... Als Nächstes ist „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" an der Reihe, ein Drama, das ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe und über das ich nun berichten möchte.
Mein Bericht bezieht sich auf die Reclamausgabe und soll keine Interpretation des Dramas sein, da es mir lediglich darum ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von LaJungle über Die Verschwörung des Fiesco zu Genua / Schiller, Friedrich 7. November 2003
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
sehr anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Spannung:
ziemlich spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
mäßig
Pro:
Interessantes Thema, spannende Geschichte
Kontra:
Teilweise schwierige Wörter und Ausdrücke
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
In meinem Seminar „Schillers Dramen", das ich dieses Semester belegt habe, nehmen wir fast jede Woche ein anderes Werk von Schiller durch. Als Nächstes ist „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" an der Reihe, ein Drama, das ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe und über das ich nun berichten möchte.
Mein Bericht bezieht sich auf die Reclamausgabe und soll keine Interpretation des Dramas sein, da es mir lediglich darum geht, eine Empfehlung auszusprechen oder nicht. Das Werk hier komplett zu analysieren würde zum einen den Rahmen sprengen, zum Anderen sicherlich bei einigen für Langeweile sorgen. Ich möchte hier also nur einen Anstoß geben, interpretieren darf ein jeder selbst!
INHALT
Genua 1547. Andreas Doria, ein Mann von achtzig Jahren ist der herrschende Doge, also das Staatsoberhaupt, der Republik Genua. Gianettino, sein machtgieriger und gemeiner Neffe, will die Herrschaft Genuas übernehmen, sein Onkel ist ihm dabei gleichgültig. Das Volk befürchtet eine schreckliche Tyrannei und auch außerhalb der Politik macht Gianettino sich keine Freunde. Er vergewaltigt Berta, die unschuldige Tochter des Senators Verrina, und gibt diesem somit noch mehr Grund ihn zu hassen. Verrina nutzt die Lage und stachelt einige aus dem Adelsgeschlecht auf, dem Hause Doria ein Ende zu bereiten, damit befreie man gleich zwei, Berta und ganz Genua. Die Adeligen sehen nun in Fiesco, Graf von Lavagna, ihre Hoffnung, doch der scheint ein Träumer geworden zu sein, hat er doch nur noch Augen für Julia, die Schwester Gianettinos, sehr zum Leidwesen seiner Frau Leonore.
Als Gianettino nun auch noch die Prokuratorwahlen zugunsten seines Vertrauten Lomellin fälscht und damit den Rat hintergeht, ist der Aufruhr groß. Nun schaltet sich auch Fiesco ein und erklärt, dass er sich schon lange mit einer Verschwörung beschäftigt habe. Der vermeidliche Träumer und politisch Gleichgültige hat in Wahrheit schon einen genauen Plan, das Haus Doria zu stürzen. Doch auch Fiesco, der nun eine riesige Verschwörung anzettelt, ist nicht ohne Hintergedanken, auch ihn hat die Gier nach Macht ergriffen, so ist es kein Wunder, dass nicht nur Gianettino ihm nach seinem Leben trachtet...
MEINUNG
Wieder einmal möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten, als ich bisher getan habe, da „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" wirklich lesenswert und spannend ist. Warum haben wir so etwas nicht einmal in der Schule gelesen? Das habe ich mich schon nach den ersten paar Seiten gefragt, denn kein Drama, das ich gelesen habe, ist spannender als dieses. Ich gebe zu, die Handlung ist an einigen Stellen sehr verwirrend, es treten unheimlich viele Personen auf, die alle unterschiedlich mit einander verstrickt sind und von denen viele andere Ziele verfolgen als man zunächst denkt, doch gerade diese Intrigen und die Ungewissheit, was als Nächstes passiert, machen das Werk interessant.
Da ich das Drama ja eigentlich nicht zum Spaß gelesen habe, habe ich mir den Inhalt jeder Szene aufgeschrieben, um ja nichts zu vergessen, so viele verschiedene Handlungsstränge und Ereignisse treffen aufeinander. Doch im Nachhinein wäre das nicht nötig gewesen, da mir die Geschichte so gut gefiel, dass sie immer noch präsent ist und ich mich an keiner Stelle gelangweilt habe.
Bevor ich das Drama gelesen habe, habe ich mir die Angaben über jede einzelne Person durchgelesen, in denen man erfährt, wer zu wem gehört und was für eine Rolle spielen wird. Dies war auch wirklich nötig, da man sich sonst während des Lesens fragt, in welcher Beziehung diese oder jene Person nun wieder miteinander stehen. Trotzdem war ich überrascht, dass eigentlich doch wieder alles anders ist oder zumindest scheint, als man glaubt. So ist Fiesco mit Leonore verheiratet, liebt aber anscheinend Julia. Bourgognino, einer der Verschwörer, will sich mit Fiesco duellieren, weil er wiederum Leonore liebte und nicht erträgt, dass sie leidet. Ein oder zwei Szenen später jedoch, liebt er schon seit längerer Zeit Berta und hält um deren Hand an. Und auch ein weiterer Verschwörer, Calcagno, liebt Leonore und will sie trösten. Allein schon die Frage, wer nun eigentlich wen liebt, ist sehr verwirrend und erst am Ende blickt man durch, doch gerade das ist für mich das Spannende.
