H -mehr als nur ein Buchstabe-meine Drogenstory
13.12.2006
Pro:
Ich habe aus der Zeit gelernt, "Mike"
Kontra:
Bei Drogen kann es eigentlich kein Pro geben
Empfehlenswert:
Nein
 wicked_girl
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:2
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Ich bin zwar neu angemeldet aber ich war mehrere Jahre bei Ciao aktiv aber unter einem anderen Namen. Es fehlte aber irgendwann die Zeit und die Lust immer wieder neue Berichte über Produkte o.ä. zu schreiben und ich hatte eigentlich mein persönliches Ziel erreicht, viele Vertraute, "hohen Status", viele Lesungen, liebe Kommentare usw. aber es fehlte eben dann an der Zeit und dann habe ich beschlossen Ciao erstmal in den Hintergrund zu stellen. Jetzt fragen sich bestimmt einige warum ich mich wieder angemeldet habe aber unter einem anderen Namen. Es ist so, dass ich über bestimmte Themen unter meinem alten Nick einfach nicht berichten wollte oder konnte. Ich wollte zwar darüber schreiben aber ich wollte nicht dass jeder der mich kennt und mein Profil (mit Foto und Name usw.) sieht bestimmte Dinge von mir weiß. Aber ich will darüber schreiben weil es zum einen wohl so eine Art Therapie für mich ist zum anderen weil ich informieren möchte. Jetzt werden vielleicht einige sagen die hat einen Doppel Account die kassiert zweimal, nein, so ist es nicht. Mit diesem Account widme ich mich lediglich dem Ciao Cafe also Berichte die nicht vergütet werden (Fragebögen oder sehr persönliche Dinge wie dieses Thema), der alte Account wurde nur nicht gelöscht, wird aber nicht mehr verwendet, ich finde ihn zu schade zum löschen wegen den ganzen lieben Kommentaren und Gästebucheinträgen… jetzt aber genug zu meiner Ciao Vergangenheit und nun zu meiner echten Vergangenheit, zumindest einem Teil darum. Es geht um meine Zeit als Junkie. Ich mag diese Bezeichnung nicht aber sie ist eigentlich zu treffend, ich könnte auch sagen, Drogensüchtige, Fixerin… ja es geht um Heroin. Ein dunkler Teil meiner Vergangenheit aber er gehört eben zu mir und nun möchte ich euch darüber informieren. Es tut mir leid, dass ich an manchen Stellen etwas abgeschweift bin aber es tat so unglaublich gut das alles hier aufzuschreiben und zu verarbeiten und ich hoffe ihr seht über diesen Punkt hinweg. Ich wollte mich eigentlich nur auf Heroin allein beziehen aber das ist nicht möglich. Deswegen hab ich den Titel auch von H - mehr als nur ein Buchstabe in H - mehr als nur ein Buchstabe - eine Drogenstory um genannt (Drogengeschichte war zu lang für Ciao). Die Kategorie bezieht sich ja auch auf das Thema Drogen allgemein. _______________________ H - mehr als ein Buchstabe _________________________ H ist in der Drogenszene die Abkürzung für die Droge Heroin. Heroin kam so um 1900 auf den Markt als Medikament zum Beispiel gegen Schmerzen Husten. Es wurde breit vermarktet bis man gegen 1920 das Medikament illegalisierte. Wer mehr über die Geschichte von Heroin wissen möchte kann sich ja mal die Seite bei Wikipedia darüber durchlesen oder Googlen. Ich werd jetzt an dieser Stelle nicht weiter drauf eingehen. Die Hauptsubstanz von Heroin ist Morphin, das wiederum wird aus Schlafmohn gewonnen. Das was als nächstes passiert hab ich jetzt von Wiki kopiert "Zur Heroinherstellung wird Morphin an den beiden Hydroxyl-Gruppen mittels Essigsäureanhydrid (=Acetanhydrid) oder Essigsäurechlorid acetyliert. Als Nebenprodukt kann monoacetyliertes Morphin entstehen (z.B. 6-MAM). Reines Heroin ist sowohl als Base als auch als Hydrochlorid-Salz ein farbloser kristalliner Feststoff." Ich versteh das nicht wirklich… zumindest wird es im Labor weiterverarbeitet und deswegen ist es nur halbsynthetisch. Es kann als Pille oder Pulver vorkommen. Aus dem Pulver kann man dann mit Hilfe von Vitamin C Pulver und Wasser eine Flüssigkeit herstellen, Heroin ist nicht wasserlöslich deswegen benutzt man den Zusatzstoff Vitamin C, oft auch Zitronensaft. Man benutzt hierzu einen Löffel auf den man das Heroin mit dem Vitamin C und dem Wasser vermischt und dann mit Hilfe eines Feuerzeuges erwärmt. Dann füllt man es in eine Spritze und spritzt es sich. Ich will auf keinen Fall jemanden mit diesem Bericht dazu animieren das nach zu machen, das denke ich wird spätestens am Ende des Berichtes klar. ______ Gefahren ______ Das Heroin zu nehmen gefährlich ist, ist klar denk ich, wie jede andere Droge auch. Wobei Heroin da noch ein wenig stärker ist als manch andere Drogen. Es gibt ja unterschiedliche Wege H zu sich zu nehmen. Spritzen: Zum einen gibt es die Gefahr, dass wenn man Heroin mit Wasser und Zitronensaft ansetzt, dass man sich eine Pilzinfektion einfängt und das winzige kleine Partikel des Saftes ins Blut gelangen. Das wusste ich ehrlich gesagt nicht als ich es konsumierte, in meinem Kreis war es