... Diesmal geht es um den Roman
Die Verfluchten
Zur Abwechslung mal nicht Teil eines Zyklus, sondern ein Einzelroman.
Das ich mir ausgerechnet dieses Buch aus dem Regal gezogen habe glich eigentlich eher einem Zufall. Wie immer streunte ich von einem Regal zum anderen und konnte ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von magmordrag über Die Verfluchten / Dave Duncan 29.04.2004
Produktbewertung des Autors:
Niveau
leichte Kost
Unterhaltungswert
sehr hoch
Spannung
ziemlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
alles
Kontra:
nix
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Unglaublich aber wahr: Endlich ist mal wieder ein Produktvorschlag von mir durchgekommen! Und zu meiner ganz besonderen Freude auch noch im Bücherfrühling! Danke Ciao!
Hier mal wieder ein Bericht über ein Buch von Dave Duncan. Diesmal geht es um den Roman
Die Verfluchten
Zur Abwechslung mal nicht Teil eines Zyklus, sondern ein Einzelroman.
Das ich mir ausgerechnet dieses Buch aus dem Regal gezogen habe glich eigentlich eher einem Zufall. Wie immer streunte ich von einem Regal zum anderen und konnte mich nicht entscheiden, tja, und da viel mir dieses Buch ins Auge. Eigentlich haben mich das Cover und auch die Inhaltsangabe hinten nicht wirklich überzeugt, aber bis jetzt hat mir alles von Dave Duncan gefallen, und da dachte ich mir, komm versuchs. Und ich wurde nicht enttäuscht.
~~~~~ Inhalt ~~~~~
Das Buch beginnt mit einem kleinen Historischen Überblick der mittelalterlichen Welt, wir erfahren, dass es einst ein Kaiserreich gab, das aber durch Kriege, Seuchen und Wirtschaftlichen Verfall längst Vergangenheit ist. Mit dem Ende des Kaiserreichs hofften die Menschen erst auf einen Erneuerer, der das Kaiserreich wiederaufbauen und den Wohlstand zurück bringen sollte, doch mit der Zeit festigten sich kleinen Reiche und man verlor den Gedanken an ein neues Kaiserreich. Mit dieser neuen Zeit begann auch eine neue Zeitrechnung und hier spielt unsere Geschichte.
Die Welt ist gebeutelt von einer dramatischen Seuche, genannte die Sternenkrankheit. Unzählige Menschen wurden von ihr dahin gerafft und nur wenige überlebten eine Infizierung. Doch die Überlebenden sind verflucht. Die Verfluchten wurden verbannt aus den meisten Städten und ihnen Unterschlupf gewähren ist zumeist strafbar. Sechs verschiedene Flüche treten auf, und mit ihnen treten dramatische Veränderungen ein. Zum besseren Verständnis stelle ich euch die verschiedenen Verfluchten kurz vor:
Ogoalscath: sie beeinflussen das Glück. Seltsame Dinge geschehen in der Nähe eines Ogoalscath, auch Unglücke geschehen. Ein geschulter Ogoalscath kann seine Fähigkeit bewußt einsetzten, aber er kann nicht beeinflussen, was geschieht.
Awailscath: stehen für Veränderung. Sie verändern ihre Gestalt und ihr Geschlecht in halbwegs regelmäßiger Zeit. Auch sie haben keinen Einfluß auf die Veränderung, dabei verändert sich nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihr Intellekt.
Shoolscath: sie sehen die Zukunft, doch dafür haben sie keine Vergangenheit. Ihr Gedächtnis hat nur eine Vorerinnerung, alles was geschehen ist, vergessen sie. Niemals dürfen sie ihre Voraussicht verändern, denn daran zerbricht ihr Verstand.
Ivielscath: dieser Fluch macht den Betroffenen zum Heiler. Doch der Ivielscath kann auch Leiden und Krankheit verursachen und nicht immer kann er das kontrollieren.
