Gott steht Kopf
18. Nov 2004
Pro:
komplexer als manch theologisches Buch und dabie noch lustig, Schauspieler, Drehbuch, Humor
Kontra:
nur wenig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor:
Spannung:
Anspruch:
Action:
Romantik:
mehr
 CHRISTOPH_BROERMANN
Über sich:
---- nahtloser Übergang in den Winterschlaf ---- wünsche allen eine besinnliche Adventszeit
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
FAZIT: Ein wahnsinniger Film, der in seiner Verrücktheit die Komplexität einer Religion besser darstellt als so manch theologisches Buch. Für tolle Schauspieler, gute Effekte, das witzige, einfallsreiche Drehbuch, für super Unterhaltung gibt es 5 Sterne.
SCHAUSPIELER: Da ich zu Beginn des Filmes nicht wusste, was mich erwartete, galt mein Hauptaugenmerk, mein Interesse den beiden Freunden Ben Affleck und Matt Damon. Im Laufe des Filmes gab es aber dann eine Überraschung nach der anderen.
Das Zusammenspiel von Affleck und Damon erweist sich als ausgesprochen harmonisch und zeugt von einem guten Verständnis. Da wirkt nichts gekünstelt oder übertrieben, sondern einfach nur menschlich. Dabei hat Ben Affleck als Bartleby eindeutig die größere Rolle abbekommen, was sich besonders im Finale zeigt. Die Rolle des aufsässigen Engels steht ihm sehr gut. Dagegen fällt Matt Damon als Loki zum Ende hin etwas ab, sowohl von der Rolle als auch von seiner Leistung her. Seinen Höhepunkt hat er in der Mitte des Films, wo er seine sarkastischen Fähigkeiten als Todesengel unter Beweis stellen darf. Die beste Leistung des Films kann, nein muss ich Alan Rickmann als Metatron bescheinigen. Metatron ist ein Engel, pardon genauer ein Seraphin, die Stimme Gottes, der darunter leidet, dass ihn keiner eigentlich kennt. Und Rickmann hat zwar nicht die meisten Auftritte in diesem Film, aber dafür hat er alles anzubieten, um diese zu einem absoluten Genuss zu machen. Und wer Allan Rickmann als Snape, oder als Scherriff von Nottingham gesehen hat, der wird erstaunt sein, über die Wandlungsfähigkeit des Schauspielers.
Etwas unauffälliger, aber nicht schlechter präsentiert sich Linda Fiorentino als Bethany. Sie ist eine junge Frau, die mit Gott und mit dem Schicksal
hadert, trotzdem aber bereit ist, sich in die Geschichte einzumischen. Dabei wirkt Fiorentino sehr bodenständig – schließlich ist sie auch nur ein Mensch, wenn auch mit besonderer Abstammung, zwischen Engeln und Propheten. Und die Propheten sind mit Abstand die abgedrehtesten Typen in dieser Geschichte. Jason Mewes als Jay ist eine schlimmere Quasselstrippe als Eddie Murphey und hat eigentlich dabei nur eine Sache im Kopf: Sex. Und Kiffen. Aber eigentlich nur Sex. Das krasse Gegenteil, zumindest vom Mundwerk her, ist Kevin Smith als Silent Bob, der seinem Namen alle Ehre macht und dafür mit toller Mimik und Gestik für etliche Lacher sorgt.
Als 13., schwarzer Apostel ist Chris Rock eine hervorragende Besetzung, Salma Hayek ist als Muse Serendipty eine Augenweide und Jason Lee spiel den Azrael mit viel Coolness. Besonders erwähnenswert ist Alanis Morrissette als Gott, die eine der schwersten Rollen der Filmgeschichte absolut sympathisch umsetzt. DER FILM:
Wenn man einen Film dreht, der sich mit Gott, Engeln und der katholischen Kirche befasst, muss man aufpassen, dass man weder zu religiös wird noch zu sehr kirchenfeindlich wird. Regisseur Kevin Smith ist dieses Problem sehr gut angegangen und herausgekommen ist „Dogma“ – eine Satire der besten Art mit vielen Elementen aus anderen Genres. Smith, der auch selbst das Drehbuch geschrieben hat, zielt mit seinen meist heiteren Dialogen und Wortgefechten vorrangig auf das Erscheinungsbild der Römisch-Katholischen Kirche und deren Überlieferung. Dabei fällt er so gut wie nie ins polemische ab – einzige, witzige Ausnahme ist eine umgeformte Glaubensformel: „Nicht geboren, sondern in die Welt geschi.....“ die aber im Geschehen nicht anstößig wirkt, zumal sie nicht auf einen Christen gerichtet ist.
