Die Säulen der Erde - einfach gut
16.06.2000
Pro:
interessant, kurzweilig, lehrreich
Kontra:
zu kurz
Empfehlenswert:
Ja
 gognatz
Über sich:
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Erfahrungsberichte:168
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Tom Builder ist ein wandernder Zimmermann, der im späten Mittelalter mit seiner jungen Familie auf der Suche nach Arbeit durch England zieht. Die Zeiten sind hart, und Hunger und Krankheit sind Tom`s ständige Begleiter. Als seine schwangere Frau bei der Geburt des Kindes stirbt, hat er keine andere Wahl, als das Neugeborene seinem Schicksal im Wald auszusetzen. Wie es der Zufall so will, wird das Kind gefunden, und als Tom dies bemerkt, nimmt er eine Anstellung beim Bau einer nahegelegenen Kathedrale an, um in der Nähe des Kindes sein zu können. So beginnt das Buch "Die Säulen der Erde", und im Verlauf der Geschichte wird das Leben der Familie Builder sowie die Entstehung der Kathedrale beschrieben, an der Tom massgeblich beteiligt ist, anfangs als einfacher Handwerker, später dann als Baumeister, was man heutzutage als Architekt bezeichnen würde.Das Leben Tom Builders ist vom Gedanken an den Bau einer Kathedrale geprägt, er reist durch die Welt um Neues darüber zu lernen, und dadurch wird er zu einem der besten Baumeister seiner Zeit. Im gleichen Masse, wie im Buch die Kathedrale wächst, entwickeln sich auch die Charaktere um den Protagonisten, seine Familie und die Personen in deren direktem Umfeld, bis dann am Schluss des Buches endlich alles Rund und fertig entwickelt vor einem liegt. Beim Lesen hatte ich wirklich Schwierigkeiten, das Buch zwischendurch einmal aus der Hand zu legen. Ken Follet`s Bücher sind sowieso reihum sehr gut geschrieben, aber mit dieser Geschichte hat er wirklich sein Meisterwerk abgeliefert. Ich fand es faszinierend, wie er nicht nur das Leben einer Handwerkerfamilie beschreibt, sondern gleichzeitig sowohl die Schönheit als auch die unzähligen Schwierigkeiten des Kathedralenbaus im Mittelalter dem Leser näherbringt. Ob die beschriebenen Verhältnisse der Zeit wirklich absolut realistisch sind, kann ich nicht beurteilen, aber es macht schon Eindruck zu sehen, wie viele technische Schwierigkeiten, politische Intrigen und Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeiten den Bau großer Kathedralen früher zu einem wirklichen Lebenswerk machten. Heutzutage ist es normal, dass ähnlich große Gebäude innerhalb weniger Monate gebaut werden, darüber, dass vor ein paar Jahrhunderten 50 Jahre und mehr dazu nötig waren, ist mir erst beim Lesen dieses Buches wirklich bewusst geworden. Ganz davon ab ist der Schreibstil Follets einfach genial, er schreibt sehr verständlich, und hält den Spannungsbogen der Geschichte bis zum Schluss hin kontinuierlich aufrecht, was bei ca. 1000 Seiten eine ordentliche Leistung ist. Ich habe mittlerweile fast alle von Follet in Deutschland erschienenen Bücher gelesen, aber dieses hat mich bisher am meisten gefesselt (Inzwischen hab ich schon so fünf mal gelesen...) und könnte es am ehesten mit dem "Medicus" von Noah Gordon vergleichen, auch wenn diese Geschichte eine andere Thematik behandelt. Es ist schon genial, wie dieser Autor so gut über so unterschiedliche Dinge schreiben kann: Mal ist es ein Spionagethriller zur Zeit des 2. Weltkrieges (Die Nadel), mal geht es (Öko-) Terroristen (Die Kinder von Eden), ein Buch handelt von Klonexperimenten und Genforschung (Der dritte Zwilling), und dieses hier halt vom Kirchenbau und Leben im Mittelalter. Das Blöde an dieser Meinung ist nur, dass ich jetzt nach einem Jahr Follet-Abstinenz wieder mal das Buch aus dem Regal holen möchte um mich ein sechstes Mal ins mittelalterliche England zu begeben. Das Gleiche passierte mir schon vor ein paar Tagen, als ich die Meinung zum "Herrn der Ringe" geschrieben habe, und beide gleichzeitig schaffe ich nun wirklich nicht zu lesen. So muss ich mich wohl in Geduld fassen und erst die hinreißenden Abenteuer der Bewohner des Auenlandes in Mittelerde miterleben und mich dann dem Leben von Tom Builder und seiner Kathedrale zu widmen. Es gibt nicht viele Bücher, die derart fesseln, aber die paar wenigen sollte man in seinem Regal stehen haben, um sie alle paar Jahre wieder einmal zu lesen, weil es sehr schade wäre , diese Geschichten und Ihre faszinierenden Charaktere nach einer Weile wieder zu vergessen.
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29.04.2004 18:11
Muss ich unbedingt noch lesen. Klasse Bericht. Gruß vom Boc.