Die imaginäre Freundin / Irving, John

Die imaginäre Freundin / Irving, John

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... Irving hat es dann selber in die Hand genommen und dabei herausgekommen ist ein Büchlein mit 160 Seiten, welches 1996 im Diogenes Verlag unter dem Titel Die imaginäre Freundin – vom Ringen und Schreiben erschienen ist. Irving, sonst für seine umfangreichen Romane bekannt, präsentiert ... Bericht lesen





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Eine Antwort auf die Frage:
Erfahrungsbericht von Hugo23 über Die imaginäre Freundin / Irving, John
15. März 2002


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: durchschnittlich 
Unterhaltungswert: hoch 

Pro: man erfährt was über Irving, nett geschrieben
Kontra: für meinen Geschmack wird das Ringen zu sehr in den Mittelpunkt gerückt

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Wie autobiographisch sind Irvings Romane?!

Einer Anekdote nach (Irving erzählte sie auf einer Lesung in Hamburg) wurde schon mehrmals versucht, über John Irving eine Biographie zu schreiben, aber jedesmal aufgegeben, weil der (Privat-)Mensch Irving nicht im entferntesten so interessant ist, wie seine Bücher. Irving hat es dann selber in die Hand genommen und dabei herausgekommen ist ein Büchlein mit 160 Seiten, welches 1996 im Diogenes Verlag unter dem Titel Die imaginäre Freundin – vom Ringen und Schreiben erschienen ist. Irving, sonst für seine umfangreichen Romane bekannt, präsentiert mit diesem Buch eine schlichte und erstaunlich kurze Autobiographie.

In diesem Buch erinnert er sich an seine Jugend, wie er zum Ringen und schließlich zum Schreiben gekommen ist. Ein paar dieser Erinnerungen waren ursprünglich als Brief an John Baker geschrieben (Chefredakteur der Publishers Weekly). Ein anderer Teil ist ein Nachruf auf einen Freund und ein Auszug aus Die imaginäre Freundin wurde 1995 in einer Ausgabe des New Yorker abgedruckt.

Daß aus diesen einzelnen Teilen ein Buch entstanden ist, liegt daran, daß Irving 1994 an der Schulter operiert wurde und während der mehrmonatigen Rekonvaleszenz nicht wie geplant an einem Roman weiterschreiben konnte, da er durch die umfangreichen Reha-Maßnahmen zu eingespannt war. Als es ihm wieder besser ging, langweilte er sich so sehr, daß er seiner Frau Janet auf die Nerven ging und sie ihm vorschlug, an seinen Memoiren zu arbeiten. Er brauchte dafür nur fünf Monate, bis das Manuskript zu diesem Buch fertig war.

Wie der Untertitel schon andeutet, handelt Die imaginäre Freundin nicht nur vom Schriftsteller Irving, sondern auch vom Ringen. Aufmerksamen LeserInnen seiner Romane wird es nicht entgangen sein, daß diese Sportart eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt (in Garp beispielsweise ist der Protagonist auch Ringer und Schriftsteller). Von den zwanzig Kapiteln handeln dabei mehr vom Ringen, als vom Schreiben. Irving sagt dazu, daß Schreiben wie Ringen sei. Man brauche Disziplin und Technik. Und man müsse auf eine Geschichte zugehen wie auf einen Gegner.

So zeichnet Irving seinen Werdegang als Schriftsteller, Ringer und Ringtrainer. Die spezifische Wechselwirkung zwischen Schreiben und den 33 Jahren als aktiver Ringer wird in diesem Buch eindrucksvoll herausgearbeitet (und mit vielen Fotos im Mittelteil reich bebildert).

