Wer privat und beruflich am Computer arbeitet, wird ihn kurz über lang brauchen, den Drucker.
Meist ist ein Drucker heute schnell gekauft, lange überlegen braucht man scheinbar nicht. Leider ist aber so oft ein Fehlkauf vorprogrammiert. Drucker ist bei weitem nicht gleich Drucker, es gibt viel Details, die man bedenken sollte.Hier möchte ich Euch ein paar technische Details und Denkanstöße geben, damit der nächste Druckerkauf kein Glückspiel mehr wird.
A. NadeldruckerNadeldrucker sind die einzigen Drucker, die Durchschläge produzieren können.
Nachteil aller Nadeldrucker ist die mangelnde Qualität und vor allem die enorme Geräusch- Kulisse.
Auch Endlosdruck ist eine Domände der Nadeldrucker, doch gibt es im Industrie- Bereich mittlerweile auch Laserdrucker, die auf Endlospapier drucken können.Nadeldrucker sind von den reinen Druckkosten günstiger als Laser und Tintendrucker.
Nadeldrucker für Industriezwecke können meist zwischen 2 und 9 Druchschläge schaffen, es gibt Varianten wie Flachbett- Drucker, mit denen z.B. Behörden Reisepässe oder Banken Sparbücher bedrucken können.Oki hat Ende 80er / Anfang 90er Jahre Werbung gemacht, indem man sogar aufgeschnittene Coladosen bedruckt hat, ohne dass der Druckkopf aufgab und es war sogar lesbar.
1. 9- Nadel- DruckerDiese Drucker findet man heute noch selten im industriellen Bereich, wenn es um robuste Geräte, oft in schmutziger Umgebung geht.
Sie werden allerdings von Laserdruckern mehr und mehr verdrängt.
2. 24- NadeldruckerSie haben eine bessere Qualität, aber immer noch weit hinter dem schlechtesten Tintenstrahldrucker und sind jedoch genauso laut wie die 9-Nadler.
B. TintenstrahldruckerTintenstrahl- Drucker werden mittlerweile in jedem Discountmarkt, selbst in Lebensmittelmärkten angeboten.
1. Piezo- TechnikMit Hilfe eines elektrischen Impulses wird ein Piezo- Kristall blitzartig verformt. Dieses Piezokristall schleudert ein Tröfchen von etwa einem Pikoliter = 0,000000000001 Liter auf das Papier.
2. Thermo- TechnikHier wird das winzige Tröfchen durch thermische Erhitzung auf das Papier beschleunigt.
Die Technik spielt hier eher eine Nebenrolle. Es gibt grundsätzlich nur noch Drucker, die mindestens eine schwarze Patrone und eine Farbpatrone, in der sich die Farben Cyan, Magento und Gelb befinden, besitzen. Manche Photodrucker haben noch zwei weitere Farben, mit deren Hilfe auch metallische und glänzende Effekte erzielt werden können.
Hersteller wie z.B. Canon setzen auf eine Tintenpatrone je Farbe, was das Drucken günstiger macht. Man druckt meist nicht vollkommen ausgewogene Bilder, eine der Farben ist immer als erstes leer, während die beiden anderen Farben noch teilweise gefüllt sind. Also wirft man bei Dreifarb- Köpfen immer teilweise gefüllte Patronen weg. Kann man die Farben wirklich einzeln wechseln, schont das den Geldbeutel.
Tintenstrahl- Drucker können entgegen der allgemeinen Meinung Farben nicht mischen. Ein Bild wird immer aus einem Raster der verschiedenen dicht nebeneinander gesetzten Tintenpunkte erzeugt. Die Auflösung entscheidet darüber, ob man dieses Raster mehr oder weniger stark wahrnimmt.Leider hat Papier Fasern, die wie Kapilaren wirken. Ein Tröpfchen Tinte wird also durch die Papierfaser in die Länge gezogen, ein leichtes Ausfransen ist die Wirkung. Sehr gut ist das vergleichbar, als wenn amn mit dem Füller auf Löschpapier schreibt.
