Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Gelungene Mischung aus alten und neuen, kurzen und langen Geschichten |
| Kontra: |
- - - |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute steht einmal wieder ein ganz besonderes Heft aus Entenhausen im Blickpunkt meines folgenden Berichtes. Es handelt sich um ein Sonderheft aus der Donald Duck Reihe mit der Nummer 219. Erschienen ist das Ganze im Jahre 2005 und kostete zum damaligen Zeitpunkt 2,70 Euro.
Wie immer kommt das Sonderheft in einer schicken Optik daher. Das Titelbild wurde auf etwas glänzendem wasserabweisendem Papier gedruckt. Nicht unpraktisch, wenn man die Hefte gerne sammelt und in einem guten Zustand erhalten will.
Für alle, die von dem Donald Duck Sonderheft Format bisher noch nichts gehört haben, hier eine kleine Erklärung, was es mit dem Heft im Allgemeinen auf sich hat:
▼Kurze Übersicht über das Donald Duck Sonderheft im Allgemeinen▼
Der Name Sonderheft ist meines Erachtens etwas verwirrend, da die vorliegende Reihe einmal im Monat und nicht nur sporadisch erscheint.
Die Donald Duck Sonderhefte bestehen zumeist aus etwa 60 Seiten, die aus teils unveröffentlichten Donald Duck Geschichten sowie ständig wiederkehrenden Rubriken bestehen und hierbei an die grobe Heftstruktur des Micky Maus Magazins angelehnt sind.
Erfreulich ist, dass so gut wie keine Werbung in den Sonderheften auftaucht und die Geschichten allesamt inhaltlich und zeichnerisch von hoher Qualität sind. Micky Maus Geschichten sucht man in dieser Reihe (aus meiner Sicht zum Glück) vergeblich.
Neben den unterschiedlichen Comic Geschichten, die entweder als Erstveröffentlichung in den Donald Duck Sonderheften abgedruckt sind oder bereits als "hochwertige" Geschichten aus mehr oder weniger älteren Micky Maus Magazinen entstammen, gibt es einige stets vertretende Rubriken in den Heften.
- Ausgewählte Leserbriefe: Hierbei werden die interessantesten eingeschickten Leserbriefe abgedruckt, die zumeist mehr oder weniger interessante Fragen á la "Wie alt ist Donald Duck", "Wieso hat Donald nie eine Hose an", "Wann wurde Dagobert Duck geboren". Immer wieder spannend, wie die Redaktion des DD Sonderheftes auf alles eine passende Antwort weiß.
- Neues aus Entenhausen: In dieser Rubrik befindet sich stets eine zweiseitige Kolumne des freien Schreibers Wolfgang J. Fuchs, in der er spezielle Ereignisse in Entenhausen kommentiert. So werden hier beispielsweise die Einführung neuer Medien, wie das Internet und das Handy, in den neueren Donald Comics erklärt.
- Texterportrait: In dieser Rubrik findet man die Biographie und die Arbeitsbedingungen eines ausgewählten Storywriters der Donald Geschichten. Für mich eine eher uninteressante Kategorie, denn wenn es mich interessiert, wie der Werdegang eines Texters war, dann schaue ich einfach schnell im Internet danach.
- Manchmal bestimme Extras, wie z.B. Poster am Heftende (bei den neueren Ausgaben) oder jahreszeitlich bedingte Stickermotive
▼Die Geschichten im Einzelnen▼
►Nur die Ruhe! ◄
Jeder Entenhausen Kenner weiß, dass Donald Duck nicht nur für sein sprichwörtliches Pech, sondern ebenso für seine regelmäßigen Tobsuchtsanfälle berühmt und berüchtigt ist. Um diesen Einhalt zu gebieten, entschließt er sich professionelle Hilfe eines Psychologen anzunehmen. Dieser rät ihm sich in für ihn wutauslösenden Situationen vorzustellen, ein harmloser Schmetterling zu sein. Dies gelingt ihm so gut, dass er fortan von einem Schicksalsschlag in den nächsten "schwebt". Sein großes Ziel in den Verein der "Söhne der Sanftmut" aufgenommen zu werde, scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein. Doch dass am Ende wieder alles beim Alten ist, dürfte jedem Leser schnell klar sein.
