Dunkelziffer e.V. (Spot)

Dunkelziffer e.V. (Spot)

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Feuer - Fleisch - Narben - Schmerz
Erfahrungsbericht von GabyB333 über Dunkelziffer e.V. (Spot)
22.03.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Kämpft GEGEN den sexuellen Missbrauch von Kindern und FÜR die Kinder .  .  .
Kontra: Grausam, dass es solche Spots überhaupt geben muss .  .  .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

~~~VORWORT~~~

Liebe Leserin, lieber Leser,

dies wird vermutlich ein langer Bericht, der dich aufwühlen und teilweise vielleicht auch schockieren wird. Ich bitte dich von ganzem Herzen, ihn trotzdem zu Ende zu lesen, ihn dir notfalls abzuspeichern und später fertig zu lesen, denn MIT DEINER LESUNG HILFST DU SEXUELL MISSBRAUCHTEN KINDERN, doch mehr dazu am Ende des Berichtes.

Ich werde dir nicht nur, wie es die Kategorie vorschreibt, von den Rundfunk- und TV-Spots von Dunkelziffer e. V. berichten. Ich werde dir auch die Möglichkeit bieten, dir all diese Spots sofort anzuhören bzw. anzusehen, dir etwas über die Arbeit von Dunkelziffer e. V. erzählen - und dich anhand eines realen Beispiels spüren und nachempfinden lassen, wie unvorstellbar grausam sexueller Kindesmissbrauch ist und welche schrecklichen, nie wieder verheilenden Wunden er in der Seele und oftmals auch im Körper des Kindes hinterlässt.


~~~EINLEITUNG~~~

Erst einmal sollte ich dir vielleicht erzählen, was "Dunkelziffer e. V. " überhaupt ist. Dunkelziffer e. V. ist ein 1993 gegründeter Verein gegen sexuelle Gewalt an Kindern, der mit seiner Arbeit schon große Erfolge verbuchen konnte. Diesem Verein ist es z. B. zu verdanken, dass in Deutschland der Besitz von Kinderpornografie strafbar ist. Dunkelziffer e. V. legt großen Wert auf Prävention und schnelle, unbürokratische Hilfe und bietet bundesweit anerkannte Projekte an, über die ich dir später unter der Überschrift "Die Arbeit von Dunkelziffer e. V. noch mehr" erzählen werde.

