E.S.T. - Live in Stockholm (DVD)

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E.S.T. - Live in Stockholm (DVD)

Stockholm, 10. Dezember 2000. Das Esbjörn Svensson Trio, besser bekannt unter dem Kürzel e.s.t., gibt im ausverkauften Rockklub "Nalen" eines seiner e...

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Erfahrungsbericht über "E.S.T. - Live in Stockholm (DVD)"

veröffentlicht 09.11.2009 | Ciaobock
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Bin ein manchmal netter aber immer ehrlicher Zeitgenosse... - ich bitte auf JEGLICHE Bewertung meiner Berichte ohne sinnvollen Kommentar zu verzichten und es gibt KEINE Gegenlesungen! "Beam me up Scotty... - there is no intelligent life down here..."
Ausgezeichnet
Pro Diese Musik berührt auch Steine
Kontra Irreparable Suchtgefahr ohne jede Heilungschance
sehr hilfreich
Bildqualität
Klang
Tonformat:
Action:
Anspruch

"Der Jazz-Minister warnt vor Genuss dieser Musik..."

E.S.T. in Salzau1999

E.S.T. in Salzau1999

...zumindest, wenn man - bewußt oder unbewußt - über diese DVD der schwedischen Ausnahmemusiker stolpert! Selten habe ich mir mehr einen echten "Endlosdrehregler" für meinen Yamaha-Verstärker gewünscht - immer wieder ertappe ich mich dabei, die Lautstärke auf den Kopfhörern auf -10dB und mehr aufgedreht zu haben. Wenn ich dann aus meinem Arbeitszimmer die 10m in die Küche gehe, kann ich trotzdem noch im Takt der Kopfhörer mitwippen! Also, gesund ist das sicher nicht, insofern müßte ich eigentlich vor dieser Musik warnen.... ;o))


Vorwort:
Ja, dieser Bericht ist weitgehend eine Kopie meiner ersten Version von 2005, die aber leider auf CIAO nicht mehr zu existieren scheint. Deshalb stelle ich diese Rezension zu Ehren der Band jetzt unter meinem "neuen" Usernamen noch einmal hier ein. Wem das nicht passt der darf mich ruhig negativ bewerten, das ist mir diese Musik und die Sache wert....

Einleitung


Natürlich warne ich vor dieser DVD nicht einmal ansatzweise, dazu ist diese Musik viel zu gut und leider einem größeren Publikum immer noch unbekannt, auch wenn E.S.T. auf etlichen deutschen Jazzfestivals in den letzten Jahren internationale Jazz-Größen wie Pat Metheny, Michael Brecker, Branford Marsalis, Klaus Doldinger, etc. popularitätsmäßig zu Statisten degradierten...

Das inzwischen international viel gerühmte jährliche Jazzfestival "Jazz Baltica" in Salzau (Schleswig Holstein) war jahrelang so etwas wie eine Sommer-Residenz dieser schwedischen "Jazz-Könige". Wenn dort um Mitternacht im "Schlösschen" E.S.T. nach vollbrachtem Konzert kostenlos weiterspielten, war die Ostsee-Tiefebene bis Kiel mit andächtig lauschenden Fans gefüllt und dagegen sind sogar Dauerregen, aufgeweichte Parkplätze und die Grippewelle machtlos gewesen...
Dass das eigentliche Konzert regelmäßig ausverkauft war, bevor auch nur das erste Ticket gedruckt ist, erwähne ich jetzt nur noch am Rande… ;o))
Eigentlich wollte der ungekrönte König der Drei-Mann-Truppe, Esbjörn Svensson , ja Drummer werden. Weil es aber zu Hause halt "nur" ein Klavier gab und sein Schulfreund Magnus Öström bereits vor ihm die Schlagzeugfelle malträtierte, wurde er halt Pianist. Selten hat der Zufall so gezielt in die Geschichte eingegriffen wie in diesem Fall...

Wer sind E.S.T.


