Und der Himmel weint dazu...
15.09.2004 (20.09.2004)
Pro:
einfach ein genialer Film
Kontra:
man muss ihn ertragen können, viel Gewalt, viele romantische Vorstellungen werden zu nichte gemacht, sehr real
Empfehlenswert:
Ja
 Sylviane
Über sich:
***beLIEve *** "When ever I accept my own doubt & insecurity, I´m more open to other people. Th...
Mitglied seit:17.08.2001
Erfahrungsberichte:4718
Produktvideos:1
Vertrauende:572
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 154 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Langsam normalisiert sich mein Puls wieder, das sich um die Kehle schlingende Gefühl klingt ab, mein Gesicht ist noch gerötet und hat einen nachdenklichen, bewegten Ausdruck. Gerade eben habe ich meinen DVD-Recorder ausgestellt, der Film ist zu ende... Ich habe mir gerade eben den so umstrittenen Film produziert von Mel Gibson als DVD angesehen: „Die Passion Christi“. Ich denke, viele haben den Wirbel um den Film mitbekommen. Viele haben mitbekommen, wie sich einige Kirchenoberhäupter gegen den Film wehrten, was man in den Medien mitbekommen hat. Und dennoch kam er in die Kinos. Danach ging die Diskussion um den Film los. Die Meinungen über diesen Film waren kontrovers, sie gingen weit auseinander... Es war sogar in den Medien die Rede davon, dass der Film Todesopfer gefordert haben soll, ein Mann mit einem schwachen Herzen soll beim Sehen des Filmes zusammengebrochen sein.. Große Wellen hat der Film geschlagen und nun wollte ich mir selbst ein Bild davon machen. Ich hatte in unserem Wandmakermarkt den Aufsteller mit der Reklame für diesen Film gesehen. „Hier jetzt auf DVD oder Video Die Passion Christi“. Doch da ich diesem Film mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen habe, habe ich mich entschlossen, mir diese DVD erst einmal in meiner Videothek auszuleihen, denn ich dachte mir, dass es wohl kaum ein Film sein würde, den man öfter ertragen könnte. Und mit ertragen meine ich wirklich ERTRAGEN, nun nachdem ich diesen Film gesehen habe. Dieser Film geht tief, so tief und er weckt so einiges in einem beim Ansehen, Zweifel, Fragen, Trauer, Wut. Ein emotionaler Cocktail ist das Resultat.
Kommen wir nun zum Inhalt des Filmes. Wir befinden uns in den letzten 12 Stunden im Leben von Jesus Christus. Wir sehen Jesus im Garten Gethsemane, und erahnen an seiner dargestellten Angst, was uns bevorsteht. Wir sehen ihn im Zwiegespräch mit Gott. Und wir sehen einen Satan, der sich immer wieder als eine dunkle Gestalt am Leidensweg Jesu zeigen wird und der doch nichts ausrichten kann, denn Jesus steht fest genug im Glauben, auch in diesen seinen schwersten Stunden. Wir erleben den Verrat durch Judas mit, wir erleben das Spießruten laufen mit, als Jesus gefangen genommen wird und verurteilt werden soll. Verurteil für was? Das scheint hier die Frage, denn alle, die die Macht dazu hätten, Jesus zum Tode zu verurteilen, wollen es eigentlich nicht. Er wird als verrückt, verwirrt abgetan. Doch die Priester wollen ihren Kopf durchsetzten, wollen dass Jesus hingerichtet wird. Doch zunächst entscheidet der Stadthalter, dass Jesus bestraft werden soll und so kommt es, dass Jesus fast zu Tode gegeißelt wird. Doch seinen Tod wollte er nicht verantworten. Um das Volk zu besänftigen und Jesus zu schützen, schlägt er vor,einen Gefangenen frei zu lassen, wie es einmal im Jahr üblich ist und somit soll entschieden werden, wer frei kommen kann, Jesus oder ein Mörder. Das Volk entscheidet sich für den Mörder, voller Unverständnis des Stadthalters. Doch er will niemanden richten, nachdem auch der König Herodes, Jesus nicht richten wollte. So gibt er den Priestern die Macht, ihn zu kreuzigen, wie sie es verlangen. Es wird sein schier endlos wirkender Weg zum Kreuz gezeigt, es wird gezeigt, wie der geschundene Mann immer wieder