Doch zunächst zu den Rundfunk- und TV-Spots, mit denen Dunkelziffer e. V. auf das unglaublich quälende Leid sexuell missbrauchter Kinder aufmerksam machen will.


~~~DIE RUNDFUNK- UND TV-SPOTS~~~

Ich werde versuchen, jeden einzelnen Spot zu beschreiben, aber wenn du dich selbst davon überzeugen willst, wie wirkungsvoll diese Spots tiefe Betroffenheit auslösen, solltest du sie dir einfach selber anhören bzw. ansehen, ich gebe dir jeweils den Link dazu.

Sollte einer dieser Links nicht funktionieren, findest du die komplette Auflistung (und einige Poster, die ebenfalls zu dieser PR-Kampagne gehören) auf der Homepage von Dunkelziffer e. V. unter http://www.dunkelziffer.de/de/aufklaerung_2_2.html


Rundfunk-Spot "Seele"
************************

Merkwürdig hallende Geräusche, wie in einer Tropfsteinhöhle, dann eine eindringliche Männerstimme, die sagt:
"Blut... Schmutz... Ratten... Ekel... Tod... Angst..."
Dazwischen hallt im Hintergrund eine leise, ebenso eindringliche Stimme:
"Dunkelheit... Schreie... Aufgeschlitzte Augen..."
Dann verklingen die Geräusche und es ertönt eine nüchterne, ruhige Frauenstimme:
"Willkommen in der Seele von Lars, 8 Jahre."
Einen Augenblick ist Stille, dann meldet sich der erste Sprecher wieder:
"In Deutschland werden nach Schätzungen von Experten jährlich 200.000 Kinder wie Lars sexuell missbraucht. Dunkelziffer e. V. - Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder. Spenden unter www.dunkelziffer.de"

Der Spot erzeugt eine unglaublich bedrückende Atmosphäre.

Hier kannst du dir diesen Spot selber anhören:
http://www.dunkelziffer.de/de/video/seele.mp3


Rundfunk-Spot "Herzen"
**************************

Der Spot erzeugt wieder eine bedrückende Atmosphäre mit dieser merkwürdig hallenden Tropfsteinhöhlen-Geräuschkulisse, in die hinein eine eindringliche Männerstimme spricht:
Kälte... Zittern... Ich kann mich nicht bewegen... Leere... Einsamkeit...
Im Hintergrund hallt gleichzeitig eine leise Frauenstimme: "Dunkelheit... Tote Augen... Angst..."
Einen Augenblick Stille, dann eine ernste Frauenstimme:
"Willkommen im Herzen von Sandra, 7 Jahre."
Dann folgt wie im ersten Spot die Ansage:
"In Deutschland werden nach Schätzungen von Experten jährlich 200.000 Kinder wie Lars sexuell missbraucht. Dunkelziffer e. V. - Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder. Spenden unter www.dunkelziffer.de"

Hier kannst du dir diesen Spot selber anhören:
http://www.dunkelziffer.de/de/video/herzen.mp3


Rundfunk-Spot "Unterleib"
******************************

Wieder diese bedrückende Tropfsteinhöhlen-Atmosphäre, dann eine eindringliche Frauenstimme:
"Feuer... Fleisch... Glühende Nadeln... Schmutz... Narben... Schmerz"
Im Hintergrund eine leise hallende Frauenstimme:
"Krallen... Risse... Da sind Maden in mir..."
"Willkommen im Unterleib von Sophia, 8 Jahre"
Danach folgt wieder die Ansage:
"In Deutschland werden nach Schätzungen von Experten jährlich 200.000 Kinder wie Lars sexuell missbraucht. Dunkelziffer e. V. - Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder. Spenden unter www.dunkelziffer.de"

Für mich ist dieser Spot der Beste von den drei Rundfunk-Spots - oder treffender gesagt, der Schlimmste, denn er bereitet mir beim Anhören fast schon körperliche Schmerzen, so betroffen macht er mich.

Um den Text der Spots hier wiederzugeben, musste ich sie mir natürlich mehrmals hintereinander anhören, und du kannst mir glauben: Mir ist jetzt dermaßen schlecht, dass ich erst mal eine Schreibpause machen muss, bevor ich mich den TV-Spots zuwende.

Hier kannst du dir diesen Spot selber anhören:
http://www.dunkelziffer.de/de/video/unterleib.mp3


Die Fernseh-Spots sind unheimlich schwer zu beschreiben, aber ich werde versuchen, sie so gut wie möglich rüberzubringen - und notfalls beschränke ich mich darauf, die Gefühle zu beschreiben, die sie auslösen...


TV-Spot "Herzen"
*********************

Das Bild ist ganz grau und schwarz und verschwommen, es kann eine Pupille sein, die in Tränen schwimmt, aber auch ein Tunnel, von dessen Boden Nebel aufsteigt. Im Hintergrund ist nur der langsame Schlag eines Herzens zu hören, dann sagt eine Frau (und gleichzeitig wird dieser Text in weißer Schrift auch eingeblendet):
"Willkommen im Herzen von Sandra, 7 Jahre"
Dann wird das Bild schwarz, in weißer Schrift erscheint der Text, der nun auch von einer dunklen Männerstimme gesprochen wird:
"Dunkelziffer e. V. - Hilfe für missbrauchte Kinder. Spendenkonto Deutsche Bank Hamburg, 86 8000 1"

