DuMonts Back-Kalender 2008

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Backe backe Kuchen, der Kalender hat gerufen...

4  05.01.2008

Pro:
Kuchenmotive auf dem Küchenkalender, Rezepte stehen dabei

Kontra:
der geheftete Kalender wirkt einfach

Empfehlenswert: Ja 

raphi75

Über sich: "In a world without fences and walls, who needs Gates and Windows?" * eine Welt ohne Zäune...

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Wie alles begann: Ein Märchen von Playmates, Müttern und Hausmännern


Es begab sich vor langer Zeit, dass der kleine Raphi zu Hause auszog, um zu studieren. Vorher hatte er zu Hause schon ein wenig gelernt zu kochen und zu backen, aber backen mochte er nicht so gerne. Beim Kochen kann man meist besser Naschen und Abschmecken als beim Backen, dafür gibt es auch nicht ganz so viel Abwasch. Also ein eindeutiger Pluspunkt fürs Kochen, die Karten für das Leben schienen gesetzt: Kochen ja, Backen nein. Damals ahnte der kleine Raphi noch nicht, dass ein einfacher Kalender das später alles ändern sollte....
Während des Studiums lernte der kleine Raphi den kleinen M kennen, man studierte und wohnte in einer dreier WG im Studentenwohnheim. Nun hatte der kleine M aber schon in den Jahren vor dem Studium begonnen, jährlich eine ganz spezielle Ausgabe des bekanntesten Männermagazins zu kaufen: Nämlich die, bei der ein Kalender beiliegt. Auf diesem ist jeden Monat das Playmate des Monats des vergangenen Jahres spärlich bekleidet abgedruckt. Und nach kurzer Zeit gesellten sich diese als Dekoration der fensterlosen Küche des Wohnheims zu den vielen auf den umlaufenden Regalen angeordneten leeren Blanchet-Flaschen. Nun mögen kleine Ms und kleine Raphis kleine Mädchen mit großen Brüsten natürlich sehr gerne ansehen, und so wurden nicht nur der aktuelle, sondern auch die Kalender der Vorjahre in der Küche aufgehängt - und monatlich umgeblättert. So hingen im Laufe der Jahre in der Küche sieben Kalender - aber nur einer galt.
Auch kleine Raphis werden größer, das Studium ging zu Ende, und das Leben spülte den kleinen Raphi an das Ufer der Elbe in Hamburg - und zwei Monate später wurde der auch nicht mehr so kleine M ebenfalls dort angespült. Kurzerhand wurde die WG neu belebt - jetzt allerdings in einer Zweizimmerwohnung. Aus alter Tradition wurden auch die Kalender mit den leicht bekleideten Mädchen aufgehängt. Aber man war älter geworden, und der aktuelle Kalender wurde nicht mehr gekauft. Natürlich wusste das auch die Mutter des kleinen Raphi - und so brachte der Weihnachtsmann dem kleinen Raphi einen neuen Kalender - mit Bildern von Nudelgerichten. Dazu die gestrengen Worte der Mutter: "Damit Du jetzt einen richtigen und nächstes Jahr sogar gültigen Kalender hast." Etwas später, beim nächsten elterlichen Besuch, fragte die Mutter, wie der Kalender so gefällt. Und der kleine Raphi antwortete "ganz gut, aber leider sind da keine Rezepte bei". Wir haben ja gelernt, er kocht das eine oder andere Mal gerne.
Mittlerweile wurde die WG aufgelöst, der kleine Raphi wohnte fortan alleine in der kleinen Wohnung. Bei der Gelegenheit sind auch die alten Kalender entfernt worden. Und kurz darauf kam schon das nächste Weihnachtsfest - 2004 - und wieder brachte der Weihnachtsmann einen Kalender für die Küche - und wieder begleitet durch die Worte der gestrengen Mutter: "Diesmal sind ja sogar Rezepte dabei. Aber leider gab es anscheinend nur einen Back-Kalender mit Rezepten, keinen mit Rezepten für Hauptgerichte." Und der kleine Raphi hatte am Weihnachtsabend schon ein wenig getrunken - und so sagte er im Eifer des Abends: "Die werde ich auch alle backen." Der arme wusste noch nicht genau, auf was er sich da eingelassen hat, schließlich war das Jahr 2005 ja noch eine ganze Weile entfernt....
Aber eine gute Woche später hatte das neue Jahr ihn erreicht, und der neue Kalender begrüßte das neue Jahr mit einem Baumkuchenrezept. Aber wie versprochen kämpfte der kleine Raphi sich da durch und seitdem durch (fast) alle Rezepte der DuMont Back-Kalender von 2005, 2006 und 2007. Dank dieses Kalenders ist aus der früheren Distanz zu dem Handwerk des Konditors für den kleinen Raphi ein neues Hobby geworden. Und so führten diese Kalender im Laufe der monatlichen Rezepte auch zu folgenden Anschaffungen: Einer Küchenspritze, einem Nudelholz, weiteren Kuchenformen, einer Muffinsform, einer Friteuse (für Krapfen bzw. Berliner - superlecker zu Sylvester), zwei Kuchentransportboxen von Tupper, aber auch Rotweinkelche (zum Formen von Biskuittütchen -eine Scheißarbeit) und jeder Menge Backzutaten zum Verzieren und Gestalten der fertigen Produkte. Und wahrscheinlich wird der Kalender 2008 auch wieder zu dem ein oder anderen neuen Küchenwerkzeug führen, aber dazu sollte man den aktuellen Kalender im Detail betrachten.


