Ich fühl mich wie ein Schneekönig!

5  21.05.2006

Pro:
Sicher, keine Regel mehr, einfach Spitze

Kontra:
Ich hab keins

Empfehlenswert: Ja 

Maroma

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Hallo, liebe Ciao'ler,

ich möchte Euch heute etwas über ein Verhütungsmittel erzählen, das ich auf Anraten meiner Frauenärztin seit mittlerweile 7 Monaten nutze: Die Dreimonatsspritze, Depot Clinovir. Meine Frauenärztin hat mir dieses Präparat empfohlen, weil ich über 40 bin, und dazu Raucherin.

Natürlich habe ich mich erst mal über das Präparat schlau gemacht, und habe auf der Seite: www.netdoktor.de folgende Informationen gefunden, die von Marion Iris Zimmermann, einer Apothekerin, stammen. Ich möchte diese Infos hier einstellen, denn eine gelernte Apothekerin kann das natürlich sehr viel besser und korrekter rüberbringen, als ich das könnte.


Was ist eine Dreimonatsspritze?

Depotspritze: Drei Monate Sicherheit
Die Dreimonatsspritze ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das ein hochdosiertes Depot-Gestagen enthält. Alle drei Monate injiziert ein GynäkologeIn das Präparat in den Oberarm- oder Gesäßmuskel der Frau.

Wie sicher ist die Methode?
Derzeit gibt es zwei Präparate auf dem Markt. Die Dreimonatsspritze hat einen Pearl-Index von 0,3 bzw. 1,4 (je nach Präparat). Dieser gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit dieser Methode verhüten, ungewollt schwanger werden. Die verhütenden Wirkung hält insgesamt drei Monate an. Die Auffrischinjektion lässt sich ohne Probleme und ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen vorverlegen, falls beispielsweise ein Urlaub vor der Tür steht. Wer den Zeitraum von drei Monaten ohne erneute Injektion überschreitet, sollte zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ergreifen, z.B. Kondome.
Für welche Frauen eignet sie sich?

Mediziner empfehlen die Dreimonatsspritze überwiegend Frauen, die nicht täglich Hormone einnehmen und längerfristig verhüten wollen. Die Fruchtbarkeit bleibt zwar erhalten, aber eine gewollte Schwangerschaft kann sich nach Absetzen der Spritze verzögern. Die Depotspritze eignet sich auch für Frauen, die keine Östrogene vertragen. Alternativen sind neue Minipille, Minipille, Verhütungsstäbchen und Hormonspirale, die ebenfalls nur Gestagene enthalten.

Stillende Mütter sollten die Depotspritze nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko anwenden. Das gilt vor allem für die ersten sechs Wochen nach der Geburt. Die Dreimonatsspritze kann für Frauen vorteilhaft sein, die unter Migräne, schmerzhafter oder starker Regelblutung leiden.

Wie wirkt die Dreimonatsspritze?
Der Körper nimmt das Gestagen aus dem Depot langsam auf. Im Gehirn verändert das Hormon den Regelkreis, der für die Eireifung im Eierstock verantwortlich ist. Es hemmt die Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons (LH) und unterdrückt damit den Eisprung.

Der zweite Wirkansatz ist der Schleimpfropf am Eingang der Gebärmutter. Der hohe Gestagenspiegel macht den Pfropf für Samenzellen schlecht durchlässig. Nur in Einzelfällen kommen Samenzellen über diese Hürde.

Zudem bewirkt das Hormon einen Umbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten kann.

Die Bildung des weiblichen Hormons Östradiol wird nicht unterdrückt. Es ist unter anderem ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden von Frauen.

Wie wird sie angewendet?
Die Verhütung mit der Dreimonatsspritze startet in der Regel in den ersten fünf Tagen nach Beginn der Menstruation. Unter bestimmten Bedingungen verlagert sich dieses Startfenster:
• Bei Müttern, die nicht stillen, in den ersten fünf Tagen nach der Geburt.
• Bei stillenden Müttern frühestens sechs Wochen nach der Entbindung.
• Nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt (in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft) in den ersten fünf Tagen danach.

Die Präparate dürfen unter anderem nicht angewendet werden,
• wenn eine Schwangerschaft vorliegt,
• bei krankhaft erhöhtem Blutdruck,
• bei Venenentzündungen oder Thromboembolie,
• bei Brustkrebs- und bösartigen Tumoren der Gebärmutterschleimhaut (Mamma- bzw. Endometriumkarzinom).

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Beim Einsatz der Dreimonatsspritze kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
• Ein Großteil der Frauen leidet an Zyklusstörungen, z.B. häufige, verstärkte Blutungen bzw. Schmierblutungen.
• Nach längerer Anwendung bleibt in manchen Fällen die Menstruation (Amenorrhoe) aus. Nach Absetzen des Präparats kann dieser Zustand noch eine Zeit lang andauern.
• Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Nervosität oder Depression sind möglich.
• Die Lust auf Sex kann manchmal abnehmen.
• Eine gewollte Schwangerschaft kann sich nach Absetzen der Hormone verzögern.
Welche Nachteile hat die Dreimonatsspritze?

Das Präparat lässt sich nicht einfach absetzen, wenn man es nicht verträgt. Das Depot muss sich erst auflösen, bevor die Wirkung nachlässt.

Viele Antiepileptika und manche Antibiotika beeinträchtigen die Sicherheit hormoneller Verhütungsmittel, weil sie den Abbau der Hormone in der Leber beschleunigen. Frauen sollten hier zusätzliche nicht-hormonelle Verhütungsmittel anwenden, solange sie entsprechende Medikamente (Packungsbeilage beachten!) einnehmen.

