Donald Duck Sonderheft # 217 / Walt Disney

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Donald Duck Sonderheft # 217 / Walt Disney

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=/= Dagoberts Sohn und Gefahr aus einem Kino =/=
Erfahrungsbericht von hammi79 über Donald Duck Sonderheft # 217 / Walt Disney
28.08.2007


Produktbewertung des Autors:   


Pro: prima Auswahl an hochwertigen Geschichten; viele gelungene Comics dabei
Kontra:  -   -   -

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht


Auch dieses Mal soll es nach Entenhausen gehen. Dieses Mal drehen wir den Zeiger der Zeit jedoch nicht sehr weit zurück, denn das vorliegende Sonderheft aus der Donald Duck Reihe erschien bereits im Jahre 2005. Im Gegensatz zu den kleinen Donald Duck Büchlein haben die Sonderhefte einen typischen Comicstreifen Charakter mit mehreren kurzen Geschichten, die jedoch zumeist sehr lesenswert sind, da in das vorliegende Format ausschließlich qualitativ hochwertige Geschichten abgedruckt werden.

Für diejenigen, die Genaueres über das Donald Duck Sonderheft im Allgemeinen wissen möchten, sei hier eine kurze Erläuterung gegeben. Alle anderen mögen schon mal zum zweiten Punkt voraneilen.

■ Kurze Übersicht über das Donald Duck Sonderheft im Allgemeinen ■

Der Name Sonderheft ist meines Erachtens etwas verwirrend, da die vorliegende Reihe einmal im Monat und nicht nur sporadisch erscheint.
Die Donald Duck Sonderhefte bestehen zumeist aus etwa 60 Seiten, die aus teils unveröffentlichten Donald Duck Geschichten sowie ständig wiederkehrenden Rubriken bestehen und hierbei an die grobe Heftstruktur des Micky Maus Magazins angelehnt sind.
Erfreulich ist, dass so gut wie keine Werbung in den Sonderheften auftaucht und die Geschichten allesamt inhaltlich und zeichnerisch von hoher Qualität sind. Micky Maus Geschichten sucht man in dieser Reihe (aus meiner Sicht zum Glück) vergeblich.
Neben den unterschiedlichen Comic Geschichten, die entweder als Erstveröffentlichung in den Donald Duck Sonderheften abgedruckt sind oder bereits als "hochwertige" Geschichten aus mehr oder weniger älteren Micky Maus Magazinen entstammen, gibt es einige stets vertretende Rubriken in den Heften.

- Ausgewählte Leserbriefe: Hierbei werden die interessantesten eingeschickten Leserbriefe abgedruckt, die zumeist mehr oder weniger interessante Fragen á la "Wie alt ist Donald Duck", "Wieso hat Donald nie eine Hose an", "Wann wurde Dagobert Duck geboren". Immer wieder spannend, wie die Redaktion des DD Sonderheftes auf alles eine passende Antwort weiß.

- Neues aus Entenhausen: In dieser Rubrik befindet sich stets eine zweiseitige Kolumne des freien Schreibers Wolfgang J. Fuchs, in der er spezielle Ereignisse in Entenhausen kommentiert. So werden hier beispielsweise die Einführung neuer Medien, wie das Internet und das Handy, in den neueren Donald Comics erklärt.

- Texterportrait: In dieser Rubrik findet man die Biographie und die Arbeitsbedingungen eines ausgewählten Storywriters der Donald Geschichten. Für mich eine eher uninteressante Kategorie, denn wenn es mich interessiert, wie der Werdegang eines Texters war, dann schaue ich einfach schnell im Internet danach.

- Manchmal bestimme Extras, wie z.B. Poster am Heftende (bei den neueren Ausgaben) oder jahreszeitlich bedingte Stickermotive

■ Die Geschichten des vorliegenden Heftes unter der Lupe ■

Natürlich sind die Stories in den Donald Heften das Salz in der Suppe und sollen somit auch den Hauptbestandteil meines Berichtes ausmachen.
Wie der geneigte Leser es aus meinen anderen Entenhausen Berichten kennen dürfte, gibt es zu Anfang einen kleinen inhaltlichen Überblick, woran sich dann meine eigene Meinung zu jeder Geschichte anschließen wird.


▬ Hausmann der alten Schule (11 Seiten) ▬

Frühjahrsputz ist angesagt im Hause Duck. Da dies aber mitunter eine sehr einseitige Angelegenheit sein kann, beschließen die drei Neffen Donalds namentlich Tick, Trick und Track etwas Schwung in die Arbeit zu bringen und ihren musikalischen Auftritt beim Fähnlein-Frühlingsfest zu üben. Natürlich geht hierbei einiges an Putztätigkeiten schief (welcher Mann kann auch schon zwei Dinge gleichzeitig und fehlerfrei machen? *g*), so dass am Ende nicht nur Donalds Nerven, sondern auch sein Haus blank liegen.