unter der Last des Kreuzes fällt und wieder aufsteht, bis er wirklich nicht mehr kann und ein Unbeteiligter beauftragt wird, mit Jesus sein Kreuz zu tragen. Immer wieder wird gezeigt, mit welcher Brutalität vorgegangen wird, es wird getreten, geschlagen und gespuckt. Es wird eine Menge gezeigt, die den Weg der Kreuzträger säumt, die zum einen angewidert und leidend ist und zum anderen wahrlich Freude an den Quälereien zeigt. Und es wird eine Maria gezeigt, die Mutter Jesus, die versucht ihren Sohn auf seinem schwersten Weg zu begleiten. Eine Maria, die mit ihrem Sohn leidet und die dennoch machtlos ist. So hilflos. Immer wieder gehen wir in einigen Augenblicken zurück in Jesus Leben. Wir sehen ihn heilen, wir hören ihn reden, wir sehen ihn als kleinen Jungen. Wir sehen viele Augenblicke aus seinem Leben. Wir sehen einen MENSCHEN. Und doch hören wir seine Worte, die so wunderbar sind und wir sehen seine Taten, die so wunderbar waren. Der Weg zum Berg ist durchzogen von diesen Rückblicken und den Qualen, die Jesus Christus erleiden muss und wir sind fast erleichtert, wenn er mit seinem Helfer endlich angekommen ist, um ans Kreuz geschlagen zu werden. Nachdem auch das vollzogen ist, hören wir aus Jesus Mund die geschichtsträchtigen Worte: Mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Jesus wird durch seinen Tode erlöst und es beginnt ein Unwetter und ein Erdbeben. Der Zorn Gottes? Meine Meinung: Wie ihr bemerkt habt, in meinen Anfangsworten, bin ich sehr ergriffen von diesem Film. Zum einen gehöre ich der evangelischen Kirche an, zum anderen bin ich eine Mutter und habe diesen Film auch mit den Augen der Maria ansehen müssen, die ihren Sohn so gequält und gegeißelt erleben muss. Ich bin erschüttert, zutiefst erschüttert. Ich bin erschüttert, ob der Rohheit, der Grausamkeit der Menschen. Ich bin erschüttert, zu was der Mensch fähig ist. Ich bin erschüttert, weil ich in diesem Film erkennen musste, welche weltlichen, menschlichen Qualen dieser Mann aushalten musste, um das Heil für uns alle über die Welt zu bringen. Denn wenn ich so an die Texte denke, die oft in der Kirche gesprochen werden, die uns als Kindern im Religionsunterricht beigebracht werden, die meine Kinder in ihrer Kinderbibel lesen, dann klingt alles so einfach, so kurz so schmerzlos: Jesus ist für uns alle am Kreuz gestorben. Sie haben ihn ans Kreuz genagelt, sie haben ihm die Dornenkrone aufgesetzt, sie haben ihn das Kreuz durch die Stadt tragen lassen. Gut, alles das war bekannt. Doch wie das damals ausgesehen haben mag, das habe ich mir zuvor nie vergegenwärtigt. Ich habe das alles gewusst und doch nicht. Ich habe mir einen leidenden Mann vorgestellt, aber so leidend? Diese Qualen waren mir schlicht weg unvorstellbar. Diese Grausamkeit, diese Rohheit, das war mir nie ein Begriff. Soviel Leid habe ich noch nie mit ansehen müssen, soviel Leid habe ich noch nie einen einzigen Menschen ertragen sehen. Doch war es nur Jesus, der gelitten hat? Auch Maria. Ich bin selbst eine Mutter von vier Kindern. Und ich kann nachvollziehen, wenn Maria in diesem Film sagt: „Fleisch von meinem Fleisch, Herz von meinem Herzen...“. Es hat mir selbst das Herz zerrissen, als ich dieses mit ansehen musste. Und in dem Moment kommen einen als Mutter die Gedanken, wenn man sein eigenes Kind so geschunden und misshandelt sehen würde. Es steigt in einem eine unbändige Wut auf, eine Verzweiflung, eine Hoffnungslosigkeit. Und dennoch hege ich für eine Frau wie Maria meine höchste Hochachtung, denn sie hat ihren Sohn begleitet, ihn nicht im Stich gelassen in seinen schwersten Stunden. Mir geht jetzt noch beim Gedanken daran eine Gänsehaut über den Rücken. Diese Stärke der Frau, die das schlimmste erleben muss, was einer Frau widerfahren kann. Ein Teil ihrer selbst ist mit Jesus gestorben.
