Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
sie sind die Besten |
| Kontra: |
ihre Behandlung läßt oft zu wünschen übrig |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich möchte heute mal ein Lob auf Schulpferde aussprechen, viele Leute vergessen was diese Tiere täglich leisten!
Ich rede hier wohlgemerkt nur von der Ausbildung im Englisch-Reiten.
Was sind Schulpferde?
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Schulpferde werden Pferde in einem Reitbetrieb genannt, die zur Ausbildung der Reiter herangezogen werden, die kein eigenes Pferd besitzen.
Was zeichnet ein Schulpferd aus?
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Ein gutes Schulpferd ist charakterfest, hat keine (nennenswerten) Untugenden (so nennt man unerwünschte Verhaltensweisen) unter dem Sattel oder in der Box. Schulpferde besitzen eine gute, solide Grundausbildung in Dressur und Springen, meist nicht mehr als das, da die wechselnden (oft sehr schwachen) Reiter dies nicht möglich machen. Sie sind willig, brav, für den Reiter sicher, nicht schreckhaft und seeeeehr gutmütig.
Was leistet so ein Schulpferd eigentlich?
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Viele denken, einem Pferd ist es egal wer auf ihm sitzt - dem ist nicht so!
Ein Schulpferd trägt und ERträgt täglich je nach Einsatz zwischen 1 und 4 verschiedene Reiter, von unterschiedlicher Größe, Gewicht, Einfühlungsvermögen und Können.
Es errät die Hilfen (Kommandos) die ihm die Reitschüler geben oft mehr als dass es wirklich weiß dass es die Richtigen sind. Ein Reiter erlernt auf diesen Pferden die Grundlagen des Reitens, das Pferd ist der beste Lehrer.
Was ist so toll an Schulpferden?
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So kann die typische erste Reitstunde für ein Schulpferd aussehen:
Es läßt sich auch von ungeübten Händen "abgrabbeln", putzen und das Zaumzeug mehr oder weniger sanft über die Ohren ziehen. Es erträgt das falsche Auflegen des Sattels, mit anschließendem unfachmännischen Zurechtrutschen, gefolgt von oft mehr als unsanftem Anzurren des Sattelgurtes. Es läßt sich willig aus der Box in die Reithalle führen, steht still und geduldig da, während der Schüler die ersten Versuche macht seinen linken Fuß zum Aufsteigen in den Steigbügel zu bugsieren. Ist das einmal erledigt zieht sich der Reiter am Sattel hoch und schwingt sein anderes Bein mehr oder weniger elegant über den Rücken des Pferden. Oft stößt er dem Pferd dabei sehr unsanft mit dem Fuß in die Flanken oder auf den Hintern. Es endet mit einem Plumps als sich der Reiter in den Sattel fallen läßt. Geschafft, das Schulpferd hat mit einer Ruhe und Gelassenheit diese oft Minuten dauernde Tortur hingenommen, ohne mit der Wimper zu zucken.
Na dann...los geht's erst einmal im Schritt. Die Unterschenkel des Reiters boxen gleichzeitig beidseitig gegen den Bauch - das Pferd setzt sich brav in Bewegung. Es folgen Turnübungen des Reiters, die das Pferd aus jahrelanger Erfahrung kennt, auch hierbei berührt der Reiter das Pferd oft ungewollt unsanft an Stellen, wo er nie hinkommen sollte. Egal, das kennt das Pferd ja. Und wenn der Reiter dann doch mal das Gleichgewicht verliert und am Boden landet, bleibt das brave Tier stehen und wartet geduldig bis er sich wieder in den Sattel gehievt hat.
Die Aufwärmphase ist vorbei - es folgt der Trab. Wieder ein paar Mal feste in die Seiten geboxt, trabt das Pferd an. Der Reiter hoppelt nun mehr oder weniger geschmeidig im Sattel herum, überrascht von der stoßenden Bewegung des Reittieres. Seitliches hinundher-rutschen kennt das Pferd ebenso wie plötzlich unvermutetes Reißen an den Zügeln (irgendwo muss der arme Reiter ja wieder sein Gleichgewicht finden).
Den Galopp erspare ich Euch jetzt liebe Leser ;-)
Nach Beendigung der Reitstunde steht das Tierchen brav still, wartet bis der Reiter wieder auf dem Boden neben ihm steht (auch herunterrutschende oder fallende menschliche Zeitgenossen können es nicht mehr aus der Fassung bringen) und läßt sich willig und ergeben wieder in seine Box zurückbringen. Das Zaumzeug wird wieder über die Ohren heruntergezogen, mit einem metallischen Geräusch schlägt die Trense an die Zähne an, der Sattel wird vom Rücken gezogen - noch ein paar liebevolle Klapse des hochzufriedenen Schülers auf den Hals um dem lieben Tier zu zeigen dass es seine Sache brav gemacht hat, und dann wartet das Pferd auf seinen nächsten Einsatz.
Ihre Behandlung
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In vielen Betrieben werden die Tiere ausgebeutet, sehen außer ihrer Box nur die Reithalle unter dem Reiter. Sie müssen oft bis zu 5 Stunden täglich "arbeiten", unpassende Sättel, wenig Futter und ungerechte Behandlung sind nicht selten. Wird ein Schulpferd widersetzlich wird nicht lange gefackelt und es wird ausgetauscht.
Ich spreche hier nicht von genereller Behandlung, aber ich habe schon viele dieser Fälle gesehen. Zum Glück hat sich die Situation schon sehr gebessert.
Meine Gedanken dazu
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Dies war nur eine sehr überspitzte und kurze Form, wie eine Reitstunde sich für ein Schulpferd anfühlen kann. Und ich möchte allen einen Denkanstoß geben, die Schulpferde hochzuschätzen - denn ohne sie hätten wir nie reiten gelernt. Sie haben uns ertragen, egal welche Fehler wir gemacht haben, sie waren uns nie böse und haben sich immer bemüht, auch wenn wir - die wir ja vermeindlich schon soooo gut reiten konnten - nicht selten über sie gemeckert haben, wie stur, faul, widerwillig oder bockig sie doch seien.
Ein Grundsatz jedes guten Reiters sollte sein: Das Pferd hat niemals schuld!
Wer das Pferd seinen Lehrer sein läßt wird schnell erkennen wie wenig er eigentlich reiten kann, oder was er noch alles falsch macht! Auch Pferde haben mal einen schlechten Tag, umso höher sollten wir es ihnen anrechnen dass sie uns trotzdem nicht gleich absetzen und immer noch versuchen es uns Recht zu machen, ohne dafür ein Dankeschön zu erwarten.
Ein Hoch auf unsere Vierbeiner!
Chrisu
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sehr hilfreich
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