aber auch nicht üblich puren Zitronensaft zu nehmen, meistens wurde Vitamin C Pulver genommen. Dann gibt es einige Risiken die auftreten können wenn man nicht aufpasst. Da wäre zunächst ein wichtiger Punkt, immer das eigene Besteck benutzen, also immer nur eigene Spritzen oder Einwegspritzen zu benutzen. Dadurch kann kein HIV oder Hepatitis B oder C übertragen werden. Viele Drogensüchtige tun dies aber, oder wenn man eine Dosis aufteilen will. Dann gibt man die Spritze weiter. Meistens tut man dies aber nur an Menschen denen man vertraut, aber Vertrauen hilft in diesem Punkt nicht oft sehr viel. Ich habe grundsätzlich immer mein eigenes Besteck benutzt. Eine Ausnahme gab es. Mein Freund, nennen wir ihn Mike, wir haben beide als wir uns kennen lernten einen Aidstest gemacht und ich habe ihm einfach vertraut was kein Fehler war, er ist mittlerweile nicht mehr mein "fester Freund" aber er ist mein bester Freund geworden und wir wohnen auch zusammen, aber zu ihm werde ich wohl später noch mal kommen müssen. Mit ihm hab ich also dann und wann eine Dosis geteilt. Durch zu häufiges Spritzen kann es zu Venenverschluss durch Narben u.ä. kommen. Hab ich selber aber noch nie erlebt, weder bei mir noch in meinem Bekanntenkreis. Weitere Gefahr ist die Vene zu verfehlen. Was man kaum beeinflussen kann ist der Punkt der sich um die Qualität von Heroin dreht. Das meiste Heroin ist gestreckt, dass heißt, dass bestimmte Stoffe zu dem Heroin gemischt werden damit man einfach mehr Geld verdienen kann. Die Qualität schwankt also gewaltig, auch wenn man immer vom selben Dealer kauft kann es sein dass man nicht gleich bleibende Qualität bekommt und das kann zu einer folgen schweren Überdosierung kommen. Ist klar wenn man seine Dosis kennt und sich dann neues H besorgt und dieselbe Menge spritzt aber die nicht so sehr gestreckt ist wie das sonst bekannte H, hat man eine Überdosis. Die führt fast immer zum Tode. Das sind wohl die häufigsten Risiken die es beim intravenösen Konsum gibt. Sniefen: Das Heroin wird hierbei als feines Pulver durch die Nase gezogen. Das "kennt" man vom Heroin, Geldschein, Strohhalm oder einfach ein Papier rollen und dann mit diesem gerollten Papier die Substanz durch die Nase ziehen. Da gelangt es dann über die Nasenschleimhaut ins Blut. Die Gefahren hier bei sind zu allernächst dass die Nasenschleimhaut durch langen Konsum von H trocken wird und einreißt. Das bewirkt, dass man vermehrt Nasenbluten hat. Eine Überdosis kann man hier ebenfalls bekommen, aus gleichen Gründen wie beim Spritzen.Dann gibt es noch die Inhalation: Diese Methode ist mir nicht so bekannt, selber nie so Heroin zu mir genommen und ehrlich gesagt auch noch niemanden dabei beobachtet. Man lässt das H auf einem Stück Alufolie verdampfen und atmet dann diesen Dampf ein, inhaliert ihn. Die Gefahr einer Überdosis sinkt hier wohl gewaltig und die Wirkung denke ich auch. Ein Risiko was es gibt ist, dass das Heroin in der Lunge wieder zu einem festen Stoff wird und dass dann die Bronchien verkleben. Rauchen / Tabletten Ebenfalls kann man Heroin als Pulver mit Tabak vermischen, ähnlich wie mit einem Joint, und dann rauchen. Dieser Weg ist einer der ungefährlichen, genauso wie der Weg über die Tablette. Bei allen Konsumarten sind noch nicht die (Langzeit-) Folgen einbegriffen, die kommen jetzt… _____ Folgen _______ Heroin ist ein Gift und Gift ist nicht gut für den Körper, für den Menschen der es nimmt. Neben den schon genannten Folgen und Risiken kann noch folgendes passieren: Die Organe werden geschädigt, Niere, Leber, Lunge usw. Es kann also zum Versagen der Organe kommen was zum Tode führen kann. Das Gehirn wird ebenfalls geschädigt. Die Körperliche und Geistige Abhängigkeit brauch ich an dieser Stelle glaub ich nicht mehr zu erwähnen. Das ist eigentlich das wichtigste. Hinzu können noch Psychische Folgen kommen, Depressionen, Autoaggressionen (SVV, Selbstverletzendes Verhalten), Angstzustände, Paranoia usw.______________ Mein Hintergrund ______________ Ich hatte in der Schule Pädagogik als Leistungskurs und da haben wir bei Fallbeispielen immer auch den persönlichen Hintergrund beleuchtet, ging es nun um einen Süchtigen oder um einen Gewalttätigen… also erzähl ich mal ein bisschen. Geboren bin ich in Berlin im Jahre 1982, dort habe ich die ersten Jahre auch gewohnt bis 2001, dann bin ich nach München gezogen. Seit 2005 leb ich jetzt in Köln. Nun zu meiner Familie, ja, Familie, wenn man das so nennen kann. Meine Mutter wurde schwanger von einem Mann den ich bis heute nie kennen gelernt habe und es auch mittlerweile nicht mehr möchte. Sie kannten sich noch nicht so lange, als er erfuhr das meine Ma schwanger war, hat er sich aus dem Staub gemacht. Meine Mutter hat dann mich und meinen Bruder (bin auch noch ein Zwilling) quasi