Drachengesang / Anne McCaffrey

Drachengesang / Anne McCaffrey

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... Drachengesang 4. Drachensinger 5. Drachentrommeln 6. Der weiße Drache 7. Moreta - Die Drachenherrin von Pern 8. Nerilkas Abenteuer 9. Drachendämmerung 10. Die Renegaten von Pern 11. Die Weyr von Pern 12. Die Delphine von Pern 13. Die Chroniken von Pern - Die Ankunft 14. Drachenauge 15. ... Bericht lesen





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Ein Mädchen (fast) allein in der Wildnis
Erfahrungsbericht von Myhnegon über Drachengesang / Anne McCaffrey
21.09.2006


Produktbewertung des Autors:   

Niveau durchschnittlich 
Unterhaltungswert hoch 
Spannung ziemlich spannend 
Wie ergreifend ist die Story? ergreifend 

Pro: Grundgeschichte, Feuerechsen, Weyr aus anderer Sicht
Kontra: höchstens das lang gezogene Katz - und - Maus - Spiel

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Heute stelle ich Euch das zweite Buch um die Drachenreiter von Pern vor, auf die durch ein Buch mit Kurzgeschichten aufmerksam wurde. Erstanden habe ich das Buch entweder bei ebay, Buchticket oder auf einem Flohmarkt, da die älteren Bücher dieser Reihe nicht mehr verlegt werden…

►[Die Grundgeschichte]◄
Pern ist die dritte Welt der Sonne Rubkat im Sagittarius-Sektor. Leider hat Rubkat auch einen Wanderstern, der alle 200 Planetendrehungen so nah an Pern herankommt, dass er seine extrem ätzenden Sporen auf Pern abwirft. Diese Sporen töten nicht nur alles, mit dem sie in Berührung kommen, sondern fressen sich auch in die Erde und machen das Land unfruchtbar. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken haben die Menschen auf Pern Drachen gezüchtet, die nicht nur hoch intelligent und bestens dazu geeignet sind, die fadenähnlichen Sporen schon in der Luft zu bekämpfen, sondern auch auf telepathische Weise mit ihrem Reiter verbunden sind. Letzteres hatte zum einen zur Folge, dass nur Menschen mit hohem Einfühlungsvermögen und/oder angeborenen telepathischen Fähigkeiten bei der Gegenüberstellung als Reiter von den frisch geschlüpften Drachen erwählt wurden und zum anderen, dass der Tod des einen fast immer den Tod des anderen nach sich zieht.

Die Drachen und ihre Reiter bekamen sog. Weyr, mit Weidegründen für die das Vieh als Futter für die Drachen und genügend Höhlen als Lebensraum für Drachen, Reiter und das sie versorgende Volk. Diese Weyr wurden von den umliegenden Burgen mit allem lebensnotwendigen versorgt und im Gegenzug beschützten sie das Land vor dem Tod bringenden Fädenfall. Durch eine bestimmte Sternkonstellation setzte der Wanderstern jedoch einmal mit seinen Angriffen auf Pern aus und schon wurde aus der Bedrohung eine Sage, der die Menschen kaum noch glauben schenkten. So dauerte es nicht lange bis nur noch der Benden-Weyr bevölkert war, doch gerade als dieser Weyr in der jungen Lessa und in dem erfahrenen F'lar neue Weyrherren findet, beginnt der Fädenfall erneut. In letzter Sekunde hat Lessa die rettende Idee mit ihrer Drachenkönigin Ramoth in die Vergangenheit zu reisen und die "alten" Drachenreiter in ihre Zeit zu bringen, welche dann mit gegen die Fäden kämpfen.

