Sue Townsend hat mit ihrem Buch "Die Queen und ich" ihrem herrlich-britischen Sinn für Humor unter Beweis gestellt. Dieses Buch unterhält und entzückt den Leser von Anfang bis zum Ende und manchmal läßt sich einer lauter Lacher nicht mehr unterdrücken. Für alle, die den schwarzen britischen ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von jekaterina über Die Queen und ich / Sue Townsend 17.09.2001
Produktbewertung des Autors:
Niveau
sehr anspruchsvoll
Unterhaltungswert
sehr hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
britischer Humor der Spitzenklasse
Kontra:
etwas makaber : die Queen hätte dieses Buch bestimmt nicht amüsant gefunden
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Sue Townsend hat mit ihrem Buch "Die Queen und ich" ihrem herrlich-britischen Sinn für Humor unter Beweis gestellt. Dieses Buch unterhält und entzückt den Leser von Anfang bis zum Ende und manchmal läßt sich einer lauter Lacher nicht mehr unterdrücken. Für alle, die den schwarzen britischen Humor lieben ist dies das Buch schlechthin.
Die Handlung: °°°°°°°°°°°°°°°° Königin Elizabeth II liegt in ihrem warmen, kuscheligem Bett. Das Bett teilt sie nicht mit ihrem Ehemann Philip, sondern mit dem treuem Harris, ihrem verwöhnten Hund. Gelangweilt verfolgt sie die Wahlergebnisse. Nein, an Politik war sie nie wirklich interessiert....wie langweilig. Wer würde ihr morgen wohl die Hand küssen...John Major oder auch Neil Kinnock oder vielleicht jemand anders....aber egal. Elizabeth war todmüde...sie knippste den fernseher aus und verfiel schon in kurzer Zeit in einen glückseligen Schlaf......
Nicht John Major und auch kein Neil Kinnock küßte die Hand der Queen. Während dessen wurde sie vom jetzigem Premierminister, Jack Barker und seiner stinkenden Zigarette traktiert. Barker hatte die Wahl gewonnen, Barker war Republikaner....und ein Republikaner braucht keine Königin als Staatsoberhaupt und auch die Briten brauchten keine Königin als Staatsoberhaupt. Nein, Jack Barker war nicht hier um Elizabeth´s Hand zu küssen...er war hier um sie und ihre Familie aus dem Palast umzusiedeln. Es gab keine Königin und es gab auch keinen Prince of Wales mehr. Queen Elizabeth die II. war ab sofort Elizabeth Windsor...eine stinknormale britische Pensionistin...
Elizabeth Windsor und die ehemalige königliche Familie bekamen eine Liste von Dingen, die sie mit sich nehmen dürften. Keinen Schmuck, kein Geld...nur wirklich das Nötigste. 48 Stunden hatten sie Zeit um zu packen. Wohin würde man sie wohl bringen...?
Der Umzugswagen der Queen kam erst spät abends in ihrem neuem Domizil an....9 Hellebore Close...laß sie an einem altem Haus...das konnte doch nicht Barkers Ernst sein. Hier sollten sie mit Philip leben? Wo möglich sollte sie auch noch das Schlafzimmer mit ihm teilen müssen und das Bad und die Toilette und überhaupt....? Eine schreckliche Vorstellung.
Dann folgten die ersten Schwierigkeiten. Wie setzt man Tee auf...und wie macht man den Gasherd an....die Haare selber waschen? Am nächsten morgen bereits, hatte sich Elizabeth verändert...ihr Aussehen hatte sich verändert. Ihre Haare sahen grauenvoll aus, ebenfalls ihre Kleidung. Wie bügelt man und kann man Cashmere in der Waschmaschine waschen.....Fragen über Fragen.
Aber Elizabeth war tapfer....es mußte weiter gehen. Mittlerweile waren Charles und Diana mit den beiden Söhnen im Nachbarshaus ein gezogen. Diana war mit den Nerven am Ende...Charles schmiedete schon Pläne für seinen Kräutergarten. Man trank Tee und redete eine Weile.... Aber wo war ihr Mann, wo war Philip....er konnte doch nicht immer noch im Bett sein. Die besorgte Elizabeth eilte nach Hause....und sie fand ihn genau dort, wo sie ihn vermutet hatte: im Bett. Nein, Philip würde das Bett nicht mehr verlassen, er würde sich auch nicht mehr waschen, nicht mehr rasieren und Essen wollte er auch nicht mehr, es sei denn Elizabeth brachte ihm das Essen ans Bett.
Elizabeth war eines klar. So konnte es nicht weiter gehen...das Geld war beinahe zu Ende. Essen hatten sie auch keines mehr....sie mußte Sozialhilfe beantragen. Gesagt..getan....aber es gestaltete sich schwieriger als gedacht. Überhaupt war alles schwieriger als zuvor.
