John Irving - Die vierte Hand. (The Fourth Hand) - 2002 (2001) – 439 S. - Diogenes (Random House) - ISBN 3-257-06303-2 (geb)
Patrick Wallingford ist ein Sensationsjournalist und ein charming boy. Beides in gewisser Weise wider Willen, doch auch, ohne sich dagegen aufzulehnen. ... Bericht lesen
Frauenschwarm Patrick Wallingford während einer Live-Reportage über eine verunglückte Trapezkünstlerin in einem indischen Zirkus die Hand von einem Löwen abgebissen und verspeist wurde. Die fehlende linke Hand des Löwenmanns, wie alle Welt Wallingford fortan nannte, sollte das Leben einiger Menschen drastisch verändern! Mit dieser zarten Reminiszenz an seinen Roman Zirkuskind, meldet sich John Irving, pünktlich zu seinem 60. Geburtstag und nach leichter Talfahrt seiner letzten beiden Romane, mit einer bizarren, hoch erotischen Liebesgroteske voll skurriler, wunderbar gezeichneter Charaktere zurück, die Irving aus seiner schier unerschöpflichen Personalkartei wie aus einem Hut zaubert. Fünf Jahre später sieht Dr. Zajac, der geniale Chirurg und Sonderling (mit einer Zwangsfixierung auf das Einsammeln von Hundekot) seine Chance gekommen, Amerikas erster Handtransplanteur zu werden. Die mysteriöse Doris Clausen vermacht Wallingford die Hand ihres kürzlich verstorbenen Gatten. Zwei schicksalhafte Bedingungen sind für Patrick an dieses Himmelsgeschenk geknüpft: Die kinderlose Witwe fordert ein Besuchsrecht an der Hand ihres dahingeschiedenen Gatten sowie ein Kind von Patrick, wofür sie diesen ohne Umschweife gleich in Dr. Zajacs Praxis in die Pflicht nimmt. Wallingfords Handstumpf wird zur Metapher für einen fürchterlichen Verlust, der zum eigentlichen Lebenssinn führt. Einem Stigmatisierten gleich, zieht Patrick enttäuschte Frauen an, die gleichsam durch ihn den eigenen Phantomschmerz erleben -- selbst in Mary, der Chefin seines Senders, einer toughen aber frustrierten Karrierefrau, beginnt sich längst abgestorben Geglaubtes zu regen. Wallingford jedoch erfährt seine persönliche Erlösung von der Hohlheit und erotischen Haltlosigkeit seines bisherigen Lebens nur noch durch die unerreichbare und geheimnisvolle Doris Clausen und seinen kleinen Sohn Otto. Mrs. Clausen jedoch stellt Wallingford vor einige harte Prüfungen, bevor sie das Geheimnis seiner vierten Hand lüftet. Vordergründig eine Farce, vermittelt Irvings zehntes Werk tiefe Einsichten in die wahren Werte des Lebens und ist im wahrsten Sinne -- man gestatte das Wort -- herzerwärmend. --Ravi Unger
Frauenschwarm Patrick Wallingford während einer Live-Reportage über eine verunglückte Trapezkünstlerin in einem indischen Zirkus die Hand von einem Löwen abgebissen und verspeist wurde. Die fehlende linke Hand des Löwenmanns, wie alle Welt Wallingford fortan nannte, sollte das Leben einiger Menschen drastisch verändern! Mit dieser zarten Reminiszenz an seinen Roman Zirkuskind, meldet sich John Irving, pünktlich zu seinem 60. Geburtstag und nach leichter Talfahrt seiner letzten beiden Romane, mit einer bizarren, hoch erotischen Liebesgroteske voll skurriler, wunderbar gezeichneter Charaktere zurück, die Irving aus seiner schier unerschöpflichen Personalkartei wie aus einem Hut zaubert. Fünf Jahre später sieht Dr. Zajac, der geniale Chirurg und Sonderling (mit einer Zwangsfixierung auf das Einsammeln von Hundekot) seine Chance gekommen, Amerikas erster Handtransplanteur zu werden. Die mysteriöse Doris Clausen vermacht Wallingford die Hand ihres kürzlich verstorbenen Gatten. Zwei schicksalhafte Bedingungen sind für Patrick