alleine groß gezogen. Ab und zu half ihre Schwester ihr mit uns, ich stelle es mir furchtbar anstrengend vor auf einmal zwei Kinder zu bekommen und dann auch noch alleine. Hinzu kam ebenfalls noch, dass sie ziemlich jung war, gerade 22 als wir auf die Welt kamen. Gewohnt haben wir in einer kleinen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus… oder eher in einem mittel großen grauen Kasten irgendwo in Berlin. Man kann sich vorstellen dass das alles etwas chaotisch ablief. An meine ersten Jahre kann ich mich kaum erinnern, die Erinnerung setzt erst so in der Grundschulzeit ein. Da lief noch alles eigentlich normal. Wir hatten nicht viel Geld, das Leben war nicht so einfach. Ich weiß auch nicht mehr viel von der Mauer und den Fall, eher gesagt gar nichts. Ab 1993 bin ich dann auf ein Gymnasium in der Nähe unserer Wohnung gegangen. Und da denke ich ist der Punkt wo es anfing schief zu laufen. Meine Ma arbeitete wieder seit dem wir in die Grundschule gingen, sie war kaum zu Hause, immer nur Abends und dann war sie meist ziemlich fertig, hatte mehrere Putzjobs angenommen damals soweit ich weiß. Mein Bruder und ich sind wohl ein Paradebeispiel gewesen für die so genannten "Schlüsselkinder". Im Gymnasium hatte ich Probleme neue Freunde zu finden, irgendwie fiel es mir schwer, alles war neu und unvertraut, ich kannte keinen und ich vermisste meine Freunde aus der Grundschule, von denen ist nur eine mit auf meine neue Schule gekommen und die hat sich schnell einer neuen Gruppe von Mädels angeschlossen und vergaß mich quasi, das tat sehr weh. Nach einiger Zeit knüpfte ich Kontakte zu einem Mädchen in meiner Klasse, nennen wir sie Jaqueline, Jackie, mit ihr verbrachte ich die meiste Zeit, in den Pausen und auch Nachmittags zum Spielen. Die ersten Jahre waren okay, die 5. Klasse und auch die 6. Klasse, in der 7. Klasse fingen dann die Probleme an. Jackie lernte neue Leute kennen, 3 oder 4 Klassen über uns. Einige von ihnen gingen auch gar nicht auf unserer Schule oder waren schon fertig mit der Schule. Sie ging am Wochenende immer mit ihnen auf Partys und trieb sich mit ihnen auch nachmittags und abends in der Stadt rum. Da sie dadurch immer weniger Zeit für mich hatte, habe ich beschlossen diese Leute auch mal kennen zu lernen (und weil sie mir immer vorschwärmte wie toll doch die Leute sind). Ich hatte damals noch nicht wirklich das Interesse an Partys und an Jungs usw. ich war 13, aber ich hatte Angst Jackie zu verlieren, deswegen willigte ich ein. Jackie war auch 13 aber sie war schon immer etwas reifer als ich, was die Körperliche Entwicklung angeht aber auch was die Seelische Entwicklung betrifft. Also erzählte ich meiner Ma an einem Samstag, dass ich wie so oft schon bei Jackie schlafe, sie erlaubte es mir, warum auch nicht, ist ja schon öfters vorgekommen. Bei Jackie angekommen machten wir uns fertig, sie zeigte mir wie man sich "aufstylte" und gab mir Klamotten und Schuhe von sich, Schminke ebenfalls. Als ich mich im Spiegel betrachtete weiß ich noch ganz genau was ich als erstes gedacht habe, "man sehe ich dämlich aus". Ich wollte an dieser Stelle eigentlich nur noch raus aus den Klamotten, aus den unbequemen Schuhen und die Schminke aus meinem Gesicht waschen aber dafür hatte ich gar keine Zeit, es klingelte an der Tür und einer ihrer neuen Freunde wartete mit seinem Auto auf uns um uns abzuholen. Wir gingen also zu ihm und fuhren los zu dieser Party. _______________________ Der erste Kontakt mit Drogen _________________________ Auf der Party angekommen fühlte ich mich erst total unwohl, ich kannte keinen, fühlte mich total angemalt und dachte ich sehe völlig affig aus. Jackie schien dagegen alle zu kennen und stellte mir dann ein paar "ihrer" Leute vor. Auf der Party lief coole Musik, sie war in irgendeinem 1 Familienhaus etwas außerhalb der Stadt, die Leute sahen unglaublich cool aus, sie schienen alle so um die 18 Jahre alt zu sein. Wie gesagt war ich damals 13 und hatte mit alle dem noch nicht wirklich was am Hut, deswegen zögerte ich auch erst als mir Jackie ein Bier in die Hand drückte, aber da alle es tranken und anscheinend Spaß dabei hatten, dachte ich nicht weiter darüber nach. Ich nahm ein paar Schlucke und fand dass es eklig schmeckte, viel zu bitter, ich trank aber weiter weil ich nicht als "uncool" gelten wollte. Nach dem zweiten Bier war es auch gar nicht mehr so schlimm, da schmeckte es sogar schon ganz gut. Zwischendurch gab es auch noch ein paar Schnäpse. Ich hatte wie gesagt vorher noch nicht viel Kontakt mir Alkohol und war relativ schnell voll. Jackie nahm mich nach einiger Zeit mit ein paar anderen Jungs und Mädels mit in ein Schlafzimmer was sich in der oberen Etage des Hauses befand (die Party lief größtenteils unten ab). Dort angekommen weiß ich nicht mehr viel, ich