E.S.T. ist die inzwischen allgemein gebräuchliche Abkürzung für das Esbjörn Svensson Trio, das seit 1993 in der bis zum bitteren Ende gleichen Besetzung zusammen spielt. Esbjörn Svensson und Magnus Öström machten bereits seit ihrer Kindheit zusammen Musik, aber erst als der Bassist Dan Berglund zu den beiden stieß, war die heutige Supergruppe zusammen, die in Skandinavien inzwischen zurecht einen Superstar Status wie eine Rockgruppe oder ein Popstar hat und deren CDs regelmäßig in den obersten Platzierungen der POP Topcharts auftauchen! Die Videos zu den letzten CDs wurden in Schweden sogar auf MTV (!!!) ausgestrahlt!
Klares Indiz dafür, dass die Skandinavier nicht nur weniger dem Schubladendenken frönen als wir Deutschen, sondern auch ganz offensichtlich eine bessere Musikausbildung bekommen als wir armen PISA-Opfer… ;o))

Inzwischen ist dieses Trio ein Welterfolg. Nicht nur in Skandinavien, sondern auch in Deutschland, England, Frankreich, Japan und sogar in den USA hat das Trio unzählige Auszeichnungen, Kritikerpreise und Grammies gewonnen und die mehr als 100 Konzerte pro Jahr sind mit schöner Regelmäßigkeit hoffnungslos ausverkauft. In Hamburg in der "Fabrik" werden bei E.S.T. Konzerten inzwischen die Bänke vor dem Konzert entfernt, damit mehr Leute in die Halle passen, in England spielen sie inzwischen nicht mehr in Clubs sondern in der Londoner Queen Elizabeth Hall, in den USA wurden sogar Hallen mit 50.000 Plätzen gefüllt…

Ich selbst habe E.S.T. zum ersten Mal 1999 in Salzau gehört und kannte das Trio vorher nicht, war eigentlich wegen zweier US Jazz-Stars zu diesem Festival angereist aber nach diesem Konzert war alles andere auf einmal bedeutungslos - komisch, ich erinnere mich nicht einmal mehr, wegen welcher Musiker ich eigentlich den weiten Weg an die Ostsee gefahren bin. Inzwischen habe ich das Trio dreimal in Salzau erlebt, mein persönliches Highlight war das Konzert 2003, mit Pat Metheny (!!) als Gast-Star (das sagt eigentlich alles über die Wertigkeit dieses Trios in der Jazz-Szene).
Als ich das Trio 1999 zum ersten Mal sah, trug Esbjörn Svensson noch lange Haare, später machten die drei den Eindruck, als wären sie gerade einer GSG9 Einheit entsprungen... - aber das sind nur oberflächliche Eindrücke!

Im Mai 2006 wurde E.S.T. als erste und bis heute einzige europäische Jazz-Formation auf dem Titelbild des berühmten US Jazzmagazins DownBeat geehrt.
Jamie Cullom sagte in einem Nachruf auf Esbjörn Svensson im September 2008 im The Guardian "This group has become one sound, one genius mutant human being with six hands, three brains and one musical sensibility“ (Diese Gruppe ist ein einziger Klang geworden, ein genialer mutierter Mensch mit sechs Händen, drei Gehirnen und einer musikalischen Wahrnehmung).

Die Musik


Das Wahre ist oft sehr einfach… So basiert auch die Musik von E.S.T. häufig auf sehr einfachen Elementen, pop-ähnlichen Melodien und klaren rhythmischen Strukturen. Seinen Reiz erhält die Musik dann aber aus der Entwicklung, die sie im Gruppenkontext erfährt. Das Trio versteht sich ganz offensichtlich nicht nur blind, jeder weiß jederzeit, welche Wege seine Mitmusiker in der nächsten Sekunde gehen werden.
Dies ist umso erstaunlicher, weil dieses Trio nichts lieber macht, als eingefahrene Pfade zu verlassen und unkonventionellen Geistesblitzen zu folgen. So werden einfache Melodiefragmente urplötzlich um fernöstliche Skalen erweitert, Svensson zupft die Saiten direkt im Korpus des Konzertflügels oder dämpft die Saitenschwingung mit der Hand ab, Dan Berglund zupft und streicht seinen Kontrabass auch schon mal über ein Wah-Wah-Pedal oder diverse elektronische Effektgeräte (Verzerrer, Echo, sogar ein Line6 POD in der Gitarrenversion gehört zu seinem Instrumentarium) und klingt dann mehr nach Hendrix als nach Mingus während das virtuose und präzise Drumming von Markus Öström sowieso ein magisches Erlebnis ist.
Kein anderer Drummer kann so viel Spannung aufbauen, selbst wenn er nur alle zwei Sekunden einmal (!) seine Schlagwerke traktiert, wie im Intro des Songs "From Gagarin's point of view".
Josef Engels beschrieb in "Die Welt" am 18.05.2002 Markus Öström als eine "…von Gott programmierte Drummachine." und ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.

