Erfahrungsbericht über "Die Verwandlung / Franz Kafka"

veröffentlicht 05.08.2001 | Iwanski
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"prägnant "kafkaesk""

An sich ist Kafka schon tausendemale ausgiebigst besprochen worden. Warum also noch mal eine Kritik, wird man sich fragen.


WARUM MAN DIE VERWANDLUNG ALS DAS "KAFKAESKESTE" WERK ANSEHEN KANN

Ein Aspekt, der mir aber wichtig ist und den ich sonst nicht so eindeutig in den vielen Besprechungen sehe ist die Feststellung und Beobachtung, daß es sich mit Kafkas "Verwandlung" um das "kafkaeskeste" Werk handelt.

Von Beginn des ersten Absatzes wird kein Zweifel daran gelassen, daß die Ausweglosigkeit bereits gesetzt, das Urteil bereits vollzogen ist: Gregor Samsa ist zum Käfer degradiert. In seinen anderen Werken geschieht im allgemeinen erst ein hin und her, bevor die Unauflösbarkeit der Verstrickung anerkannt, das "käferhafte" offenbar wird.

Im Prozeß z.B. wird Josef K. zwar ebenfalls bereits auf der ersten Seite mit der Nachricht bekanntgemacht, daß er verurteilt sei, doch erfolgt auf den nächsten Seiten und Kapiteln ein Kampf gegen diese Verurteilung, die nicht eingesehen werden will - um dann aber dennoch, und zwar am Ende des Buches, verurteilt, getötet zu werden.

Im Schloß ist dieses Suchen nach einer Lösung noch stärker im hin und her gehalten, ständig denkt sich der Leser, daß es dem Protagonisten doch noch gelingt, Kontakt mit dem Schloß herzustellen. Es passiert keine sofortige Verurteilung wie im Prozeß oder, drastischer, in der Verwandlung, sondern ein allmähliches Schleichen stellt sich ein, ein schleifenhaftes Verharren im Dorf, dem selbst Kafka keinen rechten Schwung mehr zu geben wußte und mitten im Satz abbrach und das Werk unvollendet ließ.


Die Ausprägung des Kafkaesken könnte man also folgendermaßen reihen:

1. Die Verwandlung
2. Der Prozeß
3. Das Schloß

1. ist am deutlichsten kafkaesk (=ausweglos), gefolgt von 2. und 3..

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • quamber3 veröffentlicht 13.08.2002
    Ein bissl arg kafkaesk,findest nicht?
  • Wacsas veröffentlicht 09.08.2001
    Ein guter Bericht! Ich kann zwar mit Kafka nichts anfangen und werde wohl nie vertehen, was so gut an ihm ist, aber dein Bericht hast mir gefallen. Ich habe mir den Bericht durchgelesen, weil ich Kafka im Deutschunterricht sicher noch behandeln werde. Vielleicht werde ich KAfka dank solcher Berichte irgendwann mal verstehen. Würd' mich freuen, wenn du mal bei mir reinschaust ;-)
  • pieohpah veröffentlicht 06.08.2001
    dieser bericht ist nun das genaue gegenteil von deinem "Anne Frank"-Bericht. du machst dir gedanken über das buch, was ich sehr gut finde. aber, schande über mein haupt, ich kenn zwar einige werke von Kafka, aber "Die Verwandlung" nicht. nun fehlt mir bei deinem bericht die inhaltsangabe. bin anspruchsvoll, oder? ;) ich glaube, dass du gute berichte schreiben kannst (von literatur scheinst du was zuverstehen), wenn du ein gutes mittelmass findest. viel glück. gruss pie
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Produktdaten : Die Verwandlung / Franz Kafka

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Autor: Franz Kafka

Autor Nachname: Kafka

Autor Vorname: Franz

Autor Name invertiert: Kafka, Franz

Titel: Die Verwandlung

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