►[Worum geht's diesmal?]◄
Sieben Planetendrehungen später: Gerade ist der Harfner Petiron der Halbkreis-Bucht gestorben, was besonders Menolly, die jüngste Tochter des Burgherrn, hart trifft, da sie ihn nicht nur mit Hingabe gepflegt hat, sondern von ihm auch im Musizieren unterwiesen wurde. Schnell wird ihr klar, dass sie nun zwar noch die Kinder bis zur Ankunft des neuen Harfners in den alten Balladen unterrichten darf, aber dass ihr ansonsten jedes Musizieren strengstens untersagt ist. Schließlich ist sie nur ein Mädchen und als solches hat sie sich nicht mit Musik zu befassen. Dies findet vor allem ihr Vater, der sich vor dem Spott der anderen Burgen fürchtet, weshalb ihre Mutter sie ständig mit irgendwelchen unangenehmen Aufgaben beschäftigt. Bei einer dieser Aufgaben schneidet sie sich dann so stark ins Handgelenk, dass sie ihre eine Hand kaum noch benutzen kann.

Dadurch vermeintlich ihrer Musik und somit ihrer Hoffnungen beraubt, flieht sie alsbald von der Burg und zieht in eine Höhle am Strand, in der sie auf ein Gelege mit Feuerechsen-Eiern stößt. Da gerade ein Fädenschauer niedergeht als die kleinen Tierchen schlüpfen, füttert sie sie, um sie in der Höhle zu halten, wodurch sie gleich neun davon für sich gewinnt. Durch die Tiere ermutigt beginnt sie sich in der Hölle einzurichten und da sie für die Kleinen sorgen muss, erkundet sie die Umgebung, wobei sie ganz nebenbei immer wieder ihre vermeintlich unbrauchbare Hand benutzt. Nach einiger Zeit gelingt es ihr sogar wieder Flöte zu spielen, was der neue Harfner vom Meer aus hört. Zwei Tage später will er diesem Geheimnis auf den Grund gehen, da der Hafnerorden immer auf der Suche nach neuen Talenten ist, doch dabei gerät nicht nur er in einen Fädenschauer…

►[Die Autorin]◄
Anne McCaffrey wurde am 01. April 1926 in Cambridge, Massachusetts, geboren. Sie besuchte die Stuart Hall (Virginia) und die Montclair High School (New Jersey) und graduierte schließlich cum laude am Radcliffe College in Slavistik (Sprachen und Literatur osteuropäischer Länder). Ihre erste Geschichte schrieb die künftige Schriftstellerin und Charakterschauspielerin im Lateinunterricht. 1950 heiratete Anne und bekam insgesamt 3 Kinder. (Quelle: literaturschock.de)

►[Alle bisher erschienenen Bücher der Drachenreiter-von-Pern-Reihe ]◄
1. Die Welt der Drachen
2. Die Suche der Drachen
3. Drachengesang
4. Drachensinger
5. Drachentrommeln
6. Der weiße Drache
7. Moreta - Die Drachenherrin von Pern
8. Nerilkas Abenteuer
9. Drachendämmerung
10. Die Renegaten von Pern
11. Die Weyr von Pern
12. Die Delphine von Pern
13. Die Chroniken von Pern - Die Ankunft
14. Drachenauge
15. Drachenklänge
16. Der Himmel über Pern
17. Drachenkind
18. Drachenwege

►[Die Eckdaten meiner Taschenbuchausgabe]◄
  • Seitenzahl: 175
  • ISBN-Nr.: 3-453-30693-7 (Heyne-Buch Nr. 06/3791)
  • Verlag: Heyne
  • Erscheinungsjahr: 1989
  • Preis: DM 7,80, heute gebraucht bei Amazon ab € 7,00 + Versand
  • Originaltitel: Dragonsong
  • Originalsprache: Amerikanisch
  • Übersetzer: Birgit Reß-Bohusch