Auch oder gerade weil E.S.T. über das komplette Vokabular aus Jazz und Klassik (und Rock und Pop) verfügen, erweitern sie das gewohnte Spektrum mit neuen Elementen von Drum'n'Bass ähnlichen Rhythmus-Attacken bis hin zu Chill-Out Passagen, live mehr noch als auf den ausnahmsweise wirklich empfehlenswerten CDs. Hier herrscht eher der "Groove" als der "Swing"… Bach meets Radiohead, Bill Evans meets Deep Purple, Bartók meets Keith Jarrett, Monk meets Abba, Alice Cooper meets Garbarek,… - eigentlich kann man jede Schublade aufmachen, E.S.T. ist schon drin… ;o))
Das Schöne an dieser Musik ist, dass man wahrlich kein studierter Musiker sein muss, um diese Musik genießen zu können. Der englische Kritiker Chris Ingham schrieb 2004 dazu: "No sense of audience needing to feel clever to experience this clever music: the story is told so well, so vividly, a child could get it."
Interessanterweise sieht auch Esbjörn Svensson selber die Musik des Trios (meistens) eher als "Pop" denn als "Jazz"-Musik im amerikanischen Sinne, auch wenn er in einem Interview mit einem US TV-Sender auf die Frage, ob er eigentlich mehr Pop oder Jazz mache geantwortet haben soll: er mache "nur Musik"…

Esbjörn Svensson


wurde 1964 in Västeras in Schweden geboren. Seine Mutter spielte als Pianistin klassische Stücke, sein Vater liebte Duke Ellington und Esbjörn Svennson nahm schon als Kind alle denkbaren musikalischen Einflüsse von Pop über Volksmusik, von Jazz und Blues bis zur Klassik in sich auf. Als weitgehend autodidaktisch geprägter Musiker (trotz Musikstudium an der Stockholmer Universität) ist sein Umgang mit dem Klavier eher unkonventionell. Gitarrenähnliche oder abgedämpfte Passagen sind für ihn genauso charakteristisch wie sein auch heute noch sehr perkussiv orientiertes Spiel. Außergewöhnlich sind sein atemberaubend nuanciertes dynamisches Spiel und die umwerfende rhythmische Präsenz, die ihn sicher auch zu einem sehr guten Drummer gemacht hätte.

Seit Mitte der 80er Jahre ist Svensson ein zunehmend bedeutenderer Musiker in der nordischen Jazz-Szene und wirkt als Sideman in unzähligen Produktionen mit, u.a. mit Musikern wie Nils Landgren, Mats Vinding, Victoria Tolstoy oder Alex Riel. Zu seinen Einflüssen zählen neben Chick Corea und Keith Jarrett auch der Schwede Jan Johansson. Inzwischen ist der extrem kreative gute Mann in der Jazz-Welt so bekannt, dass er auf den CD's anderer Musiker schon unter Pseudonymen mitwirkt (Victoria Tolstoy...) ;o))

2008 sagte Jon Newey in einem Interview auf BBC, das Esbjörn Svensson für ihn "The single most important artist to emerge in jazz in the last ten years" (Der wichtigste einzelne Küstler der im Jazz der letzten 10 Jahre erschienen ist).

Aufnahme:


Aufgenommen wurde die DVD am 10.12.2000 in Stockholms berühmten "Nalen" Rock-Club (!)!?!
Bemerkenswert an diesem Mitschnitt ist, dass mit allen damit verbundenen Nachteilen ein typisches E.S.T. Konzerterlebnis mit der kompletten Beleuchtungsathmosphäre eingefangen wurde. Es wurde auf die sonst bei Konzertaufnahmen übliche Sonderbeleuchtung verzichtet, die sonst nötig wäre, um erstklassiges Videomaterial zu bekommen. So fällt hier in den ruhigen und dunklen Konzertpassagen immer wieder die grieselige und wenig kontrastreiche Bildqualität, die jeder Hobbyfilmer und -fotograf kennt, wenn ein Aufnahmechip am Rande seiner Möglichkeiten ist und der ISO Wert gegen unendlich geht. Erstaunlicherweise trägt diese Art der Visualisierung sehr dazu bei, dieses außergewöhnliche Konzerterlebnis als solches zu empfinden und stört selbst mich nicht im Geringsten, anders als die sehr "moderne" Schnitt-Philosophie und Kameraführung, hier wäre für meinen Geschmack weniger mehr gewesen aber was soll's, in Zeiten der MTV Dominanz geht's wohl nicht anders und wird dem "Pop"-Selbstverständnis des Trios letztlich gerecht. Als "älteres Semester" bin ich trotzdem manchmal kurz davor dem Kameramann posthum zuzurufen "Junge, halt doch mal das Ding ruhig…" ;o))