Der Spot strahlt wie schon die Rundfunk-Spots eine unheimliche, bedrückende Atmosphäre aus. Düster, trostlos, einsam, hoffnungslos... Das sind die Worte, die mir dazu einfallen. Der ruhige Herzschlag im Hintergrund steht in so krassem Gegensatz zu dem düsteren Bild, dass er nicht deutlicher die Resignation und Trostlosigkeit einer kleinen Kinderseele ausdrücken kann.

Hier kannst du dir diesen Spot anschauen:
http://www.dunkelziffer.de/de/video/dunkelzifferherz.mov


TV-Spot "Unterleib"
**********************

Einen kurzen Augenblick ist der Monitor schwarz, dann scheinst du genau in den Schlund eines ausbrechenden Vulkans zu blicken, während du Explosionsgeräusche und ein unheilvolles Prasseln und im Hintergrund ein Kreischen wie von einer Kreissäge hörst. Wie ein Höllenfeuer wabert glühende Lava dir vom Monitor entgegen, bis eine weiße Schrift erscheint und gleichzeitig eine Frauenstimme sagt:
"Willkommen im Unterleib von Sophia, 8 Jahre"
Dann wird auch bei diesem Spot das Bild schwarz und eine dunkle Männerstimme spricht den Text, der in weißer Schrift eingeblendet wird: "Dunkelziffer e. V. - Hilfe für missbrauchte Kinder. Spendenkonto Deutsche Bank Hamburg, 86 8000 1"

Wenn du eine Frau bist, wirst du beim Anschauen dieses Spots wahrscheinlich automatisch eine Hand auf deinen Unterleib legen, denn eine Frau kann dieses Lavafeuer nachempfinden, wohl jede Frau erinnert sich an die Krämpfe und das Brennen während der ersten Menstruationen und wahrscheinlich nicht nur bei mir löst der bloße Gedanke, dass ein kleines Mädchen solche und noch viel schlimmere Schmerzen erleiden muss, ein heftiges Ziehen im Unterleib aus.

Der Spot schlägt dir den körperlichen Schmerz eines sexuell missbrauchten Kindes förmlich um die Ohren, hier kannst du weder wegschauen noch weghören, hier MUSST du einfach nachempfinden, wie furchtbar diese Kinder leiden müssen. Ich finde diesen Spot zutiefst beeindruckend.

Hier kannst du dir diesen Spot anschauen:
http://www.dunkelziffer.de/de/video/dz_klein.mov


TV-Spot "Seele"
******************

Ich hab mir den Spot jetzt drei Mal angesehen und weiß immer noch nicht, wie ich ihn beschreiben soll. Was ich aber weiß, ist, dass ich heute Nacht nicht schlafen werde - und wenn, dann werde ich ganz gewiss von der Seele des kleinen Lars träumen...

Der Spot erinnert an einen Horrorfilm - und hatte auf mich die gleichen Auswirkungen.

Ein Lichtkegel gleitet ganz kurz über eine dunkle Kellerwand, aus der etwas Schwarzes, Bedrohliches herausragt, wie der Lauf eine Pistole, aber die Frequenz ist zu kurz, um es zu erkennen. Dann dunkle Kellergänge, finstere Nischen und im Hintergrund ein beklemmendes, sirrendes hohles Geräusch wie in einem Horrorfilm. Dann siehst du weiter hinten ganz verschwommen ein helles Licht wie ein Tunneleingang und eine dunkle, irgendwie verunstaltete Gestalt läuft durch dieses Licht - und dann explodiert die Atmosphäre, das hohle Sirren wird zu einem kreischenden Geräusch, das in den Ohren weh tut und die Gestalt kommt blitzschnell auf dich zu, greift nach dir, etwas Großes, Nasses, Ekelhaftes glänzt plötzlich ganz groß über den Monitor. Für einen kurzen Moment wird der Monitor dunkel, die Geräusche wieder ruhig - dann plötzlich wieder dieses kreischende Sirren und du siehst eine verpuppte Made, die in einem finsteren, engen Loch liegt und wild zuckt, dann siehst du wieder diesen verschwommenen Tunnel, die Geräusche werden zu einem monotonen, hohlen Surren und etwas kommt auf dich zu, ein Mann, dann ist er ganz nah und das Bild wechselt ganz schnell, du siehst ganz nah eine hässliche Spinne mit einem abstoßenden, nassen Geräusch eine Wand hinauskriechen und dann wieder diesen verschwommenen Tunnel und immer noch steht dort diese Gestalt...
Dann - endlich - verschwimmt das Bild zu einer wabernden dunklen Fläche und eine Frauenstimme sagt den Text, der gleichzeitig in weißer Schrift eingeblendet wird:
"Willkommen in der Seele von Lars, 8 Jahre"
Danach wird der Monitor wieder schwarz und eine dunkle Männerstimme spricht den Text, der in weißer Schrift eingeblendet wird: "Dunkelziffer e. V. - Hilfe für missbrauchte Kinder. Spendenkonto Deutsche Bank Hamburg, 86 8000 1"

Ich glaube, zu diesem Spot brauche ich nicht noch extra etwas zu sagen, er spricht für sich und meine Betroffenheit ist, glaube ich, deutlich spürbar.

Hier kannst du dir diesen Spot anschauen:
http://www.dunkelziffer.de/de/video/dunkelzifferseele.mov

Gott sei Dank, ich hab's geschafft. Ich brauche jetzt eine Zigarette und irgend etwas Schönes, Positives, und dann schreibe ich weiter über...


