Kurzer Hau-Drauf-Spaß
05.03.2005
Pro:
Viel Spielwitz, gute Grafik, passende Begleitmusik, guter Zweispielermodus, teilweise nicht - linearer Spielverlauf bei den drei anwählbaren Figuren, kinderleichte Steuerung, abwechslungsreich, Freischalten weiterer Boni, viel Action
Kontra:
Viel zu kurz (eigentlich schon richtig dreist bzw . extrem unverschämt, gäbe es da nicht die zusätzlichen Charaktere), nicht ganz gelungene Pal - Anpassung
Empfehlenswert:
Ja
 juni79
Über sich:
Was passiert hier momentan eigentlich? Liebe Grüße jedenfalls nach wie vor (nur) an alle lieben User...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Weiter geht es in meiner Reihe mit Videospielen für die leider inzwischen ausgestorbene Dreamcastkonsole von Sega. Diesmal ist ein Actionprügelspiel an der Reihe, also eine Art von Videospiel, mit dem ich eigentlich normalerweise relativ wenig anfangen kann und ich es eigentlich irgendwann einmal nur aus reiner Langeweile ausprobierte, da es eines Tages bei uns Zuhause eher zufällig in Segas Konsole lag. „Dynamite Cop“ stammt aus dem Jahr 2000 und stellt ein in meinen Augen überdurchschnittliches Spiel aus dem hause Ubi Soft dar, von dem ich Euch jetzt ein bisschen erzählen möchte. Die Geschichte ist wieder einmal, wie so oft bei Spielen in denen es hauptsächlich ums Prügeln geht, eher nebensächlich. Ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff ist von Piraten überfallen und in Besitz genommen worden, unglücklicherweise befindet sich auch noch die Tochter des Präsidenten unter den Opfern. Ganz klar ist, dass genau in solchen Stunden echte Helden geboren werden und so sind wir es schließlich, die dem üblen Treiben der Piraten schnellstmöglich ein Ende machen wollen. Bevor es dann losgehen kann, müsst oder besser gesagt dürft Ihr eine schwerwiegende Entscheidung fällen, Ihr müsst nämlich einen der drei zur Verfügung stehenden Spielfiguren anwählen, die sich hinsichtlich ihrer Fähigkeiten (Schnelligkeit, Robustheit, Angriffstärke, Spezialtalente) voneinander unterscheiden, dann könnt Ihr Euch auch schon auf die drei Missionen stürzen. Die Aufträge führen Euch quer durch das Kreuzfahrtschiff, wobei es je nach Charakter, den Ihr ausgewählt habt, unterschiedliche Wege gibt, die zum Ziel führen, bestimmte Knotenpunkte sind aber bei allen drei Akteuren gleich, trotzdem ist es ja meiner Meinung nach ganz schön, dass wir zumindest phasenweise einen nicht-linearen Spielverlauf haben, wer also Lust hat, kann das Spiel auch gerne 3x durchspielen.
Ebenso wie die eben erwähnten Stellen, die jeder Charakter irgendwann einmal aufsuchen muss, trefft Ihr mit jeder Figur auf ein und dieselben Zwischen- und Endgegner, aber das war ja eigentlich auch zu erwarten, ich fand das auch nicht so wahnsinnig schlimm. Im Gegenteil, beim zweiten Durchspielen war es nicht uninteressant zu beobachten, wie sich der neue von mir angewählte Charakter gegen die entsprechenden Ganoven schlug, schließlich wusste ich ja, was mich an bestimmten Stellen erwarten würde. Ansonsten fand ich es aber sehr schön, dass ich auch neue Wege gehen musste, so dass mir eigentlich nie so richtig langweilig wurde. Der Clou besteht meiner Ansicht nach aber darin, dass es einen richtigen Zweispielermodus gibt, damit meine ich, dass es Euch tatsächlich möglich ist, zu zweit gleichzeitig die Gegner mit Schlag- und Trittkombinationen zu bearbeiten, das ist doch schon einmal etwas, wie ich finde. Allein dadurch steigt die Motivation doch sehr und es lohnt sich somit auch nach langer Zeit dieses Actionprügelspiel noch einmal hervorzukramen, dafür sorgen eben die drei unterschiedlichen Hauptfiguren und der Kooperationsmodus, das fand ich wirklich nicht schlecht.