Die Tonaufnahme selbst ist nahezu perfekt, auch wenn sie den Hörer selbst in der Stereo-Version in eine ungewohnte Perspektive befördert. Man findet sich akustisch nicht vor der Bühne wieder, wie das "normalerweise" bei klassischen Tio-Aufnahmen der Fall ist, sondern befindet sich quasi als viertes Band-Mitglied in unmittelbarer Nähe zu Svenssons Flügel, ungefähr gleichweit von Bass und Schlagzeug entfernt.
Der Klang wurde mit unglaublicher Dynamik, perfekter Tonbalance und selbst den kleinsten Details der Spieltechnik der drei Musiker konserviert, je weiter man die Lautstärke aufdreht, desto mehr Details werden hörbar, ein hypnotischer Sog entsteht, dem man sich als Zuhörer kaum entziehen kann.
Ein Paar Beispiele:

"Good morning Sushi Soho" baut auf einer Ostinato-Bassfigur auf, die Dan Berglund über einen Verzerrer gespielt als Songfundament legt und die von Svensson übernommen wird, sobald Berglund selbst die melodische Fortführung des Songes in die Hand nimmt.

"From Gagarin's point of view" ist eine Homage an Juri Gagarin, dem ersten Menschen im All und wenn irgend etwas sowohl die unendliche Weite des Alls, das Gefühl der drückenden Zeit bis zur rettenden Rückkehr und das unaufhaltsame ausgeliefert sein ausdrücken kann, dann dieser Song. Der Walking Bass, die gnadenlos präzisen und effektiv reduzierten Drums von Öström verleihen dem Song die Dynamik eines Unterwasser-Vulkans, langsam aber durch keine Gewalt dieser Welt auch nur zu verlangsamen, geschweige denn aufzuhalten... Wer diesen Song einmal gehört hat, wird ihn noch Tage später nicht aus dem Kopf bekommen. Das ist kein Ohrwurm, sondern ein Virus!

"Definition of dog" beginnt mit einer perkussiven Piano-Figur, die vom Bass unisono begleitet wird und melodisch recht "freie" Elemente enthält. Trotzdem reißt der Song mit und bringt auf Grund seines Grooves die Leute zum Tanzen (es sei denn man setzt sich ruhig in eine Ecke und widmet sich dem intellektuellen Part des Songs)... ;o))

"The face of love" ruht auf dem gestrichenen Bass von Dan Berglund, bevor Svensson das Ruder herumreißt und mit einem präpariertem Klaviersound den Song in eine fernöstlich anmutende Klangwelt (ent)führt. Im Schlußteil wird es dann exotisch, Öström trommelt mit bloßen Händen, Berglund verschleppt seinen gestrichenen Bass in die Welt der Obertöne und Svensson entlockt dem Flügel außerirdische Töne - warum hat das bloß vorher noch nie jemand so gemacht????

"Bowling" ist ein komplett neuer Song, der noch nie vorher aufgeführt oder aufgenommen wurde. Die sehr "klassisch" angehauchte Elegie von Svensson erinnert ein wenig an Keith Jarrett oder Bach auf LSD, mündet dann aber übergangslos in eine gewohnt ungewöhnlich E.S.T. Komposition...

"Dodge the dodo", beginnt gewohnt "groovie" bis man unversehens entdeckt, dass man seit 2 Minuten gebannt einem Drum-Solo lauscht! Öström ist neben Jack deJohnette (und vielleicht Marco Busssi von Terminal-A) einer der sehr seltenen Filigran-Drummer auf dieser Welt, den man nachts aus dem Bett werfen kann und der dann eine halbe Stunde unbeeindruckt einen 21/37stel Rhythmus "runterklopfen" kann - außerirdisch!!!
Danach geht's E.S.T. mäßig weiter, mit einem schiebenden Walking-Bass von Berglund, dynamisch-melodischen Eskapaden von Svensson und einem unauffällig auffälligem Öström...
Irgendwie schaffen die drei es immer wieder so zu tun, als wäre das Klaviertrio gerade von ihnen erfunden worden...

