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08.02.2003 (09.02.2003)
Pro:
Äußerst amüsant ! Nette Geschichte ! Gelungene musikalische Untermalung
Kontra:
Vorhersehbar ! Schwache Hauptdarsteller – vor allem Sandra Bullock ! Langweilige Bilder !
Empfehlenswert:
Ja
 ZordanBodiak
Über sich:
I am just a dreamer... But you are just a dream....... ----- Lust- und antriebslos und dazu kommt e...
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Vor knapp zwei Monaten konnte ich mich bereits als wahrer Romantiker outen. „Sweet Home Alabama“ lief bei uns in der Sneak und ich langweilte mich zu Tode. Doch schon ein Blick auf das Kinoprogramm der nahen Zukunft ließ mich erschaudern. Mit „Ein Chef zum Verlieben“ (Erneut eine wundervolle Übersetzung aus dem Amerikanischen; dort heißt der Film „Two weeks notice“) steht ein Film an, der absolut prädestiniert für die Gießener Sneak Preview ist. Schon der Trailer mit seinem Heile-Welt-Getue stieß bei mir auf wenig Gegenliebe. Aber nachdem am vorgestrigen Abend das Licht langsam erloschen ist und sich auf der Leinwand die Namen Hugh Grant und Sandra Bullock breit machten, war mir bewusst, dass ich erneut mit einer zuckersüßen Liebeskomödie gequält werden würde. Aber dank meiner Toleranz und meiner Unfähigkeit das Kino verfrüht zu verlassen, verblieb ich im warmen Lichtspielhaus. Ob ich vielleicht mein blaues Wunder erlebt habe und ich wider jeglicher Erwartung einen herausragenden Film gesehen habe oder ob meine schlimmsten Vermutungen erfüllt worden sind: Wie immer Fragen, die geklärt werden müssen...
*Ein Geschichte zum Verlieben* Ein erfolgreiches Jura-Studium an der Eliteuniversität von Harvard hat Lucy bereits hinter sich gebracht. Doch anstatt das große Geld zu machen, zieht sie es vor für ihre „Weltvorstellungen“ zu kämpfen – wenn auch zumeist ohne Erfolg. Sie demonstriert gegen die Abrisse von bedeutsamen Häusern und verteidigt den kleinen Mann. Doch urplötzlich läuft ihr der exzentrische Geschäftsmann George Wade, der schon lange den Weg in den Dollarhimmel geschafft hat und das nächste Ziel ihrer Demonstrationen sein soll, über den Weg. Er ist auf der Suche nach einer neuen Chef-Anwältin und lockt Lucy mit der Zusicherung, dass das von ihr „geschützte“ Bauwerk nicht abgerissen wird.
Ein Chance, die Lucy zunächst widerwillig eingeht. Doch was zunächst wie eine typische Geschäftsbeziehung aussieht, mausert sich langsam für Lucy zu einem Fulltime-Job. Immer wieder wird sie aus dem wohlverdienten Schlaf geklingelt, weil George eine Person zum Zuhören braucht oder sich aber bei der Hemdenwahl nicht entscheiden kann. Wie es der Zufall will, wachsen die beiden in den nächsten Monaten immer mehr zusammen und werden die besten Freunde. Vielleicht entdecken sie aber auch noch, dass die gegenüberstehende Person der Partner für den nächsten Lebensabschnitt ist...
*Eine Inszenierung zum Verlieben* In Hollywood strotzt es nur so vor romantischen Klischees – die verständlicherweise in jeder Liebes-Komödie bis ins Unendliche ausgekostet werden müssen. Sei es der anfängliche Hass zwischen den Hauptfiguren oder das Aufeinanderprallen von zwei Weltansichten. „Two weeks notice“ bedient jegliche nur erdenkliche Klischeeschubladen und ist zu allem Übel noch äußerst vorhersehbar – aber als kleinen Einschub kann man ja anmerken, dass jegliche Liebes-Komödien an einer unglaublichen Vorhersehbarkeit kranken.