an dieses Himmelsgeschenk geknüpft: Die kinderlose Witwe fordert ein Besuchsrecht an der Hand ihres dahingeschiedenen Gatten sowie ein Kind von Patrick, wofür sie diesen ohne Umschweife gleich in Dr. Zajacs Praxis in die Pflicht nimmt. Wallingfords Handstumpf wird zur Metapher für einen fürchterlichen Verlust, der zum eigentlichen Lebenssinn führt. Einem Stigmatisierten gleich, zieht Patrick enttäuschte Frauen an, die gleichsam durch ihn den eigenen Phantomschmerz erleben -- selbst in Mary, der Chefin seines Senders, einer toughen aber frustrierten Karrierefrau, beginnt sich längst abgestorben Geglaubtes zu regen. Wallingford jedoch erfährt seine persönliche Erlösung von der Hohlheit und erotischen Haltlosigkeit seines bisherigen Lebens nur noch durch die unerreichbare und geheimnisvolle Doris Clausen und seinen kleinen Sohn Otto. Mrs. Clausen jedoch stellt Wallingford vor einige harte Prüfungen, bevor sie das Geheimnis seiner vierten Hand lüftet. Vordergründig eine Farce, vermittelt Irvings zehntes Werk tiefe Einsichten in die wahren Werte des Lebens und ist im wahrsten Sinne -- man gestatte das Wort -- herzerwärmend. --Ravi Unger
Frauenschwarm Patrick Wallingford während einer Live-Reportage über eine verunglückte Trapezkünstlerin in einem indischen Zirkus die Hand von einem Löwen abgebissen und verspeist wurde. Die fehlende linke Hand des Löwenmanns, wie alle Welt Wallingford fortan nannte, sollte das Leben einiger Menschen drastisch verändern! Mit dieser zarten Reminiszenz an seinen Roman Zirkuskind, meldet sich John Irving, pünktlich zu seinem 60. Geburtstag und nach leichter Talfahrt seiner letzten beiden Romane, mit einer bizarren, hoch erotischen Liebesgroteske voll skurriler, wunderbar gezeichneter Charaktere zurück, die Irving aus seiner schier unerschöpflichen Personalkartei wie aus einem Hut zaubert. Fünf Jahre später sieht Dr. Zajac, der geniale Chirurg und Sonderling (mit einer Zwangsfixierung auf das Einsammeln von Hundekot) seine Chance gekommen, Amerikas erster Handtransplanteur zu werden. Die mysteriöse Doris Clausen vermacht Wallingford die Hand ihres kürzlich verstorbenen Gatten. Zwei schicksalhafte Bedingungen sind für Patrick an dieses Himmelsgeschenk geknüpft: Die kinderlose Witwe fordert ein Besuchsrecht an der Hand ihres dahingeschiedenen Gatten sowie ein Kind von Patrick, wofür sie diesen ohne Umschweife gleich in Dr. Zajacs Praxis in die Pflicht nimmt. Wallingfords Handstumpf wird zur Metapher für einen fürchterlichen Verlust, der zum eigentlichen Lebenssinn führt. Einem Stigmatisierten gleich, zieht Patrick enttäuschte Frauen an, die gleichsam durch ihn den eigenen Phantomschmerz erleben -- selbst in Mary, der Chefin seines Senders, einer toughen aber frustrierten Karrierefrau, beginnt sich längst abgestorben Geglaubtes zu regen. Wallingford jedoch erfährt seine persönliche Erlösung von der Hohlheit und erotischen Haltlosigkeit seines bisherigen Lebens nur noch durch die unerreichbare und geheimnisvolle Doris Clausen und seinen kleinen Sohn Otto. Mrs. Clausen jedoch stellt Wallingford vor einige harte Prüfungen, bevor sie das Geheimnis seiner vierten Hand lüftet. Vordergründig eine Farce, vermittelt Irvings zehntes Werk tiefe Einsichten in die wahren Werte des Lebens und ist im wahrsten Sinne -- man gestatte das Wort -- herzerwärmend. --Ravi Unger