Jaulscath: stehen für Wahrheit und Lüge. Der Jaulscath hört die Gedanken seiner Mitmenschen, aber er macht sie auch für alle anderen hörbar, wenn er seine Fähigkeit nicht kontrollieren kann.
Muolscath: Liebe und Haß beherrscht den Muolscath. Doch er kann jede Emotion nur bei andren hervorrufen, er selbst empfindet nichts. Alles ist ihm egal, und so sterben sie oft an Selbstmord.
So, nun aber zur Geschichte:
Zuerst begleiten wir Gwin Nien Solith. Gwin leitet das Gasthaus ihres verstorbenen Ehemanns in Daling. Das alte Gebäude aus der Kaiserzeit ist ihr ganzes Leben, denn auch ihre Kinder starben an der alles verheerenden Seuche. Doch obwohl sie ihr Leben liebt scheint alles in Gefahr, dauernd bekommt sie Heiratsanträge, denn einer Frau ist der Besitz von Grund und Boden verboten. Diverse Männer von Rang und Namen haben es auf die Herberge abgesehen. An einem dieser stressigen Tage erscheint plötzlich Tibal in der Herberge und mit ihm taucht das erste Mal eine Stimme in Gwins Kopf auf und verkündet, es hätte begonnen.
Weit von Gwins Problemen entfernt lernen wir Bulion Tharn kennen. Der ältere Mann lebt mit seiner riesigen Familie in einem Tal und ist eigentlich zufrieden. Doch Bulion sieht sein Ende nahen. Beim Ziehen eines Zahns ging dieser zu Bruch und nun scheint ihn die Entzündung und das Fieber dahin zu raffen. Letzte Aussicht auf Hoffnung ist ein Arzt in der Stadt und so macht sich eine ganze Abordnung der Tharns auf nach Daling. Niemand soll merken, wie schlimm es um ihren Anführer schon steht, und so läßt er alles nach einem ganz normalen Besuch aussehen. Doch ein Unglücklicher Zufall erschüttert die Familie. Auf dem Weg treffen sie einen Jaulscath und alle erfahren nicht nur diverseste Peinlichkeiten der anderen, sondern auch das Geheimnis von Bulion. Zudem verschlechtert sich sei Zustand zusehends.
Während die Tharns sich eilen nach Daling zu kommen wird Gwin nun doch eine Verlobung auf gezwungen. Der Druck wurde zu groß und so bleibt ihr keine andere Wahl. Und immer noch ist dieser merkwürdige Tibal im Haus. Gwin fühlt sich beobachtet und bekommt denn Verdacht er könne ein Shoolscath sein. Gerade in diesem Durcheinander erscheinen die Tharns in der Herberge. Gwin kennt sie noch von früher und mit der Truppe sucht sie verzweifelt nach einem Arzt. Doch Gwin wird schnell klar, daß Hilfe für Bulion zu spät kommt. Nur eine Chance gibt es noch, und Gwin zögert, mit ihrem Geheimnis könnte sie alles verlieren. Gwin hat einen Ivielscath im Haus, der bei ihr arbeitet. Das junge Mädchen ist zwar sehr unerfahren, aber sie ist die einzige Chance für Bulion, und so holt Gwin sie. Niad gelingt es den alten Mann zu heilen und die Tharns feiern in der Herberge. Gwin sieht in diesem fröhlichen Volk wieder eine Chance, denn ihr Leben in Daling birgt keine wirklichen Aussichten mehr. Mit neuer Hoffnung schließt sie sich den Tharns an und will Bulion heiraten.
In der Herberge haben sich aber auch noch andere Gäste eingefunden. Es gibt eine Art Zufluchtsort für Verfluchte, die Stadt Raragash. Eine Ratsabgeordnete landet mit ihren Helfern in diesem Durcheinander und erfährt auch von der Heilung. Hier bietet sich für Niad eine neue Möglichkeit, denn natürlich kann sie nun nicht in Daling bleiben. In Raragash gibt es eine Akademie für Verfluchte, damit sie mit ihrem Fluch zu Leben lernen und weder sich noch anderen versehentlich schaden. Die Zukunft scheint geklärt, Gwin geht mit ins Tharn Tal, heiratet Bulion und anschließend will man Niad nach Raragash bringen. Alles so einfach? Natürlich nicht.
