Dorfunterkunft bei den Bribri, Yorkin

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Dorfunterkunft bei den Bribri, Yorkin

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Erfahrungsbericht über "Dorfunterkunft bei den Bribri, Yorkin"

veröffentlicht 26.03.2017 | Regan
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Erfahrungsberichte : 347
Vertrauende : 127
Über sich :
Lese aus der Kommi-Spalte gegen! Allerdings etwas langsam zur Zeit... ;-) Bitte habt Geduld, auch diejenigen, die schon länger warten müssen.
Sehr gut
Pro Besonderes Erlebnis, man erfährt viel über die Lebensweise und Kultur der Bribri, Natur
Kontra Verzicht auf jeglichen Komfort, Scheu vor Insekten und Ungeziefer ist Fehl am Platz
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre

"{Pura Vida 3} Zu Gast bei Spinnen, Kakerlaken und Co."

Mit den Kanus ging es auf dem Fluss Yorkin zu den Bribris

Mit den Kanus ging es auf dem Fluss Yorkin zu den Bribris

Hallo zusammen,

hatten wir schon in Tortuguero eine leise Ahnung davon, wie es ist, wenn man von der Außenwelt "etwas" abgeschnitten ist, so sollte schon unsere nächste Unterkunft die Steigerung davon sein. Unser Weg führte uns zu den Bribris ins Talamanca-Gebirge, erreichbar nur per einfachem Kanu, welches durch die Kraft starker Bribri-Männer durch den Fluss Yorkin manövriert wird. Erwartet hat uns eine Unterkunft mitten im costaricanischen Dschungel, ohne WLAN und weitgehend ohne Strom.


..::Die Lage::..

Das Dorf der Bribri befindet sich in der Provinz Limón am Fluss Yorkin im Talamanca-Gebirge. Wie bereits erwähnt, gelangt man nur mit Kanus über den Fluss dort hin. Während der Fahrt ins Dorf schlängelten wir uns die ganze Zeit an der Grenze zu Panama entlang. Die Fahrt dauert in etwa eine halbe Stunde. Aufgrund der Kanus konnten wir letztendlich nur Rucksäcke mitnehmen, den Rest unseres Gepäcks mussten wir im Bus zurück lassen.

Dort angekommen befanden wir uns plötzlich mitten im Dschungel.


..::Allgemeines zum Dorf und den Bribris::..

Bei unserer Ankunft wurden wir von dem weiblichen Oberhaupt der Bribri empfangen - denn bei den Bribri haben nicht die Männer, sondern die Frauen das Sagen!

Nach einem kurzen Fußweg befanden wir uns bereits im Dorf der Bribri. Dieses besteht aus einem Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile, einem Versammlungsraum, einer Schule, einer Arztpraxis für den Arzt, der in regelmäßigen Abständen vorbei kommt und Unterkünften für die Bewohner und Touristen. Es handelt sich allerdings nicht um geschlossene Räume, denn die Hütten sind weitgehend offen. Meistens haben die Hütten kaum bis keinerlei Wände, die Türen sind offen, ebenso wie die Fenster. Nur in den Unterkünften ist man zumindest ein kleines bisschen geschützter.

Strom gibt es bei den Bribris so gut wie gar nicht, geschweige denn WLAN. Strom und Licht gab es eigentlich nur im offenen Gemeinschaftsraum, in den Unterkünften hatten wir das nicht. Demnach war eine gute Taschenlampe eines der wichtigsten Utensilien im Gepäck.

Während unseres Aufenthaltes bei den Bribri bekamen wir Gummistiefel zur Verfügung gestellt. Diese trugen wir während unserer Tour durch das Dorf sowie nach Belieben auch während unseres ganzen Aufenthaltes im Dorf. Der Boden war stellenweise sehr matschig und es regnete manchmal sehr stark, da war man froh, wenn man seine normalen Schuhe nicht einsauen musste.
Sobald man eines der Häuser betrat, musste man allerdings Schuhe und Gummistiefel ausziehen und entweder barfuß oder in Socken laufen. Die Bribris achten sehr darauf, ihre Häuser sauber zu halten.


..::Unsere Unterkunft::..

Untergebracht waren wir in Frauen- und Männerhäusern, die nachts von Bribri-Männern bewacht wurden, für den Fall, dass sich doch mal ein giftiges Insekt oder eine Schlange in die Häuser verirren. Und so unwahrscheinlich war das nicht, denn während der zwei Nächte, welche wir dort verbrachten, haben wir die Bekanntschaft von so einigem Ungeziefer gemacht. In den Bädern und auf dem Flur war eigentlich immer irgendetwas unterwegs, seien es Kakerlaken, Spinnen oder spinnenähnliche Wesen, Falter oder andere Tiere - irgendwas war da immer.

