EF Au-Pair

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Hallo zusammen, Vor 5 Jahren war ich für 12 Monaten ein EF Au Pair in den USA und heute möchte ich euch gerne über meine Erfahrungen berichten. EF Au Pair war damals eine der größten Organisationen und alle, die etwas ähnliches gemacht haben und die ich kannte, gingen mit EF ins Ausland. ... Bericht lesen





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Verloren und verlassen mit EF Au Pair
Erfahrungsbericht von Safiya über EF Au-Pair
20.04.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Programm & Erfahrungen allgemein
Kontra: Service, Personal, Betreuung vor Ort,  .  .  .

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo zusammen,

Vor 5 Jahren war ich für 12 Monaten ein EF Au Pair in den USA und heute möchte ich euch gerne über meine Erfahrungen berichten. EF Au Pair war damals eine der größten Organisationen und alle, die etwas ähnliches gemacht haben und die ich kannte, gingen mit EF ins Ausland. So dann auch ich... Heute heißt EF Au Pair, Cultural Care Au Pair, soweit ich weiß, ist aber nur der Name anders geworden, der Service ist nach wie vor eher von minderer Qualität.

Ich möchte nun nicht nochmals genau erklären, was ein Au Pair ist. Ich denke, dass diejenigen, die sich hierher verirren, sicher schon mehr darüber wissen und sich schon ausführlich informiert haben. Viel mehr möchte ich euch an meinen persönlichen Erfahrungen mit EF teilhaben lassen.

***Bewerbung***
Den Bewerbungsprozess empfand ich als relativ einfach. Ich war vorab bei einem Informationsabend in meiner Heimatstadt gewesen. Dort war auch ein ehemaliges Au Pair anwesend, dass fleißig die Werbetrommel für das Programm gerührt hat und die Vorzüge von EF gelobt hat. Anfangs glaubte ich noch an den Service...
Anschließend habe ich die entsprechenden Bewerbungsunterlagen angefordert, die auch recht fix kamen und meine Bewerbung zusammengestellt. Neben allgemeinen Fragen (Persönliche Daten, Schulausbildung, Motivation, etc.) musste man auch eine Fotoseite für die potentielle Gastfamilie gestalten, Referenzen über Erfahrung in der Kinderbetreuung sowie zwei Empfehlungsschreiben (z.B. von Lehrer o.ä.)einreichen. Das alles bekam ich schnell zusammen. Dazu wurde dann noch ein Gesundheitszeugnis sowie ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt, aber auch das war schnell erledigt.
Im Anschluss wurde ich zu einem Bewerbertag eingeladen. Es wurden allgemeine, weiterführende Informationen bereit gestellt und es gab auch ein kurzes Interview, teilweise auf Englisch. Das war aber wirklich schnell vorbei und weiter kein Problem.
Danach war ich in den "Bewerberpool" aufgenommen und EF fing an mir eine geeignete Gastfamilie zu suchen.

***Die Suche nach der Familie***
Ging bei mir sehr fix, die erste war gleich ein Treffer! Das muss aber nicht immer so sein. EF rief mich auch nicht wie versprochen vorher an, um Bescheid zu geben, dass eine Familie mich interviewen will. Ich war also recht überrascht als das Telefon klingelte und ich eine Amerikanerin am anderen Ende der Leitung hatte. Sie vereinbarte mit mir einen Termin für ein weiterführendes Interview. Dies dauerte etwas über eine Stunde und lief sehr gut. Die Familie lebte mit ihren Drillingen im Kleinkindalter an der Ostküste nähe New York. Ich fand sie auf Anhieb sympathisch und sie mich wohl auch und so haben sie mich auch wenig später angerufen und mir gesagt, dass sie mich gerne als ihr Au Pair begrüßen würden. Die nächste Hürde war also genommen. EF liess mich geschlagene 4 Wochen auf die Bewerbungsunterlagen meiner Familie warten - erst auf immenses Drängen haben sie es mal geschafft die paar Seiten zu schicken. In der Zwischenzeit hatte mich meine Familie schon mit entsprechenden Fotos und Infos versorgt!

