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Die schönsten, die berührendsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Wir brauchen wenig Fantasie, um aus unserem Leben oder das unserer Angehörigen zu berichten und gleichzeitig unsere Zuhörer zu fesseln. Denn kein Leben ist langweilig. Jedes hat seine ureigensten Momente. Man muss ... Bericht lesen
Die italienischen Schuhe
Fredrik Welin ist etwas widerfahren, das er selbst nur »die Katastrophe« nennt. Danach hat ... mehr
er sich auf eine kleine Schäreninsel zurückgezogen und meidet jeden Kontakt zur Außenwelt. Doch dann steht eines Tages seine Jugendliebe Harriet vor der Tür und erinnert ihn an ein altes Versprechen. Er folgt ihr auf eine Reise in die Vergangenheit die ihm den Weg zurück zu den Menschen weisen wird.
Die italienischen Schuhe
Wenn der Schuh passt denkt man nicht an den Fuss sagt ein Sprichwort. Aber was wenn ... mehr
das ganze Leben nicht zu passen scheint? Seit ihm als Arzt ein schicksalhafter Fehler unterlaufen ist lebt Fredrik Welin allein auf einer Schaereninsel. Menschenscheu hat er sich voellig in die Stille zurueckgezogen. Doch an einem Wintertag naehert sich seiner Insel eine dunkle Gestalt zu Fuss ueber das Eis und in Welins Leben beginnt es zu tauen.
Sprichwort. Aber was, wenn das ganze Leben nicht zu passen scheint? Seit ihm als Arzt ein schicksalshafter Fehler unterlaufen ist, lebt Fredrik Welin allein auf einer Schäreninsel. Menschenscheu hat er sich völlig in die Stille zurückgezogen. Doch an einem Wintertag nähert sich seiner Insel eine dunkle Gestalt zu Fuß über das Eis, und in Welins Leben beginnt es zu tauen...Axel Milberg liest sich schwedisch zurückhaltend in die Stille der Eisnächte, in die rauschenden Wälder Skandinaviens und nicht zuletzt in die Herzen der Hörer.
Wallander- oder ein "Afrika"-Roman? Doch die Zeiten sind vorbei, als der Mankell-Kosmos noch so überschaubar war. Romane wie Tiefe oder Tea-Bag wollten schon nicht mehr in die bekannten Schubladen passen. Und ganz sicher entzieht sich auch Die italienischen Schuhe diesem Raster. Frederik Welin hat sich in die Einsamkeit geflüchtet. Nach der "Katastrophe", einem Kunstfehler, der dem Chirurgen unterlief, hat er sich auf eine abgelegene Schäreninsel zurückgezogen. Das ehemalige Haus der Großmutter ist zu seiner "Festung" geworden. Hier kann er, abgeschirmt von der Außenwelt, seine Rituale pflegen. Im tiefsten Winter, bei schneidendem Wind, hackt er jeden Morgen ein Loch ins Eis und springt hinein. Für ihn ist dies die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren, zu merken, dass er noch lebt. Mankell erzählt die berührende Geschichte, wie der Einsiedler Frederik wieder ins Leben zurückfindet. Aus der freiwilligen Verbannung wird er von Harriet gerissen. Sie erinnert ihn an ein Versprechen, das er ihr vor 40 Jahren gegeben hat, damals, als beide noch ein Paar waren. Sie verbrachten einen verliebten Sommer in Stockholm - bis zum Verrat, als er, ohne sich auch nur zu verabschieden, mit einem Stipendium in die USA abreiste und sich nie wieder meldete. Nun ist Harriet sterbenskrank und verlangt, wie damals versprochen, mit ihm an einen Waldsee im Innersten Norrlands zu fahren. Dort wollten sie im Mondlicht schwimmen. Die Reise durch das winterliche Schweden wird für Frederik zu einer Reise ins Leben, für Harriet gibt es keine Rettung. Es sind die vielen Begegnungen mit ungewöhnlichen, teils skurrilen Menschen, die etwas in Frederik auslösen. Es sind Individualisten, Traumatisierte, lebenskluge Stadtflüchtlinge wie der steinalte Italiener Giaconelli, der Schuhmacher, der nur zwei Paare im Jahr fertigt, oder Agnes, die sich um schwer erziehbare Mädchen kümmert. Schritt für Schritt entdeckt Frederik die Schönheit und die Grausamkeit des Lebens wieder und spürt das Bedürfnis nach Nähe. Die italienischen Schuhe ist ein literarisches Roadmovie, das einst als Liebesgeschichte begann und als Entdeckungsreise fortgeschrieben wird. Und wie so oft entdecken die Reisenden dabei keine fremden Kontinente, sondern erfahren über sich selbst eine Wahrheit, "deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist", so das Motto des Buches. -- Carsten Hansen, Literaturtest