Mein vielleicht doch recht romantisches Bild, das nicht zuletzt durch viele Gottesdienste und den Religionsunterricht als Kind geprägt wurde, hat einen Riss bekommen. Doch vielleicht ist es auch gut so, dass einem als Kind gelehrt wird, in dieser doch etwas verklärten Form. Denn würde man es als Kind, als junger Mensch noch schaffen zu glauben, wenn man all dieses Grausame in das Zentrum rücken würde, wie es dieser Film tut? Würde man sich nicht fragen, WO IST GOTT, als sein Sohn ans Kreuz genagelt wird? Wenn man es so erschreckend kolar und deutlich, so brutal und unverklärt sehen muss? Es werden die Wunde, die Jesus begangen hat, nur angerissen in dem von Mel Gibson produzierten Film. Es gibt hier nicht die strahlende, heilende Gestalt, die einem im Schulunterricht nahe gebracht wurde. Jesus ist in diesem Film kein Heiland. Er ist in diesem Film ein Opfer meiner Meinung nach. Kann man sich diesen geschundenen Mann noch vorstellen, wie er Blinde sehend macht oder Lahme zum Gehen erweckt? Nein, wir bekommen den Eindruck von einem Opfer, von einem Menschen. Doch von einem Menschen mit einem tiefen Glauben, der versucht das alles zu ertragen. Jesus bittet am Kreuz für die Feinde, für die die ihn ans Kreuz geschlagen haben. Ich habe für meine Kinder folgende Taufsprüche ausgewählt: Lukas 6 „Liebet Eure Feinde, tut wohl denen, die Euch hassen; segnet, die euch fluchen, bittet für die, so euch beleidigen“ für meinen ersten Sohn Mike und für meine Tochter Felicitas folgenden „ Vielmehr liebet eure Feinde, tut wohl und leihet, wo ihr nichts dafür erhoffet, so wird Euer Lohn groß sein.“ Unter diesen Bildern wird mir klar, wie hoch ich die Ansprüche in den Taufsprüchen geschraubt habe. Wie Jesus es am Kreuz schafft, für seine Feinde in diesem Moment zu beten und bitten, das stellt die Erfüllung meiner ausgesuchten Taufsprüche so dar, dass es mich schaudert. Die grenzenlose Liebe Jesu für alle Menschen wird so deutlich dargestellt und seine Selbstlosigkeit, dass er nicht einmal für sich selbst bittet. Doch auch die Zweifel der umstehenden am Kreuz, dass er sich selbst nicht vom Kreuz erlösen kann. Sie wollen BEWEISE, sie wollen SEHEN, dass er Gottessohn ist und nicht GLAUBEN. Und Satan? Der schleicht in einer Kapuze gehüllt immer wieder zwischen den Szenen herum und beobachtet Jesus Leidensweg. Er hofft scheinbar darauf, dass er seinem Gott abschwört und seinen Weg in seine Reihen findet. Doch was auch immer geschieht, Jesus bleibt in seinem Glauben, auf seinem Weg. Wie sagt er noch, er ist der Weg und die Wahrheit... In diesem Film wird die grausame Wirklichkeit dargestellt. Fakt ist, dass die Kreuzigung damals eine normale Bestrafung für Verbrecher in diesen Tagen war. Mir kommen dabei die Gedanken, w as wohl gewesen wäre, wenn Jesus in unseren Tagen erschienen wäre? Wären wir genauso mit ihm umgesprungen? Wahrscheinlich hätte man in unseren Tagen andere Wege gefunden, Jesus aus dem Weg zu räumen, er wäre wahrscheinlich in einer psychiatrischen Klinik gelandet. Denn hätte man ihn tatsächlich laufen lassen, obwohl er nichts böses getan hatte? Seine Reden taten niemanden weh, seine Wunder wurden bestaunt. Doch auch uns hätte es gewiss am Glauben gefehlt, um seinen Worten Gottessohn zu sein glauben zu können.
