl noch in Jahren reden wird.
Wenn ein Kinogänger jetzt Atheist oder Nicht-Kirchgänger oder Gebildeter Weltbürger ist, wird er sich nach diesem Film wohl erst mal nur für mehr Bibel Filme interessieren, und sich vielleicht damit beschäftigen. Oder den Film gar für rein Fiktiv abhandeln und sich am nächsten Tag wieder nen anderen Film ansehen
Jude ist, wird er möglicherweise etwas ins Grübeln kommen, und schon erst mal vielleicht der Diskussion recht geben. Wenn er schlau ist, aber feststellen dass es halt doch nur ein Film ist, und die Hohepriester doch nichts mit ihm zu tun haben. Katholik oder Evangele oder so ist, wird er sich über die Umsetzung seiner Lieblingslektüre freuen, die in allen Farben geschildert wird, und über dessen Umsetzung er bei der nächsten Bibelstunden diskuttieren kann
jemand ganz anderer ist, wird er den Film als Film sehen, und es dabei bleiben lassen, oder sich sonderbarerweise zum Christentum bekehr sehen. Letzteres glaube ich nicht ;-) ~~~~~~~~~~~~ DAS KONTRA ~~~~~~~~~~~~ Mal abgesehen davon, dass nicht jeder Mensch auf dieser Welt an das glaubt, was in der Bibel steht, ist der Film wohl im Detail etwas unausgereift und warscheinlich auch wegen all dem Rummel nicht in der Fassung vorliegend, in der er ursprünglich geplant war. Auch die Gewalt hätte man zügeln können, und mehr Hintergründe erzählen können. Die Tatsache dass jemand wie Gibson so einen Film macht, weil er selber ein streng gläubiger Mensch hist, ist etwas mittelalterlich. In Zukunft wünsche ich mir, dass mal ein Buddhist einen Film über Jesus macht, oder ein Atheist.
~~~~~~~~~~~ Mein FAZIT ~~~~~~~~~~~~ fällt etwas knapp aus. Mir hat der Film trotz kleiner Schwächen (das mit dem Satan, die wenigen Erzählenden Szenen) sehr gut gefallen, vor allem was die Filmische Umsetzung anbelangt. Ich persönlich schätze Mel Gibson als einen ideenreichen, mutigen Filmemacher, der sich trotz all dem Rummel nicht davon hat abbringen lassen, einen Film zu machen, den sich wohl nicht jeder getraut hätte, zu machen. Für alte Leute ist der Film genausowenig geeignet wie für magenempfindliche oder American-Pie-Genre Liebhaber. Es ist ein Bildgewaltiger, Dialogarmer, nicht-Deutsch-synchronisierter, Kunstfilm, der die Zuschauer in verschiedene Lager spalten wird, nicht weil er absolut Genial ist, oder weil der Inhalt so kontrovers ist, sondern weil wir in einer Welt leben, wo sich leider noch viel zu viele Menschen von Religionen beeinflussen lassen. Dieser ganze Rummel um die Passion Christi wäre nicht, wenn Religion nicht endlich mal privatsache wäre, und wenn sich nicht jeder Wichtigtuer, vom Bischof bis zum Präsident der ADL (Anti-Defamation-Leage), darüber aufregen würde. Ein toller Film, den ich sehr empfehle, man sich aber STARK überlegen sollte, ob man sich sowas ansehen will, oder ob einem sowas überhaupt gefällt.
Gute Unterhaltung, und.... ehm... "amen" ;-) ~~~~~~~~~~~ FILMDATEN: ~~~~~~~~~~~~
USA 2004 Deutscher Titel: Die Passion Christi Originaltitel: The Passion of the Christ Regie: Mel Gibson Drehbuch: Mel Gibson und Benedict Fitzgerald Musik: John Debney Bildregie: Caleb Deschanel Mehr infos: http://www.imdb.com/title/tt0335345/
Besetzung (Auszug): Jesus - James Caviezel Magdalena - Monica Bellucci Claudia - Claudia Gerini Maria - Maia Morgenstern Malchus - Roberto Bestazzoni Annas - Toni Bertorelli Dismas - Sergio Rubini Cassius - Giovanni Capalbo Satan - Rosalinda Celentano Judas - Luca Lionello Simon - Jarreth Merz Herodes - Luca De Domincis Caiphas - Mattia Sbragia Josef von Erimatea - Giacinto Ferro Pontius Pilatus - Hristo Shopov Abenader - Fabio Sartor P.S: Ich hoffe ich habe alle Aspekte gut beleuchtet, bitte hinterlasst mir Kommentare, wenn ich auf bestimmte Aspekte noch genauer eingehen soll.
P.P.S: Wenn sich irgend ein Fanatiker durch meinen blasphemischen Bericht angegriffen fühlt, dann soll er doch bitte ins Mittelalter reisen, wo er unter gleichgesinnten ist ;-) P.P.P.S: Die Altersfreigabe von 16 Jahren finde ich für nicht okay, ich denke nicht, dass man mit 16 Jahren erwachsen genug ist, um dieses Thema behandeln zu können.
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06.04.2004 16:24
Joah, die Beschreibung des Films als "bildgewaltig" triffts genau. Trotzdem ist er nicht wirklich "Bibel getreu" oder gänzlich ohne Antisemitismus. Wenn man Gibsons religiösen Background kennt merkt man schnell gewollte Interpretationen in diese Richtung, besonders die Schuldfrage der Juden, welche sie von der Kirche in einem Konzil selbst freigesprochen wurde. Ich persönlich weiss nicht wirklich, was ich von all dem halten soll. Ansonsten ein guter Bericht, Gruss.
29.03.2004 18:07
klasse bericht mit vielen punkten, denen ich auf jeden fall zustimme. einfach toll.lg.ali
29.03.2004 11:20
Sehr gut geschrieben, du hast dir wirklich viele Gedanken über den Film und die Hintergründe gemacht. Ich habe auch eine Meinung dazu geschrieben, stimme in den meisten Punkten mit dir überein. Ich finde allerdings daß sich den Film recht viele Menschen anschauen soll, ob schwach oder nicht, aber unsere Gesellschaft reagiert nur noch auf "shocking". Ich finde man soll dieses Werk dazu nutzen um wieder einmal die geschehenen Dinge in Erinnerung zu rufen und darüber und über sein eigenes Handeln im Leben nachzudenken.