Immer tiefer wird Gwin in die Welt der Verfluchten gerissen und mit ihr auch die Tharns. Aber worauf das wirklich hinaus läuft, das ist noch längst nicht ab zu sehen...
~~~~~ Beurteilung ~~~~~
Ja, vom Inhalt kann man noch gar nicht wirklich die komplexe Story erkennen, aber ich werde euch gleich erklären warum. Ich begann mit dem Lesen und konnte eigentlich gar nicht sagen, worum es denn nun genau geht. Klar, um die Verfluchten, aber was hat es mit den Personen so auf sich und vor allem, was ist den der rote Faden, das konnte ich nicht gleich erkennen. Glücklicher weise habe ich mich ganz auf die Schreibkunst von Dave Duncan verlassen, und mich auf die Geschichte einfach eingelassen.
Die Idee mit den Verfluchten fand ich sehr interessant, denn viel mehr Fantasy Element gibt es nicht. Keine Magie, keine Fabelwesen oder ähnliches. Ich fand das sehr spannend. Viel mehr erfahren wir viel über eigene Religionen und Kulturen, begleiten interessante Charaktere und ganz nebenbei entwickelt sich eine fesselnde Geschichte.
Die Charaktere sind wie immer bei Duncan sehr schlüssig und verständlich und fesseln den Leser. Trotzdem, hängt euch nicht zu sehr an einzelne Personen, genauso wie er tolle Personen schafft, hat Duncan auch keine Skrupel sie wieder verschwinden zu lassen. Immer wieder gibt es eine plötzlich Wendung, bei der man sicher war, das wagt der nicht. Und doch, man sollte sich nie zu sicher sein.
Besonderes die Umsetzung der Flüche ist sehr durchdacht. Was genau bedeutet es zum Beispiel eine Vorerinnerung zu haben? Zu wissen was geschieht, niemals etwas ändern zu dürfen und vor allem, alles was gewesen ist gleich zu vergessen? Ziemlich genau wird erklärt was dahinter steht. Erklärt wird das so: Vorerinnerung ist fast wie unsere Erinnerung. Wir wissen ja auch nicht mehr alles haargenau, und alles, was weiter weg liegt wird undeutlicher. Ebenso geht es anders herum. Ein Shoolscath sieht in die Zukunft, aber er sieht nicht alles klar und je weiter weg eine Vorerinnerung ist, umso undeutlicher wird sie. Einige Zeit vor ihrem Ende verwirrt sich der Geist eines Shoolscath, denn er kann seinen eigenen Tod nicht sehen, ebenso wenig was geschieht, wenn er versuchen sollte die Zukunft zu ändern. Noch viele Infos mehr gibt es und hier erkennt man auch Duncan Liebe zum Detail.
Fazit: das Buch hat mich von Anfang an gefesselt, was in erster Linie an Duncans Schreibstil liegt. Die Geschichte entwickelt sich erst, wenn der Leser längst gefangen ist, zumindest scheint das so. Später werden sich viele Dinge erklären. Absolut einen Empfehlung von mir, denn hier findet sich ein leichter Fantasy Roman, der nicht mit Fantasy um sich schlägt. Auch für den Leser, der nicht unbedingt in dieser Richtung interessiert ist, ein nettes Buch. Für meinen Geschmack aber mehr als nett und daher klare 5 Sterne.
~~~~~ Daten ~~~~~
Die Verfluchten Von Dave Duncan
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Viel Spaß beim Lesen und natürlich freue ich mich schon auf eure Bewertungen und Kommentare.
Auch dieser Bericht nimmt am Bücherfrühling und an der Aktion 1 Million Lesungen für Dunkelziffer e.V. von Schmetterlingsfänger teil. Wer Infos darüber will schaut in seine Visitenkarte, es würde mich freuen.