Die Karibik sucht den Super-Piraten
05.06.2012
Pro:
unheimlich viele optische Details
Kontra:
die Story verläuft recht konventionell
Empfehlenswert:
Ja
 Dr.Ed
Über sich:
Auch dieses jahr fallen Ostern und Weihnachten wieder auf einen Tag: Der nächste Ciao-Stammi in HH f...
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Hallo Zielgruppe! Piratenfilme waren ein lange vergessenes Genre und selten profitabel, bis die vier Teile von „Der Fluch der Karibik“ sich als wahre Kassenmagneten entpuppten. Jetzt haben auch die bekannte britische Produtions-Gesellschaft Aardman-Productions dieses Thema für sich entdeckt, um es mal einer etwas anderen Interpretation zu unterziehen. Wie bitte? Ihr wisst nicht, wer Aardman-Productions sind? Das sind die Leute, die die „Wallace & Gromit“-Filme gemacht haben, „Hennen rennen“ produziert haben und auch hinter der Serie „Shaun das Schaf“ stecken. Zugegebenermaßen ist die Zielgruppe dieser Produktionen noch im schulpflichtigen Alter, aber sie haben auch viele erwachsene Fans und da will ich mich nicht ausschließen. Aber zurück zu den Piraten: Wie die Aardman-Leute das Thema interpretiert haben, dazu mehr in diesem Bericht. ### INHALT ###
~~~ Heute die „MissVega und Dr.Ed ist die Karibik zu heiß und schwören dafür auf Cool Britannia“ - Mittelversion ~~~ Die Piratenkapitän möchte sich einmal mehr für den zu vergebenden Titel als Pirat des Jahres bewerben. Leider wird er dabei förmlich vom Pech verfolgt, denn er entert entweder auf einem Geister- einem Schul- oder einem Forschungsschiff und auf dieser Sorte Schiffen gibt es bekanntermaßen keine Reichtümer zu erbeuten. So kommt es dann auch, dass bei der Wahl zum Piraten des Jahres meist die KonkurrentInnen Cutlass Liz oder Black Bellamy die Nase oder besser gesagt die Enterhaken vorne haben. Bei einem seiner Überfälle landet unser Piratenkapitän auf dem Schiff des bekannten Forschungsreisenden Charles Darwin. Der erkennt, dass der vermeintliche Piraten-Papagei Polly tatsächlich ein als ausgestorben geltender Dodo ist.
Mit diesem Vogel ließe sich denn auch wirklich mal ein interessanter Preis gewinnen, nämlich den von der königlich britischen Akademie der Wissenschaften ausgelobten Preis zur wissenschaftlichen Entdeckung des Jahres. Der Piratenkapitän will es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Entdeckung höchstselbst zu präsentieren. Dabei gibt es jedoch ein nicht ganz einfach zu lösendes Problem: Die Königin Victoria hasst nichts mehr als Piraten und London ist zu einer wahren Trutzburg gegen Piraten-Angriffe ausgebaut worden. Aber der Piratenkapitän wäre nicht er selbst, wenn er nicht eine kreative Antwort auf diese Frage hätte. Wie diese Antwort aussieht und welche weiteren Konsequenzen sich daraus ergeben, erfahrt Ihr, wenn Ihr Euch den Film anseht... ### MEINE MEINUNG ###
Was an dem Film als erstes auffällt, ist seine Detailverliebtheit. Sämtliche Szenen des Films sind vollgepackt mit unzähligen fantastischen Details. Egal. Ob auf der Piraten-Insel oder im vernebelten London, es gibt so unglaublich viel zu sehen, dass man gar nicht alles auf den ersten Blick entdecken kann. Dafür wurde allerdings auch ein gehöriger Aufwand betrieben: An dem Projekt arbeiteten 320 Leute verteilt auf 41 Drehteams in 4 Studios. Auch die weiteren Zahlen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Das Piratenschiff wog allein 400 kg und es wurde in rund 5.000 Arbeitsstunden geplant und aus fast 45.000 Teilen handgefertigt. Dazu kommen noch rund 400.000 Goldmünzen und weitere 220.000 Gegenstände (darunter mundgeblasene Glasteile), rund 6.000 Puppenmünder, wovon allein rund 1.300 für den Piratenkapitän. Das sind schon für sich genommen beeindruckende Zahlen. Genauso wunderbar wie die Settings sind auch die Figuren gestaltet. Der Rauschebart des Kapitäns ist in jeglicher Hinsicht beeindruckend, aber auch die anderen Figuren sorgen beim Zuschauer mindestens für ein Schmunzeln, wenn nicht zum Teil sogar für ein breites Grinsen. So hat die Figur der Cutlass Liz eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Sängerin Rihanna, dann gibt es u.a. da noch den Piraten mit Gicht oder den überraschend kurvigen Piraten (dessen Bart irgendwie falsch aussieht ;-) oder Mr. Bobo, den über Texttafeln kommunizierenden Affen Charles Darwins. Auch die Figur der Queen Victoria birgt einige ungeahnte Überraschungen in sich. Damit die Figuren auch überzeugen, griff man überwiegend auf bewährte SchauspielerInnen zurück: Martin Freeman, Brendan Gleeson, Imelda Staunton oder Salma Hayek sind keine unbekannten. Und selbst Hugh Grant als Piratenkapitän lässt in Sachen Glaubwürdigkeit im Original keine Wünsche offen.