war schon recht besoffen, ich erinnere mich daran, dass ich auf dem Bett lag und sich die Decke drehte und irgendeiner der Jungs legte sich neben mich und gab mir eine Zigarette. Ich rauchte einige Zeit daran, dann weiß ich nichts mehr. Es war eine Haschzigarette. Das war einfach zu viel für mich, zu viel Alk zu viel Hasch für meinen "kleinen Körper". Ich wachte am nächsten Tag mit einem richtig beschissenen Gefühl bei Jackie in der Wohnung auf. Wenn ihr euch fragt wo ihre Eltern waren in der Zeit, ich weiß es auch nicht so genau, ihr Vater trieb sich meistens mit seinen "Jungs" rum oder mit anderen Frauen und ihre Ma lag meistens betrunken im Bett und schlief, oder war damit beschäftigt neuen Schnaps zu kaufen. Mein Kopf tat weh und mein restlicher Körper auch. Ich schwor so was nie wieder zu machen. Wie das so ist tat ich es aber trotzdem. Ich ging weiter mit Jackie auf solche Partys und lernte immer mehr der Leute kennen. Ich fing an regelmäßig zu kiffen und zu trinken. Alkohol gab es jetzt mindestens 3 Mal die Woche und dann nicht wenig. Gekifft wurde erst nur am Wochenende und dann steigerte es sich langsam zu jedem Tag. In der Schule wurde ich zunehmend schlechter, was mir auch Probleme zu Hause bescherte, wenn meine Ma Abends zu Hause war oder am Wochenende gab es nur Zoff. Ich hatte nur einen Gedanken, abzuhauen, weg von diesem ewigen Gemecker. Mit 14 lernte ich dann einen Typen kennen, nennen wir ihn John. Ich verknallte mich sofort in ihm, er war toll, genau mein Typ, ich lernte ihn auf einer diesen Partys kennen.________________ Erster Kontakt mit H ________________ Ich verbrachte viel Zeit mit ihm, ich betete ihn quasi an. Wir kifften zusammen und tranken. Und irgendwann als ich mal wieder merkte dass das kiffen es irgendwie nicht mehr wirklich bringt, habe ich das auch in seinem Beisein erwähnt. Er meinte dann nur dass ich doch mal was anderes ausprobieren sollte, was viel besseres, etwas das ich bestimmt lieben würde. Ich war blind vor Liebe. Ich hätte alles genommen was er mir gegeben hat, ich vertraute ihm blind. Ich war einfach zu naiv. Aber er gab mir einfach das Gefühl von Sicherheit und Liebe dass ich zu Hause einfach nicht bekam, er war für mich da, hörte mir zu und kümmerte sich um mich. Er war 20. Er öffnete also eine kleine Alufolienverpackung und es kam ein weißliches Pulver zum Vorschein, Koks hatte ich einmal genommen und danach ging's mir dreckig, habe gekotzt wie sonst was und seit dem hab ich es nicht mehr angerührt. John meinte es wäre kein Koks und ich sollte es probieren, ich würde nicht abhängig, er würde es auch nur ab und zu nehmen usw. Ich rollte also ein Stück Papier zusammen und zog es durch die Nase ein. Erst merkte ich nichts und dann bekam ich einen totalen Flash ein totales Gefühlschaos. Ich war so super happy und bekam nichts mehr um mich herum mit, alles leuchtete irgendwie, schien so unreal und dieses Gefühl, Glücksgefühl en masse. Man kann es nicht wirklich beschreiben. Was danach folgte war eher nicht so toll, ich fühlte mich schlecht, fiel in Loch, wachte auf und John war weg. Ich war völlig alleine und fühlte mich beschissen und bekam einen Heulkrampf. Mein Körper schrie nach mehr, nach den nächsten Snief. Es war Heroin was ich nun in meinem Körper hatte. __________ Erster Druck __________ Die nächsten Monate besorgte mir John immer wieder Heroin und ich lernte immer mehr Leute der Szene kennen. Je tiefer ich in die Szene vordrang desto mehr distanzierte sich Jackie von mir, von Heroin wollte sie nichts wissen, sie nahm jetzt aber regelmäßig irgendwelche Tabletten. Ich lernte auch viele kennen die drückten (also die sich Heroin in flüssiger Form spritzten). Davor hatte ich irgendwie Angst, Spritzen mag ich nicht besonders und es sah immer so furchtbar aus wie sie sich die Arme abbanden und dann die Spritze in die Vene jagten, ich bekam immer eine Gänsehaut und blieb beim schniefen. Es war kein Problem, in unserer "Clique" waren auch einige die nur schnieften oder es in Tablettenform nahmen. Das zog sich dann so hin bis ich 15 wurde. Ich ging halbwegs regelmäßig in die Schule, immer so dass ich genug Stoff mit bekam um versetzt zu werden. Ich war relativ schlau will ich mal behaupten, ich konnte neuen Stoff sehr schnell aufnehmen ohne viel zu lernen und schaffte es so in die 8 und 9 Klasse versetzt zu werden. Natürlich waren die Zeugnisse nicht super aber es war okay, Mittelmass würde ich mal sagen. Kurz vor meinem 16. Geburtstag besiegte meine Neugier meine Angst und ich beschloss einen Druck zu probieren. John zeigte mir wie es funktionierte und setzte auch die Spritze an, das konnte ich einfach nicht. Dieser Rausch war unglaublich. Ein Hochgefühl an Glück und Freude stieg in mir auf. Alles bunt alles toll alles wunderbar alles um mich herum