Frauenschwarm Patrick Wallingford während einer Live-Reportage über eine verunglückte Trapezkünstlerin in einem indischen Zirkus die Hand von einem Löwen abgebissen und verspeist wurde. Die fehlende linke Hand des Löwenmanns, wie alle Welt Wallingford fortan nannte, sollte das Leben einiger Menschen drastisch verändern! Mit dieser zarten Reminiszenz an seinen Roman Zirkuskind, meldet sich John Irving, pünktlich zu seinem 60. Geburtstag und nach leichter Talfahrt seiner letzten beiden Romane, mit einer bizarren, hoch erotischen Liebesgroteske voll skurriler, wunderbar gezeichneter Charaktere zurück, die Irving aus seiner schier unerschöpflichen Personalkartei wie aus einem Hut zaubert. Fünf Jahre später sieht Dr. Zajac, der geniale Chirurg und Sonderling (mit einer Zwangsfixierung auf das Einsammeln von Hundekot) seine Chance gekommen, Amerikas erster Handtransplanteur zu werden. Die mysteriöse Doris Clausen vermacht Wallingford die Hand ihres kürzlich verstorbenen Gatten. Zwei schicksalhafte Bedingungen sind für Patrick an dieses Himmelsgeschenk geknüpft: Die kinderlose Witwe fordert ein Besuchsrecht an der Hand ihres dahingeschiedenen Gatten sowie ein Kind von Patrick, wofür sie diesen ohne Umschweife gleich in Dr. Zajacs Praxis in die Pflicht nimmt. Wallingfords Handstumpf wird zur Metapher für einen fürchterlichen Verlust, der zum eigentlichen Lebenssinn führt. Einem Stigmatisierten gleich, zieht Patrick enttäuschte Frauen an, die gleichsam durch ihn den eigenen Phantomschmerz erleben -- selbst in Mary, der Chefin seines Senders, einer toughen aber frustrierten Karrierefrau, beginnt sich längst abgestorben Geglaubtes zu regen. Wallingford jedoch erfährt seine persönliche Erlösung von der Hohlheit und erotischen Haltlosigkeit seines bisherigen Lebens nur noch durch die unerreichbare und geheimnisvolle Doris Clausen und seinen kleinen Sohn Otto. Mrs. Clausen jedoch stellt Wallingford vor einige harte Prüfungen, bevor sie das Geheimnis seiner vierten Hand lüftet. Vordergründig eine Farce, vermittelt Irvings zehntes Werk tiefe Einsichten in die wahren Werte des Lebens und ist im wahrsten Sinne -- man gestatte das Wort -- herzerwärmend. --Ravi Unger
Erfahrungsbericht von yorg über Die vierte Hand / Irving, John 18. März 2002
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
leichte Kost
Unterhaltungswert:
durchschnittlich
Spannung:
wenig spannend
Pro:
ein Roman in Irvingscher Schreibweise
Kontra:
aber etwas zu bemüht und inhaltsarm
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
John Irving - Die vierte Hand. (The Fourth Hand) - 2002 (2001) – 439 S. - Diogenes (Random House) - ISBN 3-257-06303-2 (geb)
Patrick Wallingford ist ein Sensationsjournalist und ein charming boy. Beides in gewisser Weise wider Willen, doch auch, ohne sich dagegen aufzulehnen. Er arbeitet für einen us-amerikanischen Nachrichtensender, der von Katastrophen und skurrilen Unfällen lebt und befindet sich gerade in Indien, eine Reportage über einen Zirkus abzudrehen, als er selbst zu einer Nachricht wird:
Wallingford interviewt gerade den Zirkusdirektor, als die Löwen im Käfig hinter ihm der nahenden Fütterung entgegen zu brüllen beginnen. Wallingford hält sein Mikrophon an den Käfig, um die Atmosphäre einzufangen - und hat wenige Sekunden später nicht nur das Tonaufnahme-Gerät, sondern auch seine dies umklammernde linke Hand eingebüsst. Die Bilder dieses Unfalls, genau nach dem Geschmack seines Senders, gehen um die ganze Welt und als Wallingford, frisch und unkonventionell amputiert, ist, im Krankenhaus aus süssen Brabiturat-Träumen nach asiatischer Geheimrezeptur wieder erwacht, bereits für alle der »Löwenmann« (oder auch: der »Katastrophenmann«).
