Von Nord nach Süd und von Ost nach West - eine Reise mit Saramago
04.07.2009
Pro:
informativ, Schreibstil, Thema, Preis
Kontra:
stellenweise ermüdend
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 mikio
Über sich:
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Erfahrungsberichte:67
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Nun stand ich vor etlichen Wochen in der Buchhandlung und wusste, dass ich ein Buch kaufen wollte, dass ich während meiner freien Tage lesen wollte. Das Problem war nur, dass ich nicht so recht wusste, was ich eigentlich suche. Es sollte bloß nicht zu teuer sein! Ich zog nun also die hohen Bücherregale entlang und zog mal hier und mal dort ein Buch heraus. So kam es sodann auch, dass ich ein Buch von José Saramago in den Händen hielt, um genauer zu sein "Die portugiesische Reise". Für 9,95€ lag es doch noch in meinem Preisrahmen. Daher griff ich einfach mal zu und werde euch im Folgenden erläutern, wie ich dieses Buch nun fand... ~~~PRODUKTINFORMATIONEN~~~
- Gebundene Ausgabe: 605 Seiten
- Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 2., Aufl. (2003)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3498063502
- ISBN-13: 978-3498063504
- Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 4,2 cm
~~~KLAPPENTEXT~~~Aus dem Portugiesischen von Karin und Nicolai von Schweder-Schreiner. Der Autor macht sich auf zu einer mehrmonatigen Fahrt durch seine Heimat Portugal: Von Nord nach Süd, von Ost nach West - und wo immer er hinkommt, spürt er in sich jenen Einklang, der ihn mit seinem Land und dessen Bewohnern verbindet - allerdings auch so manchen Missklang. Penibel beobachtet er und was immer er ansieht - er quillt über vor Wissen über Geschichte und Kultur. Als Portugal-Liebhaber kann man sich auf dieser ausgedehnten Reise keinen anregenderen und vergnüglicheren Begleiter als Jos Saramago wünschen: einen sachkundigen Führer und hochgebildeten Kenner, der uns die verborgenen Schätze seines Landes abseits der geläufigen Touristenrouten erschließt.~~~Einblick bei José Saramago~~~ José Saramago wurde am 16. November 1922 in Azinhaga, einem Dorf in Portugal, geboren und heißt mit vollständigem Namen José de Sousa Saramago. Als Sohn der landlosen Kleinbauern José de Sousa und Maria da Piedade führte er ein bescheidenes Leben und musste deshab nach zwei Jahren auf einem Gymnasium in Lissabon den Schulbesuch dort abbrechen, weil es seine Eltern nicht weiter finanzieren konnten. Er machte eine Ausbildung zum Schlosser auf einer technischen Realschule und arbeitete u.A. zwei Jahre in einer Kfz-Werkstatt. Danach arbeitete er als Angestellter beim Social Welfare Service, musste jedoch 1949 aus politischen Gründen wieder gehen. In seiner freien Zeit, meist in den Abendstunden, ging er in die öffentliche Bibliothek Lissabons oder auch in das, in Portugal sehr bekannte, Literatencafé "Chiado". 1947 schrieb Saramago zwei Novellen, wovon jedoch nur "Terra do Pecado" veröffentlicht wurde. Er glaubte zu diesen Zeitpunkt noch nicht an sein schriftstellerisches Können und publizierte in den folgenden Jahren nichts mehr. Um leben zu können, arbeitete er als Übersetzer im Verlag "Estúdios Cor", wo er Kontakte zu zahlreichen bekannten portugiesischen Schriftstellern bekam, aber auch ab 1975 als stellvertretender Leiter der Tageszeitung "Diário de Notícias". Bei der Zeitung musste er jedoch nach ein paar Monaten wieder aufhören wegen politischer Differenzen. Saramago fühlte sich eingeengt durch die politische Zensur und zog sich mit seiner spanischen Frau, der spanischen Journalistin Pilar del Río, auf die kanarische Insel Lanzarote zurück. 1998 wurde ihm dann der Nobelpreis für Literatur verliehen. Aber auch politisch ist José Saramago aktiv geworden und kandidierte für die Europawahlen für Portugals Kommunistische Partei.~~~Persönliche Gedanken zum Buch~~~ Saramago nimmt einen mit, auf eine etwas ungewöhnliche Reise, durch seine Heimat Portugal und zeigt einen die meist den Touristen verborgenen anderen Seiten seiner portugiesischen Heimat. Man sollte es jedoch nicht als einen Reiseführer verstehen, welches es beim besten Willen des Autors Jose Saramago nicht sein soll: „Der Leser möge sich damit abfinden, über dieses Buch nicht wie über einen Reiseführer verfügen zu können“. Mehr durch eine eigene Stimme und durch eine alte Landkarte bestimmt, fährt er kreuz und quer durchs Land und berichtet darüber in sechs Kapiteln. Er berichtet viel über Landschaften, nimmt einen mit in kleine Dörfer, alte Kirchen und sogar auf verlassene Friedhöfe, wo er das Versteckte und Entlegene entdeckt. Friedhöfe, so meint er, bringen ihm mehr Geschichten, die er als Schriftsteller verwenden kann. Sein Protagonist "der Reisende" ist recht schlicht und zurückhaltend dargestellt, der nicht sonderlich auffällt und manchmal auch ein bisschen langsam daherkommt. Am Ende des Buches hat man nicht nur etwas über Portugal gelernt, sondern auch etwas über eine andere Form des Reisens. Schön fand ich folgende Aussagen Saramagos zum Reisen, die ich euch nicht vorenthalten möchte: "Das Ende einer Reise ist nur der Anfang einer neuen. Man muss ansehen, was man noch nicht gesehen hat, noch einmal sehen, was man schon gesehen hat". Es ließ mich an meinen bisherigen Urlauben mit all-inclusive und perfektem Management ein bisschen zweifeln. Aber ich fühlte mich auch teilweise sehr ermüdet von seinen Beschreibungen. Anfangs war ich faszniert von seinem Hang für Schlichtheit, aber das Buch war meines Erachtens zu überladen mit Erzählungen über Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Burgen, Klöster und Friedhöfe verbunden mit ihrer Faszination. Man muss bedenken, dass sich Saramago über 600 Seiten ausbreitt. Zudem fand ich den Reisenden manchmal ein bisschen langweilig. Er war stets höflich und zurückhaltend, wenn auch spontan. An ihm vermisste ich einen Hauch an Verrücktheit. Doch durch seinen schönen Schreibstil lenkt er doch wieder schnell von der Müdigkeit ab. Bis heute finde ich es faszinierend, dass sich ein Mensch derart fürs Detail begeistern kann und es dabei so gut rüberbringen kann. Alles in allem muss ich sagen, dass es ein sehr empfehlenswertes Buch ist, dass ich euch gern ans Herz legen möchte. Seit ihr jedoch Leser, die Action in ihrem Lesestoff brauchen, solltet ihr euch das Geld für dieses Buch sparen. Die Schilderungen sind wirklich brillant gemacht und die Lust auf Portugal weckt er allemal. Lasst es durch den Kopf gehen und teilt mir doch gern mal mit, wie ihr das Buch findet.Liebe Grüße von Mikio
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07.08.2009 01:24
Das würde mich nun doch interessieren!
29.07.2009 16:13
Würde mich zwar weniger interessieren, aber ich finde, Du hast dieses Buch sehr interessant vorgestellt :o) BH und LG :o)
11.07.2009 20:09
Sehr interessant, weil ich schon zweimal in Portugal war. Deshalb kann ich mir den Inhalt so etwas vorstellen. VLG - Olaf