Ecuador Allgemeines

Bilder der Ciao Community

Ecuador Allgemeines

> Detaillierte Produktbeschreibung

94% positiv

29 Erfahrungsberichte der Community

Es gibt leider keine Angebote

Erfahrungsbericht über "Ecuador Allgemeines"

veröffentlicht 15.03.2017 | Mungi60
Mitglied seit : 30.07.2006
Erfahrungsberichte : 346
Vertrauende : 309
Über sich :
Nur noch ab und zu hier. Nun werden wohl alle Berichte abgeklappert, über die man noch mit €€€ schreiben kann, und wenn sie von 2006 sind. Ätzend :-(
Ausgezeichnet
Pro Alles
Kontra Südamerika ist leider nie billig für Europäer
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Freundliche Leute, schönes Land"

Cuicocha Lagune

Cuicocha Lagune

Nachdem ich schon über einige Hotels in Ecuador geschrieben habe, erfolgt nun endlich auch der Reisebericht dazu. Im Juli/August 2016 haben wir eine dreiwöchige Rundreise mit dem sehr empfehlenswerten Südamerika-Anbieter Viventura (Darüber gibt es einen extra Bericht) unternommen. Ich kann euch jetzt schon berichten, dass es ein ganz toller Urlaub war.


DAS LAND


Natürlich kann man über dieses Land auch im Internet recherchieren, vor allem bei Wikipedia gibt es da einiges zu lesen. Aber ich denke, dass man als interessierter Leser froh ist, das wichtigste in einem Bericht zu lesen, deshalb habe ich einige Fakten über Ecuador zusammen getragen. Wen es nicht interessieren sollte, dem empfehle ich weiter zu scrollen. Bekomme ich dies wieder als als Kritikpunkt zu lesen werde ich dieses Mal sehr ärgerlich, das kann ich jetzt schon mal vorwarnen. Man muss es ja nicht lesen.....

Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas am Pazifischen Ozean. Geographisch hat das Land mit den 16 Millionen Einwohnern auf 283561 qkm einiges zu bieten. Wie schon erwähnt liegt ein Teil des Landes am Pazifik, dazu gehören auch einige Inseln, wie die sehr bekannten Galapagos – Inseln, die etwa 1000km von der Küste entfernt liegen. Im Landesinnern gibt es die Andenregion, im Tiefland das Amazonas (Oriente) Gebiet.
Die Amtssprache der Republik ist Spanisch, Kichwa und Shuar. (Die beiden letzten für interkulturelle Beziehungen), die Währung US-Dollar. (Seit 2000)
Der Name stammt übrigens von Äquator, da dieser in Ecuador zum ersten Mal nachgewiesen werden konnte.

Die Bevölkerung Ecuadors ist von vielen ethnischen Gruppen geprägt, diese sind allerdings nicht so einfach zu bestimmen. Die Statistik stammt von einer großen Umfrage, wobei die Einwohner selbst definierten, zu wem sie gehören. Laut dieser Statistik gibt es etwa 7% Indigenas, 72% Mestizen , 6% europäische Nachkommen, und 7% Afroecuadorianer (Nachkommen der Sklaven).
Laut der Einschätzung der Organisation CONAIE sind es aber 40-50% Indigenas. Lange schämte man sich, dazu zu gehören, mittlerweile ist da aber ein neuer Stolz erwacht, bei einer erneuten Volkszählung würden sich vermutlich mehr Menschen zu den Indigenas zählen als noch 2010.

Das Klima in Ecuador ist natürlich, auf Grund der verschiedenen Zonen, sehr unterschiedlich. Da gibt es einerseits die Küstengebiete und das Amazonasbecken, anderseits ist der höchste Berg Ecuadors, der Chimorazo, 6310m hoch.
Im Regenwald und Amazonasbecken gibt es das ganze Jahr über viele Regenfälle, auf den Galapagos Inseln dagegen ist es meist trocken. Die Temperaturen kann man in Tabellen entnehmen.

Geschichte von Ecuador:
Die ersten Besiedlungen werden auf 9000 v. Chr. datiert, es lebten bis ca. 5000 v. Chr. Mehrere Kulturen in Ecuador, sie waren Sammler und Jäger. Danach entstanden einige Kulturen, die Ackerbau betrieben und Keramikware herstellten.
Ab dem 12.Jahrhundert konnte die Chorrrera – Kultur nachgewiesen werden. Sie bauten schon viele Arten von Mais, Bohnen, Kürbissen und Kalebassen an. Um 500 v.Chr. begann wohl der erste Goldhandel.
Im Küstengebiet begann man wohl schon etwa 1000 v. Chr. mit der Bearbeitung von Gold und Kupfer. (Tomaca-La- Tolita Kultur) Auch Platin wurde dort schon verwendet. Der Handel ging schon nachweislich bis Peru und Kolumbien.
Ende des 15.Jahrhunderts übernahmen die Inkas die Herrschaft über Teile des heutigen ecuadorianischen Gebietes. Die Herrschaft dauerte rund 100 Jahre.
Um 1530 begannen die spanischen Eroberungen, die 1534 die heutige Hauptstadt Quito gründeten.
Die ersten Unabhängigkeitsbestrebungen begannen schon um 1809, doch die Spanier konnten zunächst die Rebellen besiegen. Doch 1822 wurden die Spanier von Truppen Simon Bolivars und Antonio Jose de Sucre besiegt und die Unabhängigkeit ausgerufen.
1832 wurden die Galapagos-Inseln annektiert.
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das Land allerdings sehr instabil, es gab immer wieder Machtkämpfe und Bürgerkriege. Erst nachdem 1940 Öl gefunden wurde, wurde das Land etwas stabiler. 1941 gab es allerdings noch einen Krieg gegen Peru, bei dem das Land Gebiete an den Sieger abgeben musste. Seitdem gibt es auch keinen Zugang mehr zum Amazonas- Fluss.
Von 2013 bis 2017 hieß der Präsident Rafael Correra, der einiges im Land zum Positiven veränderte. Vor allem die Armutsrate verringerte sich um einiges.

DIE REISE


01. Tag: Flughafen Frankfurt – Madrid – Quito


Insgesamt waren wir 14 Stunden unterwegs, mit einer Stunde Aufenthalt in Madrid. Eine lange Zeit, aber der Rückflug sollte noch länger werden. In Ecuador waren wir bis Guayaquil mit einem Kleinbus (14 Plätze) unterwegs. Zusammen mit dem Reiseführer und Busfahrer waren wir 10 Leute, davon 6 abenteuerlustige Frauen, die sich für nichts zu schade waren.


02.Tag: Quito und Museum Mitad- del Mundo


Quito ist die Hauptstadt von Ecuador und hat 2,2 Millionen Einwohner. Sie liegt auf 2850m und wirkt optisch sehr beeindruckend, weil das Stadtgebiet aus vielen Hügeln besteht, und die Stadtteile bis auf die Berge hoch reichen. Es gibt einige Aussichtspunkte, wo man sie sehr gut überblicken kann.
Für eine südamerikanische Großstadt hat die Stadt eine angenehme Atmosphäre, man fühlt sich als Tourist auch recht sicher, weil es doch viel Polizeipräsenz in der Altstadt und auch bei den Sehenswürdigkeiten gibt. Natürlich gibt es auch hier einige Stadtviertel, die man nicht betreten sollte, vor allem nicht nachts. Auch hier ist die Armut zu sehen, wenn auch nicht so extrem, wie zum Beispiel in Lima, wo wird vor 10 Jahren schon einmal waren. Auffallend ist in ganz Ecuador, dass es zwar immer mal wieder Bettler gibt, diese aber nie aufdringlich sind. Obwohl ich bei solchen Betteleien immer vorsichtig bin, habe ich in Ecuador Ausnahmen gemacht und hin und wieder etwas gegeben, allerdings nur bei alten Leuten, denen man die Armut auch ansah. Ich habe noch nie danach so eine Dankbarkeit im Gesicht gesehen wie dort.

