Erfahrungsbericht über "Eggertspiele - Glück Auf!"

veröffentlicht 13.02.2015 | RIESENFUSS
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Ich bastele gerade an der Präsenz: riesenfuss-spiele.de Besuche und Anregungen sind willkommen. Mein erster Diamant 2015. Dank an meine treuen Leser und Bewerter! Ciao Thorsten
Ausgezeichnet
Pro Einfache Regel, flott gespielt, Thematik gut umgesetzt
Kontra Nischt
besonders hilfreich
Spaßfaktor
Design
Langzeitspielspaß
Stabilität

"In drei Schichten zum Erfolg oder sauberer Bergbau"

Moin Zusammen,
heute möchte ich mit euch unter Tage gehen, aber keine Angst. Schlagende Wetter habt ihr nicht zu fürchten, denn wie ihr es von mir gewohnt seid, beim alles schon auf dem Spieltisch. Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie es einige Spieleautoren hin bekommen alltägliches zu einem Spiel zu machen, was bei diesem Bergbauspiel Dem Erfolgsautoren-Duo Kramer/Kiesling wieder hervorragend geglückt ist.

0. Inhaltsverzeichnis

1. Daten zum Spiel
2. Infos zum Verlag
3. Eindruck des Spielmaterials
4. Der Spielablauf
5. Spielbarkeit und Erfahrungen mit unterschiedlichen Mitspielerzahlen
6. Fazit

1. Daten zum Spiel

Erschienen: 2013 bei Pegasus/eggertspiele
Autor: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Grafiker: Dennis Lohausen
Spiel-Genre: taktisch-strategisches Workerplacement Brettspiel
Preis: ca. 34,95 € (ich habe das Spiel über Buch.de für ca. 23 € bekommen.)
Alter: Ab 13 Jahre
Spieler: 2-4
Spieldauer: 30-120 Minuten
Zielgruppe: Vielspieler, oder ambitionierte Gelegenheitsspieler, sowie Bergleute die mal sauber bleiben wollen

2. Infos zum Verlag

Dieses Spiel ist bei Pegasus erschienen, einem Verlag, den es in der deutschen Brettspiellandschaft noch gar nicht so lange gibt, der aber extrem auf dem Vormarsch ist. Im Jahre des Spielers 2014 konnte Pegasus mit Camel Up das Spiel des Jahres und mit Instanbul das Kennerspiel des Jahres stellen. Neben der Verlagstätigkeit ist Pegasus auch Großhändler, der zum Beispiel die Lizenz für den Vertrieb von AEG-Spielen in Deutschland hat, über den aber auch kleinere Spieleläden ihre Bestellungen machen, da werden dann auch Spiele anderer Verlage, z.B. Hans im Glück, Kosmos oder Ravensburger ausgeliefert. Bis vor kurzen gab es in diesem Bereich auch noch ein Korporation mit dem Heidelberger Spieleverlag, da es aber Diskrepanzen gab hat sich die Korporation zerschlagen. Da meine Infos dazu nur aus zweiter Hand sind, möchte ich da nicht näher darauf eingehen.
Der Firmensitz von Pegasus ist übrigens im hessischen Friedberg.
Eggertspiele ist ein kleiner Verlag des durchaus nicht untätigen Peter Eggert, der für den Vertrieb mit Pegasus korporiert

3. Eindruck des Spielmaterials

Die Meeple sowie die Ressourcenwürfel sind aus Holz, das Geld ist dünnes Papier, wie Monopolygeld und das restliche Material sind Pappcouter und -tableau, wie auch das Spielbrett. Witzig ist bei diesem Spiel die Idee mit dem Spielertableau welches etwas dicker ist, so dass der Förderkorb hoch und runter gefahren werden kann. Damit das auch länger gut funktioniert, sollte das Spiel nicht in feuchteren Gefilden gelagert werden, weil wenn die Pappe sich verzieht funktioniert diesem Gimmick nicht mehr richtig.
Alles in allem habe ich einen guten Eindruck vom Spielmaterial und die Schachtel ist auch nicht völlig überdimensioniert. Witzig ist auch, das auf dem Geld das Konterfei des Autoren-Duos zu sehen ist.
Grafisch finde ich den Spielplan und die Stollentableaus sowie die Austräge und die Kramer-„Kies“-linge sehr gelungen. Statt der Holzzylinder hätte man Meeple nehmen können, aber wie es ist passt es schon.