~~~DIE ARBEIT VON DUNKELZIFFER E. V.~~~

Der Hamburger Journalist Klaus Meyer-Andersen, der seinerzeit mit einer Kollegin die Stern-Serie "Kinderschänder" schrieb, war von diesem damals noch absoluten Tabu-Thema so betroffen, dass er die Öffentlichkeit dazu bringen wollte, endlich die Augen vor den unglaublichen Qualen sexuell missbrauchter Kinder zu öffnen. Deshalb gründete er im Jahr 1993 unter der Schirmherrschaft der (damaligen) Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zusammen mit einer Gruppe ÄrztInnen, TherapeutInnen und LehrerInnen den Dunkelziffer e. V.

Die Arbeit von Dunkelziffer e. V. ist in verschiedene Projekte unterteilt. Da es mir zu blöd ist, jetzt sämtliche Projekte irgendwie neu zu formulieren, erlaube ich mir mit Genehmigung von Dunkelziffer e. V., deren Text von ihrer Homepage hier einzufügen.

ZITAT

(Quelle: http://www.dunkelziffer.de/WasWirWollen.html)

Projekt Erstberatung und Soforthilfe
Bundesweite telefonische Hilfe durch Fachreferentinnen und Therapeutinnen

Projekt Opferanwälte
Bereits vor Erstattung einer Anzeige werden betroffenen Kindern Opferanwälte gestellt

Projekt Musiktherapie
In einer Grundlagenforschung bietet Dunkelziffer e. V. zusammen mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eine neue Therapieform an

Projekt Kinder- und Jugendtherapie
Erfahrene Therapeutinnen helfen den Opfern bei der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse

Projekt Prävention an Schulen
Das Präventionsprojekt bietet Fortbildung, Unterstützung und Aufklärung für Lehrer, Eltern und Kinder

Projekt Internetschulung
Intensivkurse informieren Kriminalbeamte, Staatsanwälte, Richter und Anwälte über Kinderpornographie im Internet

Projekt Öffentlichkeitsarbeit - Aufklärung - Vernetzung
Intensive Medienarbeit, Fortbildungsangebote und länderübergreifende Vernetzung helfen im Kampf gegen Kindesmissbrauch