Einfach herrlich, wie Donalds neues Wesen und seine Attitüden gezeichnet und animiert werden. Einfach köstlich, wie Donald fortan wie ein Schmetterling durch seine kleine Welt schwebt und sich alles ohne Wutausbrüche gefallen lässt. Die herrlich schrulligen vier Mitglieder der "Söhne der Sanftmut" tun ihr Übrigens dazu, dass diese Geschichte - trotz ihres jungen Alters von 14 Jahren - für mich zu den Klassikern und den besten Donald Geschichten aller Zeiten zählt.
Daher von mir eine klare
Note: 1+.
Erscheinungsjahr: 1993
Story: William Van Horn
Zeichnungen: William Van Horn
Deutsche Übersetzung: Unbekannt
Seitenanzahl: 11
►Bison 8-Zylinder (Barks Bibliothek) ◄
Ein klassischer Einseiter, der Dagobert Ducks Sparsinn auf die Spitze treibt. Zuerst lässt er sich in einem Autohaus über ein besonders teures Modell ausgiebig informieren. Der Leser erschrickt schon und zweifelt an Dagoberts Geisteszustand. Kurz darauf sieht man Dagobert auf dem Weg zu einer Losbude, wie er ein einzelnes Los einer Lotterie kauft, deren Hauptgewinn eben dieses Luxusauto ist, das Dagobert zuvor im Autohaus besichtigt hat.
Wunderbar, wie Dagoberts Sparsamkeit hier auf die absolute Spitze getrieben wird. Man fragt sich als Leser nur oftmals, woher der Geschäftsmann Dagobert die Zeit nimmt, um die Auswüchse seiner Sparsamkeit zu pflegen.
Einer der absoluten Einseiten-Klassiker, der in seiner Kürze eine Menge Informationen herüberbringt und durch seinen hervorragenden Zeichnungen und Top-Übersetzung zu Recht von mir eine
Note: 1 erhält.
Erscheinungsjahr: 1952
Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Seitenanzahl: 1
►Überarbeitet◄
Donald ist ein Faulpelz. Das ist eine Tatsache. Damit sich dies mal ändert, hat sich Dagobert Duck von Daniel Düsentrieb eine kleine Zaubermixtur brauen lassen, bei der selbst Asterix und Obelix Durst bekommen würden. Donald wirkt nach Einnahme des Trunks wie ein Eichhörnchen auf Red Bull (schönen Gruß an dieser Stelle an Hammi aus "Ab durch die Hecke" *gg*) und zimmert auf dem Weg zu Dagobert nicht nur mal eben ein Haus binnen einer Minute fertig, sondern erledigt auch noch den kompletten Frühjahrsputz in sekundenschnelle…
Eine mehr als lesenswerte Geschichte, deren unglaublich sauber und detalliert gezeichnete Gesichtsausdrücke der Charaktere diese zum Leben erwecken lassen. Den "Bilderguckern" seien an dieser Stelle die entsprechenden Fotos am Ende meines Berichtes empfohlen.
Unbedingt empfehlens- und lesenswert. Eine Story ohne Schwächen, die leider nur vier Seiten lang ist.
Von mir gibt es einmal wieder eine glatte
Note: 1+.