Ich habe das Gefühl, dass mit diesem Film im gewissen Sinne auch zum Glauben aufgerufen werden soll. Wir sehen hier klar in Bild und Ton, was damals passiert ist. Doch wir sehen auch die Rückblenden in Jesus Leben. Wir sehen Wunder, wir hören seine Worte, wir sehen ihn mit seinen Jüngern. Und wir sehen, wie Jesus glaubt und wir wissen, dass es nur der Glaube sein kann, der ihn dieses Martyrium so lange durchstehen lässt. Denn wenn ich mir diese Folter ansehe, dann kann ich kaum begreifen, dass ein Mann das überleben kann. Dass er bis zu seiner Kreuzigung überhaupt überlebt hat, ist ein Wunder. Dass er diese Qualen hat auf sich nehmen können. Wie gesagt, es kommen mir viele Gedanken beim Sehen des Films, viele Fragen und viele Tränen, die ich zurückzuhalten versuche. Denn soviel Grausamkeit habe ich noch nie auf einmal gesehen und das schlimme daran ist, dass es noch nicht einmal Fiktion ist. Es ist ja tatsächlich so passiert. So ist es kaum zu ertragen mit diesem Wissen.
Schauspieler und Figuren? Ich habe selten so gelitten in einem Film. Und ich frage mich, wie es die Schauspieler geschafft haben, diese Szenen zu drehen. Es muß wahnsinnig an die Substanz gegangen sein, sich in das Leben von Jesus und auch von Maria Magdalena hineinzuspielen. Ich frage mich, wie diese großartigen Schauspieler das geschafft haben. Vor allem hat man als Zuschauer vollkommen vergessen, dass es nur Schauspieler sind. Jesus wird so echt verkörpert, so realistisch , dass man meint, es wäre wirklich alles echt. Mein Lob gilt seinem Darsteller, der für uns alle so leiden musste. Man kauft ihm jede Regung, jedes Wort und jede Geste ab. Es ist beinahe gespenstisch. Und auch Maria ist für mich wunderbar verkörpert worden. Eine leidende Mutter, die ihren Sohn nicht alleine lassen will in seiner schwersten Stunde. Ihr Gesicht spricht viel mehr als tausend Worte. Pontius Pilatus, der Stadthalter wird uns hier als Menschenfreund dargestellt, er möchte nicht für die Hinrichtung Christi verantwortlich sein. Auch er wird sehr gut dargestellt mit seinen Zweifeln an dem Tun, an den Wünschen der Priester. Man spürt, wie er hin und her wankt und dennoch nicht wagt, dem Ganzen Einhalt zu gebieten, auch wenn es wahrscheinlich in seiner Macht gestanden hätte. Ganz großartig dargestellt. Eine weitere Gestalt, die mich fasziniert ist der Satan. Er webt sich durch die Geschichte als eine schattenhafte Gestalt, die beobachtet, wie Jesus seinen letzen Weg angeht. Mal erscheint er ihm sogar als Schlange, die Jesus aber mit dem Fuß zertritt. Ein Symbol für die Standhaftigkeit seines Glaubens an Gott. Die Figur des Satans wird so hinterlistig, so lauernd dargestellt, dass sie einem fast den Atem verschlägt.