Die Altstadt hat viel Charme und wurde nicht umsonst schon 1979 von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Insgesamt stehen noch ungefähr 80 Kolonialbauten, die fast alle in sehr gutem Zustand sind. Vor allem die prachtvollen Kirchen der Stadt sind sehr beeindruckend, insgesamt sind es in der Altstadt noch 16 davon. Nicht umsonst wird es auch Kloster Amerikas genannt. Sie sind heute in verschiedenen Baustilen zu sehen, da durch Erdbeben auch immer wieder vorkam, dass Kirchen beschädigt und neue aufgebaut wurden. Besonders zu empfehlen sind die Kirchen im aufwendigen Barockstil. Leider war das fotografieren in den schönsten Kirchen leider verboten, ich hätte sehr gerne Fotos davon gezeigt. Eine der Kirchen mit Kloster, die 1536 erbaute San Francisco, ist von unten bis oben mit Gold überzogen, der Anblick ist unglaublich. Es gibt auffallend tolle Blattgold- und Holzschnitzarbeiten, sowie kunstvolle Gemälde der Kunstschule Quito zu sehen. Selbst die Kanzel aus dem 16.Jahrhundert ist eine Schnitzarbeit.
Die größte Kirche in der Stadt ist auch eine der schönsten, die ich je gesehen habe. Der Besuch ist ein Muss, wenn man nach Quito kommt.
Einen Besuch sollte man auch der Kirche San Augustin abstatten, man kann mit Treppen und Leitern bis ganz nach oben kommen und hat dort einen tollen Ausblick über die Stadt.
Leider gibt es keine Stätten der Inkas mehr, denn die Spanier hatten es sich angewöhnt, eigene Bauten darüber zu bauen, damit die Indigenas keine Gebäude mehr hatten, die sie anbeten konnten. Sie sollten so einfacher zu missionieren sein.
Über der Altstadt, rund 3000m über dem Meeresspiegel, drohnt auf dem Hügel Panecillo eine 45m hohe Marienstatue, die man zu Fuß von der Altstadt erreichen und auch oben besteigen kann. Hier ist die Aussicht auf die Stadt phänomenal. Es geht dabei viele Treppen hoch durch ein berüchtigtes Armenviertel, das man nachts auf jeden Fall meiden sollte. Um die Mittagszeit ging dort allerdings keinerlei Bedrohung aus, man fühlte sich in der 10- köpfigen Gruppe ( 8 Touristen, Reiseleiter und Busfahrer) allgemein immer sicher in Ecuador. In meinem Reiseführer warnt man allerdings vor der Begehung zu Fuß.
Die Statue wurde 1976 von den Spaniern erbaut, darunter befindet sich noch eine alte Zisterne, die von den Spaniern erbaut wurde. Früher war dort ein Tempel der Inkas dort zu finden. Sie ist eine Nachbildung der geflügelten Jungfrau der Apokalypse von Bernado de Leganda aus dem Jahre 1734. (Das kleinere Original befindet sich noch auf einem Altar der Kirche St. Franziskus)
Sie sieht beeindruckend, aus, wirkt auf mich aber auch recht finster. Sie besteht aus 7000 Aluminiumstücken.
Einen gehobeneren Stadtteil findet man in Mariscal, wo ein Restaurant nach dem anderen folgt, es gibt auch eine Menge Bars und Diskotheken. Die Einrichtungen sind auf modernem Großstadtniveau, aber auch die Preise, die sogar etwas über den unseren in Deutschland liegen. Hier trifft man auch fast nur gut gekleidete Menschen, die Upper class von Quito und Ecuador, an.

Die Stadt liegt gerade mal 23km vom Äquator weg, weshalb es nahe lag, das Museum dort zu besuchen. Wir standen genau auf dem Äquator, wo es verschiedene Experimente gibt. Zum Beispiel gelingt es mit ein wenig Geschick, ein rohes Ei auf einem Nagel zu bugsieren, die Kräfte wirken auf beiden Seiten dagegen und sorgen dafür, dass es nicht umfällt
Auch ein Wasserstrudel dreht sich auf der westlichen Seite anders herum, wie auf der östlichen. Mit Hilfe eines Wasserbeckens hat man dies vorgeführt, allerdings behaupten Wissenschaftler, dass dies physikalisch nicht möglich wäre. Da fragt man sich natürlich, wurden wir hier vorgeführt, oder ist es wirklich möglich?
Interessant ist das Mitad- del Mundo Museum auf jeden Fall. Zu erwähnen ist, dass die indianischen Völker schon vor 3000 Jahren ihre Tempel genau auf dem Äquator stehen hatten, sie wussten also damals schon, dass es dort etwas Besonderes gibt. Eine Expedition hatte 1736 den Äquator dort nachgewiesen, doch GPS Messungen ergaben, dass sich die Forschergruppe um 200-300m getäuscht hatte, die Indigenas dagegen nicht. Sie hatten die Linie exakt ermittelt. 1997 konnte nachgewiesen werden, dass eine alte Mauer genau auf dem Äquator stand. Zieht man zwischen den beiden Mauerenden eine Linie, stellt man fest, dass sie zum Äquator genau in einem Winkel von 23,5 Grad stehen, das ist der Neigungswinkel der Erde. Aber woher wussten die Indianer so etwas? Genau auf dem Äquator gibt es um die Mittagszeit keinen Schatten, die Forscher meinen deshalb, dass dies den Indigenas aufgefallen ist und sie danach auch suchten

03. Tag: Quito – Otavalo – Cotacachi

Nach dem Aufenthalt in Quito fuhren wir weiter nach Otavalo, wo jeden Samstag ein Kunsthandwerksmarkt stattfindet. Er ist einer der bekanntesten in ganz Südamerika. Und tatsächlich kann man sich dort lange verweilen. Der erste Teil besteht aus Produkten, die hauptsächlich für Touristen und Leuten bestimmt sind, die etwas mehr Geld in der Tasche haben als die gewöhnlichen Ecuadorianer.
Man bekommt schöne Stoffe, Kleidung aller Art, Lederprodukte, Schnitzereien aus Jade, Stein und Holz, sehenswerten Schmuck und auch anspruchsvolle Schmiedeprodukte. Wie überall in Südamerika muss man dort handeln, wenn man einen guten Preis bekommen will. Ich habe einige tolle T-Shirts dort gekauft, die eine recht gute Qualität hatten.
Der hintere Teil des Marktes ist für das gemeine Volk bestimmt, es ist wie ein riesiges Warenhaus auf der Straße. Man bekommt Gemüse, Früchte, Fleisch und lebende Tiere, Essen aus der Garküche, Hemden und T-Shirts, Jacken und Handtaschen, sowie Gewürze und kleinere Haushaltsartikel.
Wir haben dort wunderschöne Dinge gesehen, aber wenn man drei Wochen unterwegs ist, hat man leider auch die Koffer schon von Beginn an voll.
Danach fuhren wir weiter in die Region Cotacachi, wo wir private Unterkunft bei Bauern bezogen. Jeder übernachtete zwei Nächte bei Gastfamilien. Die Erfahrung dort war einerseits gewinnend, doch leider können wir kein Spanisch, so dass die Verständigung nicht für längere Gespräche reichte, obwohl die Kinder unserer Gastgeber sehr talentiert im Erklären von uns unbekannten Pflanzen waren, die dort angepflanzt und angebaut wurden. Sehr auffallend für uns war auch das sehr gute Benehmen der indigenen Kinder. Uns imponierte auch, wie fürsorglich die Kinder untereinander umgingen, da half jeder jedem, ohne dass etwas gesagt werden musste. Da könnten sich unsere Kids eine große Scheibe davon abschneiden.
Die Unterkunft und auch das Essen war sehr einfach, leider konnten wir auch das sich nach außen befindliche Zimmer nicht abschließen. Ich vertraute der Familie, aber man weiß ja nie, was sich nachts ums Haus schleicht. Mehr traute ich da aber noch den Hunden vor dem Haus, die uns gleich sehr wohlgesonnen waren.
Ich finde gut, dass man als Tourist auch mal genau mitbekommt, wie das einfache Volk in einem Land lebt, doch wenn man an einem Tisch zusammen sitzt und kann sich nicht unterhalten, das finde ich dann auch sehr schade.
Ich meine, dass im neuen Viventura Reiseangebot so eine Übernachtung nicht mehr angeboten wird.