Erscheinungsjahr: 1992
Story: Frank Jonker
Zeichnungen: Mau Heymans
Deutsche Übersetzung: Michael Bregel
Seitenanzahl: 4
►Der neue Nachbar◄
Ja wo ist denn Nachbar Zorngiebel abgeblieben? Das fragt sich auch Donald. Doch nachdem dieser offensichtlich weggezogen ist, denkt Donald, dass für ihn ab sofort friedliche Zeiten anbrechen. Er kann ja nicht wissen, dass der neue Nachbar ein noch größerer Streitbolzen als der ehemalige ist. Noch dazu ist er Donald um einige Köpfe überlegen was Kraft und Streiteslust angeht (Wunderlich, dass dies noch zu toppen ist *g*). Da scheint Ärger vorprogrammiert…
Etwas befremdlich gezeichnete Hauptdarsteller und Nebencharaktere bestimmen die Geschichte. Leider liegen diese Zeichnungen nicht wirklich auf meiner Wellenlänge. Die Story ist gefällig und amüsant, wenn auch eben die typische knisternde Spannung zwischen dem Dauernachbar Zorngiebel und Donald bei der neuen Konstellation eindeutig fehlt. Zorngiebel war charismatisch, der neue Nachbar wirkt dumpf und einfach nur platt.
Ich gebe der bemühten Geschichte eine faire
Note: 2-.
Erscheinungsjahr: 1992
Story: Leender-Jan Vis
Zeichnungen: Jan Gulbransson
Deutsche Übersetzung: Michael Bregel
Seitenanzahl: 11
►Fangfrischer Fisch◄
Wieder einmal spielt eine von Daniel Düsentriebs glorreichen Erfindungen eine zentrale Rolle: er hat einen vollelektronischen Fischköder entwickelt, der ganz ohne Angel Fische in Scharen anlockt und hinter dem Gerät willenlos her schwimmen lässt. Der erste Versuch gestaltet sich dann alsgleich als sehr erfolgreich. Dumm jedoch, dass der Ausschalter an dem Gerät vergessen wurde (!) und die Fische dem Ingenieur somit überall hin folgen. Nachdem es just in dem Augenblick angefangen hat zu regnen, bildet sich schnell ein skurilles Bild auf Entenhausens Straßen: alles ist überfüllt mit fangfrischen Fischen. Doch natürlich weiß der Erfinder schnell eine intelligente Lösung des Problems…
Eine skurille Idee für eine Comicgeschichte, die jedoch wieder einmal vom Einfallsreichtum des Ingenieurs und den herrlich witzigen Momenten, in der er alle Beteiligten bringt, lebt. Die Zeichnungen unterstrichen die amüsante Geschichte zudem und auch die Dialoge tun ihr übriges, so dass ich der Story eine verdiente
Note: 1 geben kann.
Erscheinungsjahr: 1964
Story: Unbekannt
Zeichnungen: Jack Bradbury
Deutsche Übersetzung: Peter Daibenzeiher
Seitenanzahl: 10
►Fehlschuss◄
Ein altertümlicher Zweiseiter, der inzwischen seine 60 Jahre auf dem Buckel hat. Das Ganze spielt auf einem Rummel und steht ganz unter Donald und seinen Neffen Tick, Trick und Track, die sich gegenseitig an der Nase herumführen.
Nett, dass sämtliche Dialoge in Reimform gehalten sind. Großes Kompliment an den Übersetzer für diese Fleißarbeit. Die Zeichnungen wirken aufgrund ihres Alters für erfahrene Leser etwas befremdlich, sind aber deswegen nicht schlecht, sondern einfach nur anders und somit ungewohnt.
Von mir für diese nette Story und die witzige Übersetzung eine
Note: 2.
Erscheinungsjahr: 1947
Story: Unbekannt
Zeichnungen: Al Taliaferro
Deutsche Übersetzung: Peter Daibenzeiher
Seitenanzahl: 2
►Zu viel Müll◄
Donald sucht einen Platz in Entenhausen, um seinen Sperrmüll zu entsorgen. Er findet auch nach wenigen Kilometern bereits eine Wiese, auf der sich viel Unrat angelagert hat und kippt unverdrossen seinen Müll ebenfalls hierzu. Dass er hierbei beobachtet werden könnte, kommt ihm dabei nicht in den Sinn…
Ein Festival der Kurzgeschichten in dieser Ausgabe. Auch die vorliegende Story kommt mit gerade einmal zwei Seiten aus. Das Thema Müll war offensichtlich schon etwas, was den Leuten unter den Nägeln gebrannt hat. Schließlich verwickeln Comics zumeist den aktuellen Zeitgeist und umweltrelevante Themen gehören hier eben auch dazu.
