Erfahrungsbericht über

Dynamite Cop (Sega Dreamcast)

Gesamtbewertung (8): Gesamtbewertung Dynamite Cop (Sega Dreamcast)

2 Angebote von EUR 29,95 bis EUR 29,95  

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Dynamite Flop?

2 29. Sep 2002

Pro:
- Ansehnliche, flüssige Grafik;  - Klassisches Gameplay

Kontra:
- Sehr geringer Umfang;  - Wenig überzeugende Extra - Modi

Empfehlenswert: Nein 

DCler

Über sich:

Mitglied seit:09.06.2002

Erfahrungsberichte:12

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 16 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es passiert ja oft dass einige Spielehersteller, mit guter Absicht wohlgemerkt, versuchen, das Spielhallen-Gefühl auf die heimische Konsole zu importieren. Das klappt mal mehr, mal weniger gut, bei Dynamite Cop trifft eher letzteres zu. Zunächst war ich ja überaus erfreut, dass sich mir die Möglichkeit bot, Streets of Rage auf 128 Bit-Niveau zu spielen, leider stellte sich später heraus, dass sich in dieser doch recht langen Zeitspanne, die zwischen den beiden Genre-Verwandten besteht, nicht allzu viel getan hat. Technisch gesehen kann man das natürlich nicht behaupten, aber das ist ja auch das Mindeste.

- Plot & Präsentation -

Die Story strotzt gerade zu vor Innovationen: Ihr, ein angesehener Spezialagent, müsst die Tochter des Präsidenten retten, die auf einem Luxus-Kreuzer von karabischen Piraten festgehalten wird. Das sehr kurze, nicht gerade prickelnde (wie auch all die anderen Cutscenes) Intro zeigt ein paar herumlaufende Geiseln, die bösen Buben des Spiels und natürlich die Spezialeinheit, welcher ihr euch anschließt um die Tochter des Präsidenten zu retten. Im Hauptmenü kann man dann zwischen den verschiedenen Modi wählen, bis auf das Bonus-Spiel "Tranquiliser-Gun" (SEGA Automat, Anfang der 80er) und "Dynamite Cop: Showdown" ist alles vom Start weg anwählbar. Im Optionsbereich finde ich genau das vor, was ich bei einem Spiel dieser Gattung erwarte- das nötigste. So kann man ein paar Soundeinstellungen an seine Vorlieben anpassen, Friendly-Fire an- bzw. ausschalten & seinen Favoriten aus ein paar vorgefertigten Controllerkonfigurationen auswählen.

An Spielmodi bietet sich dem Spieler neben dem Hauptmodus noch "Survival", bei dem man sich mit zahlreichen Schergen bekriegt und diese im Sekunden-Takt niederstreckt um möglichst viele Punkte einzuheimsen bevor man K.O. geht, "Versus", ein enttäuschender 2 Spieler-Mode (lediglich 3 abgegrenzte Räume zum Austragen der Kämpfe) und nicht zu vergessen die "Gallery" , eigentlich kein richtiger Spielmodus. Hier kann man sich diverse Illustrationen von den Helden, Feinden etc. ansehen. Mit fortschreitender Zeit sammelt man im Herzstück des Spiels, dem "Caribbean Pirates"-Mode, Bilder indem man gewisse Einrichtungsgegenstände zertrümmert, welche die Gemälde als Bonus hinterlassen . Richtig motivierend ist das meiner Meinung nach allerdings nicht, aber vielleicht muss man auch nur ein Pokemon-ähnliches Fable haben um versessen darauf zu sein, all diese Entwürfe der Game-Designer zu sammeln. Hat man den "Showdown"-Modus komplettiert, was nebenbei angemerkt nicht gerade ein Kinderspiel ist (einmal tot = Game Over, also kein einzger Continue), wird man mit einer neuen, vierten Spielfigur belohnt. Nun ist auch klar, dass anfangs drei Protagonisten zur Verfügung stehen, zwei harte Typen und eine schlagfertige Emanze.

Das Hauptaugenmerk liegt, wie schon erwähnt, auf dem Showdown- bzw. Caribbean Pirates- Modus. Beide Spielvarianten haben summa summarum ganze sechs Missionen im Aufgebot! Hm, mal überlegen, wieviele Stages waren es noch bei Streets of Rage?- egal, auf jeden Fall mehr! Leider sind die sechs Missionen praktisch sechs mal derselbe Auftrag, mit dem Unterschied dass sich bei den Missionen 4-6 der Schwierigkeitsrad enorm steigert und den Beat'em Up-Freak in jedem von euch fordert. Um die Übersicht zu wahren, liste ich nun einmal den ganzen Inhalt, im Gegensatz zu den Entwicklern natürlich wahrheitsgemäß, dieser beiden Hauptmodi auf:

-Dynamite Cop "Caribbean Pirates"
Mission 1: der einzig richtige Auftrag im Spiel ;)
Mission 2: siehe Mission 1, leicht abgeänderter Anfang
Mission 3: siehe Mission 1, leicht abgeänderter Anfang

-Dynamite Cop "Showdown"
Mission 4: Mission 1 mit höherem Schwierigkeitsgrad
Mission 5: Mission 2 mit höherem Schwierigkeitsgrad
Mission 6: Mission 3 mit höherem Schwierigkeitsgrad

...und das wars dann auch schon!
Der Anfang variiert insofern, als dass ihr einmal per Helikopter auf das Schiff abgeworfen werdet, dann per Boot ankommt und schließlich als Taucher den Kreuzer entert, d.h. es ändern sich lediglich die ersten Räume, in denen ihr euch balgt, nachher erlebt ihr enorm viele Déjà-vus.

