Über sich:Don't criticize what you can't understand!
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Hallo alle miteinander,
jetzt habe ich es endlich mal wieder geschafft, einen Bericht zu schreiben. Ich bin unglaublich stolz auf mich ;-)! Hier dreht es sich heute also mal wieder um ein Buch. Genauer gesagt, um „Die Zeugin“ von Sandra Brown.
Allgemeines
Erstmals erschienen ist „Die Zeugin“ 1996 im Blanvalet Verlag, München, die Taschenbuchausgabe folgte dann 1998. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1995 bei Warner Books, New York, unter de Originaltitel „The Witness“.
Die Autorin
Sandra Brown war mir selbst bis vor wenigen Wochen gänzlich unbekannt, dann erst entdeckte ich nämlich ein Buch von ihr in der Bücherei. Ansonsten scheint sie schon eine recht bekannte Autorin zu sein, denn 1990 landete ihr erster Roman gleich auf der Bestsellerliste und ist dort anscheinend mit jedem ihrer neuen Bücher auch über einen längeren Zeitraum hinweg vertreten.
Der Inhalt
Es fällt mir heute schwer, euch den Inhalt irgendwie näher zu bringen, denn ich weiß nicht so recht, wie ich am besten anfange und was ich überhaupt verrate. Denn als Leser geht man auch sehr ahnungslos in die Geschichte und findet so auf jeder Seite ein Stück neues, es laufen zwei Handlungsstränge ab, aber ich will einfach mal versuchen, es so gut wie möglich hinzukriegen.
Die junge Anwältin Kendall Deaton und ihr wenige Monate altes Baby Kevin überleben wie durch ein Wunder nahezu unverletzt einen schweren Autounfall, und unter größten Anstrengungen gelingt es ihr sogar noch, den Fahrer aus dem Auto zu bergen. Im Krankenhaus gibt sie später an, es handele sich bei dem schwerverletzten Mann um ihren Ehemann. Der selbst jedoch kann sich an nichts erinnern, leidet an einer durch den Unfall verursachten Amnesie. Er scheint aber zu spüren, dass Kendall ihm nicht die Wahrheit über seine Identität erzählt hat. Als sie mitsamt ihrem Baby aus dem Krankenhaus flüchten möchte, kommt er ihr gerade noch auf die Schliche und hängt sich an ihre Fersen.
Kendall selbst ist immer darum bemüht, fortzukommen. Fort wovor? Das weiß man als Leser selbst nicht so genau. Stück für Stück wird man in ihre Vergangenheit getragen, zwischen der aktuellen Handlung erfährt man immer wieder Episoden aus ihrem früheren Leben. Angefangen wird mit ihrer Hochzeit mit Matt Burnwood in einem kleinen Südstaatenort namens Prosper, und Stück für Stück lernt man Kendalls Leben vor ihrer seltsamen Flucht kennen. Ein nahezu perfektes Leben, das sie da führt, mit einem liebevollen Ehemann, einem zwar übereifrigen, doch liebenswerten und bemühten Schwiegervater, einer Stelle als Anwältin, die sie mit Hingabe ausübt. Wären da nur nicht die Einwohner von Prosper, die ihr Kopfzerbrechen bereiten, stellen sie sich als ziemlich verbohrt, uneinsichtig und rückständig heraus, was zum Beispiel die Gleichberechtigung von Frauen genauso wie die Aufhebung der Rassenschranken angeht. Langsam fängt die Fassade an zu bröckeln, bis Kendall schließlich eine grausige Entdeckung macht und panisch feststellen muss, dass es sie anscheinend in ein Nest voller Psychopathen verschlagen hat, sodass sie nur noch einen Ausweg sucht, um ihr Leben zu retten – die Flucht.