Natürlich wird nicht nur mit der bloßen Faust gekämpft oder sich mit Fußtritten zur Wehr gesetzt, sondern Ihr greift auch umliegende Waffen wie beispielsweise einen besonders durchschlagskräftigen Raketenwerfer auf oder funktioniert herumliegende Gegenstände einfach als gefährliche Wurfgeschosse um, so zu Beispiel auch Stühle und Tische, was ziemlich oft auch richtig witzig ist. Da Eure Kraft beziehungsweise Lebensenergie auch nicht unendlich ist, sind die Erste-Hilfe-Kästen von elementarer Bedeutung, diese müsst Ihr natürlich so oft wie möglich einsammeln. Außerdem gibt es noch ganz spezielle Power-Ups, die Euch ab einer bestimmten Anzahl für kurze Zeit besonders stark machen, dann haut und tretet Ihr nämlich besonders kräftig zu. Damit es noch etwas abwechslungsreicher wird, ist manchmal auch zwischendurch Eure Geschicklichkeit beziehungsweise Euer Reaktionsvermögen gefragt, in solchen Momenten müsst Ihr mit einem richtigen Timing rechtzeitig auf Euer Joypad drücken, dann hat der Gegner kaum eine Chance, Eure heftigen Attacken heil zu überstehen. Was mich aber besonders freute, war die Tatsache, dass nicht nur die drei verschiedenen Figuren und der ziemlich gut gelungene Zweispielermodus zum erneuten Durchspielen reizen, sondern auch das Freischalten weiterer Boni möglich ist, die ich Euch jetzt natürlich nicht verraten möchte, allerdings steigt im Wiederholungsfall der Schwierigkeitsgrad des Spiels beziehungsweise der Missionen an, so dass Ihr die Gegner beim zweiten Mal bloß nicht unterschätzen solltet, aber im Grunde werdet Ihr das dann sicher sehr schnell selber merken, denke ich mir jetzt einfach einmal, zumindest schien es mir so, als ob die Anforderungen gestiegen seien.
Leider gibt es aber auch Negatives zu berichten, das wäre ja auch zu schön gewesen. Was mir gar nicht gut gefiel, war die offensichtlich ziemlich schlechte Anpassung der Urversion an unsere europäische Pal-Norm, denn es ruckelt manchmal merklich und das Bild sieht oft irgendwie gequetscht oder zumindest verzerrt aus und auch die Spielgeschwindigkeit ist nicht immer konstant hoch. Wer darüber vielleicht noch hinwegsehen kann, der wird sich dann darüber ärgern, dass der Spielumfang extrem klein ist, viel zu schnell seid Ihr mit dem Spiel durch, solltet Ihr einmal den Bogen raus haben oder von Hause aus schon talentiert sein. Da es nämlich unentwegt Continues gibt, gestaltet sich das Ganze als doch deutlich zu leicht, ich schaffte das Spiel, also alle drei Missionen, in gut eineinhalb Stunden, was natürlich ein absoluter Witz und fast schon eine Frechheit ist. Das ich nur von „fast“ spreche, liegt daran, dass es eben die Vorteile des Anwählens dreier Spielfiguren, des teilweise nicht-linearen Spielverlaufs und des beim zweiten Mal angehobenen Schwierigkeitsgrades gibt, so dass Ihr, solltet Ihr Gefallen an diesem Spiel finden, sicherlich mit allen drei Figuren das Spiel zu Ende spielen wollt. Allerdings sind selbst dann nur maximal 5 Stunden vergangen, was ja immer noch viel zu wenig ist. Da gibt es dann nur noch einen kleinen Trost, nämlich den wirklich spaßigen Zweispielermodus, in welchem Ihr eben zu zweit die Feinde aus dem Weg räumt. Und da dieses Spiel nicht mehr teuer ist, ganz bestimmt zu einem absoluten Schnäppchenpreis mittlerweile zu haben ist, will ich in meiner Schlussbewertung auch nicht allzu hart mit ihm umgehen, verdient hätte es das aus damaliger Sicht allerdings schon, heute relativiert sich das Ganze natürlich deutlich.
Da die Grafik im Großen und Ganzen gut ist und durch witzige Animationen zu überzeugen weiß, auch die Begleitmusik gut gewählt wurde und ordentlich zur Spannung beiträgt, die Steuerung der jeweilige Figur kinderleicht ist, aber trotzdem erstaunlich viele unterschiedliche Bewegungen möglich sind, kann ich Euch dieses Actionprügelspiel alles in allem noch ziemlich eindeutig empfehlen. Besitzer/innen eines Sega Dreamcast machen jedenfalls mit dem Kauf dieses Videospiels eigentlich nichts falsch. Wer von Euch zumindest ein bisschen für solch leicht abgedrehte Actionprügelspiele übrig hat, muss einfach zugreifen.
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05.03.2005 17:51
Dreamcastspiele mag ich nicht so. Gruß 11071984
05.03.2005 13:53
meine güte, du bist ja richtig fleissig ... :-))) ... schön! ... gruss mozarteum
05.03.2005 09:59
toller bericht, wie immer^^