Bis auf die verlorene Hand und ein paar damit einhergehenden Einschränkungen ändert sich jedoch wenig in Wallingfords leben. Er arbeitet, nun mit hohem Wiedererkennungswert versehen, weiter für seinen Katastrophenkanal und wird weiter von seiner geschiedenen Frau mit Hass, von den meisten anderen mit Begierde verfolgt.
Lediglich ein Bostoner Handchirurg scheint über die »Sensationsmeldung« hinaus Interesse an Wallingfords Löwen-amputierter Hand zu entwickeln. Dr. Nicholas Zajac macht es sich zur Aufgabe, einen Hand-Spender für den Journalisten zu finden, wozu er sogar im Internet eine Seite (»www.needahand.com«) schaltet. Der kauzige Arzt, der ansonsten als »Marathonläufer, Vogelbeobachter und Körnerfresser« (S.43) seinen Kollegen in der Praxis Schatzman, Gingeleskie, Mengerink & Partner eher suspekt erscheint und auch privat unter dem Hass seiner geschiedenen Frau leiden muss, die sich zum Lebensinhalt erkoren hat, ihm den gemeinsamen Sohn zu entfremden, sieht nunmehr seine Aufgabe darin, die erste erfolgreiche Transplantation einer Hand zu Wege zu bringen - daneben gilt Zajacs ganzes Engagement der Beseitigung von Hundkot in der Nachbarschaft: Dass die mit einem Lacrosse-Schläger geschossenen Haufen hier und da auch gezielt in Richtung eines Ruderbootes im nahen Fluss fliegen, bringt den einen oder anderen Ruderer gegen den Arzt auf, dem kleinen Sohn aber viel Spass.
Und auch für die Handspende gibt es erste Angebote. Eine Dame aus Wisconsin bietet die Hand ihres Mannes an – für den Fall des plötzlichen Ablebens. Und wenige Zeit später kommt Otto Clausen, der besagte Spender wider Willen, tatsächlich tragisch ums Leben. Doris, seine Witwe, willigt, wie avisiert, in die Transplantation ein, bedingt sich aber aus, den Empfänger vorher kennenzulernen - und fordert zudem, für den Fall ihrer Einwilligung, ein Besuchsrecht für die Hand ihres verstorbenen Mannes. Dass das »Kennenlernen« mit der »spontanen« Zeugung eines Kindes in Eins fällt, dass Doris noch von ihrem verstorbenen Otto meint bekommen zu müssen, nun aber, in Ermangelung des Ehemannes, vom Empfänger der Hand sich ausbittet, wird Wallingford dann kurz darauf, überrascht, aber nicht überfordert, feststellen dürfen.
Mit der Transplantation beginnen nun einige Verwicklungen. Die Clausen-Witwe nimmt ihr Besuchsrecht wahr und Wallingford verliebt sich in eben diese Doris, die jedoch nur etwas für die »neue« Hand des Reporters übrig zu haben scheint. Und diese Hand wiederum scheint auch tatsächlich ein gewisses Eigenleben zu entwickeln, in dem Otto weiterexistiert. - Aber hier nun wollen wir abbrechen.
Mit »Die vierte Hand« - warum es die »vierte« und nicht die »dritte« ist, klärt sich im laufe des Textes – legt John Irving, der im März sechzig Jahre alt wurde, nun seinen zehnten Roman vor. John Irving wurde 1942 in Exeter, New Hampshire (USA) geboren, studierte an University of New Hamshire und der University of Iowa und zwischendurch auch in Wien. Seine Leidenschaft galt schon als Kind, so beteuert er, dem Schreiben und dem Ringen. Mit neunzehn Jahren dann soll er seinen Eltern, einer Krankenschwester und einem Professor für Russische Geschichte, dies auch eröffnet haben. Zumindest aber finden sich beide Themen, das Ringen und das Schreiben, immer wieder in seinen Werken (- im vorliegenden Fall allerdings in der Variante »Journalismus & Baseball«).
