... Die anderen Rezensionen waren 'eh enthusiastisch.
Dann las ich "Die geheime Geschichte" angestrengt zu Ende.
Nun schreibe ich einen Verriß und bin gespannt auf Kommentare, die mir vielleicht Antworten auf obige, gar nicht so rhetorisch gemeinte Fragen erlauben. Dieser Beitrag ist also ein
SPOILER
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Der ... Bericht lesen
den Film Der Klub der toten Dichter? Alle, die Donna Tartt's Roman Die geheime Geschichte für sich entdeckt haben. Trieb im Klub der toten Dichter der elterliche Druck einen begabten Schüler in den Selbstmord, so geraten Donna Tartt's Protagonisten durch übersteigerte Dekadenz und Suche nach Selbsterfahrung ins Verderben. An einem College in Vermont führen fünf Studenten zusammen mit ihrem Professor für Altgriechisch auf dem Campus ein skuril ästhetisches Leben, das ihnen den Ruf von isolierten Sonderlingen einbringt. Von diesen Außenseitern fühlt sich der Neuling Richard Papen magisch angezogen und es gelingt ihm, in den erlesenen Kreis aufgenommen zu werden. Aus seiner Sicht wird das dekadente Treiben der Gruppe zwischen Homer, Whiskey und dionysischer Raserei erzählt. Bei der letzten ausschweifenden Huldigung des Dionysos wollen seine Freunde in Trance das Gefühl der Unsterblichkeit erfahren, aber das Ritual endet mit der bestialischen Ermordung eines unschuldigen Farmers. Was als geheimnisvolles, elitäres Spiel begann und in dem nie aufgeklärten Mord seine Fortsetzung fand, endet mit tödlichen Spannungen unter den Freunden, die emotionell die Kontrolle über sich und die ganze Situation verlieren. Sieben Jahre schrieb Donna Tartt an ihrem Debütroman Die geheime Geschichte'. Sie veröffentlichte mit ihrem Erstlingswerk einen brillianten und mörderischen College-Krimi, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht, ihn die Ereignisse mitleben und durchleiden läßt. Donna Tartt hat sich mit ihrem meisterlichen Debüt allerdings ein Problem geschaffen. Dieses Buch ist nicht mehr zu überbieten. Oder doch? Wir warten ungeduldig sieben weitere Jahre und lassen uns gerne eines Besseren belehren. -- Andreas Kerschner
den Film Der Klub der toten Dichter? Alle, die Donna Tartt's Roman Die geheime Geschichte für sich entdeckt haben. Trieb im Klub der toten Dichter der elterliche Druck einen begabten Schüler in den Selbstmord, so geraten Donna Tartt's Protagonisten durch übersteigerte Dekadenz und Suche nach Selbsterfahrung ins Verderben. An einem College in Vermont führen fünf Studenten zusammen mit ihrem Professor für Altgriechisch auf dem Campus ein skuril ästhetisches Leben, das ihnen den Ruf von isolierten Sonderlingen einbringt. Von diesen Außenseitern fühlt sich der Neuling Richard Papen magisch angezogen und es gelingt ihm, in den erlesenen Kreis aufgenommen zu werden. Aus seiner Sicht wird das dekadente Treiben der Gruppe zwischen Homer, Whiskey und dionysischer Raserei erzählt. Bei der letzten ausschweifenden Huldigung des Dionysos wollen seine Freunde in Trance das Gefühl der Unsterblichkeit erfahren, aber das Ritual endet mit der bestialischen Ermordung eines unschuldigen Farmers. Was als geheimnisvolles, elitäres Spiel begann und in dem nie aufgeklärten Mord seine Fortsetzung fand, endet mit tödlichen Spannungen unter den Freunden, die emotionell die Kontrolle über sich und die ganze Situation verlieren. Sieben Jahre schrieb Donna Tartt an ihrem Debütroman Die geheime Geschichte'. Sie veröffentlichte mit ihrem Erstlingswerk einen brillianten und mörderischen College-Krimi, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht, ihn die Ereignisse mitleben und durchleiden läßt. Donna Tartt hat sich mit ihrem meisterlichen Debüt allerdings ein Problem geschaffen. Dieses Buch ist nicht mehr zu überbieten. Oder doch? Wir warten ungeduldig sieben weitere Jahre und lassen uns gerne eines Besseren belehren. -- Andreas Kerschner