Hier die Liste der Hauptdarsteller: James Caviezel (Jesus), Monica Bellucci (Magdalena), Mattia Bragia (Hohepriester Kaiphas), Hristo Shopov (Pontius Pilatus), Claudia Gerrini (Claudia Procles, Pilatus Frau), Maia Morgenstern (Maria), Luca Lionello (Judas Ischariot), Sergio Rubini (Dismas), Toni Bertorelli (Annas), Roberto Bestazzoni (Malchus), Francesco Cabras (Gesmas), Giovanni Capalbo (Cassius), Rosalinda Celentano (Satan), Emilio de Marchi (höhnischer Römer), Francesco DeVito (Petrus), Lello Giulivo (brutaler Römer) Weitere Namen:
Regie: Mel Gibson Drehbuch: Benedict Fitzgerald, Mel Gibson Musik: John Debney Director of Photography: Caleb Dechanel Schnitt: John Wright Produktionsdesign: Francesco Frigeri Mel Gibson? Mel Gibson ist uns sonst als Schauspieler bekannt aus Filmen wie "Lethal Wappon", "Der Mann ohne Geischt" oder auch "Der Patriot". Er führte auch schon bei anderen Filmen Regie.
Meine Meinung zu der Maske und den visuellen Tricks: Es ist gewaltig, was man alles mit ein bisschen Make up in der Maske machen kann. Das war auch einer der Gedanken, die mich während des Sehens bewegt haben oder sollte ich sagen, haben durchhalten lassen? Daß alle diese Wunden nur Schminke und Filmblut waren. Daß alles nur ein Film sei. So real kam alles, was dargestellt wurde rüber. Mein Kompliment an die Maskenbildner und die Trickdesigner. Spielzeit:
Über 120 Minuten Altersfreigabe? Der Film ist erstaunlicher Weise ab 16 Jahren frei gegeben. Ich bin doppelt so alt und habe an diesem Film zu knabbern gehabt. Ich bin seit Jahren Mitglied der Kirche und habe meine vier Kinder taufen lassen. Ich denke, man sollte die Freigabe des Films auf 18 Jahre hoch setzen, denn er ist schwer zu verdauen. Nicht nur durch den Inhalt, vor allem wegen der grausamen Gewalt, die in diesem Film erschreckender Weise dominiert. Doch wie sollten die letzen Stunden Jesu auch aussehen, wenn man sie recht realitätsnah wieder bringen will? Er war ein grausamer, blutiger Akt. Es war ein Verrat, es war ein Spießrutenlauf, es war Mord, es war grausam. Und das sollte man keinem Jugendlichen unter 18 Jahren zumuten meiner Ansicht nach. Vielleicht wirkt es ein wenig abschreckend, dass der Film im Originalton gehalten ist und mit deutschen Untertiteln versehen ist. Vielleicht lockt er damit weniger Jugendliche in die Knios oder wie jetzt in die Videothek.
DVD? Auf der DVD, die ich gesehen habe, gibt es keine Extras. Es gibt nur den Hauptfilm. Und das finde ich auch gut so. Der Film ist harter Tobak und da wären Extras fehl am Platze. Man hat lediglich die Auswahl der Untertitel in Deutsch oder Englisch und man kann noch wählen, ob man den gesamten Film sehen möchte oder eine der 20 Auswahlszenen. Ebenso kann man den Ton auswählen. Mehr habe ich nicht auf dieser DVD entdecken können. Bild, Ton? Die Bildqualität ist sehr gut. Daran kann ich nichts bemängeln, ebenso der Ton. Doch der ist nebensächlich in diesem Fall. Denn da der Film mit Untertiteln versehen ist, kommt es nicht so sehr auf die Sprache an, die heutzutage ohnehin die wenigsten verstehen. Doch sie unterstützt natürlich den Gehalt des Films, denn man kann an der Art zu sprechen viel erkennen, den Ausdruck des Wortes schätzen, auch wenn man das Wort selbst nicht versteht.