"Dodge the dodo" ist eine gewöhnliche E.S.T. Komposition und deshalb ein sehr ungewohnter Trio-Song. Angetrieben von einer Ostinato-Figur auf dem Piano reißt einen der spacig-verzerrte und über ein Echo-Gerät laufende getrichene Kontra-Bass von Berglund jäh aus dem gewohnten Klangformat, bis einen nach drei Minuten die Erde wieder hat, zuerst mit experimentell gedämpften Flügel-Sounds von Svensson, dann endlich mit der inzwischen vertrauten Melodie und Rhythmik, die sich gnadenlos in den Gehörgang bohrt und jeden Gassenhauer mühelos aus dem Kurzzeitgedächtnis verdrängt...

"Round Midnight" ist dann nach 75 Minuten die erste Zugabe des Trios, das in bewährter Manier dargeboten wird... Dem Original verpflichtet, aber trotzdem klingt es, als wenn der Song gerade erfunden worden wäre…

Fazit:


Diese DVD ist mit Sicherheit eines der Highlights meiner inzwischen fast 300 Konzerte umfassenden Musik-DVD-Sammlung und bekommt von mir entsprechend auch 5 Sterne in der Bewertung - auch wenn das meiner unbedeutenden Meinung nach immer noch viel zu wenig ist.
Wer sich für Musik interessiert, sollte sich diese Truppe unbedingt einmal anhören, auf CD oder noch besser gleich mit dieser DVD, die ein außergewöhnliches Konzert einer außergewöhnlichen Gruppe in außergewöhnlich hoher Qualität enthält…
Ich bin meinem Schicksal unendlich dankbar, das ich diese Gruppe drei Mal live erleben durfte - eine Ehre die es unfassbarer Weise nicht mehr gibt.

Für Traumtänzer sei noch einmal gesagt, dass diese Musik immer noch (zu Recht) unter Jazz geführt wird und einigermaßen viel Aufmerksamkeit erfordert! Wer bisher sonst nur Radio gehört hat und das dort gebotene als Musik begreift, ist sicherlich überfordert und entsprechend enttäuscht. Wer aber schon Erfahrungen mit richtiger Musik, Jazz oder Klassik gemacht hat, wird sicher noch während des ersten Hörens seinen Spaß an dieser genialen Musik entdecken...

Dass es als Zugabe noch zwei Musik-Clips - "From Gagarin's Point of View" und "Round Midnight" - des Trios (da noch mit langen Haaren!) gibt, ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem "i"…. ;o)

Facts:


TITEL: Live in Stockholm (DVD) ACT DVD 9900-9 (2003)

SONGLISTE:
Good Morning Susie Soho ( "Good Morning Susie Soho", 2000)
From Gagarin´s Point of View ("From Gagarin's point of view", 1999)
Definition of a Dog ("From Gagarin's point of view", 1999)
Face of Love ( "Good Morning Susie Soho", 2000)
Bowling (Neue Komposition, vorher nie aufgeführt)
Dodge the Dodo ("From Gagarin's point of view",1999)
Round Midnight "E.S.T. plays Monk", 1996)
Bemsha Swing ("E.S.T. plays Monk", 1996)

Konzertdauer: 96 Minuten
Sound Optionen: 5.1 Surround Sound & PCM Stereo
Extras: Photogalerie, Interview, 2 Video Clips, Discography

Aufnahmetechniker: Ake Linton
Beleuchtung: Kristoffer Berg
Gemischt von: Ake Linton & Mats Jenseus (Bohus Sound Recording)
Stereo Mastering: Claes Persson (CRP Recording)
5.1 Surround Sound Mastering: Peter Cobbin (Abbey Road Studios)

Homepage: http://www.est-music.com/

Danke mal wieder für's Lesen und Sorry, dass der Bericht mal wieder länger geworden ist als geplant… ;o))