den Film Der Klub der toten Dichter? Alle, die Donna Tartt's Roman Die geheime Geschichte für sich entdeckt haben. Trieb im Klub der toten Dichter der elterliche Druck einen begabten Schüler in den Selbstmord, so geraten Donna Tartt's Protagonisten durch übersteigerte Dekadenz und Suche nach Selbsterfahrung ins Verderben. An einem College in Vermont führen fünf Studenten zusammen mit ihrem Professor für Altgriechisch auf dem Campus ein skuril ästhetisches Leben, das ihnen den Ruf von isolierten Sonderlingen einbringt. Von diesen Außenseitern fühlt sich der Neuling Richard Papen magisch angezogen und es gelingt ihm, in den erlesenen Kreis aufgenommen zu werden. Aus seiner Sicht wird das dekadente Treiben der Gruppe zwischen Homer, Whiskey und dionysischer Raserei erzählt. Bei der letzten ausschweifenden Huldigung des Dionysos wollen seine Freunde in Trance das Gefühl der Unsterblichkeit erfahren, aber das Ritual endet mit der bestialischen Ermordung eines unschuldigen Farmers. Was als geheimnisvolles, elitäres Spiel begann und in dem nie aufgeklärten Mord seine Fortsetzung fand, endet mit tödlichen Spannungen unter den Freunden, die emotionell die Kontrolle über sich und die ganze Situation verlieren. Sieben Jahre schrieb Donna Tartt an ihrem Debütroman Die geheime Geschichte'. Sie veröffentlichte mit ihrem Erstlingswerk einen brillianten und mörderischen College-Krimi, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht, ihn die Ereignisse mitleben und durchleiden läßt. Donna Tartt hat sich mit ihrem meisterlichen Debüt allerdings ein Problem geschaffen. Dieses Buch ist nicht mehr zu überbieten. Oder doch? Wir warten ungeduldig sieben weitere Jahre und lassen uns gerne eines Besseren belehren. -- Andreas Kerschner
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Bin ich abgewrackt? Hochnäsig? Alt? Das Buch fiel mir in die Hände, die Empfehlung von Ruth Rendell weckte mein Interesse und die Rezension von Dahmane überzeugte mich. Die anderen Rezensionen waren 'eh enthusiastisch. Dann las ich "Die geheime Geschichte" angestrengt zu Ende. Nun schreibe ich einen Verriß und bin gespannt auf Kommentare, die mir vielleicht Antworten auf obige, gar nicht so rhetorisch gemeinte Fragen erlauben. Dieser Beitrag ist also ein
SPOILER --------------- Der PLOT An einem "Elite-College" in Vermont, das sich bei näherem Besehen als "last ressort" für begüterte Sprösslinge erweist, die es anderswo zu nichts brachten noch bringen würden, unterrichtet ein spinnerter Professor für alte Philologie, der von Zinsen auf sein Kapital und seinen vergangenen Ruf lebt, genau 5 Studenten, vier Jungen, ein Mädchen. Diese Früchtchen setzen sich eines Tages in den Kopf, in einem Bacchanal die "dionysische" Extase erleben zu wollen, von der sich seit Generationen griechisch bzw. griechische Philosophie lernende Gymnasiasten erzählen lassen müssen, daß im Zusammenwirken der orphischen Riten, in denen sie gefeiert wurde, sowie deren späteren kulturellen Spuren, mit der strengen, gewissenhaften und selbstbeherrschten Natur des zivilisierten Lebens wohlmöglich die Quellen der Schönheiten, der geistigen wie sinnlichen Reichtümer des Hellenismus zu suchen seien. Nun, im Falle unserer 5 Freunde handelt es sich um mit allerlei Firlefanz - Fasten und Bettuch-Togen eingeschlossen - kindisch angereicherte Drogenexperimente und Kampfbesäufnisse in freier Natur, von denen "Bun", der Underdog der Truppe, wegen Spielverderberei ausgeschlossen wird, bevor es zu einem im Roman nicht näher aufgeklärten "Unfall" kommt, in dessen Verlauf ein nichtsahnender Farmer auf unklar schauerliche Weise zu Tode gebracht wird. Der Erzähler, ein von den Feinheiten der neuenglischen Kultur unbeleckter, obendrein bettelarmer Stipendiat aus Kalifornien - von Herkunft wie von "Natur", wie er dem Leser eingangs versichert - hat sich derweil als sechster Student der Truppe locker zugesellt. Halb widerwillig fasziniert vom Gehabe wie den vermeintlichen intellektuellen Qualitäten der verschworenen Viere, läßt er sich als neuer Fünfter einbinden, während der fortschreitend ausgeschlossene Bun, der inzwischen 1+1 zusammen gezählt hat, zunehmend zur Last und Gefahr für seine ehemaligen Freunde wird. Also bringen die Vier ihn unter Mitwisserschaft des Erzählers auf banale, wenn auch schlaue Weise um die