Musik? Die Musik des Films ist dem entsprechend düster und bedrohlich in meister Zeit. Doch sie passt sehr gut zu den Szenen, denn wie sollte sie auch anders sein, anders wirken, wenn nicht bedrückend? Für wen ist der Film geeignet? Ich denke, man sollte diesen Film gesehen haben. Ich selbst bin wie gesagt Mitglied der Kirche und habe diesen Film gemeinsam mit meinem Mann gesehen, der keiner Glaubensrichtung angehört. Wir beide haben dennoch mit Jesus gelitten und nach dem Film allerhand Gesprächsstoff gefunden. Sicherlich wäre es interessant, diesen Film mit Menschen zu erörtern, die sich besser in der Materie auskennen, denn ich bin wahrlich nicht bilbelfest genug, um alle Szenen genau zuordnen zu können und alle Charaktere gleich zu erkennen. Doch während des Sehens wurde einen einiges klarer und man kam doch sehr gut mit dem Stoff der Handlung als solches zurecht .Doch ich muss sagen, ein wenig Erfahrung mit der Kreuzigungsgeschichte sollte man schon haben, um den Film verstehen zu können. Doch dazu genügt das allgemeine Wissen, denn wie gesagt, mein Mann ist nicht in der Kirche und hat nie einen Religionsunterricht in dem Sinne oder eine Konfirmation oder Kommunion mitgemacht. Sehen sollte man den Film nur, wenn man sich sicher ist, dass man ihn ertragen kann. Er geht weit über das hinaus, was ich mir an Gewalt bisher zugenutet habe, vor allem, da alles einen so realen Hintergrund hat. Ich muss zugeben, dass ich bei einigen Szenen Tränen in den Augen hatte und bei anderen auch weggesehen habe, da ich es einfach nicht mehr ertragen konnte. Doch ich finde es gut, dass dieser Film so gemacht ist. Er öffnet einem im wahrsten Sinne des Wortes die Augen über die Leiden Christi. Doch nicht nur über die Leiden, sondern auch über die Festigkeit seines Glaubens, dem er nie abgeschworen hat, auch wenn der Teufel schon in den Startlöchern stand, so wie es in dem Film verdeutlicht wurde... Er blieb fest und trotze allem. So wird Jesus für den Zuschauer zu einer Figur, die wirklich dargestellt wird als etwas verlässliches, als etwas standhaftes auch unter größter Not und größten Leiden. Doch man muss es halt ertragen können, sich dieses anzusehen. Denn im Grunde kennt jeder die Geschichte um Jesus, doch es auch mit anzusehen, ist eine andere Sache, es ist schonungslos und jegliche romantische Verklärung geht verloren, die man eventuell ob Jesus Leidensweg haben könnte. Er war ein Mensch aus Fleisch und Blut und er hat GELITTEN. Gelitten für uns, wie es heißt und er hatte Zweifel, Ängste, Nöte. Man muss bereit sein, dieses annehmen zu können, dann kann man den Film verarbeiten und verstehen. Ich denke, für all zu zart besaitete ist der Film nichts. Ebenso denke ich, dass die Altersbegrenzung gerne hoch gesetzt sein könnte. Ich habe diesen Film nur ausgeliehen, da ich nicht weiß, ob ich fähig bin, ihn noch einmal zu ertragen. Er war einfach zu heftig für mich. Daher werde ich mir diesen Film auf keinen Fall kaufen. Doch ich musste den Film sehen, um mir ein eigenes Bild machen zu können. Denn mich hat die Diskussion um den Film in den Medien sehr bewegt und ich wollte sehen, was dahinter steckt.
