Wilde Leidenschaft unter der heißen Sonne
21. Aug 2003
Pro:
kultig, die Darsteller, dramatisch und leidenschaftlich
Kontra:
nix
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor:
Anspruch:
Action:
Romantik:
mehr
 BigManu
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Hallo erst mal! Wenn ihr mehr über mich erfahren wollt, dann einmal klicken :o)
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Gestern abend hatte ich den Fernseher mal ausnahmsweise für mich alleine, so das ich mir ansehen konnte was ich wollte. Da mich nichts besonders ansprach, suchte ich mir ein Video raus, das ich besonders gerne sehe, mein Männe aber nicht. Man muss die Zeit ja nutzten, wenn man mal ansehen kann, was man selber gerne sieht. Da ich ein großer Gregory Peck Fan bin, habe ich mich für „Duell in der Sonne“ entschieden. Oft habe ich schon negative Kritiken über diesen Film gelesen, gerade auch in bezug auf die Rolle die Gregory Peck in diesem Film spielt. Mir gefällt dieser Film sehr gut, er zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Meist spielt Gregory Peck ja den Guten in seinen Filmen, den Gentleman. Doch hier hat er eine völlig andere Rolle, die er meiner Meinung nach sehr gut und glaubhaft darstellt.
Duell in der Sonne ist ein richtiger alter Klassiker von 1946. Produziert wurde er von David O. Selznick, der schon „Vom Winde verweht“ gedreht hat. Und wenn man genau hinsieht, kann man auch einige Ähnlichkeiten entdecken. Nicht gerade was die Handlung angeht, aber in der Machart auf jeden Fall. Regie in diesem Western führte King Vidor. Der Film wurde in Technicolor gedreht, und man merkt, das es den Herstellern viel Spaß gemacht hat, hier alle Farben auszunutzen. Manchmal wirkt er doch ziemlich bunt, was mir aber sehr gut gefällt. Ich mag diese alten Filme, die oft etwas kitschig anmuten :o)
Erzählt wird hier die Geschichte von Pearl, einem Halbblut, die ausgezeichnet gespielt wird von Jennifer Jones. Die junge Pearl bekommt mit, wie ihr Vater seine indianische Frau und deren Liebhaber umbringt, als er die beiden in Flagranti ertappt. Er wird natürlich dafür gehenkt, und Pearl bleibt allein zurück. Sie wird von der Jugendliebe ihres Vater (Lilian Gish) aufgenommen, die mit ihrem Mann, dem Senator MacCanles (Lionel Barrymore) auf einer großen Rinderfarm lebt. Der
Senator ist nicht gerade begeistert davon, und er hat keinerlei Freundlichkeit für Pearl übrig. Auch das Verhältnis zu seiner Frau und seinem ältesten Sohn Jesse (Joseph Cotten) ist recht angespannt. Der Lieblingssohn vom Senator ist Lewt (Gregory Peck) der ein richtiger Taugenichts ist. Dieser lebt nur in den Tag hinein und hat ein recht heftiges Temperament. Und an der hübschen Pearl, die eine natürliche Sinnlichkeit ausstrahlt, ist er natürlich sehr interessiert.
Pearl aber hat sich vorgenommen, nicht so zu werden wie ihre Mutter. Sie möchte so gut sein wie die Frau des Senators, die sie verehrt. Der ruhige Jesse, der Anwalt ist, möchte sie dabei unterstützen. Er ist von Pearl natürlich sehr angetan, und auch Pearl scheint sich in ihn zu verlieben. Doch Lewt nimmt das natürlich nicht so hin. Auch er ist an Pearl interessiert, allerdings hat er nur Sex im Sinn. Es kommt wie es kommen muss, Pearl kann dem wilden Lewt nicht widerstehen und lässt sich mit ihm ein. Jesse ist natürlich enttäuscht, umso mehr, weil er sich gerade gegen seinen Vater und damit auf die Seite des Rechts gestellt hat, und sein Zuhause verlässt. Der Senator ist ein recht eigenmächtiger Mann, der verhindern will, das die Eisenbahn durch sein Gebiet gebaut wird. Enttäuscht zieht Jesse in die nächste Stadt, und lässt Pearl zurück. Dort lernt er auch eine schöne und kultivierte Frau kennen, die er heiratet. Pearl wird die Geliebte und Lewt, und glaubt ihm natürlich, als er ihr die Ehe verspricht. Auf einem Fest auf der Ranch wird sie Zeuge, wie der Senator Lewt auf seine Absichten anspricht. Dieser versichert natürlich, das er nie vorhatte, ein Halbblut zu heiraten. Aus Rache lässt Pearl sich mit einem Gutsarbeiter ein und verlobt sich mit diesem. Doch Lewt hat nicht vor etwas aufzugeben, was ihm seiner Meinung nach gehört. Er erschießt den Nebenbuhler und flüchtet vor dem Gesetzt in die Berge. Fortan führt er einen Privatkrieg gegen die Eisenbahngesellschaft, in dem er Gleise und Züge in die Luft jagt. Außerdem besucht er weiterhin heimlich Pearl, die sich ihm nicht widersetzen kann.