DuMonts Back-Kalender

Allgemeines

Der Kalender ist im vom Verlag "Broschürenkalender" genannten Format hergestellt, das heißt, alle Hochglanzseiten sind im A2-Hochkant Format doppelseitig bedruckt und in der Mitte geheftet. Wie auf dem von Ciao eingestellten Foto ergibt sich für den Transport das kleinere A3-Format. Wenn die Umschlagseite nach oben hochgeklappt wird, dann wird der Kalender aufgefaltet. Es ergibt sich ein doppelt so großes Bild. Aufgehängt wird der Kalender mit einem oder besser drei Nägeln, die entsprechenden Löcher sind bereits am Rand der Kalenderseiten vorgesehen. Aufgefaltet ist in jedem Monat auf der oberen Hälfte eine appetitlich fotografierter Kuche zu sehen, im unteren Abschnitt ist großteils das Kalendarium abgedruckt. Die einzelnen Tage sind deutlich mit schwarzen (Sonn- und Feiertags mit roten) Ziffern gedruckt. Jeder Ziffer steht in einem ungefähr 4x4cm großen weißen Feld, in dem noch viel Platz für Notizen/Termine ist.
Der Hintergrund der übrigen unteren Seite ist beige, oberhalb des Kalendariums steht links in großen Buchstaben der aktuelle Monat, rechts der Name des abgebildeten Kuchens. Dazwischen sind in kleiner Schrift die Zutaten für den Kuchen angegeben, rechts neben dem Kalendarium ist in ebenfalls kleiner Schrift ist die Zubereitung beschrieben.
Superpraktisch beim Backen ist, dass der Kalender an der Wand hängt. Kein Blättern in einem zugeschlagenen Kochbuch mit dreckigen Pfoten, und keine Suche nach einem in der Eile verlegten Kochbuch.