Wallander- oder ein "Afrika"-Roman? Doch die Zeiten sind vorbei, als der Mankell-Kosmos noch so überschaubar war. Romane wie Tiefe oder Tea-Bag wollten schon nicht mehr in die bekannten Schubladen passen. Und ganz sicher entzieht sich auch Die italienischen Schuhe diesem Raster. Frederik Welin hat sich in die Einsamkeit geflüchtet. Nach der "Katastrophe", einem Kunstfehler, der dem Chirurgen unterlief, hat er sich auf eine abgelegene Schäreninsel zurückgezogen. Das ehemalige Haus der Großmutter ist zu seiner "Festung" geworden. Hier kann er, abgeschirmt von der Außenwelt, seine Rituale pflegen. Im tiefsten Winter, bei schneidendem Wind, hackt er jeden Morgen ein Loch ins Eis und springt hinein. Für ihn ist dies die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren, zu merken, dass er noch lebt. Mankell erzählt die berührende Geschichte, wie der Einsiedler Frederik wieder ins Leben zurückfindet. Aus der freiwilligen Verbannung wird er von Harriet gerissen. Sie erinnert ihn an ein Versprechen, das er ihr vor 40 Jahren gegeben hat, damals, als beide noch ein Paar waren. Sie verbrachten einen verliebten Sommer in Stockholm - bis zum Verrat, als er, ohne sich auch nur zu verabschieden, mit einem Stipendium in die USA abreiste und sich nie wieder meldete. Nun ist Harriet sterbenskrank und verlangt, wie damals versprochen, mit ihm an einen Waldsee im Innersten Norrlands zu fahren. Dort wollten sie im Mondlicht schwimmen. Die Reise durch das winterliche Schweden wird für Frederik zu einer Reise ins Leben, für Harriet gibt es keine Rettung. Es sind die vielen Begegnungen mit ungewöhnlichen, teils skurrilen Menschen, die etwas in Frederik auslösen. Es sind Individualisten, Traumatisierte, lebenskluge Stadtflüchtlinge wie der steinalte Italiener Giaconelli, der Schuhmacher, der nur zwei Paare im Jahr fertigt, oder Agnes, die sich um schwer erziehbare Mädchen kümmert. Schritt für Schritt entdeckt Frederik die Schönheit und die Grausamkeit des Lebens wieder und spürt das Bedürfnis nach Nähe. Die italienischen Schuhe ist ein literarisches Roadmovie, das einst als Liebesgeschichte begann und als Entdeckungsreise fortgeschrieben wird. Und wie so oft entdecken die Reisenden dabei keine fremden Kontinente, sondern erfahren über sich selbst eine Wahrheit, "deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist", so das Motto des Buches. -- Carsten Hansen, Literaturtest
Wallander- oder ein "Afrika"-Roman? Doch die Zeiten sind vorbei, als der Mankell-Kosmos noch so überschaubar war. Romane wie Tiefe oder Tea-Bag wollten schon nicht mehr in die bekannten Schubladen passen. Und ganz sicher entzieht sich auch Die italienischen Schuhe diesem Raster. Frederik Welin hat sich in die Einsamkeit geflüchtet. Nach der "Katastrophe", einem Kunstfehler, der dem Chirurgen unterlief, hat er sich auf eine abgelegene Schäreninsel zurückgezogen. Das ehemalige Haus der Großmutter ist zu seiner "Festung" geworden. Hier kann er, abgeschirmt von der Außenwelt, seine Rituale pflegen. Im tiefsten Winter, bei schneidendem Wind, hackt er jeden Morgen ein Loch ins Eis und springt hinein. Für ihn ist dies die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren, zu merken, dass er noch lebt. Mankell erzählt die berührende Geschichte, wie der Einsiedler Frederik wieder ins Leben zurückfindet. Aus der freiwilligen Verbannung wird er von