Die Tote im Götakanal - Ein Kommissar-Beck-Roman / Per Wahlöö, Maj Sjöwall

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Die Tote im Götakanal - Ein Kommissar-Beck-Roman / Per Wahlöö, Maj Sjöwall

Eine Tote, die niemand vermisst und keiner kennt Eine Leiche wird aus dem Götakanal geborgen. Sie kann nur wenige Tage im Schlamm des Schleusenbecken...

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89% positiv

7 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Die Tote im Götakanal - Ein Kommissar-Beck-Roman / Per Wahlöö, Maj Sjöwall"

veröffentlicht 23.03.2005 | jekaterina
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Über sich :
Ausgezeichnet
Pro spannend, sozialpolitischer Hintergrund, Schreibstil (passt in diesem Fall ausgezeichnet, wenn auch nüchtern),...
Kontra nichts
sehr hilfreich

"JUNG, NACKT, TOT UND OHNE GESICHT"

Der Winter ist im Begriff sich zu verabschieden. Vor uns liegen unzählige Regentage, mitunter wohl auch einige Sonnentage, aber diese Regentage kann man auch sinnvoll nutzen. Ein wirklich guter Roman bietet sich hier nahezu an, um die Regenstunden zu verkürzen. Aber was soll man lesen. Auf der Suche nach einem spannenden Roman. Hier kann Abhilfe geschaffen werden.

Der Roman, genau genommen ein Kriminalroman aus der Feder von Sjöwall/Wahlöö, einem schwedischen Autorenduo, ist zwar eigentlich „schon ein alter Schinken“, alles andere als eine Neuerscheinung, aber dennoch unbedingt empfehlens- und lesenwert.


Eine kleine Inhaltsangabe:
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Die Leiche einer jungen Frau wird im Schleusenbecken von Borenshult gefunden.
Die junge Frau ist vollkommen unbekleidet. Es gibt nichts, was auf ihre Identität hinweisen könnte. Lediglich ein gerichtsmedizinisches Gutachten gibt Aufschluss über die Umstände, die zu ihrem Tod geführt haben. Die dunkelhaarige Frau wurde brutal vergewaltigt, erlitt schwerste innere Blutungen und wurde anschließend erwürgt.

Auf diese äußerst dürftigen Ausgangspunkte gestützt muss Kommissar Martin Beck mit seinen Ermittlungen beginnen.
Zuerst ist die Hoffnung noch lebhaft, die Identität der Toten mit Hilfe der Bevölkerung und diversen Vermisstenanzeigen zu klären. Als sich auch nach geraumer Zeit niemand meldet, der eine Person vermisst, kennt oder gesehen hat, die dem erstellten Fahndungsfoto der Polizei ähneln könnte und auch keine Vermisstenanzeige, weder in der näher Umgebung noch in ganz Schweden, zu der namenslosen Frau passt, wird der Fall zu den Akten gelegt. Vorerst.

Dann bekommt der bereits zur Seite gelegte Fall durch „einen sogenannten Wink des Schicksals“ neuen Wind in die Segel. In den USA wird eine junge Frau vermisst, auf die die Personenbeschreibung haargenau zu passen scheint. Roseanna McCraw.
Roseanna war auf einer Europareise und ist von dieser niemals in die Staaten zurückgekehrt. Wer jedoch sollte ansatzweise einen Grund gehabt haben eine harmlose Touristin derart grausam zu ermorden. Vorerst scheint es schwierig einen Anker zu finden, an welchen man die Ermittlungsarbeiten stützen könnte. Man hat eine Todesursachen, auch die der Tatzeitpunkt ist, gestützt auf das gerichtsmedizinische Gutachten, bestimmbar. Jedoch fehlen Tatort, Motiv, Tathergang und das Wichtigste, der Täter.

Man beginnt zweigleisig zu ermitteln.
Die Behörden in den Staaten versuchen etwas Licht in das Leben von Roseanna zu bringen. Was für ein Mensch war sie, in welchen Kreisen hatte sie verkehrt, welche Männer bevorzugte sie. Und genau hier trifft man auf einen Punkt, der von größter Relevanz für die Ermittlungen sein könnte.
Auch in Schweden macht man Fortschritte. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass der Mord wohl auf einer Fähre geschehen sein muss. Todeszeitpunkt und einlaufen der Fähre stimmen überein. Auf der Fähre befanden sich über 80 Personen, darunter auch Kinder und Ältere, die vorerst von der Liste der Verdächtigen gestrichen werden können. Sorgen bereiten vielmehr die in Frage kommenden Personen, die quer über den Globus verstreut leben. Man versucht Fotos, Filmaufnahmen und ähnliches von den Passagieren zu bekommen und wertet diese aus. Auf einigen Bildern kann man tatsächlich Roseanna erkennen....und Roseanna ist nicht alleine!