04.Tag: Otavalo – Cuicocha – Cotacachi


In der Cotacachi Region befindet sich die Cuicocha Lagune, sie befindet sich auf 3068m Höhe. Es handelt sich hier um einen Vulkankrater, der Name kommt aber von Meerschweinchen, was auf spanisch cuy heißt. Solche leben frei auf den beiden Inseln in der Lagune. Genauso heißt auch der Vulkan, den man von der Lagune aus sieht. Der Cuicocha ist stolze 4939m hoch.
Wir liefen 3 Stunden (9km) oberhalb der Lagune, wo man auf den See eine tolle Aufsicht hatte. Die Wanderung wird als leicht bis mittel eingestuft. Es geht immer mal wieder ein wenig hoch, dann wieder runter, auf engen Pfaden. Unterwegs können viele schöne Pflanzen, Schmetterlinge und Vögel beobachtet werden. Über uns kreisten ständig mehrere Adler.
Vor allem das dunkelblaue Wasser sah von oben toll aus. Fische gibt es hier leider keine, denn aus dem Kratermund im Erdinneren kommen immer wieder Gase an die Oberfläche. Mit dem Fernglas kann man solche brodelnden Wasserabschnitte erkennen, wenn man eine Weile danach sucht.

Nach dem Mittagessen ging es noch auf einen Markt in Cotacachi, wo hochwertige Lederprodukten verkauft werden Überrascht waren wir, als wir ältere Männer als Näher vor alten Singer Nähmaschinen erblickten. Es ging uns schon wie auf dem anderen Markt, man hat zu wenig Platz um viel einzukaufen. Außerdem benötigte ich auch nichts.
Den Markt muss man nicht unbedingt gesehen haben
Danach besuchten wir noch ein Frauenprojekt in der Nähe, wo Frauen eines Dorfes einfachen aber schönen Schmuck herstellten. Solche Art von Projekten gibt es immer mal wieder in Ecuador. Frauen, die nicht nur in der Küche stehen wollen, können sich so etwas verwirklichen und auch noch etwas für die Familie dazu verdienen. Zum Beispiel gibt es auch Dorfküchen, wo die Frauen des Dorfes kochen und man billig ein leckeres Essen bekommt.
Dieses Projekt hatte eine Französin ins Leben gerufen, weshalb die meiste Ware auch in Frankreich verkauft wird.


05.Tag: Cotacachi – Papallacta -Cosanga


Auf einer Fahrt soll man natürlich auch einmal relaxen, dafür ging es nach Papallacta ins Thermalbad. Leider regnete es an diesem Tag, was nicht ganz so toll war, weil sämtliche Becken (Es dürften 5 gewesen sein) im Freien sind. Allerdings ist das aus dem Vulkan stammende schwefelhaltige Wasser warm (36-42 Grad), so dass es nur beim Laufen draußen ungemütlich wurde.
Das Bad ist sehr schön, man hat auch eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge.

Danach fuhren wir drei Stunden weiter in den Nebelwald in die Nähe von Cosanga, dabei ging es fast nur über Schotterstraßen, wo man nur sehr langsam voran kommt. Am Nachmittag bezogen wir unser Zimmer, die in Lodgen untergebracht waren. Die Anlage liegt mitten im Regenwald und ist traumhaft. Sofort konnte man Eichhörnchen und Vögel beobachten. Vor allem Kolibris kamen an die Veranda der Esslodge, dort waren einige Futterstellen eingerichtet. Bis etwa 70cm konnte man an sie heran, kam man näher flogen sie allerdings weg.


06. Tag: Cosanga


Der Aufenthalt im Nebelwald war einer der schönsten, neben der Optik war auch das Essen sehr schmackhaft. Morgens um 6 Uhr ging es schon zur ersten Vogelbeobachtung nach draußen. An einem bestimmten Platz wurden Futterstellen mit Körner bestückt, was verschiedene Vögel anlockte, die Morgendämmerung ist die aktivste Zeit von ihnen.
Nach dem Frühstück ging es auf eine zweistündige Wanderung durch den Regenwald. Das Gebiet ist so feucht, dass man sofort bis zu 30cm im Matsch versinkt, ohne Gummistiefel braucht man sich gar nicht auf den Weg begeben. Über Pfade ging es auf Baumstämmen über viele Bäche und kleine Flüsse, dabei sahen wir Pflanzen, die wir noch nie gesehen haben, oder erheblich größer sind, als bei uns.
Es gab Orchideen, hohe Farnkäuter, Eypiphyten und anderes zu sehen. Tiere sahen wir allerdings sehr wenig, meistens nur Vögel, kleine Frösche und bunte Schmetterlinge. Da hatte ich etwas mehr davon erwartet, allerdings entschädigte die tolle Umgebung das Fehlen (Oder Übersehen?) von den Tieren. Es leben allerdings in dieser Region Pumas und Brillenbären, so dass es vielleicht besser war, dass man nicht allem begegnete.
Empfohlen wird auf jeden Fall ein guter Mückenschutz. Man sieht fast nirgends welche, doch vor allem im Amazonasgebiet hört man sie nachts und als zwei Teilnehmer abends ohne Spray beim Feuer saßen, waren danach die ganzen Gesichter zerstochen. Man sollte aber darauf achten, dass man eines kauft, dass speziell auch für die Tropen geeignet ist. Wir nahmen das recht teure Anti-Brumm Forte, das auch schon in Norwegen sehr gut geholfen hat und über die Hälfte der Teilnehmer auch benutzten. Auf die Inhaltsstoffe sollte man in diesem Fall aber nicht achten, das ist das reinste Giftcocktail. Aber man nimmt es ja auch nicht ständig, weswegen uns die Wirkung des Produktes wichtiger war.
Der Regenwald licht relativ hoch (1300-2500m), weshalb die Wolken hier ihr ganzes Wasser verlieren. Dieses ist für Ecuador sehr wichtig, dient den Bauern für die Pflanzungen und natürlich auch als Trinkwasserressort. Wir hatten aber großes Glück, denn es regnete fast nur Nachts.

Am Nachmittag ging es dann noch zu einem idyllischen Wasserfall, der mitten im Regenwald verborgen liegt. Ansonsten sahen wir fast dieselben Pflanzen wie morgens.


7.und 8.Tag: Cosanga - Tena


Nun ging es wieder das Gebirge runter, wir fuhren wieder 3 Stunden Schotterpisten bis zum großen Fluss Napo, wo wir ein Boot besteigen, das uns mit unserem Gepäck in den Amazonas-Dschungel brachte. Die Yacuma Lodge liegt an einem Seitenarm und wird von Einheimischen geführt. Es ist eines von mehreren Projekten im Dschungel, um den Indigenas Arbeit zu geben. Sie ist völlig ökologisch aufgebaut, Strom gibt es nur in der Zeit, in der das Essen zubereitet wird. Dieser stammt von Sonnenkollektoren.
In einem Empfangsraum kann man aber nachts sein Handy aufladen. Auch so versucht man jeglichen Abfall zu vermeiden, was ich sehr gut finde.
Die Lodges wurden vollständig aus Bambus und Palmblättern gebaut. Die Zimmer waren sehr eng, über den Betten gab es Moskitonetze, auch das Bad war sehr eng, aber so etwas nimmt man in Kauf, wenn man dafür in den Dschungel kommt.