Harriet gerissen. Sie erinnert ihn an ein Versprechen, das er ihr vor 40 Jahren gegeben hat, damals, als beide noch ein Paar waren. Sie verbrachten einen verliebten Sommer in Stockholm - bis zum Verrat, als er, ohne sich auch nur zu verabschieden, mit einem Stipendium in die USA abreiste und sich nie wieder meldete. Nun ist Harriet sterbenskrank und verlangt, wie damals versprochen, mit ihm an einen Waldsee im Innersten Norrlands zu fahren. Dort wollten sie im Mondlicht schwimmen. Die Reise durch das winterliche Schweden wird für Frederik zu einer Reise ins Leben, für Harriet gibt es keine Rettung. Es sind die vielen Begegnungen mit ungewöhnlichen, teils skurrilen Menschen, die etwas in Frederik auslösen. Es sind Individualisten, Traumatisierte, lebenskluge Stadtflüchtlinge wie der steinalte Italiener Giaconelli, der Schuhmacher, der nur zwei Paare im Jahr fertigt, oder Agnes, die sich um schwer erziehbare Mädchen kümmert. Schritt für Schritt entdeckt Frederik die Schönheit und die Grausamkeit des Lebens wieder und spürt das Bedürfnis nach Nähe. Die italienischen Schuhe ist ein literarisches Roadmovie, das einst als Liebesgeschichte begann und als Entdeckungsreise fortgeschrieben wird. Und wie so oft entdecken die Reisenden dabei keine fremden Kontinente, sondern erfahren über sich selbst eine Wahrheit, "deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist", so das Motto des Buches. -- Carsten Hansen, Literaturtest
Wallander- oder ein "Afrika"-Roman? Doch die Zeiten sind vorbei, als der Mankell-Kosmos noch so überschaubar war. Romane wie Tiefe oder Tea-Bag wollten schon nicht mehr in die bekannten Schubladen passen. Und ganz sicher entzieht sich auch Die italienischen Schuhe diesem Raster. Frederik Welin hat sich in die Einsamkeit geflüchtet. Nach der "Katastrophe", einem Kunstfehler, der dem Chirurgen unterlief, hat er sich auf eine abgelegene Schäreninsel zurückgezogen. Das ehemalige Haus der Großmutter ist zu seiner "Festung" geworden. Hier kann er, abgeschirmt von der Außenwelt, seine Rituale pflegen. Im tiefsten Winter, bei schneidendem Wind, hackt er jeden Morgen ein Loch ins Eis und springt hinein. Für ihn ist dies die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren, zu merken, dass er noch lebt. Mankell erzählt die berührende Geschichte, wie der Einsiedler Frederik wieder ins Leben zurückfindet. Aus der freiwilligen Verbannung wird er von Harriet gerissen. Sie erinnert ihn an ein Versprechen, das er ihr vor 40 Jahren gegeben hat, damals, als beide noch ein Paar waren. Sie verbrachten einen verliebten Sommer in Stockholm - bis zum Verrat, als er, ohne sich auch nur zu verabschieden, mit einem Stipendium in die USA abreiste und sich nie wieder meldete. Nun ist Harriet sterbenskrank und verlangt, wie damals versprochen, mit ihm an einen Waldsee im Innersten Norrlands zu fahren. Dort wollten sie im Mondlicht schwimmen. Die Reise durch das winterliche Schweden wird für Frederik zu einer Reise ins Leben, für Harriet gibt es keine Rettung. Es sind die vielen Begegnungen mit ungewöhnlichen, teils skurrilen Menschen, die etwas in Frederik auslösen. Es sind Individualisten, Traumatisierte, lebenskluge Stadtflüchtlinge wie der steinalte Italiener Giaconelli, der Schuhmacher, der nur zwei Paare im Jahr fertigt, oder Agnes, die sich um schwer erziehbare Mädchen kümmert. Schritt für Schritt entdeckt Frederik die Schönheit und die Grausamkeit des Lebens wieder und spürt das Bedürfnis nach Nähe. Die italienischen Schuhe ist ein literarisches Roadmovie, das einst als Liebesgeschichte begann und als Entdeckungsreise fortgeschrieben wird. Und wie so oft entdecken die Reisenden dabei keine fremden Kontinente, sondern erfahren über sich selbst eine Wahrheit, "deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist", so das Motto des Buches. -- Carsten Hansen, Literaturtest