(C) 2005 & 2009 Bernd Almstedt

Nachwort


Am 14. Juni 2008 starb Esbjörn Svensson bei einem Tauchunfall in den Stockholmer Schären. Esbjörn Svensson hinterläßt eine Frau und zwei Söhne - und eine nicht zu schließende Lücke im Jazz des 21. Jahrhunderts.
Seinen Tod und damit das Ende dieses Trios habe ich bis heute nicht verarbeiten können und auch jetzt schreibe ich diese dürren Worte mit Tränen im Gesicht. Wer diese Musik jemals erlebt hat kann das sicherlich mitempfinden.
Esbjörn, rest in peace! I love you!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • hubbie veröffentlicht 04.01.2011
    "Oh god, please give us Esbjörn back!! You can have Tokio Hotel, Helmutt Lotti, and many more in exchange!!"......ein bezeichnender Kommi auf der dutube
  • Imation2 veröffentlicht 21.10.2010
    (Leider..) Noch nie gehört....
  • maphyou veröffentlicht 13.01.2010
    Arsch auf Eimer! Der Bericht macht mir gleich nochmal Lust, die DVD einzuwerfen. Auch wenn ich die wirklich gottgegeben Kompositionen auf den beiden Alben sehe, die nach dieser DVD erschienen sind: Viaticum und Tuesday Wonderland sind für mich das Maß der Dinge! Leider konnte ich mit Svennssons Vermächtnis, dieser sperrigen Impro-CD nur wenig anfangen...Schade, dass wir von dieser Band nie wieder Neues werden hören können! LG maph
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Produktdaten : E.S.T. - Live in Stockholm (DVD)

Produktbeschreibung des Herstellers

Stockholm, 10. Dezember 2000. Das Esbjörn Svensson Trio, besser bekannt unter dem Kürzel e.s.t., gibt im ausverkauften Rockklub "Nalen" eines seiner erinnerungswürdigsten Konzerte in seiner Heimatstadt. In beeindruckender Kombination mit Licht- und Nebeleffekten begeistert das Trio mit einem Repertoire aus seinen bereits veröffentlichten Alben u.a. "From Gagarin is Point of View", "Good Morning Susie Soho". Dieses Live-Ereignis wird mit größtem technischen Aufwand festgehalten: Acht Kameras filmen zum Teil gleichzeitig das Konzert einer einzigartigen Liveband, das jetzt auf einer ebenso einzigartigen DVD veröffentlicht wird. Das Material dieser DVD reflektiert auf bestmögliche Weise den Geist und die Energie von e.s.t.s Live-Auftritten, wie Tausende von Zuhörern sie über die Jahre erlebt haben: Musikalisch hochgradige Perfektion moderiert durch sympathische Menschlichkeit, die das Publikum zuweilen sogar zum Mitsingen von Jazz-Classics animiert. In Verbindung mit dem bereits erwähnten Lichtspektakel ist ein Konzert e.s.ts ein Erlebnis, dass es wert ist festgehalten und ergründet zu werden. Deshalb enthält die DVD neben den Konzertmitschnitten ein Interview, das während der Produktion gedreht wurde, eine umfangreiche Fotogalerie und zwei Videoclips, die für die Nutzung im Musik-TV hergestellt wurden. Darüber hinaus präsentiert e.s.t. hier erstmalig den bisher unveröffentlichten Titel "Bowling". Nachdem das aktuelle Album "Seven Days Of Falling" am 6. Oktober dieses Jahres in die TOP 100 der Media-Control-Charts auf Position 98 eingestiegen war und die Band gerade ihre erfolgreichste Konzerttour in Deutschland abgeschlossen haben, sind diese Stunden ein absolutes Muss für alle e.s.t. Fans - denn nur ein perfektes Medium wie die DVD lässt Sie die Luft eines e.s.t. Ihrem Wohnzimmer atmen. Diese DVD ist ein absolutes MUSS für alle e.s.t. Fans! Tracklist: 01 Good Morning Susie Soho 02 From Gagarin is Point of View 03 Definition of a Dog 04 Face of Love 05 Bowling 06 Dodge the Dodo 07 Round Midnight 08 Bemsha Swing

Haupteigenschaften

Studio: Edel Germany

Produktionsjahr: 2000

Laufzeit: 96

EAN: 0614427990099

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Darsteller: E.S.T.

Genre: Musik; Jazz

Tonformat: DD 5.1: ; DD 2.0:

Zusatzinfo: Photogalerie; Interview; Videoclips; Discography;

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