Wir hatten ein großes Haus mit, wenn ich mich recht entsinne, vier bis sechs Schlafzimmern und vier Bädern darin. In den Schlafzimmern gab es Stockbetten mit einfachen Matratzen und Mostikonetzen, welche mal mehr, mal weniger intakt waren. Ansonsten befand sich nicht wirklich viel mehr in den Zimmern. Das Fenster und die Türe konnte man schließen, jedoch war beides nicht dicht. Für Insekten und anderes Getier war es ein leichtes, überall rein zu kommen.

Die Bäder waren mit einer Dusche, einem Waschbecken und einer Toilette ausgestattet. Warmes Wasser und richtigen Wasserdruck auf den Leitungen durfte man hier aber nicht erwarten. Duschen und sich richten konnte man auch nur tagsüber, da nicht sehr viel Tageslicht in die Häuser hinein kam und so das Licht immer schummrig war. Und Strom hatten wir schließlich keinen.

Von Sauberkeit konnte man in den Bribri Unterkünften kaum sprechen. Besenrein trifft es denke ich einigermaßen, allerdings wirkte das Holz, aus dem die Häuser gemacht sind, schon eher schmuddelig. Auch in den Betten habe ich mich nicht ganz wohl gefühlt, was einmal daran lag, dass ich den Moskitonetzen nicht unbedingt über den Weg getraut habe (einer aus unserer Gruppe hatte eine Spinne innerhalb des Netzes), und andererseits waren die Matratzen durch gelegen. So richtig gut und erholsam hat glaube ich keiner aus unserer Gruppe geschlafen, wir haben stattdessen eher versucht, die Nacht zu verkürzen, indem wir möglichst lange im mit Strom ausgestatteten Gemeinschaftsraum verbracht haben... :-)


..::Das Essen::..

Wir bekamen morgens, mittags und abends etwas zu Essen. Die Gerichte waren immer ähnlich, aber dennoch unterschiedlich und natürlich landestypisch. Meistens gab es das Nationalgericht Gallo Pinto, also Reis mit Bohnen und anderen Beilagen wie Kochbananen, Kartoffeln o. Ä. und auch mal mit etwas Fleisch dazu. Zum Frühstück gab es zudem meistens auch noch frische Früchte wie Ananas. Das Essen fand ich immer ganz gut und wir wurden gut satt davon. Probleme vom Essen oder vom Wasser dort haben wir meines Wissens auch nicht bekommen, jedenfalls zum Großteil nicht.


..::Meine Zeit bei den Bribris::..

Als wir bei den Bribris ankamen, war es bereits Nachmittag. Programmtechnisch war hier nichts mehr geplant, wir richteten uns lediglich in unseren Unterkünften ein und verbrachten noch etwas Zeit im Gemeinschaftsraum bis zum späten Abend. Hier konnten wir dank des Lichts wenigstens sehen, was um uns herum so krabbelte und kroch. Doch irgendwann blieb uns nichts anderes übrig, als doch auch mal ins Bett zu gehen. So richtig gut geschlafen haben wir nicht, mit einem Ohr haben wir ständig auf Geräusche in unserem Zimmer gehört und mit einem Auge Bewegungen oder Schatten in der Nähe unserer Betten gesucht. Doch irgendwann gelang es auch uns, einzuschlafen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurden wir mit Gummistiefeln ausgestattet. Als jeder ein passendes Paar gefunden hatte, ging unsere Tour durch das Bribri-Dorf auch schon los.

Wir starteten in einem Versammlungsraum, wo uns einer der Bribri-Männer etwas über deren Kultur und Leben im Dschungel erzählte. Anschließend versuchte er, uns einige Worte und Ausdrücke der Bribri-Sprache beizubringen. Nach über einer DIN A4 Seite neuer Wörter in Bribri wurde es mir dann aber zu viel und etwas langweilig - das konnte man sich ja eh nicht alles merken und brauchen würde ich es später dann auch nicht mehr. Zur Strafe ließ sich kurz darauf eine Riesenspinne auf meinen Kopf fallen - Willkommen in Costa Rica!

Der Vorfall mit der Spinne führte zu einem jähen Ende der langatmigen Unterrichtsstunde und wir starteten unsere Tour durch das Dorf. In unseren Gummistiefeln marschierten wir auf matschigen Pfaden durch das Gelände, während das Bribri-Oberhaupt uns weitere Details über das Leben der Bribri erzählte. Auf unserer Tour kamen wir an der Kakao-Plantage vorbei, wo man uns einiges über die Kakao-Frucht erzählte. Auch in der Schule machten wir einen kurzen Stopp, wo die Schüler gerade dabei waren, während ihrer Pause Fußball zu spielen. Da ließen es sich die Jungs aus unserer Gruppe nicht nehmen, gegen die Kinder anzutreten - und haben verloren. Unsere Tour endete schließlich am Fluss Yorkin, wo wir ein Bad nehmen und uns abkühlen konnten. Auf dem Rückweg ins Dorf fing es leider an wie aus Eimern zu schütten.