Wallander- oder ein "Afrika"-Roman? Doch die Zeiten sind vorbei, als der Mankell-Kosmos noch so überschaubar war. Romane wie Tiefe oder Tea-Bag wollten schon nicht mehr in die bekannten Schubladen passen. Und ganz sicher entzieht sich auch Die italienischen Schuhe diesem Raster. Frederik Welin hat sich in die Einsamkeit geflüchtet. Nach der "Katastrophe", einem Kunstfehler, der dem Chirurgen unterlief, hat er sich auf eine abgelegene Schäreninsel zurückgezogen. Das ehemalige Haus der Großmutter ist zu seiner "Festung" geworden. Hier kann er, abgeschirmt von der Außenwelt, seine Rituale pflegen. Im tiefsten Winter, bei schneidendem Wind, hackt er jeden Morgen ein Loch ins Eis und springt hinein. Für ihn ist dies die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren, zu merken, dass er noch lebt. Mankell erzählt die berührende Geschichte, wie der Einsiedler Frederik wieder ins Leben zurückfindet. Aus der freiwilligen Verbannung wird er von Harriet gerissen. Sie erinnert ihn an ein Versprechen, das er ihr vor 40 Jahren gegeben hat, damals, als beide noch ein Paar waren. Sie verbrachten einen verliebten Sommer in Stockholm - bis zum Verrat, als er, ohne sich auch nur zu verabschieden, mit einem Stipendium in die USA abreiste und sich nie wieder meldete. Nun ist Harriet sterbenskrank und verlangt, wie damals versprochen, mit ihm an einen Waldsee im Innersten Norrlands zu fahren. Dort wollten sie im Mondlicht schwimmen. Die Reise durch das winterliche Schweden wird für Frederik zu einer Reise ins Leben, für Harriet gibt es keine Rettung. Es sind die vielen Begegnungen mit ungewöhnlichen, teils skurrilen Menschen, die etwas in Frederik auslösen. Es sind Individualisten, Traumatisierte, lebenskluge Stadtflüchtlinge wie der steinalte Italiener Giaconelli, der Schuhmacher, der nur zwei Paare im Jahr fertigt, oder Agnes, die sich um schwer erziehbare Mädchen kümmert. Schritt für Schritt entdeckt Frederik die Schönheit und die Grausamkeit des Lebens wieder und spürt das Bedürfnis nach Nähe. Die italienischen Schuhe ist ein literarisches Roadmovie, das einst als Liebesgeschichte begann und als Entdeckungsreise fortgeschrieben wird. Und wie so oft entdecken die Reisenden dabei keine fremden Kontinente, sondern erfahren über sich selbst eine Wahrheit, "deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist", so das Motto des Buches. -- Carsten Hansen, Literaturtest
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Erfahrungsbericht von olsen77 über Die italienischen Schuhe / Mankell, Henning 21. Juni 2009
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
durchschnittlich spannend
Pro:
Sprache, Lebensthemen, Wandlung des Helden
Kontra:
Story etwas zu konstruiert
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
„Menschen auf Inseln sind selten laut und gebrauchen nicht viele Worte. Dafür ist der Horizont zu groß.“
Die schönsten, die berührendsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Wir brauchen wenig Fantasie, um aus unserem Leben oder das unserer Angehörigen zu berichten und gleichzeitig unsere Zuhörer zu fesseln. Denn kein Leben ist langweilig. Jedes hat seine ureigensten Momente. Man muss nur schauen und begreifen. Dies soll allerdings keine Kritik an der überbordenden Fantasy-Literatur voll ihrer bunten Gestalten und fantastischen Reiche sein. Vielmehr hält die Literatur unzählige alltägliche Geschichten bereit, die auf den ersten Blick einfach und wenig spektakulär, bei näherer Lektüre allerdings auch wunderbar und bemerkenswert erscheinen. Der Roman „Die italienischen Schuhe“ von Henning Mankell erzählt sowohl vom einfachen Leben als auch von spektakulären Schicksalsschlägen. Denn irgendwie hat das Dasein sowieso zwei Gesichter.