Am ersten Nachmittag ging es mit einem Boot auf eine nahe Insel, die zwischen zwei Flüssen lag. Dort besuchten wir Eingeborene, probierten Bier aus Yuccha (Das Deutsche ist allerdings wesentlich besser) und große, weiße Maden am Spieß, die lecker und crossig schmeckten. In den Bäumen sahen wir einige tolle Papageien und andere bunte Vögel. Auf der Insel wird Kakao, Kaffee, Bananen und Yucca angepflanzt.
Nach dem Abendessen ging es zu einer kleinen Nachterkundung zur Tierbeobachtung. Allerdings hielten wir uns nur zwischen den Lodgas auf, das es leider begann heftig zu regnen. Aber der sehr sympathische indigene Führer wusste genau, wo er suchen musste. Die Lodgas wurden nicht umsonst etwa 2-3m über dem Boden gebaut, denn darunter gab es Vogelspinnen und giftige Frösche. Was ich als Mauslöcher wahr genommen hatte, waren in Wirklichkeit Eingänge für die vielen Vogelspinnen, die dort hausten. Bartholemä lockte sie mit großen Motten an, die er vor den Eingang hielt. Es gab auch noch einiges andere an Krabbelzeugs zu sehen, ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern, wie die Namen waren.

Zur Morgendämmerung ging es mit Kanus zu einem Nebenfluss, wo wir wieder Vögel beobachten konnten. Man sah da tatsächlich einiges an gefiederten Tieren, aber mein Interesse an Vögeln ist begrenzt, so dass ich mir nur Adler, Hoatzin und Ani gemerkt habe. Schön war es dort auf jeden Fall, allerdings warnte uns der Führer davor, die Hände ins Wasser zu halten, weil es dort Piranhas und Zitteraale gäbe. Ehrlich gesagt, kann ich mir auch gut vorstellen, dass die Führer den Greenhorns aus Europa auch gerne mal Angst einjagen wollen. Ein bisschen Nervenkitzel muss schließlich dabei sein.

Mittags ging es auf eine Dschungeltour, wo wir wieder ganz andere Pflanzen bewundern konnten, als im Regenwald. Hier ist alles mal mehrfach größer als bei uns in Europa, das gilt für die riesigen Bäume genauso, wie für 2m hohe Farne oder anderes, was wir in Miniatur zu Hause kennen. Durch Pfade ging es hoch und runter, die Tour war nicht ganz so einfach, man musste jederzeit aufpassen, dass man sich keinen Knöchel bricht oder auf eine Schlange tritt, von denen ich leider keine einzige gesehen habe. Es ging mit Gummistiefel durch Flüsse und über Hügel, wobei uns der Cichia Indianer die Pflanzen erklärte. Zum Beispiel auch, welche drei man nehmen wusste, um ein Pfeilgift herzustellen. Das geht also auch ohne die Giftfrösche. Er erklärte uns, dass man mit den Blasrohren auf Affen und andere Tiere schießt, wobei man innerhalb von drei Minuten zum Affen gelangen muss, denn nur so lange bleibt dieser gelähmt. Ein tödliches Gift wäre in diesem Fall nicht ratsam, schließlich wird das arme Tier danach auch noch verspeist. Wenn man allerdings einmal gesehen hat, wie dicht es in diesem Urwald ist, dann ist man erstaunt, dass die Indianer es zeitlich überhaupt geschafft haben, die Affen zwischen den grünen Pflanzen auch zu finden.
Es gibt dort Pflanzen gegen Erkältungen, Schmerzen und auch Malaria. Es war schon erstaunlich, was der 71jährige Führer uns alles erzählen konnte. Erstaunlich war es auch, dass er der einzige war, der nach der Wanderung in der Schwüle keinen einzigen Schweißtropfen auf der Stirn hatte, während mein Hemd völlig durchnässt war. So etwas nennt man einen wahren Naturburschen.

Nach der Wanderung durften selbst einmal mit einem Blasrohr schießen, allerdings auf eine Scheibe, nicht auf Affen. Ich war überrascht, wie weit ich den Pfeil brachte, auch wenn ich die Scheibe nicht getroffen hatte. Dass Bartholemä jeden seiner Pfeile in die Mitte brachte, bräuchte ich eigentlich gar nicht erwähnen.

Nachmittags ging es dann noch zum Napo um Gold zu waschen. Tatsächlich findet man bei jeder Waschung etwas davon, doch es ist sehr aufwendig, bis man ganz unten zum Goldstaub gelangt, denn die Schüssel muss immer geschüttelt und das andere Gestein entfernt werden. Gold ist davon am schwersten, weshalb es immer weiter nach unten auf den Boden sinkt. Es ist auch recht anstrengend, die Steine wiegen auch einiges, die sich dazwischen befinden.

Beim Fahren auf dem breiten und schnellen Napo wurden Schläuche ausgeworfen, auf denen wir uns treiben lassen konnten, was sehr viel Spaß machte. Ich hatte am Ende noch alle Zehen am Fuß, in diesem Abschnitt gab es wohl keine Piranhas. Doch glücklicherweise konnte man nicht runter sehen, da der Fluss doch ganz schön braun und sandig ist.

09.Tag: Tena - Banos

Nach dem Besuch in einer Balsaholzwerkstatt in Puyo fahren wir den Pastazo entlang hinauf in die Anden. Der Fluss windet sich erst langsam durch Gebirge und wird irgendwann immer schneller und wilder. Dazwischen fallen hohe Wasserfälle von den Bergen in den Fluss hinab. An einem Aussichtspunkt sind Seile über die tiefe Schlucht zum Wasserfall gespannt. Es ist dort möglich sitzend oder mit dem Gesicht nach unten liegend über den Fluss gezogen zu werden. Wir entschieden uns aber für eine einfache und offene Gondel, die uns bis kurz vor den Wasserfall brachte, wo man kurz ein Foto schießen konnte. Man sollte da aber schwindelfrei sein, denn der Blick nach unten zum tosenden Pastazo geht sehr weit. Ich habe es genossen und es hat Spaß gemacht, auch wenn die Fahrt relativ kurz ist.

Mit dem Bus ging es weiter nach Banos, wo man auch wieder Gelegenheit zum Besuch eines Thermalbades hatte. Die durch den Vulkan geheizten Quellen benutzten schon die Inkas. Das Bad wurde uns allerdings vom Reiseleiter nicht empfohlen, da es alt, einfach und nicht besonders schön ist. Kommen sie aber in ein paar Jahren dorthin werden sie Glück haben, denn zur Zeit wird ein Neues dort gebaut.
Auffallend in der Gegend ist, dass sich sämtliches Gemüse und Obst unter Glasdächern befindet, weil der Vulkan ein bis zwei Mal im Jahr schwarze Asche ausspuckt (Bis 10km hoch), die die Produkte ungenießbar machen würden.
Vulkanologen sagen dem Tungurahua eine starke xplodierende Erosion in den nächsten Jahren voraus, seien sie also nicht zur falschen Zeit am falschen Ort.
Die Stadt selbst liegt auf 1820m und hat 18000 Einwohner, ist aber nicht besonders sehenswert, auch wenn sie eindrucksvoll zwischen den Bergen liegt.
Mehr Bedeutung hat sie für Katholiken, denn Banos ist ein bekannter Wallfahrtsort in Ecuador. Außerdem ist es ein Anlaufpunkt für Bergwanderer und Abenteuersportler.