weg. Das Gefühl war um einiges intensiver als beim Sniefen. Ich will auf keinen Fall zum Nachmachen animieren aber es ist eben so, dass es ein totales Glücksgefühl in einem auslöst. Aber dieses währt nicht lange. Nach einiger Zeit wurde ich langsam wieder klar im Kopf, erkannte meine Umgebung, die kleine, dreckige Wohnung von John, John der selber völlig zu gedröhnt auf seinem Bett pennte und noch ein paar andere Leute die auf der Erde lagen oder Joints rauchten. Mir ging es beschissen, verdammt schlecht, mein Körper zitterte und ehe ich mich versah lag ich in meinem eigenen Erbrochenen. Das ist eklig aber das ist die traurige Realität, ich will aufklären und informieren deswegen beschreibe ich es so. Die nächsten Tage wollte ich nicht wieder drücken aus Angst wieder dieses Gefühl zu bekommen als würde ich erst fliegen, hoch fliegen auf ein riesiges Gebäude um dann wieder 30 Stockwerke nach unten zu fallen. Aber es ging nicht, mit dem Schniefen allein konnte ich mein Bedürfnis nach H nicht stillen. Also bat ich John mir wieder was zu besorgen und ab dem Punkt war es vorbei. Ich war süchtig. Ich brauchte von nun an immer mehr, immer öfters. Die Schule verließ ich nach der 10. Klasse mit Ende 16 mit einem halbwegs guten, na ja eher schlechten Realschulabschluss. Dann sank ich immer mehr und immer mehr ab. Ich trieb mich nur noch herum nahm H in flüssiger Form, in Pulverform, trank Alkohol, rauchte Joints. Die erste Zeit besorgte mir John immer das Zeug und bezahlte auch aber er hatte irgendwann auch nicht mehr so viel Geld und der Stoff war teuer. Ich war verzweifelt. Am Anfang stahl ich meiner Ma oder meinem Bruder ab und zu Geld um Stoff zu besorgen. Aber an einem Tag, ich weiß es noch ganz genau, es war ein kühler Herbsttag, ging ich durch die Stadt und mein Körper schrie nach dem nächsten Druck, ich hielt es nicht mehr aus, hatte aber kein Geld und dann war da dieser Bekannte von mir. Er stand auf mich, machte mich immer an, ich hatte ihn vor längerer Zeit kennen gelernt und seit dem baggerte er mich an. Als er merkte dass ich total in der H Szene hing sagte er mir öfters, "komm doch mit, bekommst auch Geld um dir den nächsten Schuss zu besorgen". Damals hab ich ihm nur den Vogel gezeigt, da hatte ich auch noch Geld um mir meinen nächsten Druck zu kaufen aber jetzt an diesem kühlen Tag… ich brauchte Heroin und auf einmal stand er vor mir und er bemerkte wohl dass es mir beschissen ging, und dann tat ich etwas wofür ich mich jetzt immer noch für hasse, mich vor mir selber ekle aber ich bin mitgegangen. Ich hatte in dieser Nacht Sex mit ihm für Geld. Ich war 17. Obwohl ich am liebsten danach ganz schnell weg gelaufen wäre, blieb ich bei ihm in der Wohnung und machte ihn betrunken. Als er besoffen war nahm ich zum einen das Geld was er mir gegeben hatte für meine "Dienste" zum anderen ließ ich aber noch mehr Geld aus seinem Portemonnaie mit gehen und ein paar andere Dinge aus seiner Wohnung. Dann lief ich und lief, ich fühlte mich dreckig, draußen regnete es, ich fühlte es als Erleichterung das Wasser an meinem Körper zu spüren mich quasi wieder sauber zu waschen und so lief ich immer weiter durch den Regen. Ich war völlig fertig. Irgendwann brach ich zusammen. Das nächste woran ich mich erinnere ist, dass ich bei John in der Wohnung aufwachte. Als er sah, dass ich wach war meinte er, sobald du wieder klar bist packst du deinen Krams den du hier bei mir hast und dann will ich dich nie wieder sehen, mit so einer kleinen dreckigen Hure will ich nichts zu tun haben". Ich war völlig fertig, er hatte also davon erfahren. Jeder Erklärungsversuch scheiterte. Er war immer dafür gewesen sich das Geld auf irgendeinen anderen Weg zu besorgen, wenn es sein musste mit Überfällen, Taschenrauben usw. aber niemals durch, ich kann das Wort gar nicht aufschreiben, durch Prostitution. Ich kann es immer noch nicht fassen wozu ich mich hab leiten lassen nur wegen H. Danach ging es noch mehr Bergab. Ich übernachtete öfters auf der Straße, bettelte um Geld zusammen zu bekommen, aber das reichte nicht wirklich. Mit den restlichen Leute aus meiner "Gruppe" hatte ich immer noch etwas zu tun, einige von ihnen, Frauen wie Männer, verkauften sich auch selber um an Geld zu kommen. Das soll nicht heißen, dass ich es noch mal gemacht habe nach diesem einen Mal, nein es blieb bei dem einen Mal. Ich bekam öfters was von den Leuten aus meiner Gruppe und den restlichen Stoff besorgte ich mir durch das Geld was ich von meiner Ma oder meinem Bruder oder meinen Tanten stahl die ab und zu zu Besuch kamen. Oft reichte es aber nicht aus.