DIE ZEITUNG
28.11.2000
Pro:
gutes Buch
Kontra:
Actionfanatiker kommen uz kurz ( kein richtiges Kontra)
Empfehlenswert:
Ja
 Moneyneeder
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:67
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 8 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wenn bei der Schilderung gewisser journalistischen Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild Zeitung ergeben, so sind diese Ähnlichkeitenweder beabsichtigt noch zufällig , sondern unvermeidlich. So heißt Prolog des Buches von Heinrich Böll. Und tatsächlihc , die Bild Zeitung recherchiert knallhart , ohne skrupel und verfälschen Aussagen.Den Inhalt des Buches kann man leicht wiedergeben: Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von 27 Jahren gegen 18.45 Uhr ihre Wohnung, um an einem privatem Tanzvergnügen teilzunehmen. 'Vier Tage später klingelt sie an der Wohnungtür des Kriminalkommissars Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe mittags gegen 12. 15 Uhr in ihrer Wohnung den Bildjournalisten Werner Tötges erschossen. Eine junge , attraktive Frau ,die beruflich so wie Privat erfolgreichist, wird wegen den knallharten Recherchen der ZEITUNG zur Mörderin.Die Erzählung hat nicht nur einen Titel : Die verlorene Ehre der Katharina Blum, sie hat auch einen Untertitel: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Über die Gewalt von Schlagzeilen, wie sie die ZEITUNG fabriziert, und noch nicht mal straffällig sind. darüber wissen wir nur wenig. Aber die Geschichte hat nicht nur einen Untertitel sondern hat auch ein Motto: Personen und Handlungen dieser Erzählung sind frei erfunden.Diese drei Kleinigkeiten Titel, Untertitel und Motto sind wichtige Bestandteile der Erzählung. Das Buch basiert auf Haupt und Nebenquellen. Die Hauptquelle:Vernehmungprotokolle der Polizeibehörde, Rechtsanwalt Peter Hach . Nebenquellen sind weniger oder mehr nützlich und werden im Verlaufe des Buches deutlich. Das beeindruckene , packendes an diesem Buch ist die Tragik der Katharina Blum, da die Geschichte auch am Schluß mit keinem HAPPY END endet. Ebenfalls die ganze Erzählweise des Autors sind sehr gut gemacht.. So besteht das Buch nicht aus aus Szenen sodern wird in Form von Polizeiberichten wiedergegeben.Schlußfazit: Das Buch hat so gut wie keine Action , und wird daher keine Actionfanatiker begeistern .Leute , die auf sprachliche und auch geschichtliche Besinderheiten wert legen , wird das Lesen des Buches große Freude bereiten. Da manchmal schwierige Passagen vorkommen , und man manche sogar zwei mal lesen muss, um den Sinn zu verstehn , muss man sich auf das Buch "konzentrieren" und sich manchmal die Szenerie bildlich vorstellen. Zu der Action sei so viel gesagt, dass der Autor bewusst kein Actionbuch schreiben wollte, und wie er selber im Buch klarstellt, dass kein unnötiges Blut fließen soll, oder Kampfszenen dargestellt werden.
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29.11.2000 22:41
gut beschrieben.gruß,fenja