Ecke. Nun sind wir in der Mitte des nahezu 600seitigen Romans und von da an passiert nix mehr, nicht wirklich. Die Leiche wird umständehalber spät gefunden, das FBI taucht zähnefletschend auf um binnen kurzem zahnlos zu verschwinden, denn das College und seine vermögenden Mäzene wollen, kaum ist Bun unter der Erde, den Schandfleck schleunigst ergrünen lassen. Allerlei selbst- und wechselseitiges Zerfleischen im Fünferpack, angereichert mit zwei toten Heringen, sprich falschen Fährten für die Leser, halten nun her, die Sache in ein läppisches Ende zu dehnen. Henry, der Obergrieche, gibt sich unstandesgemäß die Kugel, Charles wird sich mit einem Flittchen in Newmexico zu Tode saufen, Camilla, der Zankapfel zwischen beiden, wird dem schmachtenden Erzähler das Happy-End verweigern und bis an ihr Ende Henrys trauernde Witwe bleiben. Francis Selbsttötungsmethode bleibt unbekannt und der Erzähler, nun, der Erzähler wird von schlechten Träumen geplagt, die er nunmehr niederschreibt.
Das SETTING Um Freundschaft soll es hier gehen? Henry bleibt für Richard, den Erzähler, unnahbar. Francis geht nach einer mißglückten sexuellen Avance auf Distanz zu ihm. Charles ist ewig sturzbesoffen und Camilla, Richards heimliche Göttin, spielt die Sphinx. Und untereinander? Da mußte ein Gimmick her, die Konstellation aufzuladen: Camilla unterhält ein mehr oder minder vorpubertär geartetes sexuelles Verhältnis zu ihrem Zwillingsbruder Charles, was ihr im Energiefeld der Fünfe einerseits Immunität verschafft, ihr andererseits die Rolle eines Gegengewichtes zu Henry, dem Anführer, gibt. Der hält mit Ausnahme zum ansonsten unnahbaren Professor, dessen Musterschüler und Geliebter er ist, zu jedem vornehmen bis geheimnistuerischen Abstand, ist das stellvertretende Idol. Formell gesehen liegt seine Rolle irgendwo zwischen Exeget des Propheten, mißratenem Zögling und Ministranten. Francis gibt sich damit zufrieden, Charles zu bedienen, wenn dessen Schwester ihm nicht zur Verfügung steht und in der Endphase des Zerfalls der Gruppe folgt Henry den stummen Rufen der Sphinx, indem er sie dem pathologisch eifersüchtigen Charles in die albernste Parodie einer geldgepolsterten Bohème-Ehe entführt. Ein Konflikt, der - Charles ein neuer Bun? - im letzten Drittel die Spannung halten soll. Zitatenreich aufgeplustertes Uta Danella Niveau? Intellektuell jedenfalls geschieht nach einer aufgedonnerten Einführung in die altphilologisch verklemmte Dionysos-Mythe nichts, was über ein paar mehrdeutig verwitzte Latinismen hinaus ginge. Schon deshalb nicht, weil die Protagonisten abwechselnd knülle und bedröhnt sind. Dafür dürfen noch drei College-Häschen in der Geschichte rumhüpfen, damit Richards und Bun's Heterosexualität außer Frage steht und der notorische Dealer in der "unheiligen" Berkeley- Tradition fehlt auch nicht. Weil all dies nun auch für Uta Danella keine 600 Seiten her gäbe, füllt Donna Tartt diese mit viel Nabelschau, bebildert mit Nebenhandlungen, in denen ausschließlich das Winden und Wuseln der Gewissenswürmer der Protagonisten zu beobachten ist. Denn das Personal dieser Nebenhandlungen ist vollständig den Wachsfigurenkabinetten und Faksimilearchiven der Trivialliteratur entnommen. Sie mögen als launige Karikaturen in einem 200 Seiten Standard-Roman durchgehen, hier empfand ich sie als Zumutung. Freundschaft? Richard bleibt weitgehend Außenseiter der In-Group, über deren intimere Kommunikation der Leser allenfalls spekulieren kann. Jedenfalls weiß notorisch in kritischen Momenten keiner vom anderen, wo er steckt. Nichts wurde für mich spürbar vom Abenteuer der Jugend, dem unverschleierten Blick, der Offenheit, mit der ein junger Mensch die Blicke seiner Freunde erwidert, den Lüsten der Erlebnisse und des Erlebens im Spiegel der anderen, dem schwindelerregenden Tuning, das die Emphatie eines jungen Menschen auf geistigen Eroberungszügen erfährt. Stattdessen das tausendfach sattsam beschriebene Versteckspiel um Konventionen und Attitüden, vorgeblichen Tugenden und Laster, wie es 13-15 jährigen Kindern wohl ansteht, an jungen Erwachsenen nurmehr nervt.