DER INSULANER
Fredrik Welin lebt zurückgezogen auf seiner Schäreninsel. Des früheren Chirurgen einzige Gesellschaft ist ein alter Hund und einen ebenso alte Katze, hunderte Ameisen im Wohnzimmer sowie der Briefträger Jannson, der sich ab und an auf dem winzigen Eiland mit dem Holzhaus sehen lässt. Allerdings nicht um Post zu übermitteln, sondern über seine Gebrechen im Stile eines Hypochonders zu klagen. Welin hat sich dem Leben nahezu verschlossen, fühlt nur den Puls, Körper und Geist, wenn er im Winter durch ein Loch im Eis ins kalte Wasser hinabsteigen kann.
Eines Tages erscheint wie aus dem Nichts auf dem vereisten Meer eine alte Frau mit einem Rollator . Nach genauerem Hinsehen entpuppt sie sich als Harriet, die frühere Freundin Welins, die er vor nahezu 40 Jahren sitzen gelassen hatte. Sie hat die weite und beschwerliche Reise zu ihrem ehemaligen Geliebten aufgenommen, um ihn an ein spezielles Versprechen zu erinnern. Denn Harriet hat durch eine Krankheit nur noch wenig Zeit zu leben.
So macht sich Welin mit Harriet auf die Reise zu einem Waldsee in Nordschweden, den er Harriet schon immer zeigen wollte, so sein Versprechen. Doch die Tour wird nicht die einzige in den kommenden Monaten bleiben. Mit seiner früheren Freundin fährt er im Anschluss zu Louise, die sich später als Tochter der beiden entpuppt. Diese Fahrten werden für Welin schließlich zu Reisen ins seine Vergangenheit, den er muss sich seinen Fehlern stellen. Dazu zählt allerdings nicht nur der Betrug an Harriet, sondern auch ein fataler Fehler, den er als Chirurg vor vielen Jahren begangen hat. Das Opfer war eine junge Frau, die er schließlich wieder aufsucht. Sie, Agnes, zeigt ihm anhand ihrer Schützlinge – schwer erziehbare junge Mädchen - die wahren Probleme des Lebens in seiner von Selbstmitleid strotzenden Welt.
INS LEBEN ZURÜCK
Wer die Bücher, vor allem die Kriminalromane von Henning Mankell kennt, winkt oft ab. Ganz nach dem Motto: Irgendwie ist jede Geschichte wie die andere. Es gibt Wallander, es gibt blutige Morde und grausame Verbrecher und es gibt die Polizei. Doch Vorurteile führen uns in Versuchung, nur einen Weg zu gehen und damit einseitig zu denken. Dass der schwedische Autor allerdings nicht nur erstklassige Krimis schreibt, sondern auch Romane über Afrika, Kinderbücher und Dramen wissen die wenigsten.
