Love it or hate it
13.02.2003
Pro:
Sandra Bullock, Hugh Grant
Kontra:
Es fehlt an einigen Stellen an der nötigen Verve
Empfehlenswert:
Ja
 Posdole
Über sich:
"Gier!" Mein neuer Kriminalroman, Books on Demand
ISBN 978-3-8448-1556-6, Paperback, 312 ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 116 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Man kann diesen Film in Grund und Boden verdammen und man kann ihn genauso gut lieben. Was hat die romantische Komödie Neues zu bieten? Nichts und alles – wie immer. Das Strickmuster des schönsten Film-Genres der Welt ist immer, wirklich immer dasselbe, und doch ist irgendwie jeder Film der Gattung auf seine Weise einzigartig: gut oder schlecht. Der Ausgang solcher Romanzen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Sandra Bullock und Hugh Grant als Traumpaar kann man sich ganz gut vorstellen. Oder? Und selbstverständlich bekommen sie sich am Schluss dieses Films, wie das im Genre so üblich ist. Oder kann sich jemand eine romantische Komödie vorstellen, die tragisch endet? Das wäre wirklich zu viel des Guten, oder besser: des Schlechten. Das wäre das gleiche, als wenn man von einem Sciencefiction fordern würde, auf jegliche special effects zu verzichten, oder von einem Thriller, auf das Verbrechen zu pfeifen. Es geht also nur um die Art der Geschichte und wie sie erzählt wird. Welche Variante des allseits beliebten Genres bietet Marc Lawrence demnach?
• I N H A L T • New York, New York – welcher Ort ist besser geeignet für eine Romanze, für ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, das die Herzen des Publikums höher schlagen lässt? Der Playboy, Leichtfuß und Unternehmer George Wade (Hugh Grant), der einen Immobilienkonzern zusammen mit seinem Bruder Howard (David Haig) leitet, will ein Gemeindezentrum auf Coney Island abreißen lassen, um dort ein gewinnbringendes Projekt zu realisieren. Dabei stößt er auf den Widerstand der Anwältin Lucy Kelson (Sandra Bullock), die aus dieser Gegend stammt und Wade auf der Straße auffordert, auf den Abriss des alten Gebäudes zu verzichten. Lucy arbeitet für alle möglichen Wohltätigkeitseinrichtungen als Rechtsberaterin. Ihre Eltern Ruth und Larry (Dana Ivey, Robert Klein) haben Lucy in diesem Sinn von political correctness erzogen, und Töchterchen unternimmt alles, um ihrem Anspruch gerecht zu werden.
Da kommt George eine Idee, die er auch sogleich Lucy verkündet: Er stellt sie als Leiterin seiner Rechtsabteilung ein und verspricht ihr, Im Gegenzug auf den Abriss des Gemeindezentrums zu verzichten. Abgemacht. Fortan bemüht sich die eifrige, aber lebensunlustige Lucy darauf zu achten, dass es Wade und sein Bruder nicht allzu arg treiben, wenn es um die Beseitigung alter Gebäude geht. Doch das hat auch seine Schattenseiten. Denn George kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, Lucy einzuspannen, nicht nur beruflich, sondern auch privat. Zu jeder Tages- und Nachtzeit ruft er sie an, lässt sich von ihr beraten, wenn es um die Wahl des richtigen Anzugs geht, und so weiter. Nach Monaten harter Arbeit und Belastung kommt Lucy zum Schluss: Schluss zu machen: Sie kündigt. Als sie allerdings beobachten muss, wie ihre designierte Nachfolgerin June Carter (Alicia Witt) George umschwirrt, greift sie zum Äußersten: Auf einer der vielen Wohltätigkeitsveranstaltungen entpuppt sich Lucy, die ansonsten eher im Schmuddel-Look herumläuft, als gut aussehende Sexy-Lady im Abendkleid. George ist hingerissen. Nur muss er Lucy ein Geständnis machen: Sein Bruder hat ihn dazu gezwungen, das Gemeindezentrum doch abzureißen ...