ZITATENDE


Auf der Homepage von Dunkelziffer e. V. kannst du dir in der Übersicht (http://www.dunkelziffer.de/Uebersicht.html) ein ganz genaues Bild über die vielen Aufgaben und Aktionen des Dunkelziffer e. V. machen.


~~~ZAHLEN UND FAKTEN ZUM THEMA KINDESMISSBRAUCH~~~

Jährlich werden ca. 200.000 Kinder sexuell missbraucht. ZWEIHUNDERTTAUSEND hilflose Kinder, auch Kleinkinder und Säuglinge (!), die meistens nicht "nur ein Mal", sondern über Monate und häufig sogar über viele Jahre hinweg immer und immer wieder gequält und innerlich zerstört werden! Das bedeutet, dass jedes 4. Mädchen und jeder 8. Junge sexuell missbraucht wird; bei behinderten Kindern sind es sogar schon mehr als die Hälfte! Und niemand steht auf und schreit?! DAS ist der Text, den man auf unsere Zigarettenschachteln drucken sollte!!!

Ich habe hier einmal ein paar Fakten von der Homepage http://www.missbraucht.de zusammengetragen und mit meinen eigenen Infos vermischt, trotzdem bezeichne ich den folgenden Teil der Ordnung halber wieder als...

ZITAT

Die TäterInnen stammen aus allen sozialen Schichten und bewegen sich zu über 90 % (!) im sozialen Nahbereich der Opfer: Väter, Stiefväter, Brüder, Lehrer, Pfarrer, Mütter, Onkel, Babysitter, Freunde der Großeltern, Großväter, Tanten, Trainer, ErzieherInnen, Therapeuten, Nachbarn, Ärzte, Jugendgruppenleiter, Sporttrainer, Lehrer, Kindertherapeuten - sprich unauffällige und "anständige" Bürger und Bürgerinnen missbrauchen Kinder und Jugendliche. "Das hätte ich dem nie zugetraut, der war doch immer so nett zu Kindern." ist wohl der typische Ausspruch, wenn ein solches Verbrechen auffliegt.

Es gibt sogar sehr häufig Täter, die sich ganz gezielt an alleinerziehende Mütter heranmachen und mit ihnen eine Beziehung aufbauen, nur um an deren Kindern ihre perversen Triebe zu stillen. Deshalb meine ganz persönliche, dringende Warnung an alle Frauen: Wenn du eine Kontaktanzeige aufgibst, um einen Partner zu finden, erwähne darin NIE, dass du ein Kind hast!

Ca. 80 - 90 % der Täter sind Männer und ca. 10 - 20 % sind Frauen, ca. 1/3 der Täter sind vorwiegend männliche Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Und keinem von ihnen sieht man seine perversen Triebe an - es reicht also nicht aus, Kinder vor "dem bösen schwarzen Mann" und "dem Onkel mit den Bonbons" zu warnen!

Weitere unglaubliche Fakten: Von den zur Anzeige gebrachten Fällen führen nur etwa 10 % (!) zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung, davon enden nur ca. 10% mit einem Schuldspruch des Täters, wobei nur 10% dieser Täter zu Gefängnisstrafen verurteilt werden, die übrigen 90 % werden mit einer Geld- oder Bewährungsstrafe belegt. Unglaublich...

Unglaublich aber auch die Ignoranz und die Blindheit, mit der noch immer viele Menschen und auch Behörden das Thema Kindesmissbrauch verdrängen. Da kommen dann Sprüche wie: "Das wird schon nicht so schlimm gewesen sein.", "Das ist doch jetzt vorbei", "Kinder vergessen doch schnell.", "Das ist doch schon so lange her, kannst Du das nicht einfach vergessen?" "Jungs können doch gar nicht vergewaltigt werden.", "Sowas würde der doch nie machen.", "Kinderschänder sind immer Männer.", "Die Mädchen von heute legen es doch drauf an.", "Er hat dich doch bloß gestreichelt.", "Das hätte ich doch gemerkt.", "Und wegen dem einen Mal willst du deine Familie kaputtmachen?" "Vielleicht hast du dir das nur eingebildet."

Ein Kind muss häufig bis zu 7 Personen ansprechen, bevor ihm geholfen wird! Aber meistens schweigen die Kinder...

ZITATENDE


Viele Menschen fragen sich, wie der Täter ein vormals fröhliches, schwatzhaftes, offenes kleines Kind dazu bringen kann, sich selbst seiner Mami nicht anzuvertrauen und die körperlichen und seelischen Qualen einsam und schweigend zu ertragen. Aber die Kinder werden von den Tätern (denen sie meistens vertrauen bzw. sie respektieren, weil sie aus dem direkten Umfeld kommen) unter einen unermesslichen Druck gesetzt mit Gewaltdrohungen oder brutalen Einschüchterungen wie "Wenn du das der Mami sagst, glaubt sie dir das nicht und dann hat sie dich nicht mehr lieb.", "Wenn du das der Mami sagst, wird sie vor Kummer ganz schlimm krank und stirbt.", "Wenn du das der Mami erzählst, sag ich dir, dass du das wolltest und mir glaubt sie viel mehr, weil ich ein Erwachsener bin und dann kommst du für immer ins Heim und siehst sie niemals wieder." Väter, die ihre Kinder missbrauchen, reden ihnen ein, dass das alles "ganz normal" ist, dass der Papi das nur macht, weil er sein Kind ganz besonders lieb hat, dass die Mami schrecklich traurig wäre, wenn sie wüsste, dass er das Kind viel lieber hat als die Mami und dann geht die Mami weg und kommt nie wieder..."

Die Folgen des Missbrauchs sind für die Kinder verheerend. Sie ziehen sich immer mehr in sich zurück, vereinsamen innerlich und fühlen sich von allen verlassen. Oft verdrängen sie das Geschehene, trotzdem leiden sie ihr ganzes Leben lang darunter, und vielen wird erst im fortgeschrittenen Alter bewusst, was in ihrer Kindheit geschehen ist. Die seelischen und körperlichen Spätfolgen quälen nicht nur die Opfer; auch Familie, Freunde und Partner stehen oft vor den Grenzen ihrer Hilfsmöglichkeiten und sind am Ende ihrer Kräfte. In der Kindheit sexuell missbraucht worden zu sein, bedeutet für die meisten Opfer eine hoffnungslose Zukunft und ein zerstörtes Leben: 3 von 4 Psychiatrie-Patientinnen und -Patienten und 9 von 10 Prostituierten sind in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden.

Aber nicht nur die sozialen, sondern auch die gesundheitlichen Folgen sind katastrophal. Missbrauchte Mädchen erleiden in ihrer Kindheit häufig so schwere Unterleibsverletzungen, dass sie später keine Kinder bekommen können, missbrauchte Jungs haben als Erwachsene häufig unter Potenzstörungen zu leiden, und auch die psychischen Schäden sind erschütternd: Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht, Depressionen bis hin zu häufigen Suizidversuchen, multiple Persönlichkeitsstörungen, Selbstverletzungen durch Zufügen von Schnitten mit Rasierklingen und Glasscherben, und das sogenannte Borderline-Syndrom, das sich in folgenden Symptomen äußert:

ZITAT

(Quelle: http://www.borderline-selbsthilfe.de)

Schwere Vernichtungs-, Verlassenheits-, Trennungsängste,
autoaggressives Verhalten
Depersonalisations- und Derealisationsgefühle
Depressionen
Drogenkonsum
delinquentes Sozialverhalten
extreme Idealisierungen oder Entwertungen
Essstörungen
Gefühlsstörungen
Hysterien
Identitätsdiffusion
innere Leere
impulsive Reaktionsweisen
Impulskontrollverlust
Kontaktvermeidung, plötzliche Kontaktabbrüche
Polymorphe Sexualität (stark schwankend in der Ausprägung)
Präventivangriffe
psychosomatische Symptome
Realitätsverlust
Rituale und Zwänge
Schwarz-Weiß-Denken
starkes Kontrollbedürfnis über andere Menschen
Sucht
Suizidalität
Zwangssymptome (überwertige Ideen)

ZITATENDE


