Dogma - Get "Touched" by an Angel (Film)

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Dogma - Get "Touched" by an Angel (Film)

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Die Englein singen...

4 13. Dez 2001

Pro:
Nette Unterhaltung

Kontra:
Man hätte mehr draus machen können .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor:

Spannung:

Anspruch:

Action:

Romantik:

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Videokind

Über sich: Wie der Spitzname schon vermuten läßt ein verrückter Filmfreak mit Schwerpunkt in phantastischen Ber...

Mitglied seit:07.05.2000

Erfahrungsberichte:179

Vertrauende:60

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

...hört man in diesem Streifen zum Glück nicht, aber man kann erleben, mit welchen Tätigkeiten die Himmelsboten heutzutage so beschäftigt sind. Den Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller Kevin Smith beschäftigte der Gedanke, was die ganzen Handlanger Gottes, die in den letzten Jahrtausenden so inflationär zu tun hatten, heutzutage so alles treiben. Und so ersann er eine Geschichte rund um Engel, Propheten, Apostel, Dämonen und was sonst noch alles in der christlichen Mythologie so kreucht und fleucht.

Die beiden wegen Befehlsverweigerung ausgestossenen Engel Loki und Bartleby sollen ihr Leben auf der Erde fristen. Eine neue Kampagne der katholischen Kirche bietet ihnen eine Chance zur Rückkehr: wer die Tore einer bestimmten Kirche in New Jersey durchschreitet, dem werden alle Sünden vergeben. Dies würde allerdings weitreichende Konsequenzen für das Universum haben: sollten die Engel durch die von der Kirche ausgesprochene Vergebung in den Himmel zurückkehren, würde das bedeuten, dass Gottes Entscheidung aufgehoben ist. Und da das nicht sein kann, denn Gott ist unfehlbar, würde alles aufhören zu existieren. Dummerweise ist der Chef aber von einer seiner Inkognitoreisen als Minigolfspieler nicht zurück gekehrt. Also müssen die Stellvertreter die Gegenmaßnahmen organisieren. Man erwählt Bethany, die vom Glauben abgefallen ist und zudem in einer Abtreibungsklinik arbeitet, die göttliche Mission zu erfüllen. Sie erhält Unterstützung von zwei Propheten, einem in der Bibel nicht erwähnten 13. Apostel und der Muse Serendipity. Es beginnt ein Wettlauf zu dem besagten Gotteshaus. Doch es mischt noch eine dritte Partie mit: der Dämon Azrael und seine Schergen versuchen mit allen Mitteln, Bethanys Mission scheitern zu lassen...

Der Film begint mit einigen Schrifttafeln, auf denen die Produzenten versichern, dass man niemand auf den Schlips treten möchte. Denn schließlich hat Gott auch Humor; hätte er sonst das Schnabeltier erschaffen? Aber ehrlich gesagt hätte man sich das auch sparen können. Denn wer sich auf ein paar locker eingestreute Blasphemien freut ist hier im falschen Film. Vielmehr läßt Smith seine Figuren Fragen aufwerfen und Hypothesen aufstellen, welche zwar "das Buch der Bücher" in einigen Passagen anzweifelt, aber an der Existenz eines übermächtigen Wesens selber nicht rüttelt. Beispielhaft ein Dialog, der die Grundhaltung des Films verdeutlicht. Bethany unterhält sich mit dem Sprachrohr Gottes, dem Engel Metatron. Als sie ihn fragt, wo Gott war, als sie durch eine Erkrankung keine Kinder mehr bekommen kann oder als ihr Mann sie verlassen hat erhält sie nur eine der typischen ausweichenden, nichtssagenden Antworten. Dieser Sequenz merkt man die Alibifunktion "Wir haben auch ernste Sachen angesprochen" deutlich an.

Der Großteil der Gags ist also religiös unbedenkliches Herumgealbere mit dem Zusammentreffen antiker Sagengestalten mit der modernen Zivilisation. Das dabei die Mythologien vermischt werden untermauert die These Smith's, dass die Religionen Menschenwerk sind und es tatsächlich nur eine Instanz gibt. Selbst auf die Gefahr hin, von einigen Theologieprofessoren gesteinigt zu werden: Loki gehört meines Wissens nach der nordischen Hemisphäre an und die Musen würde ich eher dem griechischen Götterreigen zuordnen. Damit Ihr Euch vorstellen könnt, was Euch erwartet, möchte ich zwei besonders gelungene Gags beispielhaft anführen: Engel Metatron erscheint Bethany in ihrem Schlafzimmer als flammende Erscheinung. Erschrocken springt sie aus dem Bett und sprüht die göttliche Erscheinung erst mal mit einem Feuerlöscher ab. Loki unterhält sich auf dem Flughafen mit einer Nonne, die eine Kollekte durchführt. Mit knappen Sätzen läßt er sie erheblich an ihrem Glauben zweifeln. Zufrieden kehrt er zu Bartleby zurück. Dieser fragt, warum er das getan hat; er weiß schließlich genau, dass es einen Gott gibt. Loki, zufriedend grinsend: "Ich liebe es, diese Katholiken zu verunsichern."

