Eine Antwort auf die Frage:
15.03.2002
Pro:
man erfährt was über Irving, nett geschrieben
Kontra:
für meinen Geschmack wird das Ringen zu sehr in den Mittelpunkt gerückt
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Hugo23
Über sich:
Jipieeeeeeee! Endlich geschafft. Jetzt bin ich orange :-) und mein Lächeln bildet einen Kreis. Herzl...
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Wie autobiographisch sind Irvings Romane?! Einer Anekdote nach (Irving erzählte sie auf einer Lesung in Hamburg) wurde schon mehrmals versucht, über John Irving eine Biographie zu schreiben, aber jedesmal aufgegeben, weil der (Privat-)Mensch Irving nicht im entferntesten so interessant ist, wie seine Bücher. Irving hat es dann selber in die Hand genommen und dabei herausgekommen ist ein Büchlein mit 160 Seiten, welches 1996 im Diogenes Verlag unter dem Titel Die imaginäre Freundin – vom Ringen und Schreiben erschienen ist. Irving, sonst für seine umfangreichen Romane bekannt, präsentiert mit diesem Buch eine schlichte und erstaunlich kurze Autobiographie. In diesem Buch erinnert er sich an seine Jugend, wie er zum Ringen und schließlich zum Schreiben gekommen ist. Ein paar dieser Erinnerungen waren ursprünglich als Brief an John Baker geschrieben (Chefredakteur der Publishers Weekly). Ein anderer Teil ist ein Nachruf auf einen Freund und ein Auszug aus Die imaginäre Freundin wurde 1995 in einer Ausgabe des New Yorker abgedruckt. Daß aus diesen einzelnen Teilen ein Buch entstanden ist, liegt daran, daß Irving 1994 an der Schulter operiert wurde und während der mehrmonatigen Rekonvaleszenz nicht wie geplant an einem Roman weiterschreiben konnte, da er durch die umfangreichen Reha-Maßnahmen zu eingespannt war. Als es ihm wieder besser ging, langweilte er sich so sehr, daß er seiner Frau Janet auf die Nerven ging und sie ihm vorschlug, an seinen Memoiren zu arbeiten. Er brauchte dafür nur fünf Monate, bis das Manuskript zu diesem Buch fertig war.Wie der Untertitel schon andeutet, handelt Die imaginäre Freundin nicht nur vom Schriftsteller Irving, sondern auch vom Ringen. Aufmerksamen LeserInnen seiner Romane wird es nicht entgangen sein, daß diese Sportart eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt (in Garp beispielsweise ist der Protagonist auch Ringer und Schriftsteller). Von den zwanzig Kapiteln handeln dabei mehr vom Ringen, als vom Schreiben. Irving sagt dazu, daß Schreiben wie Ringen sei. Man brauche Disziplin und Technik. Und man müsse auf eine Geschichte zugehen wie auf einen Gegner. So zeichnet Irving seinen Werdegang als Schriftsteller, Ringer und Ringtrainer. Die spezifische Wechselwirkung zwischen Schreiben und den 33 Jahren als aktiver Ringer wird in diesem Buch eindrucksvoll herausgearbeitet (und mit vielen Fotos im Mittelteil reich bebildert). Die Ouvertüre des Buches bildet seine Zeit in an der Exeter Academy (eine Prep-School, die zur Vorbereitung aufs College dient). Schon dort zeichnet sich sein weiterer Lebensweg ab. Er schreibt für die Schule Aufsätze und Essays, aber auch Short Stories und andere Texte, die zu dem Zeitpunkt aber nur der Vater seines besten Freundes zu lesen bekommt. Als Kind eines Lehrers (sein Vater unterrichtet dort Russische Geschichte) mußte er nicht das normale Zulassungsverfahren durchlaufen, welches er wahrscheinlich nicht bestanden hätte, da Irving ein schwacher Schüler war und Legastheniker (was man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußte, sondern als psychologisches Problem eingestuft wurde). Entsprechend unangenehm sind Irvings Erinnerungen an die Schulzeit. Der einzige Ort, an dem er sich wohl fühlte