Bis zu seinem Erfolg mit »Garp« arbeitete Irving auch als Lehrer für College-Workshops und Ringtrainer – und verkaufte auch schon einmal Erdnüsse bei Foodball-Spielen. Heute lebt er in Vermont und in Toronto, ist verheiratet und hat drei Kinder. Mittlerweile ist er der erfolgreichste lebende Autor der USA.
»Die vierte Hand« ist also, wie gesagt, Irvings elfter Roman. Und es ist ein seltsamer Roman. In Teilen scheint es, als habe der Autor den unbeschwerten Humor seiner ersten Werke wieder erreichen wollen, ganz nach dem – im Text auf die »Nachricht« bezogenen - Motto: »Wenn dieser verwässerten Form [...] überhaupt so etwas, wie ein Gedanke stand, dann ein ganz bescheidener: das selbst das Grausige noch etwas Erhebendes hat (oder haben sollte), vorausgesetzt, das Grausige ist idiotisch genug.« (S.197).
Und in ähnlicher Weise wirkt der Versuch auch, Unbeholfenheiten, Unglücksfälle und Skurrilitäten aneinander zu reihen: Etwas aufgesetzt, etwas holperig, selbst mehr Skurrilität, als der berichtete Inhalt zu liefern vermag. Hier erfreuen dann die seltenen Ausnahmen, wie die Beschreibung des Dr. Zajac, der verbissen um die Aufmerksamkeit seines Sohnes kämpft, so das ihm, dem Hunde- und Kothasser, dann ein scheissefressender Hund ins Haus gerät – selbstverständlich von seiner arglistigen Ex-Ehefrau inszeniert, als Geschenk für den gemeinsamen Sohn, mit der Auflage jedoch, den Hund beim Vater zu deponieren. Die alle vierzehn Tage stattfindenden Spaziergänge Zajacs mit Sohn und Lacrosse-Schläger, auf der Jagd nach dem nächsten Haufen in erbitterter Konkurrenz zum Hund lassen da etwas aufblitzen von einstigem Humor, - leider aber dann doch nur, um seinen Mangel um so unerträglicher zu machen. Dass Irving selbst dies Werk für sein lustigstes hält, tröstet ebensowenig.
Und auch ins anderer Hinsicht scheint es dem Werk eben doch nicht genügt zu haben, auf der Idee einer Amputation/Transplantation basierend sich zu entwickeln. Zwar findet sich immer wieder in Irvings Werken ein grosses Thema, das den roten Faden durch die Geschichte hindurch bildet, wie bspw. die Frauenrechtsbewegung im »Garp« oder die Abtreibungsdebatte in »Gottes Werk und Teufels Beitrag«, jedoch wurde dies Thema, im Gegensatz zu der Bearbeitung in »Die vierte Hand«, dann auch zugänglich gemacht, aufgearbeitet - und dies oft, darin lag die Kunst, ohne ins trockene Theoretisieren zu gelangen. Nun aber, ins seinem jüngsten Werk, scheint dies alles doch eher ein Mäntelchen zu sein, eine Story im Bizarren sich abheben zu lassen von anderen. Ein Mäntelchen - doch um welchen Inhalt gelegt?
Der einzige Inhalt, der hier übrig bleibt, ist ein etwas langatmiger Selbstfindungsprozess, die Eroberung der Liebesfähigkeit, etwas kärglich ausgestaltet, aber doch - dies sei nun positiv vermerkt - anrührend. Sowohl Patrick Wallingford als auch Nicholas Zajac kämpfen sich durch all diese Unbilden hindurch und finden, ohne danach zu suchen, ja ohne die Augen hierfür geöffnet zu haben, die Liebe an unerwarteter Stelle und - zumindest in Wallingfords Fall - auch nicht ohne allerlei Neben- und Randprobleme. Wallingford, der zum Ende des Sensationsjournalismus entsagt, wird zu einem empfindsameren, verletzlichen und sich sorgenden Menschen, einem, der sich selbst findet und Angst hat, sein geliebtes Gegenüber zu verlieren. Dass die Geschichte dann in einem »happy end« mündet und nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, in einem letzten, finalen und alle Skurriliäten bündelnden Todesfall abbricht, ist ebenfalls neu und mag, je nach Gemütslage, den einen oder die andere versöhnen.