    ►[Meine Meinung]◄
    Im Vergleich zum zweiten Buch der Pern-Reihe fand ich zu dieser Geschichte deutlich schneller Zugang, was nicht nur daran liegt, dass ich das zweite Buch direkt davor gelesen habe, sondern auch daran, dass die Geschichte sehr viel lebendiger ist. Zwar geht es auch hier darum, dass die uralten Traditionen im Weg sind, aber dafür wird ansonsten kaum auf Politik eingegangen, weil Menolly in der Halbkreis-Bucht sehr wenig davon erfahren hat. Etwas, aber nicht viel mehr weiß sie über die Drachenreiter, zu denen sie mit großer Verehrung aufsieht, was sich offenbar von ihrem Vater auf sie übertragen hat und nebenbei bemerkt eine erfrischende Abwechslung ist, da ich mich in den ersten beiden Büchern so an die Drachenreiter gewöhnt habe, dass ich sie mittlerweile in einem eher selbstverständlichen Licht sah. Durch Menolly wurde jedoch wieder deutlich wie wichtig und angesehen die Drachenreiter sind und wie sie auf Weyr-Fremde wirken, sodass ich sie wieder in einem anderen Licht sah. Trotzdem stellte ich mit Erstaunen fest, dass Lessa offenbar recht Furcht erregend ist, während F'lar regelrecht angebetet wird.

Dass die letzteren beiden diesmal nur am Rande vorkamen fand ich gar nicht so schlecht, weil man so auch mal wieder etwas von der restlichen Bevölkerung Perns erfährt. Hinzu kommt noch, dass Menolly im späten Verlauf des Buches in den Weyr kommt, wo sie aber weniger mit Drachenreitern als mit dem Weyr-Volk zutun hat, das bisher immer nur am Rande erwähnt wurde. Dies ist nicht nur interessant, sondern macht den Weyr wieder richtig aufregend, da man ihn zum einen mit Menollys Augen sieht und es zum anderen viel Neues zu entdecken gibt. Überrascht hat mich hierbei vor allen Dingen, dass Menolly ihre Feuerechsen unbedingt vor den Weyrbewohnern geheim halten wollte, was zwar aus ihrer Sicht gesehen logisch erscheint, aber für mich, die ich ja wusste, dass die Weyr selber welche besitzen und auch nach weiteren Gelegen auf der Suche sind, diesen weder etwas tun noch sie ihr wegnehmen würden. An ihrem Aufenthalt im Weyr dagegen eher langweilig fand ich ihre Anwesenheit bei der Gegenüberstellung, da ich über diese bereits alles Wesentliche im zweiten Buch gelesen hatte, welches chronologisch gesehen parallel zu dieser Geschichte läuft.

Gerade weil die Bücher parallel zueinander laufen waren mir auch bereits einige Ereignisse im Weyr bereits bekannt, die nicht nur bei der Gegenüberstellung die Spannung etwas minderten, was aber im Großen und Ganzen nicht weiter tragisch war. Mehr gestört hat mich dagegen das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Menolly und dem Harfner bzw. ihrer Bestimmung, das bestenfalls gelegentlich spannend war. Glücklicherweise tritt es ziemlich in den Hintergrund, weil man viel zu sehr damit beschäftigt ist Menollys Entwicklung zu beobachten und ihre kleinen Mitbewohner und deren Eigenarten kennen zu lernen. Letztere sind besonders spannend, weil man im letzten Buch noch nicht sehr viel über sie erfahren hat, aber dennoch ist mir zumindest eine Abweichung aufgefallen. Während die Feuerechsen im zweiten Buch nach dem Schlüpfen aus Hunger übereinander herfallen, tun sie hier nichts dergleichen sondern verlassen einfach nur die Hölle, um sich fressen zu suchen. Zwar hat dies aufgrund des Fädenschauers ähnlich schaurige Konsequenzen, aber dennoch ist das Verhalten unbestreitbar anders.