Damit aber auch Fotos in bestechender Qualität und nicht unscharf und vermatscht auf Tintenstrahlern gedruckt werden können, gitb es Spezialpapiere, die aus mehreren Schichten bestehen. Manche Hochglanz- Papiere sind eher mit Kunststoff- Folien als mit Papier zu vergleichen. Sinn ist es immer, die Tinte möglichst senkrecht in das Papier zu leiten, so dass sie nicht seitlich ausfransen kann.
Foto- und Hochglanz- Papiere haben allerdings ihren Preis, oft einen Euro pro A4- Seite und mehr. Man sollte verschiedene Papiere testen, teilweise erzielt man nicht einmal mit dem Original- Papier des Herstellers die besten Ergebnisse, sondern mit anderen Marken. Das ist alles reine Erfahrungssache, man kann nur selbst probieren, Testberichte lesen oder sich gut umhören.Auch beim weissen Papier muss man ein wenig probieren, wobei heute fast jedes Kopierpapier auch zum Drucken mit dem "Tintenpisser" taugt. Nur von Offset- Papieren und ähnlichem sollte man besser die Finger lassen, die sind zu saugfähig.
Die Kosten sind bei Tintenstrahl- Druckern nicht von Pappe. Schon der Schwarz- Druck kostet zwischen 5 und 10 ct. pro normaler Textseite, Ganzseitige A4- Fotos kosten zwischen 50 ct. und 2 Euro, wohlgemerkt nur an Tinte!Ehrlich gesagt würde ich mir heute keinen Drucker mehr anschaffen, um meine Digitalen Fotos auszudrucken. Es gibt sehr viele Fotolabore, die einen digitalen Printservice anbieten, man bekommt seine Fotos zum Preis von etwa 15 - 30 ct. auf
qualitativ hochwertigem Fotomaterial, hat selbst keine Arbeit, bei großen Mengen kann man auch CD's versenden.
Tintenstrahldrucker drucken in verschiedenen Qualitäten und jeweils entsprechenden Geschwindigkeiten. Manche Tintenstrahler drucken eine A4- Textseite in weit unter 10 Sekunden, brauchen aber für ein A4- Foto in höchster Qualität gerne auch mal eine Viertelstunde. Meine persönliche Erfahrung mit einigen Herstellern, die sich auch in c't- Berichten immer wieder bestätigt:
Eine Unart haben sich gerade die Billig- Hersteller angewöhnt, die über Lebensmittel- Discounter usw. vertrieben. Die ersten Patronen, die dem Drucker beiliegen, sind nur teilweise gefüllt. Sie halten weniger als die Hälfte einer Ersatz- Patrone. Damit erreichen die Hersteller, dass man bald in teures Zubehör investieren muss und vermeiden, dass man sich
gleich einen neuen Drucker kauft, wenn die Patronen leer sind. Das verblüfft zwar, aber in der 79 € lassen kosten Farb- und Schwarzpatrone zusammen oft 60 €.Und damit den Herstellern das Geschäft mt dem Zubehör nicht verlorengeht, lassen sie sich immer neue Tricks einfallen, damit Refiller und Alternativ- Anbieter keine Chance haben, ihr Zubehör einzusetzen. Angeblich versuchen erste Hersteller, aktive Elektronik in die Patronen zu integrieren und wollen diese patentrechtlich schützen lassen, so dass
sie gegne Nachbauer rechtliche Mittel anwenden können.
Hewlett Packard (HP) -> Ideal für Text und Grafiken, bei Fotos eher Mittelmaß Epson -> Ideal für Fotos, bei Text und Grafik eher im Mittelmaß
Canon -> fast so gut wie Epson bei Fotos und fast so gut wie HP bei Text und Grafik, dafür etwas teurer in der Anschaffung, aber im Verbrauch etwas günstigerDie Ausdrucke der Tintenstrahler sind durch die Bank UV- empfindlich. Mehrere Wochen im SOnnenlicht lassen die einen Tinten mehr, die anderen weniger ausblassen, verschlechtern aber immer die Qualität.