Ich will an dieser Stelle einschieben, daß ich aus einer Fülle von Gründen - obwohl ich nur die Übersetzung kenne - nicht glauben kann, es mit einem Autorenprodukt zu tun zu haben. Hier war eher eine Fa. Donna Tartt am Werke, und zwar, wie es scheint, eine katholische. Denn die notorische Kolportage studentischen Sittenverfalls hat nicht den üblichen "seltsamen Attraktor" einer kulturkritischen oder patriotischen Zivilisationsklage, in der gewöhnlich recht eigentlich nur Intelligenz, Moral, und Ethos des Autors zur Debatte stehen. Ihr Angelpunkt ist und bleibt bis zum Schluß der "falsche Prophet", dem die Fünfe indirekt folgen. Die schon genannten Nebenzentren sind katholisch genug: Das isolierte, unmotivierte Inzestmotiv im Setting, die penetrant mittelbare Agitation gegen den verderblichen Einfluß "unverdienten" Reichtums und vor allem der als dekadent bis mißbräuchlich charakterisierte, durchgängig homophil eingefärbte Umgang mit der Aufnahme griechisch-römischen Überlieferung. Dabei folgt der Roman nicht einfach den gängigen Vorurteilen, er beklagt vielmehr auf indirekte Weise den Umfang, in dem sie treffen könnten. Mit einer Ausnahme. Dieser Roman ist auf empörend alttestamentarische Weise frauenfeindlich, wobei hin und wieder in der Gestaltung Camillas sowie der Verehrung Richards für sie ein barockes Bild ästhetisierter Weiblichkeit durchscheint.
Zur Illustration will ich die Konstellation mit "ES" von Stephen King vergleichen, auf das Tartt & Co gelegentlich verweisen. Auch da ist am End die handelnde Truppe ein Fünferpack von Halbwüchsigen (Henry und Co sind nur nominell älter) mit einem Mädchen. King stellt es am Schluß als das energetische Zentrum der Gruppe heraus und läßt dies folgerichtig in eine mythische Szene münden, in der die Halbwüchsige die Jungen in eine rituelle Vereinigung mir ihr halb beruft halb nötigt, um sie alle zusammen zu einer wirksamen, unverbrüchlichen Macht gegen das "Böse" zu schmieden, das in "ES" unmißverständlich die im Reich'schen Sinne verstandene anglikanische Lebens- = Sexualfeindlichkeit ist. Auch Tartt & Co spielen in der zweiten Hälfte in zweieinhalb Szenen mit dem energetischen Potential Camillas in der Gruppe. Sicher nicht nur ich werde darauf erwartet haben, daß Camilla sich am End aktiv oder passiv als Ursprung der zerstörerischen Energie erweisen wird, die beim ersten Mord freigesetzt worden ist. Aber es scheint, als hätten die Autoren nur methodisch mit diesem Motiv gespielt - es wird nicht etwa konterkarriert, sondern versickert in der Dröge der Ergebenheit Camillas gegen Henry.
