Ein Meisterwerk der Belletristik
26.07.2001 (10.12.2001)
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 stealth100
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:64
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 96 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Dieser SF-Roman ist einmalig und zählt mit zu den einflussreichsten Werken des vergangenen Jahrhunderts. So eine tiefgründige und vielschichtige Welt, die Frank Herbert da erschaffen hat, ist nur mit anderen wenigen grossen Werken, wie etwa "Die Ringwelt" oder "Herr der Ringe" vergleichbar. Die Welt: ---------Das Buch hat nur entfernt mit Science Fiction zu tun. Dies an alle, die sich gerne durch Raumschiffpläne und exakt beschriebene neue Technologien kämpfen, Raumschlachten und Androiden erwarten. Beim Lesen wird man in eine fremde, unbekannte Welt hineingezogen und lernt so den Wüstenplaneten richtig gut kennen und wie die Figuren des Romans miteinander verstrickt sind. Der Wüstenplanet ist nämlich wirklich eine Welt, die trocken, staubig und trostlos ist. Es gibt wenig Oasen und weite Wüstengebiete, die voller Gefahren stecken. In der Wüste konnte sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln, so das es richtig Spaß macht, sie zu erkunden und zu entdecken. Es gibt fast keine Vegetation, nur an der Rändern der Oasen wird der ständig anbrandende Sand von harten und zähen Gehölzen zurückgehalten. Die Ureinwohner des Planeten, die in den Oasen leben, nennen sich selbst die Fremen. Sie sind es, die den Planeten eigentlich besiedeln. Doch im byzantinischen interstellaren Imperium des Jahres 10000(wo der Roman spielt) sind sie eine untergeordnete Spezies und werden nicht so recht ernst genommen, aber dazu später mehr.Weiter draussen in der Wüste leben die mächtigen Sandwürmer. Die können mehrere hundert Meter lang werden und die größten erreichen auch schon mal einen Kilometer Länge. Sie wühlen sich durch den Sand mit weitaufgerissenen Maul und nehmen so (ähnlich den Walen im Meer) die Kleinstlebewesen auf, um sich zu ernähren. Die Würmer stehen auch in einem engen Verhältnis mit dem Spice(was aber jeder selbst herausfinden sollte, denn alles kann ich nicht verraten). Zum Inhalt: -----------Die bekannte Welt wird von mächtigen Adelsfamilien(sind deshalb adlig, weil sie Atomwaffen besitzen) beherrscht und über diesen Familien steht der Imperator Shaddam IV. . Der Wüstenplanet(auch Arrakis genannt) bildet die Quelle des sogenannten Spice, welches die interstellare Raumfahrt ermöglicht. Das Gewürz wird von den Navigatoren der Raumschiffe eingenommen und erweitert das Bewußtsein. Dadurch ist es den Piloten der Schiffe möglich, das Raumschiff durch den Überraum sicher an das Ziel zu steuern. Für den Abbau des Spice auf Arrakis ist immer eine Adelsfamilie zuständig und diese wird vom Imperator bestimmt. Lange Zeit waren die Harkonnen dafür verantwortlich, doch der Imperator bestimmt für die nächste Zeit die Atreides als die Familie, die das Privileg erhält, das Spice zu ernten. Da Arrakis der einzige Planet ist, wo das Spice vorkommt und die ganze Raumfahrt von dem Gewürz abhängt, kann man erkennen, welche Verantwortung mit der Ernte des Spice einhergeht. Der Sohn der Atreides-Familie(Paul) wird von seiner Mutter, einer Benegeserit, ausgebildet. Die Benegeserit sind ein Orden von Frauen, die schon über viele Generationen hinweg bestehen und ein genetisches Experiment verfolgen. Sie versuchen schon seit langer Zeit den Messias, den Kwisatz Haderach, zu züchten. Ist Paul eventuell das Endprodukt dieser Züchtung? Pauls Mutter(Lady Jessica) ist die Konkubine des Herzogs Leto Atreides, des obersten Herren des Hauses Atreides. Pauls Vater ist ein guter und gerechter Mann, der seine ihm unterstellten Leute mit Güte und Weisheit regiert und führt. Als er den Auftrag erhält, nach Arrakis zu gehen und die Spiceernte zu übernehmen ist ihm bewußt, daß er seine Heimat Caladan aufgeben muß und mitsamt seine ganzen Familie und dem Gefloge nach Arrakis ziehen muß. Da Caladan eine Wasserwelt ist, wird es besonders schwer, auf eine Wüstenwelt zu ziehen, wo Wasser ein kostbares Gut ist und nicht im Überfluss zu Verfügung steht.Das Lehen, welches Leto Atreides auf dem Wüstenplaneten antritt, gehörte vorher dem Baron Harkonnen, welcher natürlich nicht darüber begeistert ist, seine wichtigste Einnahmequelle zu verlieren und stellt dem Herzog auf dem Planeten ein Falle. Der Herzog wird getötet und Paul und sein Mutter fliehen in die Wüste und werden von den Fremen aufgenommen. Da die Fremen die Ureinwohner des Planeten sind, kommen sie auch am besten mit den Verhältnissen klar und haben Geheimnisse, die keiner auf der Aussenwelt kennt. Unter der Erde in riesigen Höhlen sammeln sie das Wasser des Planeten. In großen Windfallen wird das Wasser der Luft gesammelt und soll eines Tages, einmal