Dohse Hobby Rabomed

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Bestes Ichthyo-Mittel

5  29.08.2000

Pro:
gut verträglich, nicht teuer, nur ein Wirkstoff

Kontra:
Empfehlung zur Prophylaxe

Empfehlenswert: Ja 

Apisto

Über sich:

Mitglied seit:12.05.2000

Erfahrungsberichte:43

Vertrauende:14

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 13 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Das Produkt Rabomed von "Dohse Aquaristik" ist eines der nützlichsten Medikamente für die Aquaristik, die ich kenne.

Es handelt sich hier um ein Mittel zur Bekämpfung von Hautparasiten, speziell Ichthyophthirius (multifilis) und Costia. Es wirkt sehr zuverlässig und ohne Nebenwirkungen.

Es ist in einer kleinen 24ml-Plastikflasche erhältlich, die zur Behandlung in 600 Liter Wasservolumen ausreichend ist. Die Flasche ist durchsichtig, so daß man immer sehen kann, wieviel noch in ihr drin ist. Außerdem hat sie eine Skala aufgedruckt, auf der man die zu dosierende Menge ablesen kann.

Bei Rabomed handelt es sich um ein Medikament mit nur einem einzigen Wirkstoff, nämlich Malachitgrünoxalat (1ml Rabomed enthält 2mg Wirkstoff). Malachitgrünoxalat ist ein für Fische sehr gut verträglicher Wirkstoff. Außerdem kann durch nur einen Wirkstoff sehr gut gezielt behandelt werden und es kommt nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen oder Resistenzerscheinungen gegen andere Wirkstoffe, die beim konkreten Krankheitsbild unnötig wären.

Hin und wieder wird auch Malachitgrünsulfat verwendet, welches zwar ebenso gegen die Krankheitserreger wirkt aber weniger gut verträglich für die Fische ist. Leider wird dieser Wirkstoff oft in Medikamenten mit Breitbandwirkung verwendet, wo es dann auch einen Mix von verschiedenen Wirkstoffen gibt, die zu den oben angesprochenen Erscheinungen führen KÖNNEN.

Das Mittel ist - entgegen der Bezeichnung - blau. So färbt es bei der Anwendung auch das Wasser blau. Diese Färbung verliert sich allerdings mit der Zeit und färbt bei normaler Dosierung auch keine Einrichtungsgegenstände oder ähnliches.

Wichtig ist, die Dosierung einzuhalten: 3 Tropfen auf 10 Liter Wasser. Gemeint ist hier wirklich der Nettoinhalt, also abzüglich der durch Einrichtungsgegenstände verdrängten Wassermasse und der nicht bis oben hin aufgefüllten Wassermasse. (Als Faustformel kann hier gelten: Bruttoinhalt des Beckens - 10%)

Die Behandlung muß unbedingt im befallenen Becken ausgeführt werden, oder man muß die Behandlung in einem Quarantänebecken vornehmen und das betroffene Becken ausräumen und desinfizieren (incl. Pflanzen und Einrichtungsgegenständen!). Das lohnt jedoch nicht, da das Mittel auch auf Pflanzen keine schädliche Wirkung hat.

Leider steht auf der Flasche, daß die Behandlung bei "Bedarf" nach 60 Stunden wiederholt werden soll. Dort steht aber nicht was das bedeutet. Bei Befall mit Ichthyo MUSS die Behandlung unbedingt wiederholt werden. Am besten dosiert man die gleiche Menge Medikament nach 3 Tagen noch einmal nach und nach weiteren 3 Tagen noch einmal. Das Medikament wirkt nur gegen die frei schwimmenden Stadien der Erreger, nicht jedoch gegen die verkapselten Formen. Damit auch diese bekämpft werden, muß man die Behandlung wie angesprochen wiederholen. Nur so können die später geschlüpften Erreger ebenfalls bekämpft werden und die Krankheit schließlich vollständig beseitigt werden.

Nach der komplett abgeschlossener Behandlung (3 x mit je 2 Tagen Pause) sollte die Hälfte des Wassers gewechselt werden. Es kann zusätzlich über Kohle gefiltert werden um das Medikament vollständig herauszufiltern. Das ist jedoch nicht unbedingt nötig. Der regelmäßige Wasserwechsel tut es auch.

Leider wird auf der Packung auch davon gesprochen, daß das Mittel vorsorglich angewendet werden soll, z.B. bei Neubesatz oder Fischtransport. Davon halte ich überhaupt gar nichts. Man sollte die Fische nur dann behandeln, wenn sie wirklich krank sind. Durch solche Prophylaxe-Maßnahmen erhöht man nur das Risiko, das Erreger durch die schwächeren Dosierungen, die sie vielleicht so gerade noch überleben, mit der Zeit resistent werden. Außerdem tut es den Fischen auf Dauer bestimmt nicht gut, ständig in Chemikalien zu schwimmen.

Das Medikament darf nicht bei Tieren angewendet werden, die der Lebensmittelgewinnung dienen.

Sehr gut ist, daß ein Verfallsdatum auf der Verpackung angegeben ist. Das Medikament sollte unbedingt dunkel aufbewahrt werden, da der Wirkstoff lichtempflindlich ist.

Also: Zur Behandlung speziell von Ichthyo gibt's nichts besseres! Zur Vorbeugung laßt aber bloß die Finger davon (von allen Medikamenten).
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Apisto

Apisto

21.09.2000 09:23

Es stimmt, die Temperaturmethode KANN funktionieren. Nur zuverlässig ist sie nicht. Und es gibt durchaus einige Fischarten, die die 30 Grad über ca. 2 Wochen nicht gut vertragen, ebenso viele Pflanzen. Außerdem enstehen bei dieser Methode leicht Dauerzysten von Ichthyo (die immer dann abgesetzt werden, wenn die Lebensbedingungen für Ichthyo schlechter werden). Die liegen dann einige Monate, ohne daß sie von irgendwas angegriffen werden (Medikamente usw.). Nach einigen Monaten schlüpfen sie und führen zu einer Neuinfektion. Wenn sich dann die Lebensbedingungen der Fische nicht stark verbessert haben, kommen sie mit den erneuten Befallsdruck nicht klar und die Krankheit bricht erneut aus. Hat bestimmt der eine oder andere schon erlebt!

max66

max66

20.09.2000 17:55

Übrigens hat sich schon jemand Gedanken gemacht warum in einem Diskusbecken keine Ichty sind? Dann werd ich euch mal einen Tip geben.Dieser Erreger hält eine Wassertemperatur von 30 und mehr Grad nicht aus und darum kann man Ichty auch bekämpfen indem man die Wassertemperatur einige Tage auf diesen Wert erhöht. Eine sehr effektive und biologische Art Ichty zu bekämpfen.

Apisto

Apisto

11.09.2000 12:13

Danke für den Tip mit dem "punktol". Ist ja auch nicht schlecht, noch eine Alternative zu haben. Und das Zoo'fach'händler eine andere Meinung zur Vorsorge haben, also ich, weiß ich ja. Zugegeben, ich kann wahrscheinlich nur sehr eingeschränkt beurteilen, was dort abgeht, trotzdem denke ich, daß man auch ohne Prophylaxe auskommt.

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