Von mir die
Note: 2.
Erscheinungsjahr: 1949
Story: Unbekannt
Zeichnungen: Al Taliaferro
Deutsche Übersetzung: Peter Daibenzeiher
Seitenanzahl: 2
►Hol´s Holz◄
Donald ist auf dem Weg zu seiner Dauerverlobten Daisy Duck, die Brennholz für ihn gesammelt hat. Frohen Mutes fährt er mit seinem Wagen dorthin und lädt fleißig Brett für Brett auf den mitgebrachten Anhänger. Dumm nur, dass sich ein Brett mit Nägeln aus diesem Anhänger löst, gerade als sich Donald bereits auf ein gemütliches Kaminfeuer zu freuen beginnt. Der Leidtragende ist in diesem Fall nicht der Busfahrer, der über das besagte Holzbrett mit Nagel fährt, sondern Donald, der alle Fahrgäste nun auf seinem Auto zu ihren Zielen kutschieren muss…
Ebenso eine Geschichte, der etwas Staub aufliegt. Jedoch ist die Idee der Story witzig und die Zeichnungen wissen ebenso zu gefallen.
Diesem Zweiseiter gebe ich ebenfalls eine gerechte
Note: 2.
Musikalischer Unfug
Man sieht Donald gleich im ersten Comicbild ein Buch lesen mit dem verheißungsvollen Titel "Mit der Musik auf du und du".
Unter diesem Ehrgeiz gepackt müssen die "Würmlinge" (wie Donald sie manchmal liebevoll nennt) fortan leiden. Denn wer ein Musikinstrument spielen kann, ist schließlich überall beliebt… vorausgesetzt er beherrscht es halbwegs, was man von Donalds Neffen leider nicht behaupten kann. Auch die erfahrensten Musiklehrer beißen sich an den drei unmotivierten Rackern die Zähne aus… Gut nur, dass Oma Duck von Kindererziehung mitunter mehr versteht als der gute Donald…
Eine witzig gezeichnete und rundherum harmonisch geschriebene Geschichte ohne Schwächen oder Ungereimtheiten. Das Ende ist nicht vorhersehbar, aber ungemein komisch mit einer Moral im Hintergrund. Besonders witzig und komisch wirken die musikalischen ersten Schritte der kleinen "Knaben", denen man ihren Unmut über die Zwangsmusikstunden deutlich ansieht. Man merkt sofort die hohe Kunst des Zeichnens und Storywritings, die aus der Bark´schen entspringt.
Von mir eine sehr gute
Note: 1.
Erscheinungsjahr: 1947
Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs / Joachim Stahl (Textbearbeitung)
Seitenanzahl: 9
▼Abschließendes Fazit zum vorliegenden Meisterwerk▼
Ich muss aus meinem Herzen keine Mördergrube machen, wie es so schön heißt und ich hoffe, ich konnte Euch meine Begeisterung für das vorliegende etwas näher bringen?
Mit der Vergabe von Bestnoten habe ich bei dem vorliegenden Heft wahrlich nicht gegeizt. Doch gehört das Sonderheft wirklich zu den Sternstunden der Entenhausener Comicunterhaltung. Hier stimmt einfach alles. Die Auswahl der Geschichten ist exzellent getroffen. Die verschiedenen Zeichner bringen genügend Abwechslung in das Sammelsurium der Geschichten.
Die vielen kleinen Geschichten sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, aber gerade die interessante Mischung aus alten und jungen, kurzen und langen Geschichten macht das Heft in meinen Augen zu etwas Besonderem. Als schlechteste Note eine 2-, ich denke, da kann man ruhigen Gewissens eine Kaufempfehlung aussprechen und alle 5 möglichen "Sterndal" vergeben.
▼Details und dann habe ich fertig▼
Erscheinungszeitpunkt: Einmal im Monat
Preis: 2,70 Euro
Verlag: Egmont-Ehapa-Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: 2005