Als die Frau des Senators stirbt, flüchtet Pearl sich zu Jesse und seiner Frau in die Stadt. Doch auch dort taucht Lewt auf, und schießt hier sogar auf seinen eigenen Bruder. Jetzt will er nach Mexiko flüchten, weil selbst sein Vater nichts mehr von ihm wissen will. Er lässt Pearl ausrichten wo er zu finden ist, damit sie mit ihm flieht. Und Pearl macht sich auf den Weg, bewaffnet mit einem Gewehr um sich endgültig von Lewt zu trennen. Bei einem Schusswechsel verletzten die beiden sich gegenseitig tödlich, um dann sterbend aufeinander zu zukriechen und in den Armen des anderen zu sterben. Ich muss zugeben, am Schluss des Filmes bin ich immer in Tränen aufgelöst, auch wenn ich ihn schon ziemlich oft gesehen habe. Mein Mann findet ihn ja kitschig, aber für mich ist er einfach Kult. Schon der Anfang des Filmes gefällt mir sehr gut. Er beginnt mit einem Rückblick in einem gottverlassenen Ort in der Wüste. Dort beginnt der Erzähler damit, die Geschichte von Pearl zu erzählen, am Frauenkopffelsen wo sie eigentlich geendet hat. Auch die Darstellung, wie Pearls Vater ihre Mutter und den Liebhaber tötet ist meiner Meinung nach gut gemacht. Mit den Augen von Pearl sieht man das ganze vor einem Fenster, nur als Schatten kann man die Figuren erkennen. Und als Pearl ihren Vater in der Todeszelle besucht, sieht man am Schluss noch den Schatten der Schlinge die in aufknöpfen wird. Da bleibt kein Auge trocken :o)
Jennifer Jones muss man in diesem Film einfach bewundern. Was sie so an Emotionen in ihrem Gesicht zeigt, einfach unglaublich. Verzweifelt rauft sie sich ihre wilden dunklen Locken, ihr Gesicht drückt Leidenschaft pur aus, wenn sie sich Lewt hingibt. Und wenn sie sich voller Verzweiflung an Lewts Beine klammert, um ihn am Weggehen zu hindert, dann wirkt dies wirklich dramatisch, und kein bisschen übertrieben. Und schluchzen kann die Frau, es zerreist einem das Herz. Und wenn sie dann voller Hass ist, dann wird ihr Gesicht ganz steif, und die Augen funkeln. Meiner Meinung nach hat sie alles für diese Rolle gegeben, und sie spielt die Pearl total überzeugend.
Die Rolle des Lewt ist ja für Gregory Peck eher untypisch. Meist spielt er den ruhigen Gentleman, doch auch in der Rolle des bösen Lewts hat er mir sehr gut gefallen. Er spielt auch diese Rolle sehr überzeugend, und sieht einfach auch viel interessanter aus als sein Filmbruder Joseph Cotten. An Stelle von Pearl wäre ich mit Sicherheit auch Lewt verfallen *ggg*.
Auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache meiner Meinung nach sehr gut, und wirken alle sehr überzeugend. Joseph Cotten wirkt gegen Gregory Peck etwas farblos, aber den guten Bruder Jesse spielt er wirklich gut. Und Lilian Gish als gute Frau des Senators ist das Leiden persönlich. Auch Lionel Barrymore als Senator, der glaubt das Recht beugen zu können ist grandios. So stellt man sich einen alten Tyrannen vor, und auch als er am Sterbebett seiner Frau bereut und Tränen zeigt, ist er sehr glaubwürdig. Witzig finde ich auch Walter Huston in seiner Rolle als Prediger. Er versucht die arme Pearl auf den Pfad der Tugend zurück zuführen, was ihm ja leider nicht gelingt. Und Butterfly McQueen darf in diesem Film, genau wie in „Vom Winde verweht“ mal wieder ein schwarzes Dienstmädchen spielen.
Die Musik passt sehr gut zu diesem Film, sie wurde von Dimitri Tiomkin geschrieben. Die Musik ist voller Leidenschaft und untermalt die einzelnen Szenen perfekt. Und die satten Bilder mit ihren vollen Farben erzeugen eine glaubwürdige Darstellung der Umgebung. Man spürt förmlich den Sand zwischen den Zähnen, wenn Pearl durch die Wüste reitet um mit Lewt abzurechnen.
Mein Fazit: Duell in der Sonne ist auch noch nach über 20 Jahren, seit dem ich ihn zum ersten mal gesehen habe, einer meiner Lieblingsfilme. Leider besitze ich nur eine Videoaufnahme die ich selber aufgenommen habe. Sollte ich diesen Film irgendwann mal auf DVD entdecken, dann werde ich ihn mit Sicherheit kaufen. Auch wenn der Film mal keine Happy End hat, ich muss ihn einfach immer wieder ansehen. Diese Emotionen, die wilde Leidenschaft die hier gezeigt wird, die zieht mich immer wieder in ihren Bann. Deshalb von mir auch alle fünf Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung. Diesen Klassiker muss man einfach mal gesehen haben, auch wenn manch einer ihn vielleicht als kitschig empfinden wird.
Gruss von Eurer BigManu
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26.08.2003 21:27
Mein Onkel schaut sich sowas gerne an!
22.08.2003 10:14
Mit Western kannste mich ja jagen...lach...Ilka
21.08.2003 23:40
Hallo Manu, ich denke das war ein Peck in seiner fast besten Rolle, gruß Dirk