Demgegenüber fällt die Story ein wenig ab. Zwar werden mit den Verleihungen der Preise zum Piraten des Jahres und der wissenschaftlichen Entdeckung des Jahres die Wettbewerbs-Manie moderner Fernsehshows aufs vortrefflichste auf die Schippe genommen, aber manche Gags versanden dann auch oder laufen komplett ins Leere. Immerhin kann man bei der äußerst martialisch auftretenden Queen Victoria das Auffahren königlicher Geschütze durchaus mal wörtlich nehmen, jedoch sind die meisten Explosionen in diesem Film dekorativem Feuerwerk zuzuschreiben. Zu den turbulent ausufernden Kampf- und Slapstick-Szenen kommen noch einige Trickzeichnungen dazu, die den Reiseverlauf der Piraten auf der Weltkarte nachstellen, wobei auch noch einige witzige Details am Rande auftauchen. Die klassische Stop-Motion-Technik wirkt durch die Verwendung von 3D-Technik noch plastischer als ohnehin schon. Insgesamt ist der Verlauf der Geschichte jedoch relativ konventionell geraten. Der Piratenkapitän wird vor die Wahl gestellt, sich zwischen ideellen und materiellen Werten entscheiden zu müssen und gerät dabei von einem Dilemma ins nächste. Zum Glück helfen ihm bei der Entscheidungsfindung seine ihm treu ergebene Crew, aber auch Charles Darwin und sein Affe haben dabei noch das ein oder andere Wort mitzureden. Das Tempo des Films ist zwar relativ flott, aber nicht gerade atemberaubend, so dass man keine Mühe hat, dem Geschehen zu folgen. Der Humor schwankt zwischen flapsig und respektlos, dürfte aber von einem jüngeren Publikum – damit meine ich insbesondere Kinder unter 12 Jahren – nicht immer verstanden werden, weil einige Anspielungen, die sich auf Darwins Evolutionstheorie beziehen, ins Leere laufen, da diese bis dahin noch nicht auf dem Lehrplan in Biologie gestanden haben dürfte.
### FAZIT ### Zwar vermag nicht jeder Gag zu zünden und auch die Geschichte ist relativ konventionell erzählt, aber aufgrund der zahlreichen Einzelheiten zählt das Auge des Publikums immer zum Gewinner dieses Films. Die unzähligen visuellen Details machen diesen Film auf jeden Fall zu einem optischen Genuss und wer Piratenfilme und skurrilen britischen Humor mag, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen, insbesondere, wenn man sich diesen Film in der Originalfassung ansieht. Trotz der kleinen Schwächen vergebe ich 4 von 5 Schatztruhen und finde, dass dieser Film jede Golddublone seines Eintritts wert war!
### ABSPANN ### Animationsfilm GB 2012, 88 Min., FSK: ohne Altersbeschränkung
Regie: Peter Lord, Jeff Newitt Buch: Gideon Defoe Kamera: Frank Passingham Musik: Theodore Shapiro ~ Der Piratenkapitän – Hugh Grant ~ Queen Victoria – Imelda Staunton ~ Black Bellamy – Jeremy Piven ~ Cutlass Liz – Salma Hayek ~ Pirat mit Gicht – Brendan Gleeson ~ Charles Darwin – David Tennant ~ Pirat mit Narbe – Martin Freeman ~ Piratenkönig – Brian Blessed ~ Peg Leg Hastings – Lenny Henry ~ überraschend kurviger Pirat – Ashley Jensen u.v.a.
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31.07.2012 17:05
Dafür eine Breitseite ...
28.06.2012 13:19
Segel setzen?
16.06.2012 21:58
Hm,... weiß nicht recht...