Meine Meinung zum Buch:
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Der Erzählstil des Autorenduos Sjöwall und Wahlöö ist anders!
Mankell würde ich als lebhafter beschreiben. Der Stil der beiden ist eher karg und auf Tatsachen beruhend. Und diese Tatsachen, werden sehr schonungslos und detailgetreu geschildert. Kaum Umschweifungen oder Beschönigungen. Ein klarer Stil und sehr „menschliche“ Figuren, die das Buch vielleicht auf Grund dessen zu einem wirklichem Lesevergnügen machen.

Die Spannung wird sehr langsam aufgebaut. Besonders durch das anfängliche Einfrieren der Ermittlungen, wie auch später werden des Lesers Nerven auf eine Zerreißprobe gestellt. Man möchte unbedingt erfahren, wie es nun weiter geht und wer der bestialische Mörder sein konnte. Ich konnte nicht umweg und habe das Buch in einem Zug gelesen.

Kommissar Martin Beck ist verheiratet, zwei Kinder. Seine Frau, die ihr Hausfrauendasein zu genießen scheint, engt den Kommissar in seinem Leben ein. Man spürt, dass er sich einerseits befreien möchte, aber doch, schicksalsergeben, bleibt. Man bekommt das Bild von einem frustrierten Polizeibeamten, der in einem Kommissariat in unsere Nähe seine Tätigkeit ausübt.
Auch seine Kollegen erscheinen lebendig. Man kann sich die Beamten bei der Arbeit bildlich vorstellen.

Gekonnt werfen die Autoren zum richtigen Zeitpunkt ein Stückchen trockenen Humors ein, und brechen so für einen Moment die bei einem Mordfall typische triste Stimmung.

„Die Tote im Götakanal“ ist der Erste von insgesamt zehn Bänden, in welchen Kommissar Martin Beck die Ermittlungen übernehmen darf. Für mich war es mein erstes Buch von diesem Autorenduo und ich war so hingerissen, dass ich bereits nach kurzer Zeit mit dem zweiten Kriminalroman begann. Sehr eindrucksvoll fand ich den Einblick in eine Zeit in Schweden, die noch vor meiner eigenen Zeit handelte.
Auch in den weiteren Bänden bekommt man einen sehr lebendigen Eindruck von der damaligen politischen Situation und den Veränderungen in Schweden.

Die Schriftsteller bringen hier diesen sozialpolitischen Aspekt sehr gut ein und schaffen somit ein absolut gelungenes Buch, welches ich auf jeden Fall weiter empfehlen möchte und kann.

Viel Freude beim Lesen!


Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 1433 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • esp1 veröffentlicht 17.05.2006
    hab diesen roman ebenfalls verschlungen! lg
  • VanessaKellermann veröffentlicht 04.01.2006
    das will ich auch noch lesen...LG, Vanessa
  • kasi84 veröffentlicht 08.11.2005
    Habe das Buch auch schon gelesen und fand es richtig gut! gruß kasi84
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Produktdaten : Die Tote im Götakanal - Ein Kommissar-Beck-Roman / Per Wahlöö, Maj Sjöwall

Produktbeschreibung des Herstellers

Eine Tote, die niemand vermisst und keiner kennt Eine Leiche wird aus dem Götakanal geborgen. Sie kann nur wenige Tage im Schlamm des Schleusenbeckens gelegen haben - noch immer erkennt man, dass die junge Frau dunkelhaarig und hübsch war. Wie die Obduktion ergibt, wurde sie vor ihrem Tod misshandelt. Tatort: unbekannt. Die Kriminalbeamten stehen vor einem absoluten Rätsel, weil niemand die Frau zu vermissen scheint. Nicht einmal ihr Name kann ermittelt werden. Aber Kommissar Martin Beck gibt nicht auf. Und allmählich erwacht die Tote zum Leben.... Dies ist der erste Band der weltberühmten Serie um den schwedischen Kommissar Martin Beck. In neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von Henning Mankell.

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Nummer der Ausgabe: 5, 3

Erscheinungsdatum: 2008

Seitenzahl / arabisch: 288, 272

ISBN: 3499244411

EAN: 9783499244414

Titel: Die Tote im Götakanal

Untertitel : Ein Kommissar-Beck-Roman, Rowohlts Rotations Romane

Kurzbeschreibung: Ohne den Bagger wäre die Tote nciht gefunden worden.

Höhe: 190 mm

Breite: 115 mm, 125 mm

Lieferstatus: lieferbar

Nummer innerhalb der Reihe: 24441

Titel der Reihe: rororo

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Kategorie: Belletristik / Krimis, Thriller, Spionage

Medium: Taschenbuch

Autor: Maj Sjöwall; Per Wahlöö

Übersetzer: Hedwig M. Binder

Ciao

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