war die Ringerhalle, da er dort Erfolge verzeichnen konnte. Wie schon erwähnt, nehmen die Erfahrungen als Ringer und später als Trainer einen großen Teil seiner Erinnerungen ein. Es geht um Wettkämpfe, Trainingspartner und ewige Gegner. Und trotz nicht weniger Niederlagen (sowohl im Ringen und im Schreiben), gab Irving den Plan nicht auf Ringer und Schriftsteller zu werden, den er schon mit 19 gefaßt hatte. Nach der Schulzeit studierte an der Universität New Hampshire. Sein ehemaliger Coach Seabrooke brachte ihn auf die Idee, New Hampshire zu verlassen, was dazu führte, daß Irving ein Jahr am Institut für Europäische Studien in Wien studierte. In Wien fühlte er sich wie er schreibt, das erste Mal wie ein Schriftsteller. Nach seiner Rückkehr an die Universität New Hampshire (inzwischen mit seiner ersten Frau Shyla verheiratet) wurde seine erste Short Story (für 1000 Dollar) an Redbook verkauft und veröffentlicht. Die Geburt seines Sohnes Colin verhinderte (Irving war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt), daß er im Vietnam-Krieg mitkämpfen mußte. Nach dem Abschluß seines Studiums war Irving in den Jahren 1965 bis 1967 Student am Schriftsteller-Workshop in Iowa. Später arbeitet er als Dozent (für Creative-Writing-Kurse) und konnte sich so sein Schreiben finanzieren. Im Jahr 1968 bekam Irving für seinen ersten Roman (Laßt die Bären los!) einen Vorschuß von 7500 Dollar. Die Erstauflage betrug 8000 Stück. Das reichte noch nicht, um davon zu leben und blieb Irving weiter als Dozent tätig. Erst knapp zehn Jahre später versetzte ihn Garp und wie er die Welt sah in die Lage, ausschließlich vom Schreiben zu leben. Die imaginäre Freundin ist ein sehr persönliches Buch, in dem es nur so von Namen von Menschen wimmelt, die Irving in seinem Leben kennengelernt hat. Für die LeserInnen ist es bisweilen ein bißchen ermüdend seitenweise von ehemaligen College-Ringern, Ringertrainern, Ringerpartnern, Ringrichtern beim Ringen etc. zu lesen. Abgesehen davon, daß mich der Schriftsteller Irving mehr als der Ringer interessiert, kann die bei Irving enge Verquickung vom Ringen und Schreiben gut nachvollzogen werden und die Disziplin, die er sich beim Sport angeeignet hat, kommt ihm bei seiner Arbeit zugute. Ich bin der Meinung, daß dieses Buch vor allem für eingefleischte Irving-Fans interessant ist. Beim Lesen hat man viele Aha-Erlebnisse, welche die Vermutung, daß Irving beim Schreiben häufig auf eigene Erlebnisse zurückgreift bestätigt. Das Buch ist aber in erster Linie eine sehr persönliche Erinnerung, die zum Teil für die Öffentlichkeit nicht so interessant ist. John Irving Die imaginäre Freundin. Vom Ringen und Schreiben Erschienen 1996 im Diogenes Verlag in Zürich ISBN 3-257-06121-8 Preis: 32,00 DM
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Die imaginäre Freundin - John Irving
John Irving, geboren in Exeter, New Hampshire, wusste als 19jähriger genau, was ...
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2002, 192 Seiten, mit Schwarz-Weiß-Abbildungen, Maße: 11,3 x 18,1 cm, ...
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08.08.2002 16:01
stimmt, obwohl ich einiges von irving kenne, wuerde mir spontan nichts aufregendes aus seinem leben einfallen. dass er oefter uebers ringen schreibt is mir auch schon aufgefallen (bei garp, wie du schon sagst, auch). jetzt weiss ich ja warum..wieder was gelernt.
11.04.2002 15:40
Mehr brauch ich aber wirklich nicht über ihn zu wissen;)) Sonnige Grüsse Carmen
08.04.2002 21:55
Gutbeschrieben, aber wohl nicht mein Fall. Ringen finde ich genauso blöd wie Boxen. Da nützt auch die beste Literatur nichts. Gruß, Puhlila