„Dogma“ ist alles andere als nur eine Komödie. Smith hat viele Splatter- und Action Elemente eingebaut, die erst recht dafür sorgen, dass es in diesem Film nicht langweilig wird. Neben lustigen Dialogen gibt es also auch noch etwas fürs Auge. Zusätzlich hat dieser Film einen spannungsreichen Aufbau, der ein bisschen was von einem Krimi hat, da noch viele Fragen zu klären sind Das Ganze wirkt völlig unverkrampft, will gar nicht erst ernst genommen werden, sondern nur unterhalten, unterschätzt aber die Möglichkeit zur nachfolgenden Diskussion durch die im Film angesprochenen Themen. Smith stellt in diesem Film viele religiöse Fragen, nicht als Moralapostel, sondern einfach nur mit dem Hintergedanken: Könnte es nicht auch anders gewesen sein? Dabei kommen natürlich Themen auf den Tisch, die der Katholischen Kirche gar nicht schmecken dürften: Hatte Maria Sex? Hatte Jesus Sex? Gab es vielleicht 13 Apostel? Und natürlich: wie ist Gott denn so? Überhaupt werden konservative Ansichten über Gott und die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt. Dass Gott einen feinen Sinn für Humor hat, zeigt dieser Film auf eine brillante Art und Weise, dass man ihm die Seitenhiebe auf die katholische Dogmatik gar nicht übel nehmen kann. Nichts desto trotz ist die Tatsache, dass ausgerechnet die Dogmatik der Kirche eine Lücke in Gottes Heilsplan schlägt, schon eine deutliche Aussage.
DER INHALT: Irgendwann, nachdem der Todesengel Loki (Matt Damon) die Erstgeburt Ägyptens getötet hat, und sich im Vollrausch mit seinem Freund, dem Wächter Bartleby (Ben Affleck) unterhalten hat, schmeißt er seinen Job hin und die beiden werden von Gott (Alanis Morrisette) für alle Ewigkeit nach Wisconsin verbannt. Doch etwa 2500 Jahre später, also in heutiger Zeit sorgt ausgerechnet die Katholische Kirche mit ihren dogmatischen Winkelzügen für ein Hintertürchen von Gottes ewigen Plan: Sie bietet jedem, der eine bestimmte Kirche durch ihr großes Portal betritt die Vergebung aller seiner Sünden. Als Loki und Bartleby von einem anonymen Absender von dieser Chance hören, beschließen sie, diese zu nutzen, um wieder in den Himmel zu gelangen. Unterstützt von der in der Hölle stationierten Ex-Muse Azrael (Jason Lee) machen sie sich auf den Weg, wobei gerade jetzt der Ex-Todesengel Loki wieder beginnt sein Handwerk auszuüben. Hilfesuchend wendet sich Metatron (Alan Rickman), ein Seraphin und die Stimme Gottes, an die Abtreibungsärztin Bethany (Linda Fiorentino). Ausgerechnet sie soll verhindern, dass die verbannten Engel die Kirche betreten, denn ansonsten würde alles, was existiert, vernichtet, da Gott durch das katholische Dogma wiederlegt würde. Nur widerwillig stimmt Bethany zu – und sie bekommt Unterstützung durch die zwei sexsüchtigen und kiffenden „Propheten“ Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith), die sie prompt vor drei Schlägertypen retten. Weitere Hilfe bekommen sie durch den schwarzen Apostel Rufus (Chris Rock) und die Muse Serendipty (Salma Hayek). Und die benötigt sie auch dringend, denn irgendjemand versucht sie aufzuhalten, bevor sie die Engel aufspüren können und dann muss Metatron der Gruppe beichten, dass Gott ihnen nicht mehr helfen könnte, da er von einer seiner monatlichen Ausflüge zum Minigolf nicht zurückgekommen ist...
Hat jemand schon mal Gott einen Kopfstand machen sehen? Nach Kevin Smith’s „Dogma“ schon, denn da wird so ziemlich alles auf den Kopf gestellt, was mit Religion, Gott und der Katholischen Kirche zu tun hat. Daher habe ich mich entschieden, meinen Bericht vom Ablauf her ebenfalls auf den Kopf zu stellen. Aber das wird ja jetzt schon jeder gemerkt haben...
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20.01.2005 22:48
Ein wirklich coller Film!! Da haste Recht!!!LG Claudia
18.11.2004 20:29
Ich LIEBE diesen Film!!!!!!!! Lieben Gruß Drea
18.11.2004 19:28
Klasse Film, kann man gar nicht oft genug sagen. Irgendwie sind aber auch alle Schaupsieler Klasse und eben insbesondere Alan Rickman, der ist so böse sarkastisch. Klasse Bericht. VG Katia