Dennoch schafft Regisseur und Drehbuchautor Marc Lawrence das Unmögliche. Das ganze funktioniert äußerst gut und ist die beste Liebes-Komödie die Hollywood seit längerer Zeit ausgespuckt hat. Er entwirft sympathische Figuren – deren guter Eindruck lediglich durch die Schauspieler getrübt wird, dazu aber später mehr. Und stopft die ganzen Klischees, die sich um die Figuren ranken, in eine (teilweise) urkomische Story. Lucy findet langsam ihren Weg in die New Yorker High Society – was von den Ausstattern schamlos mit zahllosen Protz-Exzessen wie einem Hubschrauberflug über New Yorker oder einer dicken Benz-Limousine ausgenutzt wird. Aber wen stört das schon? Gerade wenn die dekadenten Momente immer wieder für zahllose Gags „missbraucht“ werden, die dem Kinozuschauer kleine Lachtränen ins Auge treiben. Wild wird zwischen kleineren Wortduellen – die aber leider nie das geniale Ausmaß und den Kultcharakter eines „When Harry met Sally“ erreichen – und Slapstick-Szenen hin- und hergeschnitten.
Aber leider ist nicht alles so rosig, wie es auf dem ersten Blick erscheint. Gerade im Bereich der Bebilderung – László Kovács stand im übrigen hinter der Kamera – erscheint das ganze doch etwas altbacken und langweilig. Keinerlei Bewegung, starr verharrt die Kamera in ihren Einstellungen und wirft so teilweise ein äußerst schlechtes Bild auf die Akteure. Man nehme nur den Matratzenkauf von George, bei dem man nur die beiden Hauptdarsteller auf einer Matratze liegen sieht. Die Kamera verharrt aus der Vogelperspektive auf ihnen und macht so eine langweilige Szene noch langweiliger. Vielleicht liegt es an den schwach aufspielenden Hauptdarstellern – dazu immer noch später mehr –, dass die Einstellungen so lethargisch erscheinen, aber irgendwie möchte man manchmal dem Kameramann in den Allerwertesten treten, nur damit etwas Bewegung in die ganze Sache kommt. Doch glücklicherweise gibt es da den Soundtrack, der auch über diese Schwäche hinweghelfen kann und mit seinen ruhigen-jazzigen Melodien einfach perfekt für eine Romantik-Komödie geeignet ist. Und wenn sich meine Ohren nicht ganz getäuscht haben, wurden von John Powell – der als Komponist tätig war – vereinzelte Klänge von Fountains of Wayne – eine leider viel zu unbekannte Band aus den USA – „geklaut“. Oder wurde gar ihr Song „hat and feet“ für den Soundtrack verwendet? Im Rahmen der Szene hätte selbiger zumindest äußerst gut gewirkt.
*Schauspieler zum Verlieben* Lange Zeit ist es her, da überzeugt mich Sandra Bullock in „Speed“ und konnte nahezu ohne Umschweifen den Thron als meine liebste Schauspielerin gewinnen. Aber diese Jahre sind mittlerweile vorbei. Mit einem kritischen Blick auf ihre Schauspielkünste muss man sich wohl oder übel eingestehen, dass sie in ihrer Rollenauswahl zumeist auf einen Charakter festgelegt ist und diesen leider des öfteren lustlos darbietet. Und auch in „Two weeks notice“ macht sie in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Etwas pomadig und behäbig stolpert sie durch die Story. Versucht den Zuschauer glaubhaft zu machen, sie sei eine Öko-Aktivistin, was sich aber leider zu einem gescheiterten Unterfangen mausert. Lediglich in wenigen Momenten kann sie ihren Charme durchblitzen und erkennen lassen, wieso sie einmal zu meinen Lieblingsschauspielerinnen zählt.
