Butterblumenhonig
04.06.2001
Pro:
Schmeckt,ist billig und Naturkost auf besondere Art
Kontra:
macht sehr viel Arbeit
Empfehlenswert:
Ja
 galeria
Über sich:
"Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich." Anatole France (18...
Mitglied seit:15.03.2001
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Vertrauende:72
Dieses Rezept wurde von 80 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die ersten Butterblumen haben sich nun schon verwandelt in Pusteblumen mit kleinen Fallschirmen daran. Aber die nächsten sind schon wieder am Blühen. Und jetzt nach dem verregneten Pfingstwochenende werden sicherlich wieder viele gelbe Köpfchen die Wiesen zieren. Und da fiel mir heute mal ein Rezept einer alten Dame ein, die ich vor langer Zeit einmal kannte. Sie verriet mir, wie man Butterblumenhonig kocht. Und ich fand diese Sache so toll, zumal ich damals auch ein Glas zum Kosten bekam und mir alle 10 Finger geleckt hatte, dass ich dachte, das sollte man den Ciao-Usern nicht vorenthalten.
Nun wird dieser sogenannte Honig mit Gelierzucker gekocht, deshalb dachte ich mir nichts dabei, ihn in die Rubrik der Marmeladen zu tun. Denn aufs Brötchen kommt er auch und es ist ja eigentlich auch gar nicht so richtig Honig, wenn man`s ganz genau nimmt. Was aber wirklich schlimm ist, das ist die Heidenarbeit. Also wer nicht so sehr gerne in der Küche rum manscht, der sollte doch eventuell Abstand nehmen *g*. Als erstes nimmt man eine Hand voll Kinder, wenn man welche hat *g*...ansonsten muss man selber los gehen...und sucht sich eine schöne Wiese mit ganz viel Löwenzahn darauf. Und spätestens jetzt werden sich einige die Hand vor den Mund halten und denken, man die nimmt ja tatsächlich Butterblumen dazu.
Tja, so ist es auch. Die schönsten Blüten, die man findet, werden gepflückt, wirklich nur die Blüten, keine Stengel. Und möglichst schon beim Pflücken darauf achten, dass nicht so viele kleine schwarze Gäste drin herum krabbeln! 500 g Blüten müssen es sein. Nun verlange ich aber nicht, dass Ihr `ne Waage mit auf die Wiese nehmt...das mach ich auch nicht *g*. Aber die Blüten sind leicht und man verschätzt sich schnell, deshalb wäre es besser, wenn die Wiese nicht allzu weit weg vom heimatlichen Haus ist, falls man noch mal nachpflücken muss. Zu viel ist nicht schlimm...vor allem, wenn man vielleicht noch einen Stallhasen oder ein Meerschweinchen zu Hause hat. Diese Blüten werden jetzt gründlichst gewaschen, damit die kleinen schwarzen Käferchen sich verziehen. Und dann läßt man sie abtropfen. In der Zeit schneidet man 2 Zitronen mit Schale (unbehandelt) in Scheiben und löst vorsichtig die Kerner heraus. In einem Liter Wasser werden nun die Blüten und die Zitronenscheiben ausgekocht, so lange bis die Zitronen richtig weich sind. Ich hab leider nie auf die Uhr gesehen :-(, also weiß ich auch nicht wie lange es dauert. Ich schätze mal 1 Stunde müsste reichen.
Und jetzt kommen wir zum schlimmsten Teil, nämlich dem Auspressen. Ein altes, aber sauberes Geschirrhandtuch, was möglichst schon sehr dünn ist vom vielen Gebrauch *g* wird dazu benutzt. Der Blütensud wird da nun durch geseiht. Zum Schluss die Blüten noch ein bisschen ausquetschen, aber vorsichtig! Falls das Geschirrhandtuch all zu morsch war und möglichst noch aus Omas Zeiten, könnte es leicht platzen. Alles schon gehabt! Und wenn man weiß, wie schlecht der Saft einer Butterblume von den Fingern geht, wenn man selbige mal gepflückt hat...der wird sich doppelt und dreifach freuen, wenn ein ganzer Haufen davon an einem herunter läuft und sich in der gesamten Küche verteilt *g*. Das Tuch kann man nun wegschmeissen...*g*...denn die gelbe Farbe geht eh nicht raus, nur noch mit Chemie. Man kann es aber auch aufheben für den nächsten Honig, wenn man die Lust noch nicht verloren hat *g*.
Der nun entstandene Saft wird mit 500 g Gelierzucker gekocht, ganz nach Anleitung auf der Packung. Man kann auch normalen Zucker nehmen, allerdings verlängert sich die Kochzeit auf mindestens eine Stunde und meistens wird`s dann doch nichts. Alles Erfahrungswerte! *g* Mit Gelierzucker geht`s wesentlich schneller und einfacher. Man macht dann noch die Gelierprobe auf einem Teller, erfahrene Marmeladenkocher wissen, wie das geht. Einen Esslöffel voll auf eine Untertasse und auseinander laufen lassen, wenn er nicht mehr flüssig ist, also geliert, dann ist der Honig fertig. Nun noch ein paar Schraubgläser pingelig gesäubert und das klebrige Zeug kochend heiß eingefüllt, Deckel drauf und das Glas auf den Kopf gestellt. Am nächsten Tag kann man dann schon seine warmen frischen Brötchen (sofern vorhanden) mit Butterblumenhonig bestreichen. Dieser Honig schmeckt sehr zart und hat ein ganz mildes Aroma, ich weiß nicht, wie ich diesen Geschmack beschreiben soll, aber es schmeckt einfach klasse, mal was anderes. Probiert es selber aus, und billiger geht`s nun wirklich nicht *g*.
Ich wünsche Euch guten Appetit, Eure Galeria.
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29.10.2005 00:55
ups ... so erfährt man immer wieder mal was neues ... .-) ... lg detlef
16.11.2004 20:58
Wow, klingt wirklich lecker. Aber echt wie ne Menge Arbeit...aber momentan sind die Wiesen ja eh nich sooo gelb :)
28.07.2003 22:38
das wäre mir zuviel Aufwand