Tintenstrahler drucken oft A4- Format, Blattstärken ähnlich der Laserdrucker. Es gibt auch erschwingliche A3 Tintenstrahler und teilweise noch größer, dann aber auch schon wieder etwas teurer. HP stellt mit den Designjets Tintenstrahler bis in den Bereich A0- Überformat her, die aber schnell 10.000 Euro kosten können.C. Laserdrucker
1. monochrome Laserdrucker (s/w)Laser arbeiten mit einem Tonerpulver, dass über eine lichtempfindliche, sog. photoleitende Trommel auf das Papier transportiert wird. Das gibg früher nur mit einer Farbe, im Allgemeinen schwarz.
Laserdrucker drucken fast unabhängig von der Seitenfüllung immer gleich schnell, lediglich die Aufbereitung komplizierter Grafiken im Speicher kann bei leistungsschwachen Geräten schon mal einige Sekunden dauern.
Ein Laserdrucker muss die Grafik immer erst vollständig im Speicher aufbauen, um sie dann in einem Durchgang zu drucken, das der Toner über eine Heizwalze auf dem Papier fixiert, sozusagen aufgeschmolzen wird. Dabei kann ein Laser
nicht einfach anhalten. Daher haben Laser je nach Auflösung 1 MB bis hin zu mehr als 100 MB Druckspeicher.
Der Laserdrucker ist wesentlich günstiger in den Druckkosten im Vergleich zum Tintenstrahler, dafür aber in der Anschaffung teurer und verbraucht mehr Energie.
Allgemein gilt: je größer und schneller der Laserdrucker, desto günstiger ist der Toner im Preis pro Seite. Meistens geben die Hersteller ein empfohlenes Druckvolumen pro Monat an. Man kann es zwar weit überschreiten, muss aber mit
vorzeitigem Verschleiss rechnen und wirft Geld bei den Tonerkosten zum Fenster raus.
2. FarblaserDas Prinzip ist das gleiche wie beim monochromen Laserdrucker, allerdings werden die Farben Cyan, Magenta und Gelb mit aufgetragen, wieder im Rasterverfahren, so dass ein farbiges Rasterbild entsteht. Auch hier ist wieder die Auflösung
entscheidend, ob man das Raster mehr oder wneiger deutlich wahrnimmt.
Bis vor etwa einem Jahr mussten Farblaser die 4 Farben in jeweils einem Durchlauf auf die Trommel auftragen, so lag die Druckleistung im Farbdruck immer nur bei 25% gegenüber dem schwarzdruck, z.B. 16 Seiten Schwarz, 4 Seiten Color.
Heute haben aber alle namhaften Hersteller Drucker im Programm, die alle Farben in einem Druchgang auftragen und im Farbmodus die gleiche Geschwindigkeit wie im Schwarzmodus erreichen.3. Sparlaser
Sowohl im Farb- als auch im Schwarzbereich sind Druckerhersteller auf die Idee gekommen, auf teure Prozessoren und Speicher zu verzichten. Ergebnis sind GDI Drucker. Diese Drucker funktionieren leider nur unter Windows und mit Klimmzügen evtl. noch unter Linux. Die ganze Berechnung der Grafik übernimmt der PC, dieser sendet quasi druckfähige
Rasterdaten zum Drucker. Das belastet aber die CPU des PC. Zwar ist es für einen heutigen Intel- oder AMD Boliden mit 2 GHz und mehr wohl kein Problem, ein wenig Rechenpower abzuknapsen, doch steht man mit einem GDI- Drucker spätestens auf dem Schlauch, wenn man mal unter DOS o.ä. etwas drucken muss. GDI hat sich im Billig- Sektor durchgesetzt, mit dem
Nachteil teurer Farbpatronen, daher eher abzulehnen.Alle Laserdrucker sind kaum UV- empfindlich. Erst extremste Einstrahlung über sehr lange Zeit lassen auch sie ein wenig ausbleichen.