einer Prophezeiung nach, den Planeten wieder ergrünen lassen. Die Fremen stellen die besten Schutzanzüge für die Wüste her und haben so einen kleinen Gelderwerb von der Aussenwelt. Durch die ständige Gegenwart des bewußtseinsverändernden Spice haben die Fremen durchgehend blau leuchtende Augen. Daran erkennt man einen Fremen. Das kommt dadurch, weil sich das Gewürz überall befindet und sich im Blut der Fremen sammelt. Dem Spice wird eine lebendverlängernde Wirkung nachgesagt. Paul Atreides erhält bei den Fremen den Namen Muad'dib und wird in die Praktiken und Rituale des Wüstenvolkes eingeweit. Durch seine Abstammung und seine erlernten Fähigkeiten der Mutter und seiner Lehrmeister wird er zum Anführe der Fremen und erkennt sein ware Bestimmung. Es soll den Jihad, den heiligen Krieg der Fremen anführen und das ganze Universum mit hineinziehen, damit eine neue Weltordnung entstehen kann.Herbert schafft es, diese ganzen total verschiedenen Dinge so gut miteinander zu vereinen, das ein wirklicher Klassiker der Science Fiction herausgekommen ist. Durch die Veranschaulichung eines Ordens oder Sekte und die Offenlegung der Praktiken dieser Sekte wird schon klar, wie die Machtverhältnisse in diesem Universum verteilt liegen. Die Benegeserit agieren im Hintergrund und verkuppeln die veschiedenen Adelsfamilien miteinander, um den Messias zu erzeugen.Dies wird von Herbert in so überzeugender Manier dargestellt, das es wirklich echt glaubwürdig klingt. Die Adelshäuser sind in ihre höfischen Intrigen und Machenschaften verstrickt und sind nur auf den eigenen Vorteil und des Geldscheffeln bedacht. In all diesen hochkomplexen Handelssträngen agiert Paul Atreides und geht seinen eigenen Weg. Der Leser hat hier eine Menge zu verstehen und zu lesen, aber ich finde es lohnt sich auf jeden Fall, dieses macchiavellistisches Handbuch über die Erringung von Ansehen und Macht zu lesen. Politik und Ökonomie halten sich im Ränkespiel stets die Waage und zeigen die Gesellschaft in diesen Zeit von ihrer wirklich wahren Seite.Wirklich beeindruckt war ich von den Veränderungen der Kultur und den Traditionen, die Herbert Frank wirklich gut beschreibt. Oder auch die allgegenwärtige Wüste und deren Auswirkung auf das Leben der Wüstenbewohner fasziniert! Zusammenhänge -------------Frank Herbert (leider 1986 verstorben) schreibt in diesem Buch über die Menschen und lässt die Technik sehr weit in den Hintergrund rücken. Alles was andere Sci-Fi, wie z.B. Star Trek, ausmacht, wird hier beiseite gelassen und der Mensch selbst mit seinen Stärken und Schwächen tritt in den Vordergrund. Das von ihm geschaffene Wüstenplanet-Universum ist in sich geschlossen und überzeugt durch seine vielen Details und Vielfalt.Als Hilfe kann man im Anhang des Buches die vielen fremden Begriffe nachschlagen. Frank Herbert verknüpft geschickt Elemente aller möglichen Weltanschauungen und Glaubensrichtungen, um seinem Bild von der Zukunft eine zusätzliche Dimension zu verleihen. Oft fühlt man sich an Nietzsche, als auch an östliche Religionen oder den Islam erinnert. In diesem Umfeld schafft es Herbert dann auch noch eine Handlung von epischen Ausmassen anzusiedeln. Die Handlung des Buches konkurriert mit subtilen (oft philosophischen) Inhalten in einzigartiger Weise um die Aufmerksamkeit des Lesers. Herbert schafft es, diese völlig fremde Lebensweise, in der Wasser mehr wert ist als ein Meschenleben, so plastisch zu beschreiben, das der Leser gefesselt bleibt und das Buch nicht weglegen wird! Zugegeben einige Stellen sind etwas seicht geschrieben, aber dies fällt nicht weiter ins Gewicht und stört den Gesamteindruck in keinster Weise. Fazit: ------Ich habe das Buch wahrscheinlich viel zu schnell durchgelesen und werde dies bestimmt noch mehrmals tun. Keiner sollte dieses Meisterwerk, ausgezeichnet mit dem Hugo- und Nebula-Award, der zeitgenössischen Belletristik verpassen! Für die ganz Lesefaulen kann ich den Film(erschienen: 1984) vom Regisseur David Lynch empfehlen, welcher wirklich gut gelungen ist und die Atmosphäre auch rüberbringt, aber trotzdem ist das Lesen in diesem Fall dem Zuschauen vorzuziehen.ISBN: 3453164202 Weitere Bücher aus dem Wüstenplanetuniversum sind:Der Herr des Wüstenplaneten Der Gottkaiser des Wüstenplaneten PS: Der Fernsehdreiteiler, der vor kurzem im TV zu sehen war, kommt meiner Meinung nach nicht an das Niveau des Buches heran!
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04.02.2005 13:53
Das Buch interessiert mich schon lange, bin aber noch nicht zum Lesen gekommen.
08.04.2002 15:46
Ein guter vollstäändiger Bericht, doch zur Dune-Saga gehören noch vile mehr Bände als du aufgeführt hast, dies würde deinen Bericht komplettieren
27.01.2002 10:34
Ich kenne bisher nur die Filme, aber es wäre sicher interessant, sich auch mal das Buch zu Gemüte zu führen. Schöne Grüße, Gabi