~~~SCHILDERUNG EINES SEXUELLEN MISSBRAUCHS ~~~

Ich nenne sie jetzt einfach Cindy. Sie hat mir erlaubt, ihre Geschichte zu erzählen. Sie sagt: "Vielleicht passen dann andere Eltern besser auf." Sie war in der Clique meiner Tochter und ich lernte sie kennen, als ich sie nach einem Suizidversuch aus dem Krankenhaus abholte, weil ihre Eltern kein Auto hatten. Cindy, gerade 16 Jahre alt geworden, ein kleines, zierliches Persönchen mit langen dunkelbraunen Haaren, den verschlossensten Mandelaugen, die ich je gesehen hatten - und mit dem verhärmten Gesicht einer Dreißigjährigen. Die Mauer um sie herum war fast greifbar. Der Arzt sagte uns, dass er als Grund für den Suizidversuch einen Missbrauch in der Kindheit vermute, weil sie in ihrer Bewusstlosigkeit um sich geschlagen und "Geh weg, du Schwein!" geschrieen hatte und sich auch später nur von den Schwestern anfassen ließ. Cindy stand mit versteinertem Gesicht da, während ihre Mutter nur hilflos lächelnd den Kopf schüttelte und meinte: "Nein, so was würde bei uns nie jemand machen, und so was macht auch meine Cindy nicht." Am nächsten Tag kam Cindy zu mir, unter dem Vorwand meine Tochter zu besuchen - und von da an kam sie jeden Tag, "adoptierte" mich einfach als Vertrauensperson, als "ihre Ersatz-Mama", wie sie das später immer liebevoll nannte. Und eines Tages erzählte sie mir, was geschehen war. Ich versuche, das alles hier möglichst genau in ihren Worten wiederzugeben:

"Ich war sechs Jahre alt und meine Geschwister waren erst vier und zwei. Meine Eltern gingen einmal in der Woche zum Kegeln und dann passte der Freund meines Vaters auf uns auf. Jede Woche. Er war Lehrer, ein sehr großer, dicker Mann mit einem Vollbart und riesigen, schwarz behaarten Händen, und er hatte immer eine Lederjacke an. Er sagte, er würde gerne auf uns aufpassen, weil er Kinder liebt. Wenn meine Eltern weg waren, hat er meine Geschwister sofort ins Bett gebracht und ich musste mich auf die Couch legen. Er hat mein Höschen runtergezogen und an mir rumgefummelt. Das hat sehr wehgetan und manchmal hab ich geblutet. Er hat dann immer mit mir geschimpft und gesagt, das kommt davon, weil ich nicht stillhalte. Nach einer Weile hat er mir immer die Augen zugehalten und gesagt, ich soll den Mund aufmachen. Dann hat er sich voll auf mich draufgelegt und mir seinen Penis in den Mund geschoben. Der war immer so schmutzig und klebrig und hat schrecklich gestunken. Der hat Sex in meinen Mund gemacht. Ich konnte nicht schreien und ich hab keine Luft bekommen, weil er mich fast erdrückt hat und weil ich immer so furchtbar würgen musste. Ich hatte schreckliche Angst. Er hat gesagt, wenn ich ihn beiße, weil ich den Mund zukneife, reißt er mir meinen Kopf ab und legt ihn auf den Tisch, dann stirbt meine Mutter vor Schreck, wenn sie nach Hause kommt. Wenn er dann gespritzt hat, hab ich mich immer verschluckt, weil sein Ding so weit hinten in meinem Hals war. Zwei Jahre lang hat er das gemacht, jede Woche. Hinterher hat er mir immer Schokolade gegeben, aber ich hab die meinen Geschwistern geschenkt, ich konnte die nicht essen. Als ich acht war, hab ich mich mal so an seinem Zeug verschluckt, dass ich fast erstickt wäre. Da hat er gesagt, jetzt reicht es ihm mit mir, jetzt macht er es richtig. Beim nächsten Mal hat er meine Beine ganz weit auseinandergedrückt und mich vergewaltigt. Es hat furchtbar weh getan, aber das war besser als das Würgen. Von diesem Tag an hab ich ihn aber nie wieder gesehen. Vielleicht haben meine Eltern etwas gemerkt und ihn weggeschickt. Ich weiß nicht, ob die das wussten, aber ich glaub schon. Aber er hat immer gesagt: "Wenn du das deinen Eltern sagst, kommt dein Vater ins Gefängnis, weil er dich abends mit mir alleine gelassen hat und deine Mutter wird dann vor Kummer krank und blutet überall ganz arg, auch aus den Augen und dann stirbt sie und dann bist du ganz alleine und dann komme ich jeden Tag und mach das mit dir und mit deinen kleinen Schwestern mach ich das dann auch."