Eine sehr nette Geschichte, die sich hervorragend in einem durchliest. Die Zeichnungen sind allesamt prächtig und detailliert gelungen und unterstützen die amüsante Story nach allen Kräften. Die Idee der Geschichte ist gut überlegt und es wird kein Fettnäpfchen für Donald und seine drei Neffen ausgelassen. Herrlich, welchen Schlamassel die Ducks bei sich zuhause anrichten. Nachdem Donald ganze Arbeit geleistet hat und nur mehr der Kern des Hauses steht meint Donald zu Recht "Was habe ich getan, dass mich das Schicksal heute so hart straft?"
Insgesamt eine Geschichte, die mich sofort überzeugen konnte. Daher eine verdiente

Note: 1.

Erscheinungsjahr: 1994
Story: William Van Horn
Zeichnungen: William Van Horn
Deutsche Übersetzung: unbekannt


▬ Dagoberts Sohn (18 Seiten) ▬

Auch Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt hat familiäre Gefühle. Nachdem Dagobert von einem Unbekannten vor einem Verkehrsunfall und dem sicheren Tod gerettet wurde, sieht er in seinem Retter seinen verlorenen Sohn und adoptiert diesen kurzerhand. Der Leser merkt jedoch schnell, dass es dieser nur auf das Vermögen von Dagobert abgesehen hat und sich das Erbe unter den Nagel reißen will. So wird Dagobert in dieser langen Geschichte noch des Öfteren von seinem neuen Ziehsohn getäuscht.
Gut, dass es Donald und seinen drei kleinen Neffen letztendlich gelingt, Dagobert die Augen zu öffnen…

Eine für das Sonderheft sehr lange Geschichte, die eine bis dato erfrischend neue Idee als Grundlage hat. Die Zeichnungen wirken etwas angestaubt, da sie inzwischen 35 Jahre auf dem Buckel haben. Es wurde hier weniger Wert auf detaillierte Hintergründe oder Accessoires geachtet, sondern vielmehr auf die ansprechende Darstellung der Gesichter und der Mimik der Charaktere, was diese in meinen Augen sehr lebendig erscheinen lässt.
Die Story ist spannend inszeniert worden und bleibt bis zum Ende offen.

Für diese ansprechende Geschichte von mir daher eine sehr gute

Note: 1-.

Erscheinungsjahr: 1972
Story: unbekannt
Zeichnungen: Romano Scarpa / Giorgio Cavazzano
Deutsche Übersetzung: Michael Bregel


▬ Vergriffen (1 Seite) ▬

Donald Duck sucht sich einen Platz am Meer um etwas auf seiner Flöte zu üben. Tollpatschig, wie er ist, fällt ihm diese in das Wasser. Er greift in das blaue Nass und zieht an etwas, das nach seiner Flöte aussieht, sich aber schnell als Greifarm eines Tintenfisches herausstellt…

Ein mäßig unterhaltsamer Einseiter, der zwar schön gezeichnet wurde, vom Anspruch der Pointe aber in meinen Augen aber nur schwach ist.
Einseiter sind ohnehin ein schwieriges Pflaster für Zeichner und Leser gleichermaßen. Entweder die Storyidee und die Pointe gefallen oder eben nicht. Viele Möglichleiten, eventuelle Schwächen "auszubügeln" sind hierbei nicht gegeben.

Die hohe Kunst des Einseiters wurde hier in meinen Augen nur mäßig umgesetzt. Daher von mir eine

Note: 4.

Erscheinungsjahr: 1980
Story: Jim Kenner
Zeichnungen: Daniel Branca
Deutsche Übersetzung: Joachim Stahl


▬ Gefährliche Gedächtnislücken (10 Seiten) ▬

Donald Duck nervt seine drei Neffen immer wieder mit derselben Geschichte: er bezwang damals angeblich mit bloßen Händen einen wilden Bären. Die Neffen glauben ihm (verständlicherweise) kein Wort. Donald beschließt daraufhin ihnen einen Streich zu spielen: er besorgt sich ein Bärenkostüm, das kurzerhand noch mit einem mächtigen Zehnender-Geweih "verziert" wird und erhofft sich dadurch, seinen Neffen einen gehörigen Schrecken einjagen zu können. Diese trainieren in der Zwischenzeit ihre Fähnlein-Fähigkeiten in einem abgelegenen Waldstück, das für alle Beteiligten letztendlich zu einem unfreiwillig langen Aufenthaltsort werden wird…

Eine Geschichte, die zwar schöne Zeichnungen und im Grund gute Dialoge vorzuweisen hat, die mich persönlich jedoch nicht ansprechen konnte. Die Storyidee wirkt müde und schlapp umgesetzt und somit will nicht der richtige "Pfiff" in dieser Geschichte herüberkommen.
Ich denke jedoch, dass sicherlich viele andere Leser dieser Geschichte mehr abgewinnen dürften. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich (nicht) streiten.

Von mir eine durchschnittliche

Note: 3.