STIL und SPRACHMACHT In dieser Abteilung vermute ich das Rätsel der gnädigen bis enthusiastischen Aufnahme dieses Machwerkes. Aber nehmen wir doch mal den Einleitungssatz: "Gibt es - außer in der Literatur - wirklich (~) so etwas wie den (?) 'Keim des Verderbens', diesen (?) auffälligen (?!), dunklen (??) Riß (???), der sich mitten (was ..!) durch ein Leben (!) zieht?" Ein Weniges an Unfug ist hier sicherlich der Übersetzung geschuldet. Oh ja, Perlen gibt es auch. Zum Beispiel diese Beschreibung eines Friedhofes: "Ich konnte ihn mit Mühe zwischen den Fichten erkennen - eine flache, unebene Reihe von Grabsteinen, rachitisch und kariös, in einer derart verwinkelten Weise schief, daß der gespenstische Effekt von Bewegung entstand, als habe eine ungestüme Kraft, ein Poltergeist vielleicht, sie erst vor wenigen Augenblicken dort verstreut." Zwischen diesen Extremen etwa bewegt sich das, dazwischen elend weite, flache Dialogwüsten. Das kann man den Autoren nicht einmal vorwerfen. Auf einem mager -trockenen Mutterboden wächst nun mal keine üppige Wiesenblumenpracht.
SEXUS Das ist, meine Damen und Herren, ein Extra-Punkt, denn SÄKULAR bleibt vom versickerten Plot nun mal nichts weiter übrig, als das im weiten Sinne erotische Verhältnis der Protagonisten. Das ist mehr als paradox! Denn deren erotische Präsenz liegt für mein Empfinden so etwa zwischen schwülen Teestunden, verdrängten Doktorspielen und zerquälter Handarbeit. Ruth Rendell, die diesen Roman besang und selbst nicht gerade für sinnenfrohe erotische Stilisierung berüchtigt ist, schuf Gestalten, die dagegen vor Vitalität zu sprühen scheinen. Gerade im Verein mit den vielen, mehr oder minder gelungenen sprachlichen Miniaturen, empfinde ich die Asexualität, letztlich Sexualfeindlichkeit des Romans geradezu bedrückend. Ich bekam die Vision eines Menschen, dessen heimische Wände mit kleinen, feinen und gefälligen Ölbildchen am Rande des Kitsches bepflastert sind, und dessen Erotik sich zwischen einer befriedigend regelmäßigen Verdauung, dem Gießen von Topfpflanzen und dem Verfassen sorgfältig zensierter Tagebucheinträge bewegt.
FAZIT -------- Ich habe in den letzten Jahren nicht eben viel Unterhaltungsliteratur konsumiert. Doch den "Schwarm" las ich mit lächelndem Vergnügen, grad wegen Schätzings post-postmodernen Freiheiten und Lässigkeit und ungeachtet des kapitalen Logikfehlers der Story. Durch "Sakrileg" ließ ich mich trotz der pulpigen sprachlichen Unzulänglichkeiten willig führen. Einen Mankell nahm ich mit gebührender Achtung vor dem soliden Handwerk zur Kenntnis. Warum finde ich "Die geheime Geschichte" so grottenschlecht? Habe ich eine Zeitgeistallergie? Ist es der Instinkt, der mich gegen ein antiliberales Pamphlet aufbringt? Wie immer, die sprachlichen Qualitäten des Romans verdienten angesichts dessen, was es unterhalb davon gibt, eine mittlere Bewertung. Aber ich mag nicht über die Mittellinie gehen, daher zwei Sterne, keinen mehr.
PS. Ein kurzes, unsystematisches Schweifen durch die Flut von Internetveröffentlichungen zu Donna Tartt nach Erstellung dieses Verrisses ergab folgende, schwer überprüfbare Hinweise. Tartt hat den Roman allein begonnen, möglicherweise aber in engster Zusammenarbeit mit einem Studienkollegen (Bret Easton Ellis) und/oder einem älteren Mentor aus ihrem College (Paul Edward McGloin) vollendet. (Ihnen gilt die besonders nachdrückliche Danksagung des Buches). Es heißt, sie sei zum Katholizismus konvertiert und für die Frauen- und Sexualfeindlichkeit des Romans ist möglicherweise der Überdruß gegen die Vorstadt-Liberalität blondgelockter Zuchtkühe im Südstaatenmilieu ihrer Herkunft der biographische Schlüssel.
Pro: Spannend und tiefgründung (anschauliches Denken über die Welt) Kontra: ---
...und einige wenige Leute ficht die Frage an, was man sich oder anderen schenken soll in diesen Tagen. Vielleicht dies.