Nachdem sie mir das erzählt hat, lag Cindy in meinen Armen und hat geweint, zum ersten Mal seit zehn Jahren, hat all ihre Verletztheit, ihre Qualen, ihren Zorn und ihre Verzweiflung gegen meine Brust geschrien. Ich habe noch nie einen so zerstörten, verzweifelten Menschen gesehen - und mich noch nie in meinem Leben so hilflos gefühlt.

Mir ging es bis dahin genau so wie den meisten anderen Menschen: Ich war betroffen und hab mich aufgeregt, wenn ich etwas von Kindesmissbrauch gehört habe, aber ich hatte mir nie bildhaft vorgestellt, wie ein sexueller Missbrauch in der grausamen Realität wirklich vor sich geht - und dann weckte Cindy mit ihrer Erzählung dieses grauenvolle Bild in mir: Wie sich dieser große, fette, schwitzende Mann auf das kleine, zierliche, schluchzende Mädchen legt, ihr mit seiner behaarten Pranke die Augen verdeckt und ihr seinen ungewaschenen, stinkenden Schwanz ganz tief in den kleinen Mund rammt.

Ich werde dieses Bild nie vergessen, genau so wenig, wie ich Cindys leere Augen, ihre tonlose Stimme und das trockene Schluchzen vergessen werde, als sie mir das damals erzählte. Und seit ich dieses Bild vor meinem inneren Auge gesehen habe, versuche ich, zu helfen, wo ich nur kann. Und ich hoffe, dass Cindys Geschichte in dir das gleiche Bild geweckt hat und auch du künftig nicht mehr zur Seite schauen, sondern aktiv helfen wirst, denn JEDER kann etwas tun, um diesen Kindern zu helfen!


~~~DU KANNST DIESEN KINDERN HELFEN!!! ~~~

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Ist es dir das Schicksal dieser Kinder wert, künftig oder zumindest für eine Zeit
lang auf deine Ciao-Vergütung zu verzichten? Dann ist es für dich ganz einfach,
zu helfen!

Die Ciao-Vergütungen sind zwar "Kleckerbeträge", aber je mehr mitmachen, desto
größer wird der gesamte Spendenbetrag.

Barbara Rütting hat einmal gesagt:
"Wenn viele kleine Menschen
viele kleine Schritte tun,
verändert sich die Welt."

Bitte hilf mit, die Welt zu verändern und tue diesen kleinen Schritt!

Überweise deine Vergütung schlichtweg nicht auf dein eigenes Konto, sondern an den Verein Dunkelziffer e. V. (Spendenkonto Deutsche Bank Hamburg, 8680001).

GANZ WICHTIG: Bitte gib unbedingt als Verwendungszweck "Ciao" an, damit ich ab und zu den Spendenstand abfragen und hier
veröffentlichen kann!

Wenn du zu den Usern gehörst, die sich bereits anderweitig engagieren oder auf die Vergütung für ihre Lesungen nicht einfach verzichten können, sondern das Geld wirklich brauchen, kannst du den Kindern trotzdem helfen, und zwar auf zwei ganz einfache Weisen:

Mit einer einmaligen Spende an Dunkelziffer e. V. (bitte Verwendungszweck "Ciao"
nicht vergessen, auch wenn du kein Ciao-Mitglied bist!)

und

damit, dass du diesen Bericht und damit Dunkelziffer e. V. so bekannt wie möglich
machst:

BITTE

- nimm diesen Bericht als besonderen Lesetipp in dein Kurzprofil auf,

- speicher ihn in deinen "Favoriten" ab,

- bitte möglichst ALLE deine Vertrauten, ihn ebenfalls als Lesetipp in ihr Kurzprofil aufzunehmen

Und bitte mach es GLEICH, denn viele Leser haben es versprochen, aber dann
leider doch wieder vergessen!

Hilf mir, die Werbetrommel für diese Aktion zu rühren und so viel Spenden wie möglich zusammenzubekommen!

Ich werde - genau wie hoffentlich auch du - auch weiterhin mein Ciao-Honorar an Dunkelziffer e. V. spenden, damit Menschen wie Cindy künftig besser geholfen werden kann.

Und wenn du kein Ciao-Mitglied bist und trotzdem hilfst, freue ich mich über eine
Nachricht an GabyB333@web.de, damit ich die Liste der Helfer und Spender
immer weiter ergänzen kann.


