Auch ich bin auf die tolle Werbung von Direct Line herein gefallen.
Bis zu 250 Euro sparen - aber zu welchem Preis?
=======================================
So lange Sie immer schön Ihre monatlichen Beiträge zahlen und keine Ansprüche geltend machen wollen, oder so wie bei mir, zum Jahresende die Versicherung wechseln wollen, ist die Direct Line eine sehr empfehlenswerte Versicherung.
Aber die können auch ganz anders, wie ich Ihnen gerne in meinem Fall zeigen möchte.
Ich kann jedem nur raten, wenn Sie ein Telefonat mit Direct Line führen, notieren Sie sich den Namen, die Uhrzeit und um was es bei dem Gespräch ging. Wenn möglich zeichnen Sie das Gespräch auf, man weiß nie wofür es wichtig sein wird.
Also, wie jeder weiß hat man als Versicherungsnehmer das Recht zum Jahreswechsel die KfZ-Versicherung zu wechseln, man muss nur das Kündigungsschreiben rechtzeitig abschicken.
Als ich das am 17.11.07 (per Einschreiben) tat, ging ich auch davon aus, dass das in meinem Fall auch kein Problem geben dürfte, schließlich bin ich schon über mehrere Jahre Kunde von Direct Line und hatte mittlerweile schon drei Fahrzeuge dort versichert (immer ohne Probleme, allerdings auch ohne Schaden).
Direct Line allerdings sah das anders, anstelle einer Kündigungsbestätigung, erhielt ich ein Schreiben in dem stand:
Beitragsvorderung nach Kündigung Ihrer KfZ-Versicherung
=================================================
" durch die Kündigung Ihres Versicherungsvertrages stehen uns nach § 39,40 Absatz II des Versicherungsvertragsgesetz nochmals ein gesamter Jahresbeitrag zu.
Dieser beträgt in Ihrem Fall 330,20 € "
Man gab mir 14 Tage Zeit den Betrag zu überweisen, ansonsten würde man die Angelegenheit an ein Inkassounternehmen weiter gegeben werden, wodurch mir nur noch weitere Kosten entstehen würden.
1. Telefonat
=============
Auf meine telefonische Nachfrage, wurde mir gesagt, das ich mir doch am besten mal die Vertragsbedingungen durchlesen solle, dort würde es drinstehen.
Ich entgegnete nur, das es nicht sein kann, dass ich mich aus einem Versicherungsvertrag "Freikaufen" muss, das dies vielleicht in Amerika oder sonst wo der Fall wäre, hier in Deutschland allerdings nicht.
Die nette Dame beendete unser telefonat kurzerhand, indem sie mir einen schönen Tag wünschte und dann einfach auflegte.
Ich ließ es also darauf ankommen und wartete auf das Schreiben des Inkassobüros, welches allerdings nicht kam, dafür aber eine Vorladung bei der Polizei
Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz
=========================================
wu rde mir vorgeworfen. Direct Line hatte angegeben das ich eine Folgerate nicht gezahlt hätte und ich deshalb ohne Versicherungsschutz fahren würde.
So nahm ich also all meine Unterlagen, Kontoauszüge, Briefe und Notizen mit zu meinem Termin bei der Polizei und auch der Beamte der mit meinem Fall beauftragt wurde konnte nichts erkennen was die Behauptungen der Direct Line stützen würde. Er kopierte sich alles und sagte mir schon am Ende unseres Gespräches, dass die Sache eingestellt werden würde, da die Forwürfe der Versicherung absolut haltlos waren.
Schließlich waren alle Beiträge pünktlich gezahlt worden und es gab auch keinen Rückläufer von der Bank.
Zwei Tage nach diesem Termin erhielt ich wieder ein Schreiben von der Direct Line.
Diesesmal erklärte man mir, das meine Kündigung nicht anerkannt werden kann, da diese erst am 1.12.07 dort eingegangen sei.
Also, wieder ein Telefonat mit der Direct Line
======================================
Dem Mitarbeiter erklärte ich das ich Beweid´sen kann, dass ich das Kündigungsschreiben früh genug abgeschickt hatte und er riet mir, ich solle einen Antrag auf Kulanz stellen, dem würde in 95% aller Fälle statt gegeben werden.
Wie Sie sich sicherlich denken können, gehörte ich zu den 5% bei denen es nicht geklappt hatte.
In meinem Antwortschreiben stand folgendes:
======================================
Sehr geehrte Frau....
der o.a. Vertrag wurde am 13.11.07 gemäß § 39 VVG, wegen Nichtzahlung der Folgeprämie zum 30.11.07 gekündigt.
Somit ist Ihre Kündigung, hier eingegangen am 28.11.07 nichtig.
Jetzt war ich ganz durch den Wind, wann ist denn nun meine Kündigung bei denen eingegangen und warum kündigt mir die Versicherung den Vertrag?
Ich hatte doch alles bezahlt.
Jetzt verstand ich nur noch Bahnhof...
Den Sachverhalt schilderte ich neiner neuen Versicherung und diese sagte mir sie würde sich mit der Direct Line in Verbindung setzen und versuchen den Sachverhalt zu klären.