So viel also von der Seite www.netdoktor.de, Marion Iris Zimmermann, Apothekerin.

Nun zu meinen eigenen Erfahrungen mit der Dreimonatsspritze:

Meine Gynäkologin hat mir natürlich davon berichtet, dass bei manchen Frauen Zyklusstörungen wie gehäufte Blutungen etc. auftreten. Ich habe daher das Präparat erstmal in Pillenform für einen Monat bekommen. Das hat den Vorteil, dass man es wieder absetzen kann, wenn es nicht funktioniert. Mir ist es großartig bekommen.

Ich bekam dann ein Rezept über Depot Clinovir, so heißt mein Präparat. Es wurde von einer Helferin in der Praxis völlig problemlos "intrapopolär" injiziert. Es gab absolut keine Komplikationen, weder an der Injektionsstelle noch sonst irgendwie im Laufe der nächsten 3 Monate.

Für mich ein persönlicher Reichsparteitag: Ich habe, seit ich das Präparat nutze, keine Regelblutung mehr. Ihr könnt sagen, was ihr wollt: Ich fühle mich wie ein Schneekönig und genieße diesen Zustand total. Wie hat doch meine liebe Großtante immer gesagt: Wenn der liebe Gott ein Mädchen wäre, dann hätte er diese Sache (Menstruation jeden Monat) auch anders eingerichtet. Wie Recht sie doch hatte. Denn bei mir - auch noch, wenn auch sehr abgeschwächt unter Pilleneinnahme - war die Menstruation die Pest. Verstopfung, Völlegefühl, Schwindelattacken, Kopfschmerzen und vor allem heftigste Bauchkrämpfe. Das bin ich nun seit 7 Monaten auch los, TOLL!!!!! Und meinen Mann freut es natürlich auch, wenn wir "immer können"!

Ich muss noch dazu sagen, dass ich Hypertonikerin bin, also erhöhten Blutdruck habe. Das weiß meine Frauenärztin. Ich habe keinerlei Einfluss der Spritze auf meinen Blutdruck bemerkt.

Abschließend noch eines: Depot Clinovir bekommt ihr natürlich nur auf Privatrezept. In jeder Apotheke kostete diese Dreimonatsspritze 29,99 Euro. Im Vergleich zum Vaginalring, den ich bis dato getragen hatte, und der bei 43 Euro lag, günstig. Aber: Wenn ihr jemanden kennt, der in die Türkei reist, oder ihr selber dort hin wollt: Dort bekommt ihr das 100% gleiche Präparat unter dem Namen "Depot Provera" für 2,80 Euro.. Das ist doch wohl ein Unterschied, oder? Und dazu Rezeptfrei. Eine Bekannte von mir fliegt am 30.05. in die Türkei und bringt mir gleich einen Jahresvorrat mit. Ich habe eine befreundete Apothekerin gefragt, die mit versicherte, dass es wirklich das gleiche Mittel ist, steril verpackt und unter sterilen Bedingungen hergestellt. Sie hat sich da schlau gemacht.

In der Praxis meiner Gynäkologin werden für jede Injektion 10 Euro fällig (finde ich schon recht heftig, beim ersten Mal waren es noch 5 Euro. Inflation, Inflation). Aber auch dem kann aus dem Weg gehen: Eine Freundin von mir ist Krankenschwester.

Noch ein kurzer Hinweis: Auch wenn ihr Depot Provera aus der Türkei bekommt und eine Krankenschwester als Freundin habt, die es euch injizieren kann: Um Himmels Willen weiter zur den Kontrolluntersuchungen zu eurer Frauenärztin gehen. Ich habe den Depot Provera-Tipp sogar in meiner Gyn-Praxis bekommen, man nimmt es dort also nicht übel.

Mein persönliches Fazit: Ich kann keine Pille mehr vergessen, das Mittel ist wirklich total sicher, verhältnismäßig preiswert (und total billig aus der Türkei) und ich habe keine Regel mehr. Und keine, wirklich keine der von Frau Zimmermann genannten Nebenwirkungen sind bei mir aufgetreten. Ich bin restlos überzeugt und begeistert. Und für alle Raucherinnen: Es verträgt sich wesentlich besser mit dem Nikotin als die üblichen Pillen. Einziger Nachteil: Spritzenphobikerinnen könnten Schwierigkeiten bekommen.

Gut's Nächtle.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
paulinchen04

paulinchen04

28.08.2006 11:41

Waaaaas? In der Türkei kostet die nur so viel? Muß ich gleich mal Hatice Bescheid gebn. Danke für den Tipp! Und nochwas: Ich nehme die Spritze seit über einem Jahr und bin hoch zufrieden. Hatte die gleichen Probleme und jetzt seit 9 Monaten meine Tage nicht mehr. Dem Himmel sei Dank! LG

Hybride

Hybride

02.06.2006 21:20

Zum Glück hab ich damit seit fast 10 Jahren nix mehr am Hut...;-) Und "Django006" haue ich gleich was umme Ohren *g*. Liebe Grüße & schöne Pfingsten! PILLE...

geschmacksneutral

geschmacksneutral

24.05.2006 18:05

Ich las mir meine Pille auch immer aus der Türkei mitbringen. Ist wirklich wesentlich billiger. Allerdings dann doch nnch teurer als deine Spritze (für 3 Monate 6€).

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