Erscheinungsjahr: 1963
Story: Unbekannt
Zeichnungen: Tony Strobl
Deutsche Übersetzung: Michael Bregel


▬ Kinogefahr ▬

In diesem Carl Barks Einseiter (aus der Barks-Bibliothek) hat Donald einen verantwortungsvollen Posten. Dieser wird dem Leser jedoch erst im letzten Comicbild offenbart. Er sorgt dafür, dass vorbeigehende Passanten nicht von einer Kinderschar überrannt werden, die nach Ende eines Westerns aus dem Kinoausgang strömen.

Eine witzige Idee für einen Einseiter, wie man es von Barks kennt, natürlich auch hervorragend und detailverliebt gezeichnet.
Rundum eine prima Geschichte, der ich die

Bestnote: 1+ geben kann.

Erscheinungsjahr: 1950
Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs


▬ Schnappi in Gefahr ▬

Schni-Schna-Schnappi *sing* Nein, keine Sorge, mit dem Kinderlied hat die vorliegende Geschichte nicht viel zu tun. Außer, dass es hier ebenso wie in dem Lied um ein Krokodil geht. Oder sagen wir: um ein gewesenes Krokodil. Eine Handtasche aus Krokodilleder soll nämlich das Geburtstagsgeschenk von Donald für Daisy sein. Diese gibt sich jedoch nicht sehr tierfreundlich und mäkelt, dass sie Donald im Grunde eine echte Handtasche aus echtem Krokodilleder wert sein sollte. Doch woher soll Donald so viel Geld nehmen?
Wie es der Zufall will, kaufen just in diesem Moment Donalds Neffen Tick, Trick und Track ein kleines Krokodil. Natürlich freut sich Donald über das neue Haustier, denn schon bald wird er hieraus eine Handtasche für Daisy anfertigen lassen können, so denkt er. Er vergisst hierbei jedoch die Tierliebe seiner Neffen und sein eigenes gutes Herz obendrein…

Eine amüsante Geschichte zum Abschluss dieses Sonderheftes. Man ist sogleich Feuer und Flamme für das wirklich süß gezeichnete Krokobaby, das ordentlich viel Unsinn im Kopf hat und Donald immer wieder zur Weißglut bringt.
Klasse auch die Übersetzungsarbeit in diesem Comic. So fallen Donald immer wieder neue Bezeichnungen für das Krokodilbaby ein. Mein persönlicher Favorit ist "Lederlurch" *g*.

Nachdem mir die Geschichte sehr gut gefallen und mich einige Male zum Lachen gebracht hat, vergebe ich eine verdiente

Note: 1.


Erscheinungsjahr: 1979
Story: unbekannt
Zeichnungen: Volker Reiche
Deutsche Übersetzung: unbekannt

■ Abschließende Worte ■

Viele bekannte Zeichner und Storywriter tauchen in diesen Geschichten des vorliegenden Sonderheftes auf. Schwache Geschichten findet man hier wieder einmal Mal zum Glück vergebens. Es wurde auf eine abwechslungsreiche Mischung der Geschichten geachtet, so dass keine Langeweile aufkommt. Die Comics wurden allesamt gut ausgewählt und stellen für mich in der Tat Höhepunkt der Entenhausener Comickunst dar.

Nicht nur dies ist ein Grund dafür, dass ich dem Heft wieder einmal 5 von 5 Sternen geben möchte. Auch die weiteren Rubriken sind wie immer sehr informativ und lesenswert. Das Donald Duck Sonderheft bleibt nach wie vor für mich einer der Sternchen am Entenhausener Himmel und ist ein fester Bestandteil meiner Comicsammlung.

Der einzige kleine Wehrmutstropfen für mich: Kein Poster, keine Sticker, kein Extra, kein gar nichts. Wenn man vorwiegend die aktuellen Ausgaben des Sonderheftes im Kopf hat, wirkt es doch enttäuschend, dass dem Heft so gar nichts Spezielles zugeordnet wurde. Nichtsdestotrotz entschädigen die enthaltenen Geschichten für diesen Mangel.

Leider kann man die Sonderhefte nicht direkt vom Verlag nachbestellen, bei Internetauktionshäusern findet man jedoch stets einen reichen Fundus an den Donald Duck Heften. Auch das beschriebene dürfte hier ohne Probleme aufzufinden sein.

■ Besonderes ■

In einer zweiseitigen Extrareportage wird der damalig verstorbenen Disney-Übersetzerin und langjähriger Chefredakteurin des Lustigen Taschenbuchs Dr. Erika Fuchs gedacht. Sie hat durch ihre fantasievolle und kreative Übersetzungsarbeit sehr zur hohen Qualität vieler Disney Comics im deutschsprachigen Raum beigetragen und starb im biblischen Alter von 98 Jahren in München.
Von ihr stammt unter anderem der berühme Ausdruck "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör", der mittlerweile auch außerhalb der Comicszene zu einem geflügelten Wort gereift ist.

■ Details ■

Erscheinungszeitpunkt: Einmal im Monat
Preis: 2,70 Euro
Verlag: Egmont-Ehapa-Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: Juni 2005
   


Donald Duck Sonderheft # 217 / Walt Disney

Haupteigenschaften

Autor: Walt Disney

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