Wenig anders als im zweiten Buch ist die Art, wie Menolly die Feuerechsen an sich bindet, dafür aber umso glaubhafter, weil sie sich durch ihre Musik ja bereits das Vertrauen der Königin errungen hatte. Da ich eher unmusikalisch bin oder zumindest niemals selber etwas komponieren könnte, war ich absolut fasziniert von Menollys Können aus fast jeder Situation Musik zu machen, welche wiederum von der Autorin so gut beschrieben wurde, dass ich sie fast hören konnte. So ist es auch kein Wunder, dass ich mit Menolly litt als sie sich das Handgelenk verletzte, obwohl ich nicht glaubte, dass sie nicht wieder musizieren kann. In Hinblick auf die Verletzung wartete dann aber dennoch eine erschreckende Erkenntnis auf mich, die mir klar machte, wie sehr die Burgbewohner sich der Tradition verfplichtet fühlen. Dieses Traditionsbewusstsein hat gleich mehrere negative Auswirkungen, da Menolly nicht nur vor dem Harfner geheim gehalten wird sondern sie auch ziemlich mies behandelt wird, was mich ebenso wütend machte wie das süffisante Verhalten ihrer Schwester. Umso erfreuter war ich daher über ihr Weglaufen, das relativ plötzlich kommt, obwohl ich die ganze Zeit darauf wartete.

An diesem Zeitpunkt begann die Geschichte für mich erst richtig, da sie zwar schon vorher deutliche Höhen und Tiefen aufwies, aber es war für mich viel interessanter zu sehen war, wie Menolly in der Wildnis klarkam. Dieser Mut und diese Entschlusskraft fand ich faszinierend wie beeindruckend, auch wenn sie überwiegend aus der Not geboren wurden. Noch wichtiger fand ich allerdings, dass sie nun frei von den Tyrannen der Burg, aber dennoch weder allein noch arbeitsscheu war. Weiter sehr interessant, um nicht zu sagen erschreckend war, wie wenig sich die Burgbewohner um ihr Verschwinden kümmerten. Zwar hat man es in der Burg mit sehr wenig anderen Charakteren zutun, aber von diesen sind bestenfalls der neue Harfner und ihr Bruder wirklich sympathisch, was auf ihrem Ruhelosigkeit bezüglich Menollys Verschwinden beruht. Absolut unsympathisch sind dagegen Menollys Vater und Schwester, während ich ihre Mutter zwar noch irgendwo verstehen kann, aber auch nicht besonders mag. Umso erfreulicher ist es, dass Menolly später von der superlieben Mirrim und der ebenso tüchtigen wie liebenswerten Manora gepflegt wird.

Außerdem lernt sie natürlich Lessa und den Meisterharfner Robinton sowie einige andere Weyrbewohner kennen, von denen sie so gut behandelt wird wie nie zuvor in ihrem Leben, was ich ihr von Herzen gönnte. Schade fand ich nur, dass sie mal abgesehen von der Gegenüberstellung so gut wie keinen Kontakt zu den Drachen bekam, weshalb sie auch in diesem Buch bestenfalls in der Ferne eine Rolle spielten. Zwar sollte man die Feuerechsen für einen eher leidlichen Ersatz halten, aber ich muss gestehen, dass mir die Drachen aufgrund der ebenso faszinierenden wie spannenden Geschichte kaum gefehlt haben. Einzig ihren Humor habe ich wirklich vermisst, weshalb ich es etwas schade finde, dass die Feuerechsen zwar Gefühle übermitteln, aber sich nicht mit Worten verständlich machen können. Andererseits wäre dann aber wahrscheinlich die Ähnlichkeit zu den Drachen zu große, weshalb es wohl gut so ist wie es ist.

►[Fazit]◄
Da ich das Buch aufgrund seiner rührenden Geschichte und der interessanten Charaktere sowie besonders Menollys Entwicklung mit Begeisterung gelesen habe und daher kaum aus der Hand legen konnte, kann ich dieses Buch ja nur empfehlen, aber da mich in die Länge gezogene Katz-und-Maus-Spiele generell schnell nerven, vergebe ich "nur" vier Sterne.


   


Drachengesang / Anne McCaffrey

Haupteigenschaften

Autor: Anne McCaffrey

Autor Nachname: McCaffrey

Autor Vorname: Anne

Autor Name invertiert: McCaffrey, Anne

Titel: Drachengesang

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