Dies ist ein selten gelungener Roman über das Wesen der Freundschaft.
Oder doch nicht? "Freundschaft", hat C.S.Lewis einmal definiert, "ist Entblößung des Geistes, so wie Eros Entblößung des Körpers ist." Das ist sicherlich richtig, und wer diese besondere Erotik der Freundschaft einmal erlebt hat, weiß genau, wovon ich rede. Aber ... ...rauschhafte Bewußtsein, zu begreifen, "was die Welt im Innersten zusammenhält".
Diese Intensität des Begreifens, dieses Gefühl, daß sich alles, alles im eigenen Kopf irgendwie zusammenfügt und dem eigenen Geist "zu Gebote" steht, empfinden wir wohl nie wieder so berauschend wie in dieser Zeit. Wenn aber dieses Erlebnis noch kenntnisreich und genußvoll geradezu zelebriert wird (und überhöht durch den unvermeidlichen jugendlichen Hochmut derer, die ...
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Pro: Hält einen in seinem Bann. Kontra: Nichts für Fans von Happy Ends.
...bin froh, daß ich auf die Empfehlung einer Bekannten gehört und dieses Buch gelesen habe. Besagte Bekannte ist eine Intellektuelle, und ich hatte schon Angst, daß „Die geheime Geschichte“ zu anspruchsvoll wäre, um zu unterhalten. Ich lese gerne sachthematische Bücher, aber Romane sollen mich – wie Fernsehen – unterhalten. Doch ich wurde angenehm überrascht. Naja, ganz unvorbereitet traf es mich dann doch nicht, hatte ich schließlich ... ...die Geschichte letztendlich ganz anders auf mich, als ich es nach diesem Bericht dachte.
Obwohl die Protagonisten alle Anfang Zwanzig sind, handelt es sich nicht um einen Jugendroman; obwohl sie jemanden umbringen, handelt es sich nicht um einen Kriminalroman. Was ist es dann? Ist mir egal, es ist ein verdammt gutes Buch.
Doch der Reihe nach:
Die Autorin
Donna Tartt lebt in New York und hat dieses Buch 1992 veröffentlicht. Angefangen zu schreiben ...
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Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
sehr hilfreich
22.02.2004
Verteufelt gut Bewertung fürDie geheime Geschichte / Tartt, Donnavon
Dr.WeissViel
Pro: Spannung ohne Ende Kontra: Es hat ein Ende
...findet.
Allerdings hat sich die Autorin auch neun Jahre Zeit genommen. Es hat sich gelohnt. Denn es ist dabei ein Roman herausgekommen, der so eindringliche Charakterstudien enthält und eine so spannende Geschichte erzählt, dass man sich lange Abende oder Zugfahrten mit viel Zeit reservieren sollte, um das Buch zu lesen. Denn so schnell lässt es einen nicht mehr los.
"Gibt es - außer in der Literatur - wirklich so etwas wie den 'Keim des Verderbens', ... ...Vermont zu bekommen. Hier studieren die verwöhnten Kinder reicher Eltern, aber das ist Richard gerade recht - Hauptsache, alles ist anders als in Kalifornien.
Und so ist es auch kein Wunder, dass er sich bald für die exzentrischste Clique auf dem ganzen Campus zu interessieren beginnt, einen auserwählten Kreis von fünf Studenten, die sich zusammen bei dem verschrobenen Altgriechisch-Professor Julian Morrow eingeschrieben haben.
Da ist Francis, ...
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Pro: gute Grundstory Kontra: hat zum Teil wirklich seine Längen
...auch wirklich enttäuscht, wie sich die Geschichte entwickelt hat.
---DIE STORY--------------------------------------------------------------------
Amerika in der späteren Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Richard Papen, ein bis dato erfolgloser und unglücklicher Junge schreibt sich an einer Universität ein, die alte Sprachen lehrt und landet durch einen glücklichen Zufall in einer kleinen, elitären Klasse, die sich auf Griechisch spezialisiert ... ...diesen Unfall zu vertuschen, tun die Studenten alles - bis ihnen einer der Ihren auf die Schliche kommt.
Als Richard in das Geschehen eingeweiht wird, scheint der Mord an ihrem Freund und Kommilitonen schon fast beschlossene Sache - und wird auch zu Ende gebracht.
Dass die Gruppe unter dieser Entscheidung leidet und auch bald daran zerbricht, streckt sich dann über ewig lange Seiten.