Preis: Je nach Geschäft liegt der Preis der DVD wohl zwischen 16 und 20 Euro. Fazit: Ich vergebe dem Film alle Sterne. Man muss sich einfach vergegenwärtigen, was einem beim Sehen begegnen wird, dass es Gewalt, Blut und Tod sein wird, dann kann man mit der Art der Darstellung klar kommen. Daher ziehe ich auch wegen der vorwiegend herrschenden Gewalt keinen Stern ab. Denn wie anders sollte man es ehrlich darstellen, was geschah? Mel Gibson hat mit diesem Film sicherlich ein Meisterwerk geschaffen, das nicht nur seine Darsteller an ihre Grenzen treffen lässt. Ich bin beim Sehen auch deutlich an meine persönlichen Grenzen gegangen und wer diese Erfahrung machen will, der sollte sich den Film ansehen, wer dazu nicht bereit ist, der sollte es lieber lassen. Inzwischen weint hier draußen bei mir der Himmel. Passender hätte es zu seinem Filmerlebnis nicht sein können.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
Die Passion Christi (DVD)
Regie-Oscar-Preisträger Mel Gibson beeindruckt durch seine überzeugende ...
|
€ 21,97
Händler kann Preis erhöht haben |
157 Bewertungen
|
Versandkosten: Kostenlose Lieferun...
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden...
|
zum Shop
Amazon.de Marketplace DVD
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
 |
Der seltsame Fall des Benjamin Button (DVD)
(+) siehe Bericht (-) siehe Bericht
4 Testberichte
Zum Angebot für € 2,58
|
 |
Einer flog über das Kuckucksnest - SZ-Cinemathek (DVD)
(+) Spannung, Storyline (-) Nichts
56 Testberichte
Zum Angebot für € 3,98
|
 |
Das Bernstein-Amulett (DVD)
Unterhaltung; Drama - 2003 - Gabi Kubach - Muriel Baumeister, Nadeshda Brennicke, Michael von Au, Merab Ninidze, Ursela Monn, Jürgen Hentsch, Walter Giller - Stereo: Deutsch - Universum Film GmbH
Zu diesem Produkt wurde noch kein Erfahrungsbericht geschrieben.
Jetzt bewerten
Zum Angebot für € 11,97
|
|
|
13.06.2007 18:54
ausgezeichneter Bericht ... mich beeindruckte auch besonders die Schauspielerin von Maria und die Rolle des Satan ... Mel Gibson kann ich nicht nachvollziehen ... alle 4 Evangelisten schildern nicht detailliert die Kreuzigung und Geiselung. Auch sonst war es nicht der Stil Christus, eigenes Leid dermaßen detailliert zu schildern ... Mel Gibson hatte aus einem knappen Absatz im Neuen Testament sich Dinge in seiner Phantasie ausgedacht ... gerade die negative Darstellung der Römer ist unlogisch, da sie persönlich nichts gegen Christus hatten (ursprünglich der Exekution nicht zustimmen wollten), die Mischung aus Antipathie wie Sympathie, die bereits die jüdische Gemeinde spaltete, ist schon eher nachvollziehbar. Ich sehe Christus eher als Sieger und glorreiche Gestalt, was in der byzantinischen Kirche mehr verbreitet ist als in der kath. und ev., wo diese Leidenssache zu sehr im Mittelpunkt steht ... die Botschaft der Evangelien war auch, das unter ferner liefen zu sehen ... mir gefiel recht gut der erste Teil des Films im Garten mit dem mystischen Mond ... aber warum sollte ich mir eine detaillierte Geiselung oder Kreuzigung ansehen. Typisch Mel Gibson, mir gefiel (offenbar als einzigem) nicht die exzessive Darstellung von Brutalität in "Braveheart", das Ressentiments gegen England schürte, bei der Passion sind solche Ressentiments gegen Rom und Israel von einigen herausgelesen worden. LG Thomas
02.12.2004 23:40
Sehr ergreifend!!! Zwar kenne ich den Film nicht, doch nach Deinem Bericht werde ich ihn mir sicherlich einmal anschauen. VLG - Olaf
27.11.2004 02:13
Ich habe den Film auch schon gesehen. Ich bin 16 Jahre alt und ich habe ebenso gefühlt wie du. Doch als ich deinen Bericht gelesen habe, habe ich abslout mitfühlen können, was du mit jedem Satz, den du geschrieben hast, meintest. Schön wirklich! Und sehr informativ für alle, die den Film noch nicht gesehen haben. Gruß Elamar