Die Rezepte

Die Rezepte sind auch im Jahr 2008 sehr vielseitig zusammengestellt, und wie bereits in den letzten Jahren oft zu den Früchten, Anlässen bzw. Stimmungen des jeweiligen Monats passend. Dieses Jahr sind, anders als in den Vorjahren, jedoch keine Rezepte für Kekse (außer Muffins) dabei. Einen Nachteil haben die Rezepte jedoch: Die Namen sind nicht sehr fantasiereich - sondern eher langweilig und beschreibend. Um die Gäste neugierig zu machen, empfiehlt es sich schon mal, einem Kuchen einen pfiffigeren Namen zu geben. Z.B. hört sich "Fruchtige Milchreistorte" besser an als "Apfel-Reis-Kuchen mit Sultaninen und Hagelzucker". Der arme Raphi hatte bei einem Geburtstag mit seinem sehr leckeren als Geschenk mitgebrachten "Blechkuchen mit Mohn und Äpfeln" gegenüber der ebenfalls geschenkten "Bounty-Torte" einen schweren Stand. Bounty Torte klingt einfach viel spannender...Im Jahr 2008 sind folgende Rezepte enthalten:
  • Januar - Käsekuchen mit Pfirsichen und Kiwi
  • Februar - Topfenstrudel
  • März - Orangen-Limetten-Torte mit Marzipan-Schoko-Fächer
  • April - Rhabarber-Pudding-Taschen mit Mandelblättchen
  • Mai - Sahne-Erdbeer-Torte mit Krokantstreusel
  • Juni - Torte "Birne Helene" mit Schokoladencreme
  • Juli - Kleine Grapefruit Törtchen mit Guss
  • August - Rosenkuchen mit Mohnfüllung und Zuckerguss-Pistazien-Rand
  • September - Heidelbeer-Muffins
  • Oktober - Stachelbeerkuchen
  • November - Apfel-Reis-Kuchen mit Sultaninen und Hagelzucker
  • Dezember - Weihnachtsnapfkuchen mit Zitronat und Orangeat
Erfahrung mit den Rezepten

Die Erfahrungen des kleinen Raphi mit den Rezepten beziehen sich bisher natürlich auf die Kalender der letzten Jahre, denn der aktuelle Kalender hängt ja erst ganz neu in seiner Küche. Bisher ist sehr positiv aufgefallen, dass die Kuchen (zumindest gegenüber den von mir sonst genutzten Dr. Oetker Rezepten) allgemein relativ wenig Zucker und Fertigprodukte enthalten. Z.B. ist in den letzten drei Jahren lediglich einmal ein Fertigboden verwendet worden. Bei den meisten Rezepten wird dieser auch für Torten selber hergestellt. Wenig Zucker heißt aber nicht wenig Kalorien, in der Zutatenliste stand schon mal ein Kilogramm Sahne...
Die Kuchen sind sehr abwechslungsreich - auch im Laufe der Jahre gab es noch keine Wiederholungen. Aber so abwechslungsreich wie die Kuchen sind auch die Schwierigkeitsgrade: Vom einfachen Gugelhupf bis zu komplizierten Torten mit verschiedenen Böden und Füllungen ist alles dabei. Leider ist bei den Rezepten keine Angabe für die Zubereitungszeit angegeben. Bevor man anfängt, sollte man daher nicht nur die Zutatenliste, sondern auch genau das Rezept studieren. Für den Geburtstagskuchen seines Vaters musste der arme Raphi ganz schön schuften: am Abend gegen 21:00Uhr wollte er anfangen und mal eben den Kuchen machen. Sicher wusste er, dass er Gelatine kaufen sollte. Was ihm aber erst am Abend klar wurde: Es war eine Schichttorte. Schicht für Schicht musste einzeln geliert werden. Naja, und das dauert. Dummerweise fuhr am nächsten Vormittag schon der Zug, und dem armen Raphi blieb nichts anderes übrig, als alle zwei Stunden in der Nacht aufzustehen, um die nächste Schicht fertigzustellen.
Auch ist die Qualität der Rezepte nicht immer gleich gut. So kommt es das ein oder andere Mal vor, dass nicht alle in der Zutatenliste aufgeführten Produkte bei Beschreibung der Zubereitung erwähnt werden. Da müssen kleine Raphis und alle andere auch, dann mit logischem Denken diese Lücken im Rezept schließen. Auch musste der ein oder andere Kuchen schon mal deutlich länger im Ofen bleiben als angegeben, bis der Zahnstocher-Test erfolgreich war. Eine festliche Schokotorte mit Sternen (Dezember 2007) war sehr flach geworden. Irgendwie passte die Menge der Zutaten nicht zu der großen Springform Durchmesser 28cm, besser wäre wohl eine 26cm-Form.
Die größte Ungenauigkeit erlebte der kleine Raphi jedoch neulich, als er das Mallorquinische Ostergebäck in der Adventszeit gemacht hat. Erstens war verwunderlich, dass dieses Ostergebäck im Monat Juli auf dem Kalender zu finden war. Und dann wurde noch Marmelade in einem "Becher Nimmersatt" (in welchem Kinderbuch kam der noch vor? Mio mein Mio?) erwartet. Allen Ernstes sollten 20 Esslöffel Marmelade aus einem 250g-Glas Aprikosenmarmelade herausgeholt werden (das entspricht ungefähr einem Zentis-Becher). Hier war der arme Raphi also gezwungen, ein wenig zu improvisieren, und seine gesamten gemischten Marmeladenvorräte in die leckeren Mürbeteigtaschen zu füllen. Es hatte aber auch einen Vorteil: Der Raphi mag viel lieber rote Marmeladen, und jetzt hat er auch bewiesen, dass diese sehr gut in gefüllten Mürbeteigtaschen verwendet werden können.
Alles in allem hat der kleine Raphi bisher keinen Kuchen wirklich verhauen, mit ein wenig Backerfahrung gelingen die Rezepte. Es entsteht aber der Eindruck, dass die Rezepte nicht vor Abdruck Probe gebacken wurden, jedenfalls auf keinen Fall von Laien. Auch musste der Raphi schon mal in den Grundlagen des Dr.-Oetker Kochbuches luschern, wenn in einem Rezept einfach nur "alle Zutaten zu einem Biskuitteig verarbeiten" steht. Wenn man nicht weiß was das ist, dann ist das schlecht....