~~~DANKE~~~

Ich danke dir. Ganz aufrichtig und von ganzem Herzen.
Dafür, dass du bis hierher durchgehalten hast.
Und dafür, dass du - hoffentlich - hilfst, die Aktion zu unterstützen.


Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag
und dass deine Kinder nie, niemals zu Opfern werden.

Liebe Grüße,
Gaby
.
.
ERGÄNZUNG, Stand 20.05.2009:

Bis April 2004 waren durch diese Aktion schon über 580 Euro an Spenden zusammengekommen. Da es niemanden mehr gibt, der darüber Buch führt, kann ich nicht sagen, wie sich die Aktion entwickelt hat. Da ich aber sehr viele Zuschriften von Usern bekommen habe, die versprochen haben, zu helfen, bin ich mir sicher, dass es immer noch viele gibt, die ihre Lesungen dem Verein spenden.

Aber ich merke mit Schrecken, dass die Zahl der Lesungen ganz erheblich nachgelassen hat und die Aktion offensichtlich trotz unseres Engagements langsam in Vergessenheit gerät, weil vielleicht viele denken, dass dieser Bericht nicht mehr aktuell ist. Aber das Leid dieser Kinder ist IMMER aktuell!

Ihr müsst ja kein Geld spenden, aber bitte lasst nicht zu, dass dieser Bericht,
diese Aktion und vor allem all die gemarterten Kinderseelen vergessen werden!

BITTE HELFT DIESEN KINDERN!
KURBELT DIE AKTION WIEDER FRISCH AN UND BITTET ALLE EURE VERTRAUTEN, MITZUMACHEN!

Bitte seht nicht wie so viele tatenlos zu, sondern krempelt die Ärmel hoch und tut etwas! Mir fehlt leider (!) die Zeit dazu, aber es wäre so wahnsinnig toll, wenn sich
zum Beispiel ein paar von euch zusammentun und der Aktion wieder Leben einhauchen würden:

- Ihr könntet all die, die diesen Bericht kommentiert und ihre Hilfe versprochen haben, kontaktieren und wieder zum Mitmachen anregen.

. Ihr könntet alle anderen Kommentatoren bitten, ebenfalls zu helfen, indem sie die Berichte der "Mitmacher" lesen und die Aktion weiterempfehlen.

- Ihr könntet mir danach eine Liste all derer schicken, die die Einnahmen aus ihren Lesungen weiterhin bzw. künftig an Dunkelziffer e. V. spenden. Diese Liste könnte ich unter diesen Bericht setzen mit der Bitte, die Produkt-Berichte dieser User zu
abonnieren und zu lesen, damit die Spenden wieder angekurbelt werden.

- Ihr könntet all eure Vertrauten bitten, diese Aktion ebenfalls zu unterstützen.

"Wenn viele kleine Menschen
viele kleine Schritte tun,
verändert sich die Welt."

Ciao hat so viele User und so unendlich viele Produktberichte. Stellt euch mal vor, wir könnten nur ein Viertel der User in irgendeiner Form für die Aktion aktivieren. Wir könnten allein damit so unheimlich viel erreichen!

Bitte tut einen von diesen kleinen Schritten, die die Welt ändern können. Lobt nicht nur diesen Bericht und mein Engagement, sondern MACHT MIT, denn jede noch so kleine Hilfe ist wertvoll !!!

Ich danke euch - im Namen von Cindy und all den anderen gequälten Kindern.   
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Bewertung für Dunkelziffer e.V. (Spot) von thebestphilipp

Pro: Dramatik der Werbung und gute Idee von den Machern (s.u.)
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
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07.10.2002

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