---DIE HANDLUNG-------------------------------------------------------------
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...einen Freund ermordet und wie die fünf "Mörder" mit den Folgen dieser Tat fertig werden. Die Handlung spielt größtenteils in Hampden, Vermont, USA. Um dem Provinznest Plano und seinem Elternhaus zu entfliehen, wechselt Richard Papen auf das Hampden College. Dort schreibt er sich bei dem verschrobenen Griechischprofessor Julian Morrow ein und freundet sich nach und nach mit seinen Mitschülern Henry, Francis, Bunny und den Zwillingen Charles und Camilla ... ...und verbringen die Wochenenden auf dem feudalen Landsitz von Francis. Durch einen Zufall gelangt Richard hinter das furchtbare Geheimnis, das auf seinen fünf Freunden lastet: Henry, Francis, Charles und Camilla hatten einen Bacchanal veranstaltet. Als sie nicht mehr sie selbst und in einer Art Trance versunken waren, hatten sie ungewollt einen alten Farmer umgebracht. Und Bunny kam ihnen zufällig auf die Schliche. Bunny wird mit dieser Sache nicht ...
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Pro: unglaublich spannend, weckt Sehnsüchte nach dem Land Kontra: es ist zu schnell zu Ende
...Ich gehöre zu den leuten die erst den Film "The Beach" von Danny Boyle gesehen haben, ehe sie auf das Buch aufmerksam wurden.
Den Film fand ich super (vgl. meine Meinung), das Buch find ich noch besser.
És hat mich erst einmal ein Buch dermaßen gefesselt, und zwar "Die geheimeGeschichte" von DonnaTartt, das ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Bei Amazon.de heißt es sogar, dass jeder der dieses Buch gut fand, auch Spaß an "Der Strand" haben wird. Und so ist es.
ich hatte "Der Strand" gut ein halbes Jahr im Regal liegen, doch als ich es dann einmal angefangen hatte, hab ich es nicht mehr aus der Hand gelegt.
Es geht um einen jungen Engländer, der den ultimativen Abenteur-Urlaub, jenseits der Neckermann-Hotels, sucht. Doch auch Thailand, wo er sein Glück erhoffte, erweist sich zunächst als ein von Touristen und Pseudo...
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...Der Grund, warum ich mir dieses Buch kaufte war, dass gesagt wurde, er würde an den Roman "Die GeheimeGeschichte" von DonnaTartt erinnern. Dass war lange, bevor etwas von dem Film bekannt wurde.
Mich hat dieses Buch in seinen Bann gezogen. Wer träumt nicht von einem Strand, an dem Alles anders ist.
Der Engländer Richard (ein sogenannter Rucksack-Tourist) ist in Thailand unterwegs. Auf der Suche nach einem einzigartigen Abenteuer begegnet er einem seltsamen Mann, der ihm eine Karte unter die Hotelzimmertür schiebt und sich kurz darauf umbringt.
Die Karte führt Richard und 2 Freunde an einen entlegenen Strand. Er glaubt am Ziel seiner Träume zu sein. Eine kleine Gruppe junger Leute an einem weißen Sandstrand, weg von jeglicher Zivilisation.
Doch schenkte er zu wenig Beachtung den Regeln des Strandes und schob ebenfalls eine Karte...
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..."Der Strand" ist ein beeindruckendes Erstlingswerk des jungen Engländers Alex Garland. Der 1970 geborene Autor lebt in London.
Wie einst DonnaTartt mit ihrem Roman "Die geheimeGeschichte", so gelingt es auch Garland den Leser in einen Sog der atemberaubenden Spannung zu ziehen. Der Ich-Erzähler Richard gerät über den Tip eines drogensüchtigen Rucksacktouristen auf die Spur eines geheimnisumwitterten, einsamen Strandes auf einer thailändischen Insel. Richard mutiert schnell vom ersten Schritt auf dieser Insel vom ängstlichen Jungen zu einem Kamikaze-Typen mit Killerinstinkt. Richard sucht die Gefahr und meistert sie mit viel Glück und Geschick souverän. Das Strandleben in der bereits bestehenden Aussteigertruppe beginnt. Einerseits wird jegliche Erinnerung an die Zivilisation ausgeblendet, auf der anderen Seite herrschen starre...
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hilfreich 23.07.2000
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