In einem seiner jüngsten Werke widmet sich Mankell dem Leben schlechthin und den Themen Tod, Liebe, Freundschaft und Familie. In „Die italienischen Schuhe“ lässt er einen Außenseiter zu Wort kommen, der in seinem früheren Leben alles gehabt hat: Geld, Beruf, Erfolg und schöne Frauen. Sein Absturz erfolgt plötzlich und bringt ihn in die Einsamkeit einer kleinen Schäreninsel. Welin erscheint für den Leser am Anfang in ein trotziges Selbstmitleid versunken. Am Ende hat er nicht nur plötzlich eine kleine Familie an seiner Seite, sondern auch eine schmerzvolle Lektion erlebt: Dass das Leben der Anderen ebenfalls Schicksalsschläge beherbergt nicht nur seine eigenes. Dies zeigt Mankell vor allem mit den jungen Mädchen, die in einem Haus für schwer erziehbare Jugendliche unter der Leitung von Agnes leben. Jedes hat eine dunkle Vergangenheit. Eine (Sima) wird Welin zeigen, wie schmerzvoll das Leben sein kann.
Liest man den Roman, verliebt man sich vor allem in die herrliche Sprache des Buches, eine Sprache, die einfach ist, aber das Wesentliche beschreiben kann, wie die karge, aber eindrucksvolle skandinavische Landschaft, die Gefühle der Protagonisten genauso wie ihre Beziehungen – ob harmonisch oder von Streit oder Unverständnis geprägt. Dass die Geschichte aus dem Blickwinkel des Helden erzählt wird, mag zwar die Geschichte wiederum einschränken, aber Welin ist ein Mann, der nicht nur aufmerksam seine Umgebung wahrnimmt, sondern schließlich seine eigene Person und sein Leben kritisch hinterfragt. Es könnte somit auch ein kleiner Entwicklungsroman sein, der nicht einen Jugendlichen auf dem Weg ins Erwachsenenleben in den Mittelpunkt stellt, sondern einen alten Mann, der wieder zurück ins Leben findet.
Besonderes bemerkenswert ist zudem, dass sich dieses Buch nicht nur den elementaren Fragen und Themen widmet, sondern auch an mehreren Stellen gesellschaftskritisch wirkt. Es hinterfragt das Außenseitertum genauso wie die Gründe, warum ein Mensch die Gesellschaft ignoriert, sich aus hier zurückzieht. Dieses Thema manifestiert sich nicht nur in der Person des Welin, sondern auch in der ländlichen „Kommune“, in der Louise mit einer ganzen Reihe an merkwürdigen, aber intelligenten und bemerkenswerten Gestalten lebt. Zu ihnen zählt unter anderem Gianconelli, der in der Abgeschiedenheit sein Handwerk des Schuhmachers pflegt und die schönsten italienischen Schuhe fertigt. Und an einem weiteren Punkt offenbart der Roman Gesellschaftskritik. Welins Tochter Louise schreibt Briefe an Politiker in aller Welt, um sie zu einem Umdenken zu bewegen und die Bevölkerung ihres Landes besser zu behandeln. Die Mächtigen lassen sich indes kaum von den Briefen berühren, in all ihrer kühlen Selbstverliebtheit. Der Gipfel des Protestes ist schließlich die Teilnahme an Kundgebungen, bei der Louise sogar verhaftet wird.
Nur eine Kritik muss sich allerdings dieses besondere, weil nachdenkliche, an manchen Stellen sogar auch ironische Buch gefallen lassen. Die Story erscheint manchmal zu konstruiert, der Leser ahnt an einigen Passagen, wie es weiter zu gehen hat. Dieses kleine Manko schmälert allerdings nur wenig den Lesegenuss, der nicht nur den Leser nachdenklich stimmen, sondern auch unterhalten wird.
Das Buch ist der beste Beweis, dass sich die besten Autoren verschiedenen Genres und Themen stellen müssen und dies mit Bravour meistern und vor allem die Vorurteile der Leser gegenüber dem eigenen Schaffen ad absurdum führen.