Laser können im Allgemeinen auf A4- Größe drucken, die Papierstärken differieren ein wenig, von ca. 60 g/m² bis 180 g/m², manche Hersteller schaffen auch etwas größere Spannen.A3- Laser, gerade im Farbbereich sind absoluter Luxus, nur für Firmen erschwinglich. Großformat gibt es auch, meist aber nur für Druckereien bezahlbar.
D. andere Prinzipien1. Textronic
Textronic hat einen Farbdrucker im Farblaser- Bereich entwickelt, der nicht mit Toner, sondern mit Wachs arbeitet. Die Qualität und Flächendeckung ist gut, kann sich mit Farblaser messen, die Kosten sind sehr günstig. Allerdings hat Wachs den Nachteil, temperaturempfindlich zu sein.2. Thermo- Sublimation
Dies ist eigentlich das ideale Druckverfahren für Farbe, denn es werden wirklich die Farben gemischt. Das Ergebnis sind flächendeckende Bilder, die wirklich Photoqualität erreichen und jeden Tintenstrahler blass aussehen lassen. Der
Nachteil: die Kosten. Die Ausdrucke sind noch weitaus teurer, als die Photodrucke der Tintenstrahler. Langsam setzen sich kleine, handliche Thermosublimationsdrucker durch, die in 10 x 15 cm Photos ausdrucken und nicht mehr ganz so
teuer sind.E) Spezielles
Im Kassenbereich, gerade in der Gastronomie und an Tankstellen setzt man auf Thermodrucker. Es wird Spezialpapier bedruckt, dass sich bei Erwärmung schwarz verfärbt.Sicher habt ihr auch schon mal damit zu tun gehabt, typischerweise blassen die Belege in der Sonne sehr schnell aus, sind druckempfindlich, blassen sofort aus, wenn sie mit Alkohol oder Spiritus in Verbindung kommen, man kann sogar mit dem Fingernagel schnell drüberratschen und schwarze Streifen hinterlassen, Reibung erzeugt eben Wärme.
Das Zeug ist der Horror für Buchhalter, kopiert man die Belege nicht, freut sich der Prüfer des Finanzamtes in 5 Jahren, weil nette, blassgraue Quittungen in den Unterlagen sind, die man beim besten Willen nicht mehrlesen kann.
F) HistorischesManchmal stößt man noch auf richtige Schätzchen, z.B. Typenrad- oder Kugelkopf- Drucker, die von den ersten
elekronischen Schreibmaschinen abstammen. Die Qualität ist meist gar nicht schlecht, die Geschwindigkeit wirklich bescheiden.
Auch gab es schon 7- Nsdeldrucker, bei denen das g immer wie eine 9 aussah :-)
g) FazitFür die meisten wird der Geldbeutel wohl einen Tintenstrahler oder einen kleinen monochromen Laser diktieren. Überlegt Euch gut, was ihr hauptsächlich drucken werdet und informiert Euch vorher über die Zubehörkosten, dann gibt es später kein böses Erwachen.
20.07.2003 13:00
ganz meine meinung, habe nen tintenstrahldrucker! und zufrieden damit! ~~~hendrik~~~
17.07.2003 22:30
Also ich hab schon seit der wende nur Canon und werde das wohl auch beibehalten, denn Qualität und Preis-Leistungsverhältnis stimmen. vor alle die Druckkosten sind sehr viel preiswerter, vor allem, wenn man die Originalpatronen gegen Rotring,KMP oder Pelikan ersetzt. Vor Lasern hab ich Horror, da man immer solche Sachen mit den Tonerkartuschen hört. Und ich hab schon Asthma, da werde ich doch kein Risiko eingehen.
17.07.2003 12:10
Schön ausführlich beschrieben...ich fand meinen Einstieg mit nem GDI-Laser in die große weite Welt der PC-Druckerei, aber die bekommen bei großen Dokumenten doch arge Probs. Heut benutz ich dann lieber nen etwas hochwertigeren Laser...