Die Ouvertüre des Buches bildet seine Zeit in an der Exeter Academy (eine Prep-School, die zur Vorbereitung aufs College dient). Schon dort zeichnet sich sein weiterer Lebensweg ab. Er schreibt für die Schule Aufsätze und Essays, aber auch Short Stories und andere Texte, die zu dem Zeitpunkt aber nur der Vater seines besten Freundes zu lesen bekommt. Als Kind eines Lehrers (sein Vater unterrichtet dort Russische Geschichte) mußte er nicht das normale Zulassungsverfahren durchlaufen, welches er wahrscheinlich nicht bestanden hätte, da Irving ein schwacher Schüler war und Legastheniker (was man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußte, sondern als psychologisches Problem eingestuft wurde). Entsprechend unangenehm sind Irvings Erinnerungen an die Schulzeit. Der einzige Ort, an dem er sich wohl fühlte war die Ringerhalle, da er dort Erfolge verzeichnen konnte.

Wie schon erwähnt, nehmen die Erfahrungen als Ringer und später als Trainer einen großen Teil seiner Erinnerungen ein. Es geht um Wettkämpfe, Trainingspartner und ewige Gegner. Und trotz nicht weniger Niederlagen (sowohl im Ringen und im Schreiben), gab Irving den Plan nicht auf Ringer und Schriftsteller zu werden, den er schon mit 19 gefaßt hatte. Nach der Schulzeit studierte an der Universität New Hampshire. Sein ehemaliger Coach Seabrooke brachte ihn auf die Idee, New Hampshire zu verlassen, was dazu führte, daß Irving ein Jahr am Institut für Europäische Studien in Wien studierte. In Wien fühlte er sich wie er schreibt, das erste Mal wie ein Schriftsteller.

Nach seiner Rückkehr an die Universität New Hampshire (inzwischen mit seiner ersten Frau Shyla verheiratet) wurde seine erste Short Story (für 1000 Dollar) an Redbook verkauft und veröffentlicht. Die Geburt seines Sohnes Colin verhinderte (Irving war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt), daß er im Vietnam-Krieg mitkämpfen mußte. Nach dem Abschluß seines Studiums war Irving in den Jahren 1965 bis 1967 Student am Schriftsteller-Workshop in Iowa. Später arbeitet er als Dozent (für Creative-Writing-Kurse) und konnte sich so sein Schreiben finanzieren.

Im Jahr 1968 bekam Irving für seinen ersten Roman (Laßt die Bären los!) einen Vorschuß von 7500 Dollar. Die Erstauflage betrug 8000 Stück. Das reichte noch nicht, um davon zu leben und blieb Irving weiter als Dozent tätig. Erst knapp zehn Jahre später versetzte ihn Garp und wie er die Welt sah in die Lage, ausschließlich vom Schreiben zu leben.

Die imaginäre Freundin ist ein sehr persönliches Buch, in dem es nur so von Namen von Menschen wimmelt, die Irving in seinem Leben kennengelernt hat. Für die LeserInnen ist es bisweilen ein bißchen ermüdend seitenweise von ehemaligen College-Ringern, Ringertrainern, Ringerpartnern, Ringrichtern beim Ringen etc. zu lesen. Abgesehen davon, daß mich der Schriftsteller Irving mehr als der Ringer interessiert, kann die bei Irving enge Verquickung vom Ringen und Schreiben gut nachvollzogen werden und die Disziplin, die er sich beim Sport angeeignet hat, kommt ihm bei seiner Arbeit zugute.

Ich bin der Meinung, daß dieses Buch vor allem für eingefleischte Irving-Fans interessant ist. Beim Lesen hat man viele Aha-Erlebnisse, welche die Vermutung, daß Irving beim Schreiben häufig auf eigene Erlebnisse zurückgreift bestätigt. Das Buch ist aber in erster Linie eine sehr persönliche Erinnerung, die zum Teil für die Öffentlichkeit nicht so interessant ist.

