... Dieser Mord war eine Zäsur in Ellroys Leben, das fortan immer mehr aus der Bahn geriet. Er wurde ein Außenseiter mit wilden Obsessionen und am Ende, nach 12 Jahren (Penner)Leben auf den Straßen von L.A., ein alkoholkranker Drogensüchtiger. Nach einem Nervenzusammenbruch wurde ihm klar, dass ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von fibo über Die Rotharige / James Ellroy 17.11.2000
Produktbewertung des Autors:
Pro:
intelligente Erzählkunst
Kontra:
nichts
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Es gibt viele Motivationen, Krimis zu schreiben: Soziologie-Profs wie -ky, die einmal aus ihrer Schiene ausbrechen wollen, Gerichtsreporter wie Michael Connelly, die ihre Kenntnisse anders als in einer Zeitung verarbeiten möchten, Ladys wie P.D.James, die gerne Milieustudien betreiben. Doch kaum jemand ist so persönlich, d.h. aus dem Tiefsten seiner Psyche motiviert, wie James Ellroy. Als Ellroy im Jahre 1958 10 Jahre alt war wurde seine Mutter ermordet, der Täter nie gefunden. Dieser Mord war eine Zäsur in Ellroys Leben, das fortan immer mehr aus der Bahn geriet. Er wurde ein Außenseiter mit wilden Obsessionen und am Ende, nach 12 Jahren (Penner)Leben auf den Straßen von L.A., ein alkoholkranker Drogensüchtiger. Nach einem Nervenzusammenbruch wurde ihm klar, dass er sein Leben radikal ändern muß, um nicht wahnsinnig zu werden. Er überwand seine Alkoholsucht und schrieb seinen Erstling „Browns Requiem“, der 1981 veröffentlicht wurde. Ellroys Romane zeichnet ein hohes Tempo, harten Realismus und eine dichte, sehr intelligente Erzählkunst aus. Es ist mit das beste, was es im Genre Kriminalromane zu lesen gibt. „Die Rothaarige“ ist eine Autobiographie. Ellroy beschreibt sein Verhältnis zu seiner Mutter, seine Entwicklung in der Zeit nach dem Mord und den Versuch, mit Hilfe eines Detectives den Fall noch einmal aufzurollen. Wer Ellroy noch nicht gelesen hat sollte dieses Buch zuerst lesen, denn in allen seinen Romanen verarbeitet er seine persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen, die er in „Die Rothaarige“ offenlegt. So ist er als Teenager gerne mal nachts in die Wohnungen seiner Klassenkameradinnen eingestiegen, um ihre Wäscheschränke zu durchwühlen. Daraus hat er dann einmal den Fall eines Psychopathen entwickelt, der einen bestimmten Typus Frau nachts beobachtet, ausforscht und dann ermordet. Über die ganz persönliche Situation Ellroys hinaus enthält das Buch auch einige soziopsychologische Überlegungen darüber, warum Frauen überhaupt von Männern ermordet werden. Das Buch ist spannend und lässt einen nicht los bis man es dann am Ende sehr nachdenklich aus der Hand legt.
weitere Erfahrungsberichte
ein spitzenbuch Bewertung für Die Rotharige / James Ellroyvon
olinde
Pro: spannender, wahrer roman Kontra: vorher andere von ellroy lesen
...als jahrelanger fan von james ellroy habe ich mich schon des öfteren gefragt, was diesen mann antreibt. ihn dazu bringt solche spannenden, aber auch beklemmenden romane über die abgründe der menschlichen seele zu schreiben. dieses buch ist die antwort: de ...
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