Weniger versöhnlich stimmt die immer wieder durch Holprigkeit auffallende Übersetzung Nikolaus Stingls, der schon »Eine Mittelgewichts-Ehe« ins Deutsche brachte, hier aber, so weit ich mich entsinne, ohne derartige Stolpersteine auszulegen. Zumindest hätte vielleicht etwas weniger Eile und etwas mehr Sorgfalt hier dem Werk gut getan - zumindest Schnitzer, wie »[...] ob mit oder ohne das Beispiel seines Vaters [...]« (S.47), übersetzt, als zögen beide Präpositionen den gleichen Kasus nach sich, kann ich mir kaum anders erklären - zumal es zur Glättung ausreicht, den Artikel zu streichen. Aber dies nur am Rande.
Denn, was noch einmal betont werden soll, um nicht in der Kritik egalisierend unter zu gehen, die handwerkliche Aufbereitung des Stoffes ist, was den Autor betrifft, wie zu erwarten, durchaus gelungen - so dass sich sagen liesse: Schreiben kann er noch, der Irving, nur das Thema, der Inhalt fehlte ihm hier - oder vielleicht auch die Phantasie, das Vorstellungsvermögen, aus einer »Nachricht« einen Stoff zu machen. Denn mit »Owen Meany« (oder auch »Gottes Werk«) verglichen - und dies muss wohl der Masstab sein, an dem Irving zu messen ist, fehlt diesem Buch doch einiges an Struktur, an Komplexität, letztlich an Charme. Und auch neben »Witwe für ein Jahr« betrachtet, kann »Die vierte Hand« nichts gewinnen. Lediglich gegenüber »Zirkuskind« besteht der Roman als der gelungenere und in diesem Fall auch: der auf angenehme Weise kürzere.
Wer also einen etwas angestaubten, die Jugendzeit krampfhaft revitalisierenden Humor sucht, der dann doch nicht an den »Wassertrinker« bspw. heranreicht, mag sich mit diesem Buch bescheiden - alle anderen dürften weiterhin auf »den« Irving warten, auf den grossen Wurf, der zumindest, wenn schon »Gottes Werk« oder »Owen Meany« nicht mehr erreicht werden, an »Witwe für ein Jahr« anschliesst......................................................................................
Die Liebe......... Bewertung fürDie vierte Hand / Irving, Johnvon
Quinten
Pro: Besticht durch Wortwitz und skurille Charaktere; aber auch ein Roman mit Tiefe Kontra: -
...auch <Die vierte Hand> erklomm die Bestsellerlisten und wurde von der breiten Öffentlichkeit als neues Meisterwerk bejubelt. Kritiker stehen diesem Roman eher skeptisch gegenüber und rezensieren ihn als mittelmäßig. Ich habe mich von der Kritik nicht zu einem frühen Urteil verleiten lassen und versucht diesen Roman unvoreingenommen zu lesen. Zum Autor: °°°°°°°°°°° John Winslow Irving wird am 2. März 1942 als ältestes von vier Kindern in Exeter, New ... ...schulische Leistungen durch eine Legasthenie, die erst sehr spät erkannt wurde und eine ausgeprägte Leseschwäche geschmälert wurden. Dennoch entwickelte Irving, nicht zuletzt durch die Anregungen George Bennets, einem Freund des Vaters, eine frühe Liebe zur Literatur. Mühsam kämpfte er sich durch die Klassiker Dickens und Dostojewskis, eine eigene Kariere als Schriftsteller konnte er sich aber zum damaligen Zeitpunkt nicht vorstellen. Wie auch, wollte ...