Ein paar Tage später kam ein Rückruf der neuen Versicherung, man erklärte mir, das sich die Direct Line weigern würde, die Versicherungsdaten heraus zu geben, da es noch eine offene Rechnung geben würde, ich müsse mich nochmals mit denen in Verbindung setzen um das zu klären.
Auf meine Anfrage bei der Direct Line bekam ich dann zur Antwort, das es noch eine offene Rechnung von 41,90 € gäbe und erst wenn dieser Betrag beglichen wäre, würden sie den Vertrag frei geben.
Ich erkundigte mich wohin ich den Betrag zu überweisen hätte und woraus er sich zusammen setzt, daraufhin meinte die Mitarbeiterin im Service Center, dass sie ja wohl keine Auskunft wäre und ich solle doch einfach mal in meiner Post nachschauen, da müßte ich doch etwas vom Inkassobüro haben, daraus könnte ich alle erforderlichen Informationen entnehmen.
Nachdem ich dann einen ihrer Vorgesetzten sprechen wollte, wurde mal wieder kurzerhand aufgelegt.
Mein Hals wurde immer dicker und ich versuchte es am nächsten Tag noch einmal.
Neuer Tag, neuer Service-Mitarbeiter.
===============================
Dieser konnte mir dann zumindestens mal sagen, das ich noch überhaupt keine Post von der Inkasso erhalten haben kann, da der Fall erst vor einpaar Tagen dorthin abgegeben worden sei.
Das war ja schon mal etwas...
Aber leider konnte man mir immer noch nicht sagen, woher die 40 Euro kamen die noch offen waren. Aber er sagte mir zu, das er sich mit einem Mitarbeiter des Rechnungswesens in Verbindung setzen wollte, und die mir dann etwas schicken würden, so das ich den Betrag überweisen kann.
Die neue Versicherung musste auch vom Vertrag zurücktreten, weil sie die nötigen Unterlagen nicht ausgehändigt bekam.
Also, holte ich mir Rat bei dem Polizeibeamten bei dem ich wegen der Sache mit dem Fahren ohne Versicherungsschutz war. Seiner Meinung nach wäre es besser, wenn ich das Fahrzeug abmelde um weiteren Kosten zu entgehen, denn so wie ich ihm den Fall geschildert hatte, geht er davon das eine Anzeige mit ziemlicher Sicherheit das nächste ist was auf mich zukommen würde, ich solle nur alles aufheben, so das ich alles belegen kann.
Degwegen, an alle:
Finger weg von Direct Line.
Es bringt nichts als ärger.
Mir zumindest ab dem Zeitpunkt meiner Kündigung, wobei wir jetzt streiten, wer wem gekündigt hat.
Auch sind die Chancen bei einer Klage gegen die Versicherung gering, ich überweise nun erst mal die 40 Euro und werde dann weiter schauen was passiert.
18.08.2011 10:41
Weiterer wichtiger negativer Punkt der "günstigen" DirectLine: Die arbeiten bspw. bei der Zweitwagenversicherung mit internen Tarifeinstufngen (was sie seit einiger Zeit dürfen). D.h. die SF-Klassen sind DirectLine-interne Einstufungen und werden bei einem Versicherungswechsel NICHT BESTÄTIGT ! Egal ob man 2 oder 10 Jahre bei der DirectLine ist: bei einem Wechsel wird die SF1 bestätigt. Dadurch kann eine im ersten Jahr vielleicht etwas teurere Versicherung bereits im zweiten Jahr wesentlich billiger sein (da die DirectLine bspw. bei unseren 2 Fahrzeugen auch nach 2 Jahren keine SF-Klassenanpassung vornahm). Daher unterstütze ich den Tenor dieses Berichtes: FINGER WEG!
26.11.2008 13:48
Acronicta hat Recht!! Versicherungsverträge mit Direct Line gehen nicht auf das Kalenderjahr, sondern laufen grundsätzlich 1 Jahr ab Vertragsschluss und verlängern sich gegebenfalls um ein weiteres Jahr. Einen Stichtag 30.11. wie bei dem meisten anderen Kfz Versicherungen gibt es also bei Direct Line nicht. Vermutlich war es bei kleinebine so, dass die Kündigung irgendwann, vielleicht sogar zu Beginn eines Versicherungsjahrs erfolgte, aber erst zum Ende des individuellen Versicherungsjahres wirksam wurde und daher der volle Beitrag zu entrichten war. LG Olaf
13.11.2008 13:15
Der Ärger mit der Kündigung zum 30.11. dürfte daran liegen, dass man DiredtLine eben NICHT zum 30.11. kündigen kann, sondern, wie es auch in den Versicherungsunterlagen steht, mit 4 Wochenfrist zum Auslauf der Versicherungsjahres. Hat man also mal am 1.6. die Versicherung abgeschlossen, muss man bis zum 30.4. kündigen. Der häufige Stichtag 30.11. ist KEIN VERBINDLICHER Kündigungstermin für alle KFZ-Versicherungen !!! Und dass Versicherungen das Geld für das ganze Versicherungsjahr nachfordern, war im Jahre 2007 durchaus üblich und legal! Steht alles in den Versicherungsbedingungen... Also hatte "kleinebine" selber Schuld!