10. Tag: Banos – Riobamba


Mit dem Bus geht es weiter zum höchsten Berg Ecuadors, dem Vulkan Chimborazo der 6310m hoch ist und als höchste Erhebung der Welt gilt. Er soll von allen Bergen der Welt am nächsten zur Sonne sein. Es gibt zwar im Himalaya erheblich höhere Berge, aber aufgrund der Äquatorlage näher der Sonne. Die Erdkruste am Äquator ist erheblich dicker als an einer anderen Stelle.
Wir begannen unsere Wanderung bei einem Restaurant, das auf 4800 m liegt. Von dort liefen wir die Serpentinen zur Schutzhütte hoch, die bei rund 5050m liegt. Es sind zwar nur 250 Höhenmeter Unterschied, aber die Luft ist dort so dünn, dass man nur sehr langsam vorwärts kommt. Zum Glück war ich nicht das erste Mal in solchen Höhen, so dass ich meine Kraft gut einteilen konnte. Obwohl ich ansonsten leider nicht mehr so fit bin, wie ich es mal früher war, machte es mich stolz, dass ich 10 Minuten vor dem zweiten Wanderer oben ankam. Es war leider sehr neblig, kalt und windig dort oben. Es dürfte knappe Minusgrade gehabt haben. Der Chimbarazo ist einer der beeindruckendsten Berge, die ich je gesehen habe, aber man muss sehr viel Glück haben, wenn man ihn Wolken- und Nebelfrei erleben will. Es schien am nächsten Tag die Sonne, aber die Spitze war leider nicht frei.
Der Berg wurde 1802 sogar von Alexander von Humboldt bestiegen.


In Riobamba (2754m) gibt es sehr viele Einkaufsläden, aber sie ist auch leicht schmutzig und wirkt abgenutzt, was man in Ecuador gar nicht sehr oft erlebt, denn meistens sind die Städte überraschend sauber.
Die Stadt hat aktuell 140000 Einwohner, davon sind die meisten Indigenas.
Ansehen kann man sich dort die äußerlich sehr schöne Kathedrale Santa Barbara, bei der man schon am Erscheinungsbild eine spanisch und zugleich indianische Bauweise erkennen kann. In Südamerika ist das aber nicht selten. Neben christlichen Ornamenten gibt es auch in Stein gehauene indianische Symbole. Innen sieht die Kirche eher schlicht aus, sehenswert ist aber die Seitenkapelle.

11. + 12.Tag: Riobamba – Alausi - Cuenca

Die Fahrt nach Alausi geht durch eine sehr ansehnliche grüne Berglandschaft. Unterwegs gibt es einen Halt bei der ältesten Kirche Ecuadors La Balbanera. Die Steinkirche, deren Fundament aus dem Jahre 1534 stammt, ist eigentlich recht schlicht und hat die Größe einer Kapelle. Man muss sie nicht unbedingt gesehen haben, aber ein kleiner Stopp ist sie wert.
Wenige km weiter besuchen wir noch den kleinen Markt von Colta, der aber recht bescheiden ist. Interessant ist er wegen den Indigenas und ihren schönen Trachten.

Eine Attraktion in Ecuador ist die Zuganfahrt zur Teufelsnase. Der Berg heißt so, weil man den Antlitz des Teufels darin erkennen kann. Ein wenig Phantasie benötigt man aber dafür. Das Besondere ist die Bahn, die 1,5 Std. durch enge Schluchten zwischen den Bergen und dann im Zickzack die fast senkrechte Wand der Teufelsnase hochfährt. Eine Konstruktion, die wir in Cusco schon mal gesehen haben, dort ist der Weg den Berg hoch allerdings etwas spektakulärer als in Ecuador. Die Fahrt endet an einem Bahnhof mit Restaurant und einem Cafe, das in einem kurzen Aufstieg zu erreichen ist. Dort gibt es Tänze zu sehen und man kann etwas spazieren gehen.
Es ist eine schöne Fahrt durch eine trockene Gegend mit vielen Kakteen und Agaven, das Wetter passte auch sehr gut dort, da die Sonne schien. Aber um ehrlich zu sein, ich hatte mir etwas mehr davon versprochen.

Nach der Zugfahrt ging es weiter nach Cuenca (2600m), die alte Inkahauptstadt des Nordens, wo wir auch zwei Nächte übernachteten. Mit ihren fast 400000 Einwohnern ist sie nicht nur die drittgrößte Stadt Ecuadors, sondern gilt auch als die Schönste. Für mich gehört Cuenca zu den 10 schönsten Städten, die ich je besucht habe. Imponierend sind nicht nur die beiden Kathedralen (Die große Neue, erbaut um 1885 und die kleine Alte von 1557) mit dem Park davor, sondern auch die ganzen Straßenzüge, die umsäumt sind mit gut gepflegten und erhaltenen Kolonialgebäuden und Häuser im republikanischen oder neoklassizistischen Stil.
In der neuen Kathedrale haben bis zu 10000 Menschen Platz, sie ist eine der größten, die wir gesehen haben. Sie ist vermutlich sogar die größte in ganz Lateinamerika. Das Zentrum um diese Kirchen gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO und dies zu Recht.
Cuenca war schon zerstört, als die Spanier kamen, da sich die beiden Inkabrüder Athahulpa und Huascar einen bitteren Kampf um den Thron lieferten, was den Spaniern damals entgegen kam. Athahulpa ließ dort über 30000 Canaris töten, es waren nur noch die Frauen da, als die Spanier in die Stadt kamen. Viele von ihnen haben sich dort angesiedelt, was auch auffällt, wenn man sich die Bevölkerung dort ansieht. Die Hautfarbe der Menschen dort ist allgemein heller als in den anderen Städten Ecuadors.
Preislich dürfte sie das Niveau haben, wie in teuren Mariscal (Quito). Es gibt hier sehr gute Restaurants und viele Schmuck- und Kunstläden. Nach Cuenca zieht es viele Künstler und auch Rentner mit Geld, die hier ihren Lebensabend verbringen wollen. Die Stadt wirkt eher europäisch und könnte auch in Spanien stehen. Sie ist noch sauberer als die anderen Städte in Ecuador.
Empfehlen kann ich den Blumenmarkt und die große Markthalle.Hier gibt es die tollsten Früchte zu kaufen, die es in diesem Land gibt und überall hängen Fleischstücke in den Buden. Man bekommt hier auch gebratenes Ferkel, das man ruhig probieren kann, denn es schmeckt sehr lecker. Außerdem gibt es dort sehr viele Garküchen, wo die Bevölkerung ein billigeres Essen bekommen.
Wir haben dort auch sehr guten ecuadorianischen Kaffee mitgenommen.
Das Bussystem ist hier sehr gut ausgebaut, letztes Jahr wurde auch noch an einer Straßenbahn gebaut, die vermutlich dieses Jahr fertig wird.

Am zweiten Tag ging es auch noch in eine nahe liegende Hutfabrik, von denen es einige in der Nähe der Stadt gibt. Wir konnten mit ansehen, wie Panamahüte hergestellt werden, was sehr interessant war. Es gab dort richtig tolle und modisch schicke Hütte für Männer und Frauen, die auch bezahlbar waren. Für meinen habe ich 43 US-Dollar bezahlt, man kann ihn auf meinem Profilbild bewundern. Diese Hüte haben aber einen Nachteil, sie sind aus Palmblättern hergestellt und gehen im Regen kaputt. Ich muss mir also genau vorher überlegen, ob ich ihn mir überziehe. Aber er hat auch so einen schönen Platz in meinem Wohnzimmer.

13.Tag: Cuenca - Guayaquil


An diesem Tag ging der Weg in Ecuadors größte Stadt, nach Guayaquil, wo wir am nächsten Tag zu den Galapagos – Inseln flogen. Unterwegs sahen wir unglaublich schöne Landschaften. Zuerst ging es die Berge hoch durch den Nationalpark Mirador tres Cruses, mit vielen wilden Flüssen und Seen. Auf der höchsten Stelle (4167m) war es unheimlich windig und kalt, leider regnete es auch dort.
Der Staat nimmt es mit den Regeln in den Nationalparks sehr ernst, man durfte nur eine gewisse Zeit durch den Nationalpark brauchen. Am ersten Kontrollpunkt wird das Autokennzeichen in einen PC eingegeben und am Endpunkt auch überprüft. Es dürfen dort nur geführte Touren unternommen werden, diese sind aber sehr begrenzt.
Als wir in die Ebene kommen, fuhren wir an einem riesigen Plantagengebiet vorbei. Es gibt vor allem hier Kakao, Kaffee und Bananen. Unser Reiseleiter erzählt uns, dass die Arbeitsbedingungen in diesen Plantagen unmenschlich waren. Während der Arbeit flogen Flugzeuge mit Pestizide über die Plantagen, so dass viele Menschen krank wurden. Bei der Ernte von Bananen wurden viele von Schlangen gebissen. Mittlerweile ist das besprühen auf diese Art verboten, die Arbeiter bekommen Handschuhe und Schutzkleidung. Es wird hier sogar sehr ökologisch angebaut, der Kunde hatte das gefordert und sich auch durchgesetzt.