Ich habe jetzt schön öfters gehört und gelesen, dass der Streifen mit "Das Leben des Brian" verglichen wird. Dieser These möchte ich vehement widersprechen, da dies zu einer falschen Erwartungshaltung führt. Lediglich das Kokettieren mit der Religion ist beiden Filmen gemein. Während Monty Python ein unglaubliches Trommelfeuer an verbalen und visuellen Gags losgelassen haben, deren Querschläger sich in einer Vielzahl von Geschehnissen im Hintergrund wiederfanden, konzentriert sich "Dogma" mehr auf den Dialog und darauf, die Geschichte konsequent vorwärts zu bringen. Hintergrundgags sucht man größtenteils vergebens; wenn, sind sie lediglich in Form von Graffitti oder Plakaten zu entdecken. Auch Querverweise zu anderen Filmen erhält man nur via Dialog. Am Anfang glaubte ich zwar, in einer Kamerafahrt der Kiche in New Jersey entlang eine Hommage an Carpenters "Fürsten der Dunkelheit" zu erkennen, aber da diese Verweise nicht fortgesetzt werden schiebe ich es jetzt auf einen Zufall.

Ein glückliches Händchen hatte man bei der Besetzung der Rollen. Die Typen werden von ihren Darstellern sehr überzeugend rübergebracht. Durch die recht originelle Geschichte hatte man wohl keine Mühen, mehr oder wenige bekannte Jungstars wie Ben Affleck, Matt Damon und Linda Fiorentino für das Projekt zu gewinnen. Optisch aufgewertet wird der Film durch die Präsenz von Salma Hayek. Regisseur Kevin Smith agiert als Prophet Silent Bob. Etwas überrascht war ich von der Verpflichtung Howard Shores für den Soundtrack. Ist dieser doch eher bekannt, düstere Streifen zu vertonen, wie etwa die Werke des Kanadiers David Cronenberg. Doch seine Musik für "Dogma" erweist sich als sehr passend, wenn auch nicht als weltbewegend. Die Kameraführung ordnet sich der Geschichte unter und verzichtet auf größere Spielereien. Man hat immer die mit Vergnügen spielende Darstellerriege im Blickfeld.

Wenn es um eine mythische Geschichte geht sind natürlich auch die Tricktechniker gefragt. Die Umsetzung der Engelsflügel entsprechen im Großen und Ganzen der Traumsequenz von "Brazil", einige wenige Computerspielereien gibt es auch. Großartig amüsiert habe ich mich über einen Killer aus der Hölle, der von der Idee her grandios ist und man daher die lediglich "gute" Umsetzung verschmerzt. Auch einige Shoot-Outs sind gelungen - so wie ich überhaupt von dem für eine leichte Komödie vorhandenen Blutgehalt etwas überrascht war - positiv natürlich ;-).

"Dogma" ist ein leidlich unterhaltsamer Streifen, der das Publikum mit einer erfrischend neuen Geschichte unterhält. Es gibt zwar selten einen großen Brüller, dafür wirkt der Film aber über die ganze zweistündige Laufzeit amüsant und zum Ende hin sogar spannend. Die eine oder andere Auflösung von Rätseln ist zwar nicht so gelungen bzw. enttäuschend, aber unterm Strich kann ich ruhigen Gewissens den Daumen nach oben zeigen lassen.

Noch ein paar Worte zur DVD: Neben dem Film (natürlich) gibt es noch den deutschen und den englischen Trailer sowie kurze Interviews mit Ben Affleck, Kevin Smith, Linda Fiorentino und Salma Hayek, welche aber nur das übliche Promotiongelaber enthalten. Als Sprachen stehen Deutsch und Englisch mit dt. Untertitel zur Verfügung - auf eine ausufernde Untertitelorgie wurde verzichtet. Einige werden zwar meckern, dass man noch erheblich mehr an Zusatzmaterial hätte draufpacken können - es ist ja mittlerweile Usus, eine zweite DVD nur mit "Specials" dranzuhängen. Ich möchte an dieser Stelle aber mal den Sinn & Zweck hinterfragen, den es haben soll, wenn ich Zusatzmaterial erhalte, das insgesamt länger dauert als der Film selber. Ich nutzte das ganze Zeug so gut wie gar nicht, weil ich in der Zeit nämlich lieber einen vollwertigen Film anschaue! Am besten hat mir bei meinem Exemplar der DVD allerdings der Preis gefallen: die habe ich nämlich zum Geburtstag geschenkt gekriegt und deshalb an dieser Stelle nochmals ein herzliches: "Danke schön, Mädels!". 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
DSchaeferhund

DSchaeferhund

21.05.2006 16:11

hab den gestern geguckt, zum dritten mal. Ich find den echt genial gemacht. Vorallen dingen nimmt der soviel auf die Schippe und macht sich über viel lustig und eine Kanadierin spielt auch mit :-D lg DS

hotpepper

hotpepper

03.01.2003 12:11

Ich kenne den Film ebenfalls und muss mich deiner Meinung anschließen.Gelungene Schauspielerwahl nur der gewisse Touch um den Film die passende Note zu verleihen fehlt. Aber sehenswert ist er auf jeden Fall und dein Bericht auch.Gut geschrieben und ausführlich berichtet.Deine Meinung, denke ich, ist ganz klar verständlich.

HansGruber

HansGruber

12.06.2002 13:56

frage mich, wann mooby, das goldene kalb, den deutschen markt erobern wird...

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