- Gameplay -

Viel klassischer gehts nicht- wie anno dazumal führt ihr mit verschiedenen Tastenkombinationen einige Moves aus um euren Gegnen einzuheizen und bedient euch, wenn nötig, am Inventar der gerade besuchten Räumlichkeiten, es fliegen also auch Stühle & Spielautomaten. Ansonsten liegen noch allerhand nützliche Gegenstände herum, die Palette reicht hierbei von normalen Verteidigungswaffen wie dem Raketenwerfer oder einer Pistole bis hin zu Wurf-Sushi und ausgewachsenen Fischen mit denen ihr den Gaunern eins überziehen könnt.Zwischen der ständigen Hau-Drauf-Action sind die so genannten Visual Scenes eingestreut. Dabei schaltet das Spiel in die 1st-Person Perspektive und zeigt einen Befehl à la "Drücke [A]" an, der schnell ausgeführt werden muss. Geschieht dies nicht, wird der Spieler in einen zusätzlichen Kampf verwickelt, den er sich durch eine einzige geschickte Reaktion hätte sparen können.

Neben den normalen Schergen haben natürlich auch die Boss-Gegner wieder ihren Auftritt, diesmal beispielsweise in Form einer riesigen Krake oder eines nicht minder fülligen Chefkochs. Sehr schön ist hierbei die Interaktion mit der Umgebung, da man wirklich viel für den Kampf verwenden kann und auch in verschiedenen Ebenen prügelt, die Dreidimensionalität wird also voll ausgenutzt, wobei etwas anderes auch unsinnig wäre. Weniger erfreulich ist die aufzuwendende Zeit um das Spiel einmal komplett zu durchlaufen: nach gut 25-30 Minuten gehts zum finalen Kampf und danach zurück ins Hauptmenü, ein sehr kurzer Spaß also. Mit einem Freund zur Hand fällt das nochmalige Absolvieren vielleicht weniger schwer, aber nach spätestens drei Runden dürfte auch dieser genügend von DynCop gesehen haben, zumal der Versus-Modus wirklich nicht furios umgesetzt ist.

- Technik -

Die vorgerenderten Zwischensequenzen sind inhaltlich zwar banal, technisch gehen sie aber in Ordnung. Im Spiel selbst kommt man nicht gerade von einem Staunen ins nächste, dafür läuft das Geschehen stets flüssig und auf irgendeine Weise weiß die etwas bonbon-farbene Aufmachung der Grafik zu gefallen. Der Sound passt sich dem Gesamteindruck recht gut an- unauffällig ohne zu nerven. Die Kontrolle der Spielfigur ist nicht gerade komplex und folglich schnell zu erlernen, die Moves dagegen wollen natürlich erst einmal im Gedächtins hängen bleiben. Wer dazu keine Lust hat, kommt meist auch durch das Betätigen der Standard-Kick Buttons zum Ziel- es liegen schließlich auch genug Waffen und als solche verwendbare Gegenstände herum.

- Fazit -

Meine Begeisterung legte sich schnell und so wird es wohl dem Großteil der Bevölkerung gehen, der Dynamite Cop jemals in den Schlund der Dreamcast legt(e). Da helfen auch die für die Konsolenversion gemachten Boni nicht weiter, die mir im Schnelldurchgang erstellt worden zu sein scheinen. Weder das minimalistische "Tranquiliser Gun", noch der langweilige "Versus"-Modus laden zu weiteren Dynamite Cop-Sessions ein. Fans der guten alten Schule können sich den Kauf zum Budget-Preis überlegen, der verbleibende Rest der Spielgemeinde ist mit anderen DC-Titeln weitaus besser und vor allem umfangreicher bedient. 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
larshermanns

larshermanns

29.09.2002 16:03

Hallo! Ein wirklich guter, informativer Bericht...! Sonnige Grüße, Lars :o)

dasinnerevombroetchen

dasinnerevombroetchen

29.09.2002 15:44

hab mir das teil nur mal kurz ausgeliehen gehabt. nachdem es dann nach knapp 2 stunden durchgezockt war.. naja, ich war eben froh mir die kohle gespart zu haben ;o) hat mich ein wenig an die hard aufm saturn erinnert...

Credi_X

Credi_X

29.09.2002 15:31

Leider habe ich keine Bindung mehr zu den heutigen Videospielen, aber dennoch ist dein Bericht echt gut geschrieben, MfG Credi! :o)

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  1. peter378
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