EIN KURZER AUSZUG
„Jeden Tag ging ich mit dem Hund einmal rund um die Insel. Ich horchte auf mein Herz. Es war zur Gewohnheit geworden, täglich den Puls zu zählen und den Blutdruck zu messen. Immer abwechselnd einen Tag im Ruhezustand und einen Tag in Bewegung. Mein Herz klopfte ruhig hinter dem Brustbein. Ein seltsamer Wanderer, mein treuester Reisegefährte, dem ich in meinem Leben nicht viele Gedanken gewidmet hatte. Ich ging um die Insel herum, balancierte auf den glitschigen Klippen, blieb hin und wieder stehen und betrachtete den Horizont. Die Klippen und den Horizont würde ich am meisten vermissen, wenn ich von dieser Schäre wegziehen müsste. Dieses Binnenmeer, das sich langsam in einen Sumpf verwandelte, sandte Gerüche aus, die nicht immer angenehm waren. Es war ein ungepflegtes Meer, das einen alten, säuerlichen, verkaterten Geruch hatte. Aber der Horizont war rein, ebenso wie die Klippen. Als ich meine täglichen Wanderungen in abgeschnittenen Stiefeln machte, wurde ich manchmal von Panik ergriffen. Jetzt sterbe ich, in wenigen Sekunden bleibt mein Herz stehen. Ich dachte, ich sollte mit Louise über meine Angst sprechen. Aber ich sagte nichts.“
DER AUTOR
Der Name Henning Mankell ist aus der schwedischen Literatur nicht mehr wegzudenken. Neben zahlreichen Krimibestsellern wie „Die Brandmauer“ , „Die fünfte Frau“ oder „Mittsommermord“ rund um den kauzigen Kommissar Wallander“ aus Ystad setzte er auch seiner afrikanischen Wahlheimat mit den Büchern „Der Chronist der Winde“ oder „Das Auge des Leoparden“ ein bleibendes Denkmal. Zu seinen Werken zählen auch Dramen und Kinderbücher. Der 1948 in Stockholm geborene Schriftsteller erhielt für sein Schaffen zahlreiche Preise wie mehrere europäische Krimipreise, den Deutschen Jugendliteraturpreis sowie den Erich-Remarque-Friedenspreis. Mankell lebt abwechselnd in Schweden und in Mosambik, wo er ein Theater leitet. Der Autor ist verheiratet mit der zweiten Tochter von Ingmar Bergmann, der Theaterregisseurin Eva Bergmann.
RUND UMS BUCH
Der Roman „Die italienischen Schuhe“ von Henning Mankell erschien erstmals 2006 unter dem Originaltitel „Italienska skor“ im Leopard färlag in Stockholm. Die deutsche Erstausgabe veröffentlichte der Paul Zsolnay Verlag Wien ein Jahr darauf in der Übersetzung von Verena Reichel. ISBN: 978-3-552-05415-8, Seiten: 365, Preis: 21,50 Euro
Dieser Bericht erscheint in anderer Fassung bei lovelybooks.de.
...Das Buch: ++++++ Titel: die Italienischen Schuhe Autor: Henning Mankell Verlag: Weltbild Reader ISBN: 978-3-8289-9253-5 Seitenzahl: 365 Cover: siehe Bild Preis: 21,90 Euro Kaufort: Internet/Buchhandlung Der Autor: +++++++ Henning Mankell kam 1948 in Stockholm/Schweden zur Welt. Sein Vater bei dem er aufwuchs war Richter. Er ist Autor (Jugendbücher, Hörbücher, Romane), Theaterregisseur und Intendant. Die Inhalte seiner Werke befassen sich vor allem ... ...gibt es davon 9 Stück, die jedoch noch nicht alle in deutscher Sprache erschienen sind. Er wurde für seine Bücher mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet (z.B. dem Astrid-Lindgren-Preis). Mankell`s Liebe gilt Afrika. Er lebt 6 Monate im Jahr in Maputo, Mosambique, wo er ein Theater leitet. Dort entstanden die 2 Romane "die rote Antilope" und "der Chronist der Winde", die sich ebenfalls mit gesellschaftlichen Themen befassen. Henning Mankell ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
sehr hilfreich
02.07.2009
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