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Pro: für sich alleine ein netter Roman für Zwischendurch Kontra: Irving läßt nach. Kein Vergleich zu seinen bisherigen Büchern, siehe Bericht
...wie "Garp und wie er die Welt sah" (The world according to Garp), "Owen Meany" (A prayer for Owen Meany), "Gottes Werk und Teufels Beitrag" (The Cider House Rules), "Hotel New Hampshire" und vielen anderen mehr. Einige davon wurden in ihren Verfilmungen mehrfach ausgezeichnet. Sehr engagiert läßt er seine Protagonisten in oben angeführten Beispielen für ihre Sache kämpfen, sei es Abtreibung, Pazifismus, Religion, Hilfe für Vergewaltigungsopfer - ... ...klärte mich so nebenbei über die verschiedensten Themen auf, brachte mich zum Lachen, schmunzeln.
Wenige verstehen es, ihre Gestalten so lebendig und real zu zeichnen, und meist begleitet man Irvings Figuren ihr ganzes Leben lang.
So ist es naheliegend, daß ich, nachdem ich in einem Interview mit Irving über seinen neuesten Roman "Die vierte Hand" gelesen hatte, diesen so schnell wie möglich besitzen und lesen mußte.
Da ich mir grundsätzlich nie ...
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Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
sehr hilfreich
22.10.2003
(27.10.2003)
www.needahand.com Bewertung fürDie vierte Hand / Irving, Johnvon
StonerMcT
Pro: ein großes Lesevergnügen... Kontra: ...mit kleinen Abstrichen
...wir beim Thema wären, denn die Hand eines Fernsehjournalisten ist hier schließlich titelgebend. Patrick Wallingford, eine Art Mann ohne Eigenschaften, aber durchaus ein „Frauentyp“, arbeitet bei einem sensationslüsternen 24-Stunden-Nachrichtensender und erlangt erst dadurch weltweite Berühmtheit, dass seine linke Hand vor den Augen der Fernsehnation von einem hungrigen Zirkuslöwen verspeist wird. Ein renommierter Handchirurg, der publicitygeile Dr. ... ...in Dr. Zajacs Klinik aufeinander. Die junge Witwe stellt allerdings eine Bedingung, bevor die Hand transplantiert werden darf: Sie bittet sich ein lebenslanges Besuchsrecht der Hand aus. Noch vor der Transplantation verführt sie Patrick, um endlich zu dem gewünschten Kind zu kommen und aller Welt weismachen zu können, es sei von Otto. Zuerst ist Wallingford irritiert, doch dann passiert etwas Unerwartetes mit ihm: Er verliebt sich in Doris Clausen, ...
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Pro: sprühend, voller Leben, witzig,traurig und verrückt Kontra: steckt nicht wirklich viel dahinter
...erschienen, er kostet 22,90 Euro, die ISBN lautet: 3257063032; das Buch ist mit 438 Seiten ein "mittlerer" Irving.
So, das wären mal die äußeren, die Rahmendaten.
Aber wie sieht es mit dem Inhalt, mit der "Füllung" dieser 438 Seiten aus? - auch hier möchte ich sagen - und nehme somit mein Fazit gewissermaßen schon vorweg - dass es ein "mittlerer" Irving ist. He's not at his best, aber das Lesen lohnt sich dennoch.
Über den Autor:
Viel muss man ... ...Hampshire geboren., nach seinen Studien, die er in Iowa, in Harvard und in Wien betrieben hatte, wurde er erst mal Universitätsdozent, widmete sich aber später nur noch dem Schreiben von Büchern. Darin ist er außerordentlich erfolgreich. Viele seiner Romane wurden verfilmt (Hotel New Hampshire und Garp und wie er die Welt sah beispielsweise) und seine Bücher erreichen nun schon über viele Jahre hinweg Rekordauflagen.
Ich habe zwar nicht alles von ...
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Pro: Gute Einsacht in die Skandalpresse Kontra: Uninteressante Geschichte, eigentlich
...in meinen Berichten finden sich die letzten drei veroeffentlichten Buecher des amerikanischen Erfolgsautors, der mit "The World according to Garp" ansetzte, ein ganz Grosser zu werden. Wie immer hab ich das Buch im Original gelesen, amerikanisches Englisch aus der Neuengland-Gegend, gespickt mit Strichpunkten, Irvings liebstem Spielzeug.