Als wir zur Stadt kommen, dachte ich zunächst, dass die Stadt am Meer liegt, weil man über Brücken mehrere km über Wasser fährt. Später erfahren wir, dass es sich um den Fluss Guayas (389km) handelt. Eine Brücke ist fast 3km lang und die längste in ganz Ecuador. Es sind unglaubliche Dimensionen, wenn man sich manche Flüsse in Ecuador ansieht. Im Gegensatz wirkt der Rhein bei uns wie ein kleiner Seitenfluss.

Nachmittags schlendern wir durch die belebte Uferpromenade Malecon 2000 und bestiegen den Cerro Santa Ana, wo wir oben eine herrliche Aussicht auf die Stadt hatten. Aber zuvor mussten wir genau 444 Treppenstufen besteigen. Eigentlich kein Problem, aber es war an diesem Tag sehr heiß in der Stadt. Das ist aber Normalität, die Temperaturen schwanken ganzjährlich zwischen 28-32 Grad (maximale Temperatur), unter 20 Grad soll es selten werden.
Die 3 Millionen Einwohnerstadt bietet einige interessante Gebäude und Parks, fasziniert hat mich allerdings ein Kaufhaus, das schätzungsweise drei bis viermal so groß ist, wie das Oberhausener Centro, das als größtes Einkaufszentrum in Deutschland gilt. Allein im Gastronomiebereich dürften ca. 4 Fußballfelder rein passen. Es ist das modernste Kaufhaus, das wir auf der Fahrt gesehen haben, normalerweise ist man in Ecuador Markthallen, Märkte oder Geschäfte in Garagengröße gewohnt.
Ich kann leider nicht mehr Empfehlungen selbst geben, da wir nur einen halben Tag dort verweilten.

14. - 17.Tag: Guayaquil – Galapagos- Inseln. Santa Cruz


Nach 2 Stunden Flugzeit kamen wir auf den Galapagos- Inseln an, sie liegen etwa 1000km vom Festland weg im Pazifischen Ozean. Die Inseln stehen unter Naturschutz und gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO, da die Inseln eine einzigartige Flora und Fauna besitzen. Es gibt allein 250 Pflanzenart dort, die endemisch sind, das heißt, dass s sie nur dort gibt
Es gibt 10 Inseln mit mehr als 10 qkm und ca. 100, die kleiner sind. Sie sind alle vulkanischen Ursprungs.Auf sämtlichen Inseln leben zusammen nur 30000 Einwohner, nur 5 Inseln sind besiedelt.
Es gibt sehr strenge Einreiseregeln für Galapagos, was aber erst die UNESCO durchgesetzt hat. Pro Tag dürfen je nur 3 oder 4 Flugzeuge auf den beiden Flughäfen dort landen, man will einen sanften Naturschutz, für den jeder Besucher aber auch 100 US- Dollars bezahlen muss. Für die Inseln benötigt man ein Visum, was die Einreise von Illegalen einschränken soll. Insgesamt kommen jährlich ca. 200000 Touristen auf die Galapagos- Inseln, viele davon auch mit Kreuzschiffen.
Die Insel ist bei den Festlandeinwohner sehr begehrt, da die Löhne sehr viel höher sind. Allerdings auch die Ausgaben, denn auf der Insel wird nichts produziert, Gebrauchsgegenstände müssen angeflogen werden. Selbst eine Heirat mit einem Inselbewohner ist nicht so einfach. Bei einer Scheidung muss man die Insel verlassen.
Deswegen braucht man sich auch gar nicht zu wundern, dass auch die Preise in den Bars, Cafe und Restaurants die teuersten in ganz Ecuador sind. Es ist dort alles moderner und die Zentren sind sehr schön angelegt.
Die Insel kann man nicht überall einfach so mal durchlaufen, dafür benötigt man einen Ranger, der genau darauf achtet, was man tut. Naturschutz wird sehr groß geschrieben. Die Schuhe dürfen keine Rückstände vom Festland unter den Sohlen haben, es dürfen keine angebrochenen Lebensmittel mitgebracht werden u.s.w.
Das hat alles einen Grund, man will damit verhindern, dass sich Samen auf den Inseln verbreiten oder Kleintiere mit auf die Insel gebracht werden, die das ganze Ökosystem durcheinander bringen, was leider schon mit einer Fliege und einer Rattenart passiert ist. Auf Galapagos soll alles so bleiben, wie es ist. Die kleinsten Einflüsse können die größten negativen Wirkungen haben. Uns wurden da einige Beispiele genannt. Zuerst dachte ich, das wäre alles übertrieben, aber nach dem Besuch setzte sich ein Umdenken bei mir ein.

Wir landeten auf dem Flughafen der Insel Baltra und fahren mit einem Shuttlebus- und Boot auf die Insel Vera Cruz, wo wir mehrere Tage verbrachten.
Noch bevor wir dort ankamen, liefen wir durch einen natürlichen Lavatunnel, von denen es mehrere auf den Inseln gibt. Unserer war immerhin 300m lang, teilweise war er innen beleuchtet. Es gibt auf dieser Insel aber auch welche mit 2km Länge.

Auf dem Weg zur Schildkrötenfarm unternahmen wir noch einen Abstecher zu Zwillingseinsturztrichter Los Gemelos, diese haben etwa einen Durchmesser von 1km und sind 70m tief. Diese werden auch als Krater bezeichnet, was allerdings nicht stimmt, die vorher genannte Bezeichnung ist richtiger. Es ist alles sehr grün auf diesem Hochland, um den Trichter befindet sich ein Scalesia Wald, mir waren diese Bäume vorher völlig unbekannt. Hier wachsen auch noch verschiedene Arten von Farnen und Miconia – Pflanzen. Leider regnete es etwas an diesem Tag, es sollte aber das einzige Mal sein.

Nach weiteren 15 min Fahrt kommen wir zum ersten Höhepunkt des Tages der Schildkrötenaufzuchtstation. Die hier lebenden Riesenschildkröten leben in freier Natur, sie werden hier nur beschützt und teilweise auch gefüttert. Ich wunderte mich zunächst, weshalb hier nur Riesenschildkröten leben, bis uns erklärt wurde, warum das so ist.
Die weiblichen Schildkröten wandern den Berg bis zum Meer hinunter, wo sie die Eier in Sand vergraben und laufen dann wieder den weiten Weg hoch auf den Berg. Die kleinen Schildkröten schlüpfen irgendwann mal, doch leider überleben pro Brut nur sehr wenige, die meisten fallen den Vögeln zum Opfer. Die Überlebenden wachsen in der Meeresnähe heran und begeben sich auch zur Nahrungssuche oft ins Meer. Erst wenn sie mindestens 30 Jahre alt sind haben sie so viel Kraft, dass sie den Berg hinauflaufen können. Sie werden auf jeden Fall den Weg dorthin finden, wenn sie hin wollen, das ist echt irre.
Auf diesem Berg sahen wir etwa 30 dieser beeindruckenden Tiere. Man darf bis allerdings nur maximal 2m an die Schildkröten heran, das gilt auf allen dieser Inseln und auch für alle Arten von Tieren. Manchmal ist das aber gar nicht so einfach, denn die Tiere kennen keine Feinde. Es kann also sein, dass die Tiere dem Menschen näher kommen, dann muss man nämlich weichen, bevor ein Ranger seine Pfeife zur Hand nimmt.
Wenn ich mich richtig erinnere, fressen diese Turtles Pflanzen bis zu 30kg am Tag, was man auch an den Ausscheidungen sehen kann, denn diese sind erstaunlich groß. Sie können aber auch bis zu einem Jahr ohne Fressen auskommen, da es ihnen möglich ist die Nahrung abzuspeichern.
Man weiß übrigens noch gar nicht genau, wie alt Schildkröten werden, es sind alles nur Schätzungen, weil es kein Tier gibt, das schon mehr als 176 Jahre (Die älteste nachgewiesene bisher) in Gefangenschaft lebte oder registriert wurde. Sie können über 400kg schwer werden.
Von den Riesenschildkröten auf Galapagos gibt es 15 verschiedene Arten, von denen aber schon 5 ausgestorben sind. Alle wuchsen sie auf verschiedenen Inseln auf, weshalb sie auch unterschiedlich aussehen. Auf der Insel Isabelle gibt es 5 Riesenkrater, in jedem wuchsen Schildkröten heran und machten ihre eigene Evolution durch, weshalb sie auch anders aussehen. Eine davon hat zum Beispiel einen richtig langen Hals, damit sie besser an höhere Pflanzen hin kommt.