***Abreise: Visum, Flug, Versicherung***
Meine Abreise rückte näher - von den Visaanträgen keine Spur. Bei EF wußte niemand von nichts, irgendwann meinte eine etwas freundlichere Mitarbeiterin "Wie? Sie haben noch keine Visaunterlagen?". Nach ewigem Drängen und vielen, vielen Anrufen kam der Papierkrieg. Die versprochene Hilfestellung beim Ausfüllen gab es schlichtweg nicht und ich war froh, dass ich es selbst gleich korrekt hinbekommen habe. Wenn man das zum ersten Mal macht, ist das auch nicht so einfach. Ich fragte mich langsam aber sicher, für was ich EF bezahlt hatte.
Mein Flugticket ließ ebenfalls auf sich warten, es kam 2 Tage vor meiner geplanten Abreise und ich wurde langsam nervös. Ich ging damals zum ersten Mal für längere Zeit ins Ausland und etwas mehr Organisation hätte mir sicher mehr Sicherheit gebracht und einige nervige Stunden erspart. Auch hier konnte erst auf Drängen meinerseits Abhilfe geschaffen werden.
Die Versicherung buchte ich damals über EF, es hieß das wäre am einfachsten. Im Nachhinein finde ich sie ziemlich teuer. Ich habe sie nie gebraucht also kann ich nichts über die Qualität sagen. Ein anderes Au Pair brauchte sie allerdings mal, sie musste wegen einer Magengrippe zum Arzt und hat moantelang auf Erstattung der Rechnung gewartet.
Genauso besorgte ich mir eine Art Geldkarte von EF, die man aufladen konnte. Das war der größte Fehler überhaupt. EF hätte mir lieber mal sagen sollen, dass ich eine Kreditkarte mitnehmen soll, da man ohne nicht mal ein Hotelzimmer reservieren kann. Letztere ließ ich mir von meinen Eltern nachschicken, die Geldkarte war unbrauchbar, unpraktisch und einfach nur eine Verschwendung!
Eine EF Telefonkarte habe ich mir zum Glück nicht angeschafft, in den USA stellte ich nämlich fest, dass es wesentlich günstigere Alternativen gibt.
Generell kam ich mir sehr schnell ziemlich abgezockt vor. Der Service war einfach nur schlecht und bezahlt hatte ich ja schließlich genug.

***Au Pair School***
Nach Ankunft in den USA kamen wir 5 Tage auf die EF Au Pair School auf Long Island. Hier ausnahmsweise mal 4 Sterne. Der Unterricht war hilfreich, wir hatten Programm, die Möglichkeit andere angehende Au Pairs kennenzulernen, es war nie langweilig und so kam erst mal kein Heimweh auf. Ein Trip nach New York City wurde organisiert, Kinoabende, Pizzaessen etc. Ich hatte auch eine sehr nette Lehrerin, sie selbst war lange Nanny in den USA gewesen und hat uns den langen Unterrichtstag sehr angenehm gestaltet.

***Vor Ort Betreuung***
Laut Programm sollte ein sogenannter LCC (Local Childcare Coordinator) für die ultimative Betreuung der Au Pairs und Familien sorgen. Ein Mal monatlich sollte ein Treffen stattfinden. Meine erste LCC hatte ich 2 Monate, sie gab sich eigentlich Mühe, war auch ganz nett, aber kaum zu erreichen. Meine zweite LCC wohnte über eine Stunde von mir entfernt, sie hatte ich die nächsten 4 Monate. Meine Gastmutter sah es irgendwann schlichweg nicht mehr ein, dass ihr Au Pair wegen 2 Stunden Meeting genauso lange unterwegs sein sollte und meldete mich schlichtweg bei EF von den Meetings ab in Verbindung mit einer fetten Beschwerde. Immerhin ging dies ohne Probleme durch. Meine dritte LCC hatte ich für den Rest meiner Zeit. Nur schade, dass sie immer die Meetings vergessen hat und wir alle ohne sie irgendwo standen. Betreuung fand praktisch keine statt. Ich hatte keinerlei Probleme, wenn ich aber welche gehabt hätte, wäre es interessant geworden.

***Abreise***
Mein Flugticket zurück war auch eine leichte Herausforderung für EF und so musste ich auch da wieder ewig Nachhaken. Die Rückzahlung der Kaution lief dann aber immerhin ohne Probleme ab.

***Preis***
Für das was EF bietet, fand ich es einfach zu teuer. Es gab null Service, die Vermittlungsgebühr aber doch recht hoch und ich hatte oft das Gefühl EF will einfach nur richtig Geld damit machen. Die Preise sind heute sicherlich ganz anders und man muss sich individuell neu informieren.

***Fazit***
Gehört habe ich auch von Cultural Care nicht allzu viel Gutes. Allerdings habe ich von anderen Organisationen auch viel schlechtes gehört, eventuell gehört das dann einfach zum spannenden Auslandsjahr dazu?! Ich hatte mich im Nachhinein mal noch beschwert, aber nie etwas gehört. Das Beschwerdemanagement hat also auch so seine Tücken ;-)!
EF bekommt von mir 2 Sterne, mehr haben sie echt nicht verdient. Ich hatte ein tolles Jahr, dies aber dank dem Engagement meiner Gastfamilie und definitiv nicht durch EF! EF war nur das nötige Übel, dem man dauernd hinterher rennen musste.

Eure
Safiya   
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01.01.1970

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