"The fourth hand/Die vierte Hand" ist schon aufgrund seiner gerade mal 300+ Seiten kein Epos, und tut gut daran. ... ...vielmehr eine Geschichte zu lesen, die zwar vollstaendig ist aber mal nicht das gesamte Leben unserer Protagonisten umspannt.
Der Stoff des Buches ist schnell erklaert, und zwar am Besten mit der Geschichte, die Irving selbst am Ende erzaehlt: Eines Abends sass er mit seiner (2.) Frau vorm Fernsehen und sah eine Reportage ueber die erste erfolgreiche Handtransplantation und seine Frau meinte wohl: "Stell Dir vor Schnuckimaus, der Spender verlangt ...
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Pro: Ein neuer John Irving - den muss man gelesen haben Kontra: Die Hälfte hätte auch gereicht
...~~Gefunden!~~
Im Buchhandel, erschienen im Diogenes Verlag, Preis 24,90 €
Als ich die Vorschau in den Händen hielt, freute ich mich riesig: Ein neuer JohnIrving!!! Hochgelobt von der internationalen Presse!!!
Nach längerer Wartezeit bekam ich es endlich: 1140 Seiten "Real-Irving". Voller Vorfreude zog ich mich zurück und fing an zu lesen...
~~zum Inhalt~~
Der kleine, unehelich geborene, Jack Burns macht sich mit seiner Mutter Alice von Kanada aus auf den Weg in die ost- und Nordseehäfen Europas um seinen Vater William, ein Organist und "Tintensüchtiger" zu suchen. Diese lange, hoffnungsvolle Reise beginnen sie in dem Sommer, bevor Jack in die Vorschule kommt.
Ihr erstes Ziel ist Kopenhagen, dort kommen sie sie bei einem Tätowierer unter, den Alice durch ihren Vater (ebenfalls ein bekannter Tätowierer...
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...ISBN: 3-257-22491-5
Seitenanzahl: 853
Preis: 12,90?
weitere Informationen unter: -
weitere Bücher von JohnIrving:
-Gottes Werk und Teufels Beitrag
-Bis ich dich finde
-Witwe für ein Jahr
-Garp und wie er die Welt sah
-Das Hotel New Hampshire
-Die wilde Geschichte vom Wassertrinker
-Eine Mittelgewichts-Ehe
-Zirkuskind
-Die vierteHand
u.v.m.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Autor ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
JohnIrving wurde am 02.März 1942 in New Hampshire geboren. Er hat noch drei weitere, jüngere Geschwister. Aufgewachsen ist er nicht mit seinem leiblichen Vaters, sondern mit Collin F.N. Irving, seinem Stiefvater, der russische Geschichte lehrte.
JohnIrvings Legasthenie hat ihm während seiner Schulzeit große Probleme bereitet, jedoch war für ihn schon früh klar, dass das Schreiben zu ihm gehörte.
Er studierte...
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Pro: Teils interessante Wien- und Kulturkenntnisse Kontra: Totlangweilig, zu stark übertrieben und skurril, unrealistisch, nicht lustig (weil stark übertrieben), zu weit an den Haaren herbeigezogen
...Institute for European Studies in Wien. 1968 wurde sein erstes Buch "Lasst die Bären los!" veröffentlicht, das er, inspiriert durch Günter Grass' "Blechtrommel", schrieb. 1987 schaffte Irving dann mit seinem Roman "Garp und wie er die Welt sah" den Durchbruch.
Mittlerweile wurden viele seiner Bücher, u.a. mit Stars wie Jim Carrey und Jodie Foster, verfilmt und seit Anfang des Jahres ist Irvings neuestes Werk "Die vierteHand" im Handel erhältlich und ist auch wieder ein großer kommerzieller Erfolg geworden, was JohnIrving seiner großen Fangemeinde zu verdanken hat.
-------COVER:-------
Wie alle Cover des Diogenes-Verlages ist auch dieses sehr schlicht. Die dominierende Farbe ist Weiss. Man sieht im oberen Drittel des Covers eine Zeichnung: Ein männliches Wesen (nicht zu erkennen, ob alt oder jung) geht vor einem großen Bären. Darunter...
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hilfreich 02.07.2002
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