Und die gestaltet sich in der Zwischenzeit als äußerst schwierig. Denn jetzt muss Kendall sich nicht nur um ihr Baby und sich sowie um die Tatsache, nicht entdeckt zu werden, sondern auch um einen schwer verletzten Mann mit verlorenem Gedächtnis kümmern, der ihr zu allem Überfluss kein Wort von dem glaubt, was sie ihm von seinem früheren Leben erzählt. Die Lage spitzt sich dadurch zu, als dass sie nicht nur um ihr aller Leben fürchten muss, sondern auch noch von der Polizei per Haftbefehl gesucht wird. Was ist bloß los mit der jungen Frau?
Meine Meinung
Es ist wirklich ein Spitzenbuch, das Sandra Brown hier abgeliefert hat. Das Lesen hat auf jeder Seite Spaß gemacht und wurde immer spannender, vor allem da man sich als Leser selbst zunächst keinen Reim auf gar nichts machen kann.
Man weiß nur, dass eine junge Frau in panischer Angst flieht und dabei einen eher unerwünschten Gast mit sich herumschleppen muss. Was sie zu ihrer Flucht bewogen hat, wer sie eigentlich ist, was ihr solch eine Angst macht – all das weiß man nicht. Ein bisschen fühlt man sich im ersten Teil des Buches wie John, der Fahrer des Unfallautos, der nun unter einer Amnesie leidet und nichts, aber auch gar nichts mehr weiß. Wie er tappt man selbst auch im Dunkeln, ohne eine Ahnung der Geschehnisse zu haben. Dies ist der Autorin wirklich gut gelungen, denn zu keiner Zeit kann man sich über Kendall Deaton und ihr früheres Leben etwas zusammenphantasieren oder Schlüsse ziehen.
Auch als die Autorin langsam beginnt, Kendalls Vergangenheit in den Handlungsstrang mit einzuflechten, kann man nichts ahnen. Man bemüht sich, die wilde Flucht mit dem perfekten, fast schon etwas eintönigen Leben in Einklang zu bringen, dass Kendall früher geführt hat. Teilweise liest man so zwei Lebensgeschichten, die so vollkommen unterschiedlich wirken, und weiß nicht, wo die Verknüpfung beginnt, was der Auslöser war. Ich schwöre euch, man hat nicht den Hauch einer Ahnung, auch wenn man langsam dahinterkommt, dass es etwas mit ihrer ach so liebevollen neuen Familie zu tun hat.
Der Überraschungseffekt ist so wirklich groß, als endlich enthüllt wird, was Kendalls Leben dermaßen aus den Fugen gerissen hat. Zuerst kann man es gar nicht recht glauben, doch nach und nach fügen sich immer mehr Puzzleteile ins Ganze ein und ergeben einen Sinn, auch wenn die Story sich an manchen Stellen sehr abenteuerlich und unglaublich liest. Unglaublich jetzt nicht im Sinne von unglaubwürdig, es ist nur schon ein starkes Stück, was man hier geboten kriegt. Aber bin ich mal ehrlich, dem erzkonservativen Süden Amerikas traue ich schon eine Menge zu, auch wenn ich beileibe nicht behaupten will, es laufe immer so ab wie hier. Aber schließlich muss ein Thriller auch etwas zu bieten haben, wenn er spannend sein soll, oder?
Die Zeichnung der Personen fand ich im Großen und Ganzen wirklich sehr gelungen, auch wenn ich an ein paar Details zu kritisieren habe. Kendall hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen, sie war mir nicht nur sympathisch, sondern erschien mir wirklich als sehr realistisch und gut dargestellt. Sie ist eine sehr starke Frau, die in ihrem Leben Unglaubliches leisten muss und trotz (oder gerade wegen) der Todesangst, unter der sie leidet und die sie auch vorantreibt, nicht aufgibt. Auch John, ihr treuer ungewollter Weggefährte, hat mir gut gefallen. Auch wenn er sich oft sehr mürrisch und miesgelaunt gibt, steckt darunter ebenfalls ein sehr sympathischer und vor allem hochintelligenter Charakter, der trotz seiner Amnesie seine feinen Antennen behält und spürt, dass mit Kendall etwas nicht stimmt. Als schließlich seine Identität gelüftet wird, erklären sich auch viele seiner Eigenarten von ganz alleine.