Mit den Nachbarn hatte man auch ein recht gutes Verhältnis. Das Ehepaar Threadgold halfen wo es nur ging...und dazu hatten sie auch Zeit. Beverley arbeitete nicht mehr und Ehemann Tony arbeitete schon wieder nicht...die Kinder waren bei Pflegeeltern....also hatte man Zeit sich der Nachbarn anzunehmen.
Man lebte sich ein...so gut dies überhaupt möglich war. Aber man kam nicht zurecht. Elizabeth war der Boss des Clans, sie kümmerte sich um alles, wusch das Geschirr und die Kleidung, kümmerte sich um Einkäufe....ja Elizabeth war die Mutigste....aber sie hatte große Sorgen..... Philip verließ sein Bett nicht mehr. Er wollte sterben. Er war kein Prinz mehr....seine Frau trug Windsor als Nachnamen, obwohl sie ja eigentlich Mrs. Mountbatten sein sollte...schließlich war sie ja seine Frau. Nein, für Philip hatte das Leben an Bedeutung verloren. Er trug mittlerweile einen stolzen Bart, wusch sich nicht mehr und magerte ab, da er nicht mehr essen wollte. Der herbei gerufene Arzt veranlaßte die Einlieferung in die geschlossen Abteilung der Psychiatrie....auch Elizabeth war einverstanden, denn sie konnte sich nicht mehr um ihn kümmern, um diesen mürrischen alten Mann, der beschloßen hatte im Bett zu sterben.....
Charles, oder Charly Teck, wie er sich nannte züchtete die herrlichsten Kräuter in seinem eigenem Garten. Er war recht zufrieden...endlich könnte er sich der Gartenarbeit widmen, Gemüse anbauen und ernten. Ein Traum. Leider war Diana wenig begeistert von seiner Tätigkeit, aber es störte ihn nicht weiter, denn Charly hatte wieder Schmetterlinge im Bauch. Es war Beverly Threadgold, die sein Herz zum Rasen brachte....sie war eine derbe Schönheit, keine Make-up, billige Kleidung und eine Sprache die auf einen schlechten Bildungsgrad deutete....aber sie gefiel ihm. Beverly war "die Frau". Dann aber kam es zu einem Zwischenfall. Eine Schlägerei auf der Straße....er sah wie ein Polizist sich auf Beverly stürzen wollte. Nein, das konnte er nicht zulassen. Er stürzte sich auf den Polizisten und verpaßte ihm eine satte Ohrfeige....aber er hatte Beverly, seiner Beverly geholfen... Aber das blieb nicht ohne Nachspiel....Charly Teck kam in U-Haft.
Anne, die auch in der Nähe wohnte wollte ihrer Mutter Elizabeth ihren neuen Freund vorstellen. Anne war auch glücklich....ihr Freund hatte ein Pferd und sie genoß es mit ihm auf dem alten Zigeunerwagen durch die Gegend zu fahren.... Aber das Schicksal nahm seinen Lauf...Elizabeths Mutter starb...und so wurde der Zigeunerwagen von Annes Freund als Leichenwagen benutzt. Elizabeth war am Ende. Ihre Mutter war eben gestorben, Philip in der Psychiatrie, Charles im Gefängnis, Diana kam noch immer nicht mit dem Haushalt klar, ihre beiden Enkel, Harry und William besuchten eine miese Schule und zogen mit einer berüchtigten Gang um die Straßen....ebenso Harris, auch er war ein verlauster Straßenköter geworden.
Nein, sie wollte nicht mehr. Edward, ihr jüngster war noch immer verschollen und Jack Barker brachte die Wirtschaft Englands zum Einsturz. Jetzt war das Ende nah...das einst so mächtige Königreich von Großbritannien und Nordirland wurde an die Japaner verkauft, Großbritannien war eine Kolonie.... Gut, daß meine Mutter das nicht mehr erleben mußte.......
Als ob das nicht schon gereicht hätte....das Schicksal meinte es bitter mit Elizabeth. Sie erfuhr was mit Edward, ihrem Sohn geschehen war. Das war zuviel für sie....
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Fazit: °°°°° Dieses Buch ist absolut lesens- und liebenswert geschrieben. Ein internationaler Bestseller, der einem mit triefend-schwarzen britischen Humor in seinen Bann zieht und dabei die Lachmuskeln erheblich strapaziert.....
Ich habe die englische Version "The Queen and I" für 120 ATS gekauft, also ca. 17 DM. Ich kann dieses Buch hier wirklich nur empfehlen.