Am zweiten Tag ging es zur Charles Darwin Station, wo wir unterwegs schon etliche Eidechsen, Meeresechsen, Vögel und Krabben gesehen haben. Auf dieser Station werden Tiere gezüchtet, die kurz vor dem Aussterben sind. Es handelt sich hier hauptsächlich um verschiedene Schildkröten- und Echsenarten, aber auch Finken.
Die Station ist sehr wichtig für die Inseln, aber man sieht dort nicht sehr viel, aber ich fand das ganze dennoch sehr interessant. Man erläuterte uns auch, wieso manche Tiere vor dem Aussterben stehen. Zum Beispiel
legt eine eingeschleppte Fruchtfliege ihre Eier in die Nester einer Finkenart. Wenn die Larven schlüpfen, fressen sie sich erst einmal durch die Eier der Finken, was verursacht, dass sich diese Vögel nicht natürlich weiter pflanzen.

Tag drei liefen wir ca. 3km zur Tortuga Bay. Es handelt sich um einen sehr schönen angelegten Vulkansteinweg, wo man, vorbei an vielen Kakteen zur Schildkrötenbucht gelangt. Auf den Mauern sahen wir wieder eine Vielzahl von sehr schönen Lavaechsen, je näher man ran kam, umso mehr wuselte es überall. Einige davon konnte man aber sehr gut fotografieren.
Am Ende kommt man an einen feinen Sandstrand mit einem glasklaren Meer. Es gibt dort auch Mangrovenwälder, Baumopuntien und eine Lagune, wo die meisten schwimmen gehen. Durch das Wasser können wir einige Fische sehen und meine Freundin hatte das Glück, einen jungen Hammerhai im untiefen Wasser zu sehen. Aber er war nur etwa 80cm lang und völlig harmlos.
Neben dem Handtuch wollten uns Schwärme von Darwinfinken etwas zu fressen entlocken. Eine Handbewegung und alle waren sie blitzschnell wieder weg und gleich wieder aufzutauchen. Es ist einfach schön, Tiere so nah beobachten zu können.
Das gilt auch für die schwarzen Meeresechsen, die wie Relikte aus der Urzeit aussehen, was sie ja auch sind. Sie schwimmen vom Meer an den Strand und sonnen sich überall. Manchmal sind über 10 Tiere auf etwa 6 bis 8 qm. Sie verschwinden nicht, wenn man näher kommt und kann sie so problemlos fotografieren, aber auch hier gilt die 2m Grenze.
Auf den Lavasteinen liegen überall Unmengen von roten Klippenkrabben, die oft tolle Färbungen haben. Diese sieht man in ganz Galapagos und sind auch verschieden groß.

Unsere Unterkunft ist in dem kleinen Städtchen Verde Azul. Es ist sehr touristisch, aber auch sehr einladend. Es gibt einige Kunstläden und viele, gehobenere Restaurants. Das Wetter erlaubt es, dass man überall draußen sitzen kann.
Am Hafen ist täglich ein kleiner Fischmarkt, der sich vor allem wegen den Tieren lohnt, die vorbei schauen, um den einen oder anderen Fisch zu stehen. Es gibt immer einige Seelöwen u sehen, die sich nicht davor scheuen, sich sogar auf den Gehwegen zu sonnen, die Leute müssen herum laufen um weiter zu kommen Nicht selten liegt auch noch eine oder zwei der größeren Meeresechsen daneben. Sie können bis ca. 80cm lang werden.
Pelikane watscheln immer an den Fischständen vorbei, darüber lauern die großen Fregattvögel, die von unten wie Flugechsen von Jurrasic Park aussehen. Ihre Flügelspannweite kann bis 2,60m betragen, ihr Flug ist das beeindruckendste, was wir bei Vögeln je gesehen haben, es wirkt majestätisch, wenn man sie dahin segeln sieht. Und urplötzlich sind sie über dem Fischstand und krallen sich beim Vorbeifliegen einen der Fische. Da waren selbst die Verkäufer überrascht.
Es gibt hier auch eine Straße für die Einheimischen, die Abends die vielen Garküchen besuchen. Auf der ganzen Straße stehen Stühle, Tische und Garnituren, da ist Leben pur. Als Europäer wirst du nie schief angesehen, die Ecuardorianer sind allgemein ein unglaublich nettes Volk. Verschenkst du ein Lächeln, bekommt du es doppelt zurück. Das ist im ganzen Land so, und nicht nur, wenn sie etwas verkaufen wollen.
Bei den Garküchen sollten Europäer vorsichtig sein, auch wenn vermutlich nicht so oft etwas passieren würde. Das Problem ist das Wasser, das wir nicht vertragen. Es sind oft Keime darin, die uns Durchfall und Magenschmerzen verursachen, die Mägen der Südamerikaner sind das gewohnt. Deshalb sollte man auch auf Eiswürfel und Speiseeis dort verzichten. Wir nahmen beides zu uns und hatten Glück.
Der Reiseleiter empfahl uns eine Fischbraterei. Man suchte sich den Fisch selbst aus, dieser wurde dann auf den Grill gelegt und dazu gab es eine sehr schmackhafte Knoblauchsoße mit Kartoffeln. Fisch kann ich jedem in Ecuador empfehlen, da kann man selten etwas falsch machen. Ich selbst bin gar nicht der große Fischesser, aber in diesem Land hatte ich 7 oder 8 mal Fisch gegessen und war immer begeistert. Es ist dasselbe, wie wenn man an der Nord- oder Ostsee ist, wo es frische Fische gibt, da schmeckt es meist auch besser.

Am 17.Tag fuhren wir mit einem Schnellboot die Küste entlang zu einer kleinen Insel, wo wir in der Nähe einer Seehundekolonie schnorchelten. Man konnte dort einige Fische, auch kleine Weißspitzenhaie sehen. Ganz in der Nähe schwammen einige Seehunde und auch zwei Schildkröten kamen ganz in unsere Nähe. Leider musste ich selbst bald abbrechen, ich kam leider mit dem Atmen nicht klar. Ich sollte es irgendwann noch einmal probieren. Es lohnt sich auf jeden Fall. Die anderen waren auf jeden Fall begeistert, auch wenn das Wasser recht kalt und wellig war.