Aber auch Hugh Grant bekleckert sich nicht mit Ruhm. Zwar galt er (nicht nur bei mir) schon lange Zeit als überbewerteter Schönling, der zwar durchaus den notwendigen Charme besitzt, um die Herzen der Frauen höher schlagen zu lassen, aber leider nicht mit dem notwendigen Schauspieltalent gesegnet ist, konnte er mich mit seinem Auftreten in der Nick Hornby Verfilmung „about a boy“ eines besseren belehren. Endlich schien er die Routine (und dieses Mal nicht im schlechten Sinne zu verstehen) zu besitzen, um seinen Charme glaubhaft auf der Leinwand zu verkörpern. Aber schon im nächsten Film – welches verständlicherweise „Two weeks notice“ ist – verfällt er wieder in seinen alten Trott. Wenig überzeugend spielt er den junggeblieben Chef, wirkt teilweise – wie seine Filmfigur – überfordert. Wahre Größe blitzt viel zu selten durch. Da kann selbst ein brillanter Schlussauftritt - in der zu kleinen Wohnung von Lucy - ihn nicht mehr vor einer durchschnittlichen Wertung retten. Die restlichen Nebendarsteller treten leider nicht wirklich in den Vordergrund und verbleiben so bei ergänzenden Rollen, die zum Liefern der Gags gebraucht werden. Lediglich die Eltern von Lucy – dargestellt von Robert Klein (u.a. bekannt aus „Jeffrey“ und „Mit aller Macht“) und Dana Ivey (zuletzt in „Nix wie raus aus Orange County“, ansonsten u.a. „schlaflos in Seattle“) – können sich in ihren wenigen Szenen bleibend ins Gedächtnis spielen. Zum einen sind die Figuren herrlich verschroben, zum anderen passen Klein und Ivey perfekt in die Rolle der alten Okös.
*Ein Fazit zum Verlieben* Herrgottchen, eine Liebeskomödie aus Hollywood bekommt von mir eine Guckempfehlung. Ich muss krank sein! Aber weitgefehlt, noch bin ich bei klarem Verstand. „Two weeks notice“ wird klar von seiner spritzigen – wenn auch vorhersehbaren – Geschichte vorangetrieben, die mit zahllosen Momenten garniert wird, die mich zum Lachen bringen konnten. Und dank dieser gekonnten Inszenierung von Regiedebütant Marc Lawrence kann man auch getrost über eine schwächere Synchronisation und die platt agierenden Hauptdarsteller hinwegsehen...
Ob der Film nun aber in die klassische Romantik-Kategorie eingeordnet werden kann, bleibt eine Frage, die jeder für sich beantworten sollte. Sicherlich steht die Liebe auf Umwegen von Lucy und George im Vordergrund, aber die zuckersüßen Klischeemomente verbleiben glücklicherweise im Hintergrund und werden nur zum Ende hin gänzlich ausgekostet. So verbleibt mein abschließender Rat: Am kommenden Valentinstag den oder die Herzallerliebste(n) schnappen und einen romantischen Abend im Kino verbringen...
Wertung: 7 Punkte zum Verlieben auf meiner 10er Skala Internet: www.einchefzumverlieben.de ____ Und als kleiner Abschluss, das titelgebende Zitat im Original (entnommen von www.imdb.com)
- Come on, I've known you since Brownies, and the only time I ever saw you cry was when Bush won. - Which one? - Well, both of them.
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02.10.2003 10:57
du hast zwar über die film musik geschrieben, aber nicht über das bekannteste lied des films! counting crows big jellow taxi.
06.04.2003 03:29
Hab von dem Film schon viel gehört. Ich glaub den werd ich mir wohl nächste Woche mal anschaun wenn wieder die günstigen Kinotage sind *gg* Schönes Wochenende noch
07.03.2003 13:55
Okös? Schöne Wortschöpfung... aber den Film werde ich mir wohl trotzdem nicht ansehen. Bin in absehbarer Zeit etwas auf englische und chinesische Originalversionen festgelegt, wo ich nicht mehr allein bin. Bis denne, HilkMAN