4. Der Spielablauf

Jeder Mitspieler betreibt einen Minenschacht, der ihm zu Geld und Ruhm (Siegpunkte) verhelfen soll. Im Schacht selbst gib es links und rechts Stollen, wo mit Hilfe von Loren verschiedene Ressourcen abgebaut werden. Eine Lore pro Ressource besitzt jeder Spieler schon im Stollen, die ist aufgedruckt und wird zu Beginn bin den Ressourcen gefüllt. Weitere bekommt man durch den Einsatz von Arbeitern und Geld auf dem Spielbrett. Was bringen einem aber die Loren, wenn sie mit Ressourcen gefüllt im Stollen herum stehen? Nischt! Darum muss man seinen Förderkorb zu den entsprechenden Stollen bewegen, um die Ressourcen aus den Loren zu bekommen. Man kann 10, 8, 6 oder 4 wählen, bei 4 Mitspielern. Bei Zwei Mitspielern nur 10 oder 6. Wieso es manchmal dennoch Sinn man nur die 6 oder gar die 4 nehmen liegt daran, dass, wenn man eine Aktion ausführen will, die bereits jemand anders gemacht hat, muss man einen Arbeiter mehr investieren. Die verdrängten Arbeiter werden zum Essen in die Kantine geschickt.
So jetzt haben wir die Ressourcen erfolgreich an das Tageslicht gebracht, aber wie können wir damit Punkten? Zum Punkten, brauchen wir Aufträgen, die mit Arbeitereinsatz auf dem Spielplan erworben werden können. Einen bekommt man bereits währen der Startup-Phase. Neben den geforderten Ressourcen, ist auf den Aufträgen ein Transportmittel abgebildet mit dem sie abtransportiert werden müssen.
Das heißt, bevor der Ruhm kommt müssen wir auch noch an das Transportmittel wieder mit Hilfe des Arbeitereinsatzes auf dem Spielbrett gelangen. Wenn man mehrere erfüllte Aufträge hat, die das gleiche Transportmittel benötigen, dann braucht man dafür das Transportmittel nur einmal auszuwählen.
Sind die Aufträge mit Hilfe der Transportmittel endlich erledigt, dann regnet es auch sofort Siegpunkte.
Da der Erwerb der Loren Geld kostet, geht dies irgendwann aus. Den schnöden Mammon bekommt man von der Bank auch da besteht die Wahl 3,4,5 oder 6 oder, dass aber immer nur für 1 Arbeiter, nur 1 Geld.
Wenn alle ihre Arbeiter eingesetzt haben ist Schichtende und es wird ausgezahlt. Allerdings keine Geld, sondern Siegpunkte. Nach der ersten Schicht (1.Zwischenwertung) nur für die Mehrheiten an Ressourcen, die auf den erfüllten Aufträgen abgebildet sind. In der zweiten Schicht (2. Zwischenwertung) dann für die Ressourcen und die Transportmittel auf den erfüllten Aufträgen und nach der dritten Schicht (Endwertung) wie nach der zweiten und zusätzlich kommt noch die Mehrheit der Loren in den Stollen dazu. Hier hat es keine Relevanz, ob dort noch Ressourcen in den Loren sind oder nicht.
Wichtig ist jetzt auch noch, ob die Spieler ihre Loren ausgewogen gebaut haben. Links sind sie beleuchtet und rechts unbeleuchtet. Für Unausgewogenheit kommen jetzt dann doch die schlagenden Wetter in Form von Minuspunkten. Wer am Schluss die meisten Siegpunkte gesammelt hat gewinnt das Spiel. Ressourcen und Geld bringen am Ende auch noch marginal etwas, aber das dient eher als Tiebreaker.

5. Spielbarkeit und Erfahrungen mit unterschiedlichen Mitspielerzahlen

Zu Viert habe ich das Spiel bis dato noch nicht gespielt, nur zu 2. und 3., aber da bei geringerer Mitspielerzahl die Einsatzmöglichkeiten auf dem Spielplan begrenzt sind, herrscht auch bei zwei und 3 Spielern ein Mangel an Möglichkeiten, so dass es automatisch dazu kommt, das man Feld in Besitz nimmt, die bereits jemand anders zuvor gewählt hatte. Schön ist das durch diese Anpassung nicht wie bei anderen Spielen ein Dummyspieler ins Spiel kommt, der das Glückselement hebt. Die Glückskomponenten sind die zufällig aufgedeckten Aufträge und Loren, aber hier gibt es auch jeweils ein Feld wo man sich mehrere vom verdeckten Stapel anschauen und eine aussuchen darf und danach sogar die Reihenfolge wie man die Aufträge bzw. Loren zurücklegt bestimmen darf und sich dabei für spätere Aktionen Vorteile zu verschaffen oder einfach die Mitspieler zu ärgern.
Die Interaktivität dieses Spiel ist nicht durch das klauen bereits erworbener Güter gesteuert, sondern durch das vor der Nase wegschnappen vom Spielbrett. Der Ärgerfaktor ist aber dennoch vergleichbar.

6. Fazit

Ein für Vielspieler eher seichtes Workerplacement-Spiel mit gelungener thematischer Umsetzung, wo das Thema nicht auf dem Mechanismus übergestülpt wirkt.
Schnell erklärt, flott gespielt, da kann man auch gleich eine Revanche spielen. Der Mechanismus gewählte Aktion erneut ausführen zu können in dem man mehrere Arbeiter einsetzen muss ist nicht neu, aber alle Spielelemente sind stimmig und in ihrer Kombination wüsste ich so kein Spiel bei dem es exakt identisch nur mit anderem Thema funktioniert.
Somit vergebe ich gern die vollen 3 Schichten und packe noch eine Weihnachts- und eine Urlaubsschicht oben drauf.

Spielerische Grüße aus dem meines Wissens mittlerweile Bergbau freien Schwaben, belehrt mich gern eines besseren.

Ciao Thorsten

P.S.: Ich hoffe es ist mir gelungen das Spiel so kurz und knackig vorzustellen wie es in der Praxis mit den richtigen Mitspielern auch ist.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • utily_el veröffentlicht 03.08.2015
    BH :-)
  • hochsauerlaender veröffentlicht 19.07.2015
    bh
  • Gundo57 veröffentlicht 07.07.2015
    Hier meine Wäsche-Lieferung ;-)! LG Gundo
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Produktdaten : Eggertspiele - Glück Auf!

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

EAN: 4250231705168

MPN: 54535G

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 11/12/2013