Blind Dates....
31.01.2009
Pro:
Erlebnis für die Sinne (außer dem Sehsinn)
Kontra:
evtl . der Preis, nichts für Menschen mit Angst im Dunkeln
Empfehlenswert:
Ja
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Im letzten Jahr hat mein Schatz mich bei einem Berlinbesuch zu einem ganz besonderen Essen eingeladen: ein Erlebnisessen im Dunkelrestaurant inklusive Massage! Vermutlich hatte ihn u.a. ziemlich "imprägniert", was ich ihm von meinem Besuch im 'Dialog im Dunkeln' in Frankfurt erzählt hatte...zunächst etwas für unsere Allgemeinbildung: ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ noctivagus - nachts umherschweifend (Quelle: http://albertmartin.de/latein/) Ort des Geschehens, Kontaktdaten: ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Prenzlauer Berg in Berlin, genauer: Saarbrücker Str. 36-38 10405 Berlin Phone: (030) 74 74 91 23 Fax: (030) 74 74 91 26 http://www.noctivagus.com kontakt@noctivagus.deAnfahrt: ~~~~~~~ Verkehrsanbindung: U-Bahn: U2 Senefelder Platz Tram: Linie 1 Mollstraße/Prenzlauer Allee S-Bahn & DB-Bahn: Alexanderplatz siehe auch: http://www.bvg.de/ Parkplätze: Direkt vor der Tür oder in der TiefgarageÖffnungszeiten: ~~~~~~~~~~~~~~ Täglich von 18 bis 1 Uhr Reservierung: ~~~~~~~~~~~~ telefonisch oder über Kontaktformular auf der Homepage (s.o.)Programm: ~~~~~~~~~ täglich wechselnd, ist auf der Homepage ausführlich beschrieben, z.B. - Lesungen (erotische Literatur, Schauergeschichten, ...) - Massage - Musik - Theater, Comedy, ... die Menüs: ~~~~~~~~~ Es stehen mehrere mehrgängige Menüs zur Auswahl, u.a. auch ein vegetarisches und ein Überraschungsmenü. Wählt man das Letztere, kann man bei der Bestellung angeben, welche Lebensmittel man gar nicht mag oder verträgt. Dies wird dann beim Zubereiten berücksichtigt.die Preise: ~~~~~~~~~ Montags Menü ab 29 Euro Dienstags bis Sonntags Menü inkl. Programm ab 49 Euro Getränke zusätzlich, übliche Gastronomiepreise der Ablauf: ~~~~~~~~~ Der obere Teil des Restaurants ist noch 'normal' hell. Hier kann man nach der Begrüßung erst mal Platz nehmen und sich bei einem Getränk aus der Menükarte etwas aussuchen. Die Bedienung hilft gerne bei der Auswahl und nimmt auch Sonderwünsche entgegen.Dann wird man in das Dunkelrestaurant 'eingeschleust'. Vorher muß man alle Lichtquellen ablegen/ausschalten. Wer befürchtet, einen wichtigen Anruf auf seinem Handy zu verpassen (z.B. vom Babysitter), kann dieses an der Rezeption oben zurücklassen. Die Bedienung dort nimmt dann den Anruf entgegen und meldet ihn weiter an ihre Kollegen, die den Angerufenen unten im Dunkeln bedienen. Alle Angestellten tragen Headsets mit denen sie sich untereinander austauschen können. Und: alle Bedienungen (zumindest an dem Abend als wir dort waren) sind sehbehindert/blind. Das Einschleusen: zunächst stellt sich derjenige (sorry, der einfacheren Lesbarkeit halber verwende ich nur die männliche Form) Ober, der einen an diesem Abend betreut vor. Er wird den ganzen Abend immer in Rufnähe bleiben. Man wird in einen Schleusenraum gebracht. Dort bilden alle eine Polonaise (halten sich an den Schultern des Vordermanns fest, der vorderste am Ober). Das Licht geht aus. Die andere Tür der Schleuse wird geöffnet und man betritt einen vollkommen dunklen Raum. Der Ober bringt die Personen zu ihrem Tisch.Dann wird wie auch in anderen Restaurants nach und nach Essen serviert, gegessen und getrunken, leeres Geschirr wieder abgeräumt, für Getränkenachschub gesorgt, ... Eine Besonderheit gibt's noch: wer 'mal muß', muß den Ober rufen. Der bringt einen auf die schon bekannte Polonaise-Art-und-Weise raus und nach dem WC-Besuch auch wieder rein - das stille Örtchen ist im Licht-Teil des Restaurants.wie's mir gefallen hat: ~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Ein Besuch im Nocti Vagus ist nicht nur 'Essen gehen', sondern ein ganz besonderes Erlebnis. Wenn ein Sinn 'ausgeschaltet' ist, werden einem die anderen noch viel bewußter! Ich habe z.B. viel mehr auf meine Umgebungsgeräusche geachtet. Es ist schon ein sonderbares Gefühl, in einem Raum zu sein, von dem man noch nicht einmal die Dimension ahnt. Die Menschen an den Nachbartischen hört man zwar im Hintergrund, aber für mich wirkten sie ohne Anblick irgendwie 'weit weg'. Das Essen war lecker, aber der Geschmack stand an diesem Abend nicht im Mittelpunkt. Ich war viel zu sehr von der Tätigkeit 'essen' beansprucht: woher weiß ich, ob schon was auf der Gabel ist?, halte ich die Gabel gerade (warum kommt immer so wenig in meinem Mund an?), ist der Teller schon leer?, wo ist mein Glas?, Mist, schon wieder mein Bier umgestoßen, warum hab' ich mein Schlabberlätzchen vergessen?, juut, daß mich keiner sieht ....An unserem Abend war Olaf, ein Masseur, das Event des Abends: Lieber Olaf, falls du das vorgelesen bekommst: deine Massage war einfach nur super! Es war meine erste Kopfmassage - ich war anfangs etwas irritiert, aber dann habe ich gehofft, daß du nie mehr aufhörst... Aber bekanntermaßen werden ja nicht alle Wünsche erfüllt :-( By the Way: Im Dunkeln kann man auch wunderbar mal zwischen den Gängen knutschen (sieht ja keiner - stört also auch nicht...)Das Nocti Vagus kann auch für individuelle Feiern, Meetings etc. gebucht werden. Und noch ein kleiner Tip am Rande: geht man den Prenzlauer Berg herunter, kommt man zu einem Park, in dem ganz zu Beginn ein Brunnen mit vielen Statuen, die Märchenfiguren darstellen, ist. Hier sind wir nach dem Essen noch ein bischen 'rumgelaufen und ich muß zu unserer Schande gestehen, daß wir nicht alle Figuren identifizieren konnten...Fazit: eine schöne Art, nachts herumzustreifen... ps: dieser Bericht erscheint auch auf anderen Portalen meiner Wahl unter meinem Namen
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29.08.2011 10:53
Muss ich unbedingt vorbuchen oder kann ich einfach so dort auftauchen?
05.02.2009 17:35
Im dustern futtern - wie geil ist das denn*g*... sehr interessant; ich habe mal eine reportage über so ein dunkelrestaurant gesehen: sehr amüsant; ich glaube, das beste daran ist das Knutschen zwischen den gängen *gacker*... übrigens: willkommen bei ciao und viel spaß hier.. lg benita123
31.01.2009 21:52
Sehr ausführlich!!! danke