______________________ Erste Entzugserscheinungen _______________________ Oft reichte es aber nicht aus. Wenn ich keinen Stoff bekam fing mein Körper an zu rebellieren, das ist nicht schön, das wünsche ich keinem. Schmerzen die durch den ganzen Körper gehen, am meisten durch den Kopf, ein Gefühl als würde das Gehirn immer größer werden und gegen den Schädel pochen und jeden Moment explodieren. Zittern, Schwindelanfälle, Ohnmacht, Bauchkrämpfe, Durchfall. Dann kam der Abend wo eine Wende in mein Leben kommen sollte. Ich war damals 18. Ich quälte mich eines Nachts durch die Stadt und wollte zu einer Bekannten aus der Szene um bei ihr über Nacht zu bleiben als ich zusammenbrach. Ich weiß nicht wie lange ich da auf der Straße lag, kann mich nicht mehr erinnern, auch an das folgende kann ich mich nicht erinnern. Ich wachte jedenfalls einen Tag später in einem Bett auf was ich nicht kannte, in einem Raum der mir unheimlich war. Ich war sehr erschrocken und schaute mich um, niemand war in dem Raum. Es war ein großer, heller, freundlicher Raum. Die Wände waren hell gestrichen und der Raum war schön eingerichtet, schöne Möbel, das Bett in dem ich lag schien riesig. Ich fühlte mich nicht mehr so elend. Als sich die Tür öffnete fing ich an zu schreien. Ich weiß auch nicht warum aber ich war einfach völlig verängstigt weil ich nicht wusste was passiert war. Herein kam ein Mann und als er merkte dass ich ausrastete, versuchte er beruhigend auf mich einzureden. Ich beruhigte mich auch nach einiger Zeit wieder da ich merkte, dass er mir nichts Böses wollte. Er erzählte mir, dass er mich auf der Straße gefunden hat und mitgenommen hatte. Da er wusste dass ich auf H war und auf Entzug spritze er mir H. Ich war völlig fertig, ein wild fremder Mann der mich mit in sein Haus genommen hat und mir Heroin verabreicht hat?! Ich drehte fast durch, wusste nicht was ich tun sollte. Er stellte sich mir vor und meinte dass er mich aus der Szene raus holt. Nennen wir diesen Mann Mike. __________ Cold Turkey __________ Das Haus war riesig in dem ich war. Es kam mir so unrealistisch vor. Er gab mir erstmal richtig was zu essen und neue Kleidung zum anziehen. Er redete mit ihm und ich erzählte ihm dass es mir selbst klar ist dass es so nicht weiter gehen kann. Er sagte etwas was mich sehr beschäftigte "Es kann auch nicht mehr so weiter gehen, weil es bald mit dir vorbei ist, du wirst sterben. Ich gebe dir wenn du so weiter machst vielleicht 1 Jahr." So direkt hatte mir das noch keiner gesagt, es hatte sich bisher keiner darum gekümmert was ich tat oder wie zugedröhnt ich war. John war ja selbst immer zugedröhnt, er kümmerte sich zwar um mich aber in diesem Punkt war es ihm eben egal was ich tat. Deswegen wurde ich neugierig und ich versprach Mike dass ich es versuchen werde. Ich hielt einen Tag bei ihm aus dann lief ich weg, zurück in die Stadt zu meiner Gruppe, neuen Stoff besorgen. Da ich wieder einige Entzugserscheinungen hatte nahm ich wohl etwas mehr als sonst, oder der Stoff hatte bessere Quali, ich weiß es nicht mehr, jedenfalls haute mich der Druck um und ich lag da zwischen meinen "Freunden" im Park und war völlig weg. Mike hatte natürlich entdeckt, dass ich abgehauen war und suchte mich. Ich hatte ihm erzählt, wo ich mich meistens herum trieb und er klapperte alle Orte ab bis er mich fand. Als er mich fand war ich wieder halbwegs beim Bewusstsein, jeden falls so weit dass ich ihn erkannt habe, ich wollte mich wehren als er mich auf den Arm nahm und zum Auto trug nur ich hatte meine Arme und Beine nicht unter Kontrolle. Dann wurde ich wieder Ohnmächtig. Als ich aufwachte ging es wieder so halbwegs. Ich lag wieder in dem großen Bett und Mike saß neben mir auf dem Rand. Er sah mich an und fragte mich ob ich das wirklich wollte. Ob ich wirklich so enden wollte oder ob ich jetzt etwas ändern wollte und ein richtiges Leben anfangen wollte. Ich fing fürchterlich an zu weinen weil mir klar wurde dass ich es nicht wollte, ich wollte so nicht weiter machen, aber es ging nicht, ich fühlte nicht genug Kraft in mir aufzuhören. Was dann kam war die Hölle. Es war die Hölle. Ich beschloss bei ihm zu bleiben und einen Versuch zu starten von dem Zeug los zu kommen. Cold Turkey. Komische Bezeichnung für Hölle. Cold Turkey bezeichnet man wenn man einen Entzug macht. Wenn das Heroin sich abbaut und man nichts neues mehr zu sich nimmt. Kalter Entzug. Hölle. Ich wünsche es keinen. Ich kann mich vielleicht an 70 % der Zeit erinnern, die restlich Zeit war ich wie betäubt, durch die Schmerzen, durch alles. Mike wollte dass ich den Entzug in einer Klink mache aber das wollte ich nicht, ich weiß selber nicht mehr genau warum, ich hatte einfach Panik vor den Ärzten, die hatten doch eh keine Ahnung wie es mir ging habe ich gedacht. So war Mike da und er war wirklich die gesamte Zeit da. 8 Tage lang war er 24 Stunden bei mir. Was ich in der Zeit erlebt habe kann man nur als Hölle beschreiben, egal wie sehr ich einen Menschen auch hassen würde, das