Gut gefallen haben mir auch immer die Dialoge zwischen Kendall und John, die beide ihr teilweise intrigantes Spiel treiben. So versucht John immer wieder, Kendall in eine Falle zu locken, indem er ihr Fragen über sich stellt, z.B. über intime Stellen seines Körpers, und hofft, dass sie sie nicht zu beantworten weiß, während Kendall immer wieder gerade noch so den Kopf aus der Schlinge ziehen kann. Die beiden treiben ein wirklich amüsantes, von Spott und Ironie geprägtes Katz- und Mausspiel, was mir sehr gut gefällt.
Auch fast die gesamte restliche Charakterisierung lässt kaum zu wünschen übrig, so kann zum Beispiel auch der nervöse, cholerische FBI-ler Pepperyne auf ganzer Linie überzeugen und einem von Zeit zu Zeit ein kräftiges Schmunzeln entlocken. Einzig Kendalls beste Freundin Rickie Sue sowie ein paar Nichtsnutze aus ihrem neuen Heimatort, die Crooks, sind mir zu überspitzt dargestellt. Hier wurde ein bisschen übertrieben, sodass diese Personen nicht auf ganzer Linie überzeugen können. Dies ist aber auch schon fast der einzige Kritikpunkt, den ich an der Charakterisierung sowie dem ganzen Buch zu erwähnen habe. Denn Kendall hätte für mein Empfinden etwas mehr über das mysteriöse Prosper erwähnen können. Man erfährt zwar im Allgemeinen sehr viel, ein paar Details hätten aber noch mehr Würze geben können. Mehr kann ich leider nicht sagen, ohne die Spannung zu nehmen.
Besonders die Struktur, die die Geschichte aufweist, finde ich sehr gelungen. Man geht als sehr ahnungsloser Leser hinein und findet sich vor einem schier unlösbaren Rätsel, das sich, wird es gelüftet, als ungeheuerlich erweist. Spannungsmomente gibt es genug, eigentlich ist fast das ganze Buch ein großer, und auch diverse Schocker finden sich hier.
Mein Fazit
Ich kann das Buch nur empfehlen und werde es deswegen auch uneingeschränkt tun. Der einzige Kritikpunkt sind die Charaktere Rickie Sue und die Crooks und die streckenweise mageren Infos über das Geschehen in Prosper, letzteres fällt aber kaum ins Gewicht und beides reicht schon gar nicht aus, um die Wertung schlechter ausfallen zu lassen. Die spannende Geschichte und die anderen Charaktere machen diese kleine Schwäche mehr als wett. Zum Schluss kann ich noch sagen, dass ich mir eigentlich gar nicht vorstellen konnte, wie es ausgehen könnte. Ich gehöre allerdings auch zu der Fraktion, die nie groß rumrätselt, sondern sich lieber vom Buch überraschen lässt. Wie es Hobbydetektiven hier geht, weiß ich nicht. Ein sehr schöner Thriller, den ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gelesen habe.
Da ist es ja :) Sehr guter Bericht. Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen, wie ich schon mal als Kommentar geschrieben habe. Sonst kenne ich von Sandra Brown noch nichts, aber die beiden anderen Berichte über ihre Bücher, die ich jetzt von dir gelesen habe, klingen ja leider nicht so toll.
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02.03.2007 19:39
hi, ich fand dieses buch auch einfach genial. war mein erstes von s. brown und ich denke es folgen sicher noch viele weitere. liebe grüsse von simone
19.02.2007 17:52
Gute Analyse
03.01.2006 00:06
Da ist es ja :) Sehr guter Bericht. Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen, wie ich schon mal als Kommentar geschrieben habe. Sonst kenne ich von Sandra Brown noch nichts, aber die beiden anderen Berichte über ihre Bücher, die ich jetzt von dir gelesen habe, klingen ja leider nicht so toll.