Zurück im Dorf machten wir uns etwas trocken und versammelten uns im Gemeinschaftsraum, wo uns der Regen nicht mehr kümmerte. Hier zeigte man uns, wie man aus Kakaobohnen Schokolade herstellen konnte und natürlich durften wir auch selbst einmal Hand anlegen. Das Ergebnis war gepaart mit ein paar Stückchen Banane richtig lecker!

Genug genascht, denn nun hieß es wieder körperlich aktiv werden. Nacheinander drückte man uns Pfeil und Bogen in die Hand und ließ uns ein paar Pfeile abschießen. Die Mehrheit von uns scheiterte daran kläglich, einer von uns schaffte es jedoch, das Ziel tatsächlich zu treffen.

Wieder war es Nachmittag und wir hatten ein bisschen Auszeit. Wir verbrachten die meiste Zeit im Gemeinschaftsraum. Gegen Abend gab es dann wieder etwas zu Essen und anschließend erzählte uns einer der Bribri Geschichten von seinem Stamm. Den ganzen Abend verbrachten wir noch im Gemeinschaftsraum.

Am nächsten Morgen packten wir wieder unsere Siebensachen und dann hieß es Abschied nehmen vom Dorf. Unsere Rucksäcke wurden wieder in die Kanus verfrachtet und in derselben Konstellation, wie wir gekommen waren, wurden wir von den Bribris wieder zurück in die Zivilisation und zu unserem Bus gebracht.


..::Die Preise::..

Zu den Preisen kann ich dieses Mal leider nicht viel sagen. Bei uns war die Übernachtung bei den Bribris bereits im Gesamtpreis der kompletten Reise integriert und dieses Mal habe ich auch im Internet keine Einzelangaben finden können. Zumindest nicht zu diesem Package, welches wir hatten. In vielen Rundreisen ist das schon mit drin und wahrscheinlich kann man das auch individuell buchen, jedoch konnte ich auf Anhieb nicht herausfinden, wo und wie.


..::Kleine Packliste mit Must-Haves::..

Da man zu den Bribris nur einen Rucksack mitnehmen kann, muss man sich genau überlegen, was ins Gepäck rein gehört und was nicht.

Absolut unverzichtbar ist auf jeden Fall eine gute Taschenlampe, da das Dorf kaum mit Strom ausgestattet ist und man nachts demnach fast komplett im Dunkeln umher tappt, sowohl draußen als auch in den Häusern.

Weiterhin ratsam ist Kleidung, die schnell trocknet und für den Abend luftige, lange Sachen, um den Moskitos möglichst wenig Gelegenheit zum Stechen zu geben. Auch ein gutes Moskito-Abwehrspray ist nützlich, sonst wird man abends regelrecht aufgefressen von den Biestern. Und falls es doch die eine oder andere Stechmücke durch die Kleidung schafft, ist es gut, wenn man Fenistil (Hydrocort) oder so etwas ähnliches im Gepäck hat.

Damit man im Fluss baden kann, braucht man natürlich auch Badesachen und ein Handtuch - am besten ein Handtuch aus Mikrofaser, welches schnell trocknet und wenig Platz im Rucksack wegnimmt.

Falls der Akku von der Kamera schwächelt, ist vielleicht auch eine Powerbank ganz nützlich.

Für die Betten ist es vielleicht auch keine schlechte Idee, einen Schlafsack, oder besser noch ein dünnes Schlafsack-Inlet mitzubringen. Da dürfte man sich gleich mal ein bisschen wohler in seiner Haut fühlen.

Und zu guter Letzt: gutes, wasserdichtes Schuhwerk!


..::Fazit::..

Der Aufenthalt bei den Bribris war ein außergewöhnliches Erlebnis für mich und für die ganze Gruppe. Wenn man sich mit den sehr einfachen Verhältnissen und dem Zusammentreffen mit allerhand Ungeziefer arrangieren kann, ist es sogar ein wirklich tolles Erlebnis. Ich mag keine Insekten, erst recht keine Spinnen oder Kakerlaken, jedoch gewöhnte ich mich zumindest ein bisschen daran und empfand es dort im Dschungel weniger schlimm als in den eigenen vier Wänden in Deutschland.

Ich kann den Aufenthalt bei den Bribri daher empfehlen und vergebe für dieses Erlebnis vier von fünf Sternen.

Community Bewertungen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Black--fire veröffentlicht 21.04.2017
    bh
  • hubbie veröffentlicht 19.04.2017
    mit Fernreisen ist es wohl vorbei
  • calimero1111 veröffentlicht 18.04.2017
    bh
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Produktdaten : Dorfunterkunft bei den Bribri, Yorkin

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Klassifikation: Touristenklassehotel

Typ: Gästehaus

Stadt: Limon

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 27/11/2015