würde ich ihm niemals wünschen. Es begann mit dem mir schon bekannten Symptomen, Zittern, Schwindelgefühl, Durchfall, Krämpfe, Schmerzen. Das steigerte sich immer mehr und mehr. Ich wurde aggressiv, versuchte Mike zu verletzen um an ihm vorbei zu kommen um neuen Stoff zu besorgen. Das wurde so schlimm, dass Mike beschloss sich einen Freund zur Hilfe zu holen. Mit ihm zusammen besorgte er Methadon um die schlimmsten Schmerzen zu lindern und anderes Zeug, Tabletten usw. Ich weiß nicht mehr was es alles war aber es half nur minimal. Nach 3 Tagen wollte Mike mich ins Krankenhaus bringen aber ich wehrte mich und schrie ihn an und versuchte ihn zu verletzen und von ihm loszukommen. Es gelang mir und er beschloss mich noch so lange es mir noch "halbwegs gut" ging mich bei ihm zu lassen. Die Zeit war furchtbar. Diese Schmerzen und Krämpfe sind unbeschreiblich. Zittern, Kotzen, Krämpfe, Durchfall, Schmerzen im ganzen Körper, Fieber, Aggressivität und noch so vieles mehr. Dieses Gefühl zu zerreißen wenn man nicht sofort Stoff bekommt. Furchtbar. Hölle. Die Hölle. Selbstverschuldete Hölle. Nach 6 Tagen spürte ich endlich eine kleine Besserung, ich konnte zum ersten Mal etwas essen ohne dass ich es direkt wieder ausgebrochen habe. Ich hatte einige Kilos verloren und war recht schwach. Aber ich spürte kein riesiges Verlangen mehr nach dem Stoff. Sollte ich es geschafft haben? Nach über 2 Jahren Drücken, aus und vorbei, frei? Nein, leider nicht. Mike behielt mich noch 2 Tage länger in diesem Zimmer, das ich die letzten 6 Tage nicht verlassen hatte. Dann ging es mir wieder so gut dass ich rumlaufen konnte und das auch wollte. Ich wollte raus. Im Hinterkopf schwebte noch immer ein großes H. H. H wie Hoffnung. Nein Heroin kann niemals Hoffnung geben. Aber mir gab es in dem Moment die Hoffnung auf einen neuen Druck wenn ich nur Mike loswerden würde und in die Stadt könnte. Aber er blieb bei mir. Die ganze Zeit. Egal wie sehr ich auf ihn einschlug, trat ihn beschimpfte, er hielt mich davon ab. Gab mir wenn es ganz schlimm wurde wieder Methadon.__________________ Wieder klar im Kopf __________________ Je mehr Zeit verging desto klarer wurde ich. Desto mehr konnte ich auf einmal sehen was ich damals alles gemacht habe, es schien als ob vorher ein riesiger Schleier davor hing der jetzt nach und nach weg ging. Es ging mir immer besser. Na ja, es gab solche Phasen wo es mir gut ging und dann wieder Phasen wo der Drang nach Heroin wieder stark in mir aufflackerte. Aber Mike war immer da, immer. Egal was ich tat egal was ich ihm antat. Er blieb bei mir. H wie Hilfe, die ich zum Glück bekam. Ich wurde immer klarer, sah die Welt mit völlig anderen Augen. Mit den Augen einer nicht zu gedröhnten jungen Frau. Es schien alles toll. Aber ich traf immer wieder auf meine alte Gruppe, auf Leute aus der Szene und kam in Versuchung. Als es wieder schlimmer zu werden schien fasste Mike einen Entschluss. Er zog nach München und nahm mich mit, er fragte mich nie richtig, ich bin einfach mit gekommen, ich wollte einen Neuanfang. Fern von den ganzen Leuten aus der Szene, fern von den ganzen Plätzen wo wir uns den Rausch holten, fern ab einfach von der ganzen Szene, von Berlin. Ja und was ist weiter weg von Berlin als München. Ich war fast 19. 2001. ___________ Neuanfang _________ Es war der totale Unterschied. Berlin - München einfach krass. Am Anfang schien ich nicht mit der neuen Stadt klar zu kommen, ich kannte keinen, kannte die Stadt nicht, alles war anders. Fühlte mich die erste Zeit elend und wünschte mir den ganzen Scheiß von früher wieder her, Berlin, die Szene und H. Aber Mike war da, wie immer, er war an meiner Seite und mit der Zeit gefiel mir München sehr gut. Die Sonne schien fast immer ;) und ich beschloss mein Abi nach zu holen. Ich lernte neue Leute kennen, die wirklich anders waren als die die ich bisher kannte. Sie waren alle nett und freundlich und hatten nichts mit Drogen zu tun, außer das sie ab und zu mal was tranken. Mir ging es gut. Ich lebte die nächsten Jahre dort bis ich mein Abi in der Tasche hatte. Und das sogar ziemlich gut. Ich fühlte mich super. Und ich war überrascht, dieses Gefühl als ich das Abschlusszeugnis in der Hand hielt, fühlte sich an wie eine Droge nur ohne Nebenwirkungen, ich fiel nicht wieder in ein Loch, nein ich brauchte nur das Zeugnis angucken und mir ging's gut. Das war ein fantastisches Gefühl. Aus beruflichen Gründen seitens Mikes entschieden wir dann nach Köln zu ziehen, das war 2005. Dort lebe ich jetzt seit gut einem Jahr mit Mike in einer schönen großen Wohnung. In den Jahren in München hat sich eine Liebe zwischen uns entwickelt, wir waren zusammen, liebten uns wirklich. Nur wir erkannten irgendwann dass es nicht das war was wir wollten. Wir merkten dass unsere Liebe irgendwie anders war als zwischen einem "echten Paar", es schien mehr eine platonische Liebe zu sein. Wir trennten uns als Paar bevor wir nach Köln gezogen sind aber wir sind die besten Freunde. Ich denke wenn es so etwas wie Seelenverwandtschaft gibt, dann ist er es, dann sind wir es. Wir wohnen zusammen als Singles, aber wir gehören trotzdem zusammen aber eben auf einer anderen Ebene wie ein Paar zusammen gehört.