Fazit


Der kleine Raphi ist sehr zufrieden mit dem Kalender, so hat er Monat für Monat etwas zu backen. Und Schritt für Schritt lernt er das gesamte Spektrum an Torten und Kuchen kennen - und nicht nur dass, sondern auch, wie man diese herstellt. Zufrieden sind natürlich auch alle Freunde, Bekannte und Verwandte des kleinen Raphis, denn er bringt eigentlich immer mal einen Kuchen zu einer Einladung mit. Die Zufriedenheit sieht man ja auch dadrin, dass er schon im vierten Jahr so einen Kalender besitzt.
Vom Aussehen passt ein Kuchenfoto natürlich gut in eine Küche, aber dem Raphi gefällt die Aufmachung als Broschürenkalender nicht wirklich gut (es wirkt etwas primitiv), auch wenn das Format praktisch ist, wenn der Kalender mal transportiert werden soll.
Die Qualität der Rezepte ist gut, die Beschreibung aber nur Befriedigend, wie zuvor beschrieben. Der Kalender ist auf jeden Fall die 12,95 Euro wert, die der DuMont Kalenderverlag im regulären Handel dafür verlangt. Der kleine Raphi selbst hat für diesen Kalender ja noch nie einen Cent bezahlt, weil er diesen beim Weihnachtsmann abonniert hat.
Alles in allem ergibt sich eine Bewertung mit vier Sternen, es ist eben nicht alles 100% perfekt. Aber trotzdem geht eine klare Kaufempfehlung in Ordnung, denn wenn der Kalender nicht gestorben ist, dann backt der Raphi weiter Monat für Monat...

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MaeusleXXL

MaeusleXXL

03.11.2008 16:25

Der würde mir auch gefallen....Gruss Petra

jockel2001

jockel2001

23.09.2008 20:03

Huhu raphi75! sowas liest man gerne! viele Grüße Jo :)

Ringelnhier

Ringelnhier

30.08.2008 20:40

Na, da muss ich ja mal vorbeikommen, wenn der nächste Kuchen fertig ist!! LG Ringel

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"besonders hilfreich" von (13%):
  1. Ringelnhier
  2. KruegerChristine
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