Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Großes Angebot, günstig, Musterseiten per Newsletter |
| Kontra: |
Information über die Werke oft knapp |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Der Dover Verlag wurde 1941 gegründet und sitzt in Mineola, im Bundesstaat New York der U.S.A. Das breit gestreute Programm ist zwar Englisch, aber nach der Harry-Potter-Ära ist das ja kein grundlegendes Problem mehr. Zudem finden sich viele Kunstbände im Programm, wo nach einer kurzen Einführung der Rest ohnehin nur aus Bildern besteht. Von Sammlungen mit Clip-Art-CDs, über Mathematik und Philosphie reicht das Programm, von Mal- und Rätselbüchern für die Kleinen (gut, da ist Englisch wohl immer noch ein Hindernis) bis zum anspruchsvollen Fachbuch. Wer gerne stöbert, kann auf den Internetseiten Stunden zubringen. (Schade: die Erläuterungen zum Inhalt eines Buches sind meist recht kurz.)
Wenn man den „Samples-Newsletter“ abonniert, bekommt man zudem die Möglichkeit, sich Musterrätsel, Bilder und Grafiken herunterzuladen und auszudrucken.
Eine echte Entdeckung waren für mich die sehr günstigen Musiknoten und Partituren. Dover hat sich hier darauf spezialisiert, alte Ausgaben (z. B. 1880 von Breitkopf und Härtel), deren Copyright abgelaufen ist, unverändert nachzudrucken. Das Resultat kann sich sehen lassen.
Bei den Schubert-Messen 5 und 6 ist in einem Vorspann von zehn Seiten neben einem Inhaltsverzeichnis und der Instrumentierung der komplette Text in Lateinisch und Englisch noch einmal zusammen gefasst, dann folgen über 300 Seiten Noten. Das ganze in einem ordentlichen Format ( 9 x 12 Zoll, größer als DIN A4) für unter 15 Euro. Na gut, wer Haare in der Suppe finden mag, wird vielleicht auszusetzen haben, dass die doppelten Schrägstriche zwischen verschiedenen Systemen fehlen (auf den wenigen Seiten, wo hinreichend viele Instrumente aussetzen), die Instrumente sind nur auf den ersten Seiten eines Satzes genannt und auch die Buchstaben für Einsätze bei den Proben finden sich nicht. Sei‘s drum, für das Geld bekommt man anderswo gerade einmal eine Taschenpartitur. Für Chorsänger und Orchestermusiker, die auch wissen wollen, was die anderen spielen und singen, sowie für den Mitleser vor der Stereoanlage eine echte Bereicherung.
Einen Hinweis noch: So interessant das Verlagsprogramm, so stolz sind die Versandgebühren nach Europa im Online-Shop: 50% des Warenwerts, mindestens aber 10 US-$, dazu kommen Zoll und die stattliche Zollabwicklungsgebühr des flotten Kurierdienstes, die per Nachnahme erhoben wird, was noch einmal über 20 Euro ausmachen kann. Hier rentiert sich das Selbstimportieren nicht. Wer bei deutschen Versendern bestellt, muss zwar mit dem Hinweis "Besorgungstitel, 2 - 3 Wochen Lieferzeit“ leben, kann sich dafür aber den einen oder anderen Band zusätzlich leisten...