____________ Offene Fragen ____________ Sicherlich sind einige Fragen aufgekommen während ihr diesen Bericht gelesen habt. Ich versuche einige zu klären. Wo waren meine Ma und mein Bruder in all der Zeit? Ich weiß nicht ob ich es erwähnt habe aber meine Ma hat irgendwann auch das trinken angefangen. Am Anfang interessierte sie sich noch dafür wenn ich eine Nacht nicht nach Hause kam, dann war es ihr egal. Mein Bruder versuchte es zwar einige Male mich aus der Szene zu befreien und mir klar zu machen, dass es nicht gut für mich ist aber ich wollte nicht auf ihn hören, beschimpfte ihn aufs Übelste wenn er es immer wieder versuchte, irgendwann gab er es auf und distanzierte sich immer mehr von mir. Mittlerweile habe ich wieder ein gutes Verhältnis zu ihm aufgebaut. Er gibt mir sehr viel Kraft und ich bin sehr froh, dass unser Verhältnis wieder normal ist, schließlich ist er mein Zwilling, wir haben uns fast 9 Monate denselben Bauch geteilt ;) Wieso tat Mike das alles? Mike erzählte mir mal dass er mich erst aus Mitleid mitgenommen hat, dass er aber dann erkannt hat dass er mich toll fand und sich in mich verliebt hat und dann wollte er mich nur noch von der Szene weg bekommen koste es was es wolle. Was macht er Beruflich dass er sich ein großes Haus leisten kann und Umzug nach München / Köln usw.…?! Das Haus gehörte seinen Eltern. Er ist 3 Jahre älter als ich. Seine Eltern waren viel auf Reisen und er wohnte quasi allein in dem Haus. Seine Eltern besitzen eine große, gut laufende Firma und haben dementsprechend sehr viel Geld was auch Mike nicht vorenthalten blieb und bleibt. Mittlerweile hat er einen Club und ich arbeite für ihn in dem Club und helfe ihm im Bereich Marketing und Einkauf usw. Was ist aus Jackie geworden? Gestorben am 11.12.2000, weiter möchte ich da nicht drauf eingehen. Es war ein Drogentod. Auch wenn sie mich eigentlich in die Szene gebracht hat, ich mochte sie sehr. RiP. ♥ Was mach ich jetzt? Ich arbeite wie gesagt mit in dem Club von Mike und als Modell ;). Nach dem wir uns in Köln eingelebt hatten wurde ich auf der Straße angesprochen und seitdem mach ich kleinere Sachen, kleine Foto Shootings aber auch "größere" Sachen, zum Beispiel für diverse Kleidungskataloge. Ich habe in München übrigens auch noch eine Therapie angefangen und hab jetzt hier in Köln auch einen total netten, vertrauensvollen Psychologen gefunden. Was ist dir von der Zeit geblieben? Ein paar kleine Narben bei den häufigsten Einstichstellen und ansonsten zum Glück keine weiteren bleibenden Schäden, zumindest weiß ich davon jetzt noch nichts. Ansonsten danke ich Gott oder wen auch immer dafür, dass Mike mich gefunden hat. Ich denke, sonst würde ich hier nicht sitzen und das hier tippen. Danke. Wenn noch Fragen offen sind, fragt ruhig, ich versuche dann wenn es geht zu Antworten.Wie gesagt ich will mit diesem Bericht nicht zum nachmachen animieren, ich denke und hoffe, dass das klar geworden ist. Heroin ist so ziemlich das schlimmste was es gibt denk ich. Nehmt keine Drogen, egal was! Seit stark genug Nein zu sagen, egal wenn alle Alkohol trinken, wenn alle Kiffen, sagt Nein, scheißt drauf wie ihr dann da steht. Geht zur Schule, lernt was Gescheites und dann sucht euch einen Job den ihr mögt, gründet eine Familie, es gibt so viele schöne Sachen für die es lohnt gar nicht erst mit Drogen anzufangen. Wenn ihr Hilfe braucht, dann nehmt die auch in Anspruch, es gibt eigentlich in jeder Stadt eine Stelle wo man Anonym hin gehen kann um sich Hilfe zu holen oder sucht euch irgendeine Vertrauensperson, aber glaubt nicht dass ihr es alleine schaffen könnt, das können die wenigsten, und glaubt nicht an Sprüche wie "Davon wird man nicht süchtig, nicht wenn du es nur ein mal nimmst", usw.! Lasst die Finger davon!! Ich hoffe, es für euch. Wie gesagt, es tat mir sehr gut, dass ganze Mal aufzuschreiben und es tut mir leid, dass der Bericht deswegen etwas länger geworden ist (10 Word Seiten…) aber ich fühle mich jetzt besser. Danke fürs Lesen.
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23.11.2012 12:25
Habe total gefesselt und betroffen Deinen Bericht gelesen. Für Deine Offenheit gebe ich Dir sehr gerne ein BH von Herzen. LG
16.11.2012 14:20
Diese verdammte Schorre. Schön dass du draußen bist und hoffentlich bleibt es auch so.
24.05.2012 16:08
bin sprachlos, auch wenn sich das anhört wie eine Plattitüde... aber so ist es.