Wallander jagt jugendlichen Skalpierer
04.05.2004
Pro:
wie immer ein toller Mankell - Krimi
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 luckynina
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Wie angedroht, hier der Bericht über den fünften Fall, den mein Lieblingsbulle aufklären muss: „Die falsche Fährte“. ° InhaltEndlich Sommer in Ystad. Ganz Schweden schaut Fußball-WM, und der wenig fußballbegeisterte Wallander macht Ferienpläne mit seiner Freundin Baiba. Doch dann geschieht ein spektakulärer Selbstmord: Wallander wird Augenzeuge, wie sich ein junges Mädchen mit Benzin übergießt und selbst anzündet. Noch während Wallander versucht, etwas über die Identität des Mädchens zu erfahren, wird er zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Mordes gerufen: Gustaf Wetterstedt, ein pensionierter Justizminister, der zu Amtszeiten sehr umstritten gewesen war, wird mit einer Axt erschlagen und skalpiert aufgefunden. Als drei Tage später der Kunsthändler Arne Carlman auf die gleiche Weise ums Leben kommt, sieht Wallander seinen schönen geplanten Urlaub bereits platzen. Voll Elan hängt er sich in den Fall rein, nicht nur um seinen Urlaub zu retten, sondern auch, weil er den Täter stoppen will, bevor dieser ein weiteres Opfer tötet.Schließlich wird der Ganove und Hehler Björn Fredman tot aufgefunden. Auch er wurde skalpiert, aber zusätzlich wurden ihm vor seinem Tod die Augen mit Säure ausgebrannt. Nicht nur Wallander, sonder auch der eigens engagierte Kriminalpsychologe aus Malmö steht vor einem Rätsel: Wieso diese Grausamkeit? Krampfhaft sucht Wallander nach einer Verbindung der Opfer untereinander, tüftelt herum und rollt den Fall immer wieder von verschiedenen Seiten auf – denn wenn es ihm gelingt, die Verbindung zwischen den Opfern herzustellen, glaubt er den Fall gelöst zu haben. Doch mit dieser Theorie gelangt er zielstrebig auf die falsche Fährte… ° Autor Der 1948 geborene Henning Mankell arbeitete als Schriftsteller und Regisseur in Schweden, bis er sich 1972 den Traum erfüllte, Afrika zu bereisen. Seither lebt er zur Häfte in Schweden, zur Hälfte in Mosambik. Die Wallander-Fälle chronologisch: „Mörder ohne Gesicht“, „Hunde von Riga“, „Die weiße Löwin“, „Der Mann, der lächelte“, „Die falsche Fährte“, „Die fünfte Frau“, „Mittsommermord“, „Die Brandmauer“ und „Wallanders erster Fall“ – dieser Band mit Erzählungen schließt die Wallander-Reihe ab. In „Vor dem Frost“ debütiert Wallanders Tochter Linda als Polizeianwärterin. „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ wurde erfolgreich verfilmt. Die Romane „Der Chronist der Winde“ und „Die rote Antilope“ spielen in Afrika. Henning Mankell erhielt zahlreiche Preise, unter anderem wurde er als „Autor des Jahres 2002“ ausgezeichnet. Übrigens gibt es für alle Wallander- und Mankellfans auch einige deutschsprachige Websites mit News über Bücher und Filme, Foren, Quiz, virtuellem Rundgang durch Ystad usw. www.mankell.de www.wallander.ch www.wallander-web.de° Meine Meinung Was mir an diesem Krimi – Fall fünf für Wallander – gut gefallen hat: Der Leser wird zum Mitwisser der mörderischen Pläne des Täters, ohne dessen Motive im Detail zu kennen. Dadurch steigt die Spannung, denn man kann beobachten, wie Wallander verzweifelt herumtüftelt, sich immer mehr vom wahren Täter entfernt, obwohl er immer wieder schon ganz nahe an der Lösung war.Bitte verzeiht es mir, aber ich muss einfach mal wieder ein wenig über meinen Lieblings-Krimihelden Wallander schwärmen. Ich mag einfach Wallanders stinknormales Privatleben, das die spannende Krimihandlung immer wieder etwas auflockert. Je mehr Bände man liest, desto mehr erfährt man über den Kommissar – zum Beispiel macht er gar nicht gern die Wäsche! :-) Was ihn auch immer wieder sympathisch macht, ist, dass er so gar nicht diese „Hoppla-jetzt-komm-ich“- Einstellung hat, die so viele Krimihelden haben. Er hat keine übermenschlichen Eigenschaften, die seinen Erfolg als Kommissar begründen, sondern sein Erfolg bei der Aufklärung der Fälle rührt nur von seiner Verbissenheit, Hartnäckigkeit und Belastbarkeit her. Wallander gibt nicht auf, und das ist sein Erfolgsrezept. Seit Band zwei ist Wallander in die Lettin Baiba verliebt, seit Band vier sind die beiden ein Paar. Die Fernbeziehung macht Wallander aber ganz schön zu schaffen, und er ist sich ihrer Zuneigung sehr unsicher – wieder ein Charakterzug, der ihn unheimlich sympathisch macht. Was mir an diesem Fall allerdings fehlt, ist wie in Fall vier der Tiefgang. Nachdem in den ersten drei Fällen der Krimifall an sich immer in sozialkritische, geschichtliche und politische Hintergründe eingebettet ist, haben wir hier einfach „nur“ einen Serienmörder – und ganz am Rande, fast wie unbeabsichtigt, kommt noch das Thema Mädchenhandel auf. Von Mankell hätte ich eigentlich erwartet, dass er ein paar Worte mehr darüber verliert, um den Leser aufzurütteln… so bleibt es nur eine unterschwellige Warnung, und der eher unkritische Leser wird den erhobenen Zeigefinger sicher übersehen.Doch natürlich stellt sich auch die Frage, in wie weit ein Krimi Anspruch auf moralische Belehrungen erheben darf… :-) ° FazitWie immer ein spannender Krimi mit einem ungeheuer verbissen-verliebtem Wallander. Krimi- und Mankellfans kommen auch hier sicher wieder auf ihre Kosten. 492 Seiten ISBN 3423204206 Gesehen ab € 10,00
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11.05.2004 09:54
Ist bislang der einzige Wallander-Fall, den ich weder als Buch noch als Hörspiel kenne. Dafür kenne ich leider schon den Mörder, weil ich "Die Brandmauer" schon gelesen habe. Irgendwie sollte man Mankell wohl doch in der richtigen Reihenfolge lesen... ;-) LG, Meike
08.05.2004 20:21
Auch nicht schlecht. Von Mankell habe ich bisher noch nichts gelesen, sollte es aber vielleicht mal tun. Liebe Grüße, Bianca
07.05.2004 11:50
Glaube, muß langsam auch mal mit den büchern von Mankell anfangen, hören sich spannend an. Gruß keks500