Weiter ging es zum Punta Estrada, einer Halbinsel, sie sollte zu einem Highlight auf Galapagos werden. Hier brüteten gerade Hunderte von Fregattvögeln, Blaufußtölpel und andere Seevögel. Die einen hatten ihre Nester auf dem Boden, andere in den Sträuchern. Es war für mich völlig faszinierend, denn man konnte ganz nah dran, kein einziger Vogel flog davon. Sie wussten, dass sie dort keine Feinde haben und vor den Touristen auch keine Angst zu haben brauchen. Wir konnten sie fotografieren, wenn sie ihre Jungen fütterten und waren gerade mal 2m weg. Es war unglaublich. Und überall hörte man die Schreie der Vögel, der Himmel war voll mit den herrlichen Fregattvögel, die als Männchen rote Kehlsäcke unter dem Kinn tragen. Diesen können sie mächtig aufblasen, wenn sie wollen. Diese Vögel sind nicht nur sehr schön, sie sind auch bekannt dafür, dass sie anderen Vögeln die Beute stehlen. (Deshalb kommt ihr Name auch von Fregatten)

Bei einem anderen Stopp konnten wir von einem Berg den Canal de los Tiburones sehen, wo sich Mittags die Weißspitzenriffhaie ausruhen. Wir habe so etwa 12 Stück auf engstem Raum gesehen, sie bewegten sich kaum. Ich war bisher immer davon ausgegangen, dass Haie immer in Bewegung bleiben müssten. Hier wurde ich belehrt, dass es zwei Arten von Haien gibt, diesen hier war es auf jeden Fall möglich zu chillen.

Auf der Insel unternahmen wir noch einige andere Spaziergänge, es wurde auch mehrfach geschnorchelt, aber auf alles einzugehen, das ging mir dann doch zu weit. Vor allem hat auch mein gedächtnis schon nachgelassen, ich hatte mir täglich nur Notizen gemacht.


18. + 19.Tag: Santa Cruz – San Cristobal


Zum Glück habe ich schon mehrfach bewiesen, dass ich seetauglich bin, doch die Fahrt von Santa Cruz nach San Christobal setzte mir anders zu. Das Schnellboot schlug die zwei Stunden auf der unruhigen See so mächtig auf, dass es mir jedes Mal ins Kreuz fuhr und ich den Anschein hatte, dass wir auf Beton landeten. Gegenüber mir saß eine junge, sehr hübsche Südamerikanerin, die schon nach 10 Minuten die Kotztüte (Sorry, mir fällt kein anderes Wort ein) vor dem Gesicht hatte und diese nicht mehr aus der Hand gab. Die Gesichtsausdrücke um mich herum waren allgemein nicht sehr freudestrahlend, da hatte jeder mit sich selbst zu kämpfen. Deshalb waren wir froh, dass wir die Fahrt einigermaßen gut überstanden hatten.

Das kleine Städtchen in Puerto Ayora in San Cristobal ist nett, aber Verde Azul hatte etwas mehr Klasse für mich. Es gibt dort eine ansehnliche Strandpromenade und auch sehr viele Restaurants, von denen aber viele geschlossen hatten. Aber diejenigen, die wir besuchten waren recht gut.
San Cristobal wurde bis 1904 als Gefängnisinsel benutzt, die Regierung schickte regelmäßig Gefangene zu dem berüchtigten Manuel Julian Cobos, der dort eine Zuckerrohrplantage betrieb und sich selbst Herrscher über Galapagos nannte. Er betrachtete die Gefangenen als seine persönlichen Sklaven und war auch der Herr der Peitsche, bis ihn seine rebellischen Arbeiter lynchten.

Die Besichtigungen auf der Insel sind nicht so spektakulär wie auf Santa Cruz, vielleicht weil sich das eine oder andere auch wiederholte. Wir unternahmen eine Wanderung zum Hügel Tijereta, wo eine große Statue von Charles Darwin steht, der hier an Land gegangen ist. Von dort hat man eine tolle Aussicht und kann auch wieder einige Vögel beobachten. An anderer Stelle kann man auch die Nester der Fregattvögel in der Steilküste sehen. Weiter ging es noch zum Strand Carola, wo es sehr viele Seelöwen und Meerechsen gab. Auch an der Uferpromenade des kleinen Städtchens können wir sehr viele Seelöwen sehen, sogar nachts hört man sie.

Am letzten Tag ging es noch mit dem Boot die Küste entlang, dazwischen gab es noch einmal eine Möglichkeit zu baden. Man ließ so den Urlaub ausklingen. Abends gab es noch ein sehr leckeres Abendessen auf Kosten des Reiseleiters.


20. + 21. Tag Galapagos – San Cristobal – Quito – Madrid – Frankfurt


Die Rückreise war leider sehr lang. Wir flogen von den Galapagos Inseln nach Guayaquil, von wo es weiter nach Quito ging. Von dort ging es mit Iberia nach Madrid und nach dem Umsteigen nach Frankfurt, wo wir noch 2 Stunden in den Zug Richtung Karlsruhe stiegen. Es war ein sehr langer Tag, aber die Gruppe blieb bis zur letzten Trennung zusammen, was ich einzigartig fand. Ein toller Urlaub ging leider zu Ende.


DAS FAZIT


Ich denke man kann lesen, dass wir begeistert von Ecuador waren. Es ist ein wunderschönes, abwechslungsreiches Land mit auffallend netten Menschen. Wir können da den Vergleich mit Peru machen, wo auch das Land unglaublich interessant ist, die Menschen aber doch erheblich zurückhaltender sind. Womit ich aber nicht unfreundlich damit meine.
Wir nahmen Eindrücke mit nach Hause, an denen wir noch lange zehren werden. Es gibt viele tolle Landschaften, viel anzuschauen, aber auch das Essen war mehr als schmackhaft. Man sollte allerdings keine Allergie gegen Koriander haben, denn dieses Gewürz schmeckt man fast an allem. Wir würden auf jeden Fall Fisch empfehlen, und den gibt es sogar im Landesinnern, denn es gibt dort sehr viele Forellenzuchten und es war überall sehr lecker.
Überrascht hat uns die Sauberkeit in diesem Land, da wurde wohl einiges in den letzten Jahren unternommen. An den Landstraßen lasen wir öfters Schilder, die freundlich darauf hinwiesen, dass man keinen Müll wegwerfen solle. Es kam mir manchmal übertrieben vor, doch so eine Art von Gehirnwäsche kann man auch mal positiv beurteilen.
Empfehlen können wir zum zweiten Mal die Südamerika Experten von Viventura. Die guten Bewertungen hier sind nicht gekauft und auch keine Fakes, der Reiseanbieter kümmert sich wirklich hervorragend um seine Reisenden, auch die Reiseleiter sind erstklassig. Wir waren schon in Peru mit der Agentur unterwegs und werden vermutlich 2018 ein drittes Mal mit ihnen auf Tour gehen.
Und da muss ich unbedingt noch unsere 8köpfige Reisegruppe nennen, diese war hervorragend. Man sollte keine Angst vor solchen Gruppenreisen haben, in der Regel sind die Leute zwar total verschieden, auch was den sozialen Stand betrifft, aber jeder hat dieselben Interessen und weiß in der Regel auch, was ihn erwartet. Nur 9 Monate danach hat sich die Gruppe, die aus ganz Deutschland und aus Zürich kam, in Speyer wieder getroffen. Ich denke, das sagt schon vieles über die Harmonie aus. Gut möglich, dass es da eine Fortsetzung gibt.
Man sollte sich nur merken, Südamerika ist nicht Europa, man muss immer Abstriche machen, vor allem bei den Übernachtungen und beim Frühstück, das relativ einfach ist. Dennoch war es viel besser als erwartet.
Ich bin schon seit unserem Besuch in Peru großer Südamerika Fan, deshalb kann ich die Reise in dieses Land auf jeden Fall empfehlen. Leider muss man aber ganz schön auf die Reise sparen, denn billig ist sie leider nicht, auch wenn Viventura im Preis-Leistungsverhältnis sehr gut ist. 5 Sterne von mir!

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 576 mal gelesen und wie folgt bewertet:
100% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
besonders hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Haygn veröffentlicht 23.05.2017
    Sobald ich ma genug geld habe, kommt Ecuador in die engere Auswahl der Urlaubsziele!!!
  • ciao2002 veröffentlicht 09.05.2017
    Da bekommt man Lust auf Reisen!!
  • Mogli2309 veröffentlicht 03.05.2017
    Ich muss mir wirklich verwundert die Augen reiben, hier hat wirklich keiner sh gewertet, super, verdient, ein toller Bericht
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

Produktdaten : Ecuador Allgemeines

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 17/11/1999