John Irving
Die imaginäre Freundin. Vom Ringen und Schreiben
Erschienen 1996 im Diogenes Verlag in Zürich
ISBN 3-257-06121-8
Preis: 32,00 DM
 

weitere Erfahrungsberichte
vom Ringen mit dem Schreiben und anderem
Bewertung für Die imaginäre Freundin / Irving, John von yorg

Pro: eine Menge Pesrönliches zum Autoren
Kontra: mit einem Hang zur Geschwätzigkeit vorgetragen

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...den Werken, ähnlich den auf die ländliche New-England-Herkunft verweisenden Bären oder dem Hang zu skurrilen Figuren. Würde nicht der Name John Irvings davor stehen, wäre das Büchlein sicherlich keiner Erwähnung wert und würde auch keine erfahren - da nun aber eben dieser Name davor zu lesen ist, verkauft es sich nicht nur (was die Interessen des Verlages erklären), sondern ist auch lesenswert. Denn der Autor, der sich durch sein Werk ja schon als ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
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14.12.2000
(18.03.2002)
Vom Ringen und Schreiben
Bewertung für Die imaginäre Freundin / Irving, John von Kimba73

Pro: Gut um mehr über das Leben John Irvings zu erfahren
Kontra: zeitweise langatmig

...Eile achtete ich nicht auf die Beschreibung, um was es denn ginge in dem Buch. Somit bemerkte ich erst später, dass es sich bei diesem Buch von Irving nicht um einen Roman, sondern um eine Autobiographie handelt. Ich bin kein Freund von Biographien, aber da ich Irving mag und das Buch auch nicht sehr dick ist (148 Seiten + 16 Seiten Photos im Anhang), beschloss ich, es trotzdem zu lesen. Irving hat diese Autobiographie seinen Freunden Ted Seabroke, ...
...Persönliches mit ein. Irving beschreibt die Menschen, die ihm beim Schreiben wie beim Ringen auf seinem Lebensweg begegnet sind und ihn begleitet haben. Dabei wird er teilweise recht sentimental, da einige von ihnen verstorben sind. Warum heißt das Buch die imaginäre Freundin? Weil Irving als Ringer nicht gut genug und immer nur Ersatzmann ist, will er die Uni in Pittsburgh verlassen. Da er dies aber vor seinem Coach nicht zugeben will, gibt er ... Bericht lesen

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10.06.2001
(14.06.2001)
Muskelmann und Literat
Bewertung für Die imaginäre Freundin / Irving, John von Cassini

Pro: Hintergründiges zu John Irving
Kontra: nicht sehr detailliert; nur skizzenhaft (bis auf Irvings Verhältnis zum Ringen)

...wie 'Garp und wie er die Welt sah', 'Das Hotel New Hampshire', 'Gottes Werk und Teufels Beitrag' und 'Owen Meany'. Viele davon wurden sehr erfolgreich verfilmt. Wie es zu dem Buch kam Daß ihm der Erfolg nicht in den Schoß gefallen ist, beschreibt er in einer, wie er es nennt, 'autobiographischen Skizze'. Im Jahr 1994 mußte er sich einer Operation am linken Schultergelenk unterziehen, die danach eine aufwendige Krankengymnastik nötig machte. ...
...ging er dabei so auf die Nerven, daß sie ihn aus ihrem Büro vertrieb: 'Schreib deine Memoiren oder sonst was. Hauptsache, du verschwindest hier.' Also nahm er sich vor, in der Rehabilitationszeit hundert Seiten zu schreiben. Das Ergebnis war das Buch 'Die imaginäre Freundin - Vom Ringen und Schreiben'. Handicaps . . . Die Voraussetzungen für Irvings Erfolg als Schriftsteller waren scheinbar nicht sehr günstig. Sein Vater unterrichtete Geschichte ... Bericht lesen

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13.08.2001
Irving und siene eigene Sichtweise
Bewertung für Die imaginäre Freundin / Irving, John von PeterMerbitz

Pro: Irving ist Schriftsteller mit Stil
Kontra: der Preis

...schnell und dennoch ausreichend auf die prägnanten Lebenserfahrungen Irvings hingewiesen. Wer also mal wissen möchte, wie Irving zum Ringen und Schreiben gekommen ist, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Okay, 32,- DM für 164 Seiten sind wahrlich mehr als zuviel, aber ein wahrer Fan darf sich davon nicht abschrecken lassen. Buchdaten: Seiten: 164 Erscheinungsjahr: 1996 Verlag: Diogenes Preis: 32,00 [DM] ISBN: 3-257-06121-8 ... Bericht lesen

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26.01.2000

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