Weitaus ungewisser sind natürlich die Rollen der Verschwörer. Laufen einige nur mit, merkt man bei anderen sofort, dass sie etwas im Schilde führen, wieder andere lassen erst spät erkennen, was sie eigentlich bezwecken. Da man bis zum Ende noch nicht weiß, wie es nun ausgeht und wer alles stirbt oder überlebt, hat man auch Lust schnell weiter zu lesen, da man doch sehr gespannt ist. Einmal musste ich sogar schmunzeln, da die Stelle doch sehr ironisch war, was ich bei einem Drama noch nie erlebt habe.
Besonders gefallen hat mir, auch wenn es vielleicht komisch klingt, auch, dass in diesem Drama mehrere Frauen mitspielen, da die Geschichte dadurch interessanter wird, wie ich finde. In Dramen, wo keine oder vielleicht nur eine Frau vorkommt, zum Beispiel in „Die Räuber“ fehlt irgendwie etwas, was das Ganze auflockert. Es ist doch viel interessanter, vom versuchten Mord zu den Intrigen der Damen in den Palast zu wechseln, als gleich bei der nächsten Schlacht oder politischen Diskussion zu landen, so ist wenigstens für Abwechslung gesorgt.
Das Drama ist, wie auch die Räuber, in Aufzüge und Auftritte unterteilt. Die insgesamt fünf Aufzüge oder Akte sind also in Form eines Theaterstücks geschrieben, was es nun letztendlich ja auch gewesen ist. Obwohl man ein solches Schauspiel weniger schnell und flüssig lesen kann als einen Roman, stolpert man doch immer über Regieanweisungen und die Namen desjenigen, der gerade spricht, lässt sich dieses Werk viel besser lesen, als der Vorgänger „Die Räuber". Die Szenen sind kürzer, was dazu führt, dass man im Wechsel zu anderen Schauplätzen gelangt und es gibt nur wenige lange Monologe. Hat man über mehrere Seiten einen Monolog, so neigt man schon einmal dazu, die Zeilen nur zu überfliegen und es kann langweilig werden. Hier jedoch gibt es sehr viele Dialoge, in denen es hin und her geht und man gespannt ist, was als Nächstes passiert.
Der Stil und auch die Sprache kam mir in diesem Drama viel leichter vor, auch wenn ich trotzdem einige Worte hinten in den Anmerkungen nachschlagen musste, vielleicht habe ich mich aber auch einfach wieder in Schiller eingelesen, denn holprig ist die Sprache an einigen Stellen schon und vermindert teilweise das Verständnis.
FRIEDRICH SCHILLER UND DER HINTERGRUND DES DRAMAS
„Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ ist nach den „Räubern“ Schillers zweites Drama. Vorlage für sein Drama waren wieder einmal historische Quellen. Die erste Fassung, die es heute aber nicht mehr gibt, entstand schon 1782 doch wollte man sie damals nicht sehen. Schiller schrieb sie noch einmal um und entwickelte die Fassung, die wir heute kennen. Doch auch die überarbeitete Version gefiel seinen Intendanten nicht, bei dem Schiller fest angestellt war, also verkaufte er es. 1784 wurde es dann zum ersten Mal aufgeführt, doch blieb sehr erfolglos, kaum einer wollte das Schauspiel sehen.
FAKTEN
Titel: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua Autor: Friedrich Schiller Verlag: Reclam Seiten: 5 Aufzüge + Anmerkungen auf 136 Seiten Preis: 2,60 Euro ISBN: 3150000513
FAZIT
„Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ ist ein wirklich spannendes und interessantes Drama, das sich trotz der teilweise schwierigen Sprache, sehr gut lesen lässt. Bis zum Ende weiß man nicht, wie die Geschichte ausgeht, wenn man natürlich ahnt, dass wohl nicht für jeden gut, da es sich schließlich um ein Drama handelt. Die Thematik der Verschwörung ist sehr schön dargestellt und wirkt keinesfalls zu politisch und auch die Liebesgeschichte(n) wirken nicht kitschig oder fehl am Platz. Obwohl man an einigen Stellen über den Stil oder das eine oder andere unbekannte Wort stolpert, vergebe ich insgesamt alle fünf Sterne und eine Empfehlung. Allerdings würde ich auch dieses Drama erst ab der 11. oder 12. Klasse empfehlen, da man vorher vielleicht noch Schwierigkeiten hat und so kein Gefallen findet.
Ach ja, da Lesen unter Zwang keinen Spaß macht und man manchmal auch nicht die nötige Zeit dafür hat, biete ich Allen, die das Drama in der Schule oder der Uni lesen müssen und sich einen ersten inhaltlichen Überblick verschaffen wollen an, mir eine entsprechende Nachricht und die Email-Adresse zu hinterlassen, dann würde ich denjenigen meine Inhaltsangabe (genau unterteilt nach Akt und Szene) zukommen lassen... Meine E-Mail-Adresse bzw. meine ICQ-Nummer findet Ihr in meiner Visitenkarte.
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Zusammenfassung Bewertung fürDie Verschwörung des Fiesco zu Genua / Schiller, Friedrichvon
jandressler
Pro: zeigt Schillers progressive politische Meinungen sehr deutlich Kontra: veraltete Sprache
...Herrschaft tritt gibt Andres Doria die Regierungsgeschäfte an seinen Sohn Gianettino ab, der diese vollkommen anders als sein Vater führt - das Volk wird von ihm despotisch unterdrückt. Dagegen lehnt sich wiederum Fiesko auf und organisiert eine Verschwörung, die nicht nur Gianettino, sondern die ganze Despotenherrschaft abschaffen soll. Als jedoch der verhasste Herrscher gestürzt ist, zerfällt Verschwörung und zu allem Überfluss ersticht Fiesko ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
sehr hilfreich
26.11.2000
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