• I N S Z E N I E R U N G • New York, New York, die einzige Stadt auf der Welt, in der man sich eine solche Geschichte überhaupt vorstellen kann: Beinharte sozial engagierte Anwältin, die nur dreimal in ihrem Leben geweint haben soll (zweimal davon bei der Wahl von Bush Sen. und Bush Jr.) trifft auf leichtfüßigen und noch dazu völlig unbedarften Playboy-Kapitalisten. Keiner von beiden merkt, dass jeder den anderen liebt. Und erst zum Schluss knallt es – mit dem entsprechenden „politischen“ und architektonischen Kompromiss natürlich (man darf bei solchen Komödien beruhigt über den Ausgang der Geschichte sprechen, denn der ist nie ein Geheimnis). Die Arbeit und der Streit über dieses und jenes Projekt, aber auch die bei beiden Hauptfiguren mehr oder weniger vorhandene Zugänglichkeit für die Position des anderen, ohne in faulen Kompromissen zu enden, machen’s möglich. Unrealistisch? Ja und nein. Man kennt doch seine Amerikaner!
Hugh Grant und Sandra Bullock übertreiben in „Two Weeks Notice“ nie, driften nie in die Niederungen der reinen Albernheit oder des überkandidelten Quatschs ab. Sie bleiben – fast könnte man sagen: political correct – auf dem Teppich, auch wenn die Geschichte selbst kaum glaubwürdig ist. Denn das Motto – ob reich, ob arm, ob Demokrat oder Republikaner, wenn sie sich lieben spielt das keine Rolle – ist natürlich der reine Nonsens (wie gesagt: wenn überhaupt höchstens in New York, genauer gesagt: Manhattan möglich). Fast spielt das neue Traumpaar schon minimalistisch zurückhaltend. Diese Zurückhaltung ist allerdings ambivalent. Denn zum einen verdankt der Film ihr, dass Wort- und Szenenwitz ab und an besser funktionieren als in vergleichbaren Filmen. Die Bullock leistet hier Besseres als etwa in „Miss Undercover“ (2000). Hugh Grant spielt nicht einfach nur denselben, den man schon kennt; eher parodiert er in seiner Rolle ab und an seine früheren Rollen. Andererseits aber verliert der Streifen durch eine allzu übertriebene Glättung in den Rollen manchmal eben auch an Rasanz, an Verve. Gerade in den Teilen der Geschichte, in denen eben doch Konfliktstoff entsteht, hätte man sich mehr Funken und Esprit, Streit und Wut gewünscht – natürlich auf die humorvolle Art.
Es bleibt trotz allem erstaunlich, wie manchmal nahezu genial das Zusammenspiel zwischen Bullock und Grant funktioniert. Das macht beide Rollen und ihre Darsteller sympathisch. • F A Z I T •
If you don’t love romantic comedies keep away from this movie. If you love them „Two Weeks Notice“ isn’t a duty but a fun. Was soll ich sonst sagen? Kennt man die alten Komödien, ob von Wilder oder Hawks, fällt dieser Film unter die Kategorie „ferner liefen“: zwei von zehn Punkten. Aber Wilder und Hawks sind nicht nur tot, sie haben auch keine Nachfolger gefunden. Das Genre dümpelt vor sich hin, reproduziert sich selbst und liefert ab und zu ein paar nette Filme: harmlos, ungefährlich, nichtssagend und trotzdem humorvoll. „Two Weeks Notice“ ist jedenfalls nicht der schlechteste von ihnen. Wertung: 7 von 10 Punkten.
Ein Chef zum Verlieben (Two Weeks Notice) USA 2002, 101 Minuten Regie: Marc Lawrence Drehbuch: Marc Lawrence Musik: John Powell Director of Photography: László Kovács Schnitt: Susan E. Morse Produktionsdesign: Peter S. Larkin, Ray Kluga Hauptdarsteller: Sandra Bullock (Lucy Kelson), Hugh Grant (George Wade), David Haig (Howard Wade), Alicia Witt (June Carter), Dana Ivey (Ruth Kelson), Robert Klein (Larry Kelson), Heather Burns (Meryl Brooks), Dorian Missick (Tony), Jonathan Dokuchitz (Tom), Veanne Cox (Melanie Corman), Janine LaManna (Elaine Cominsky), Iraida Polanco (Rosario), Charlotte Maier (Helen Wade), Katheryn Winnick (Tiffany), Jason Antoon (Norman)
Offizielle Homepage: http://www.einchefzumverlieben.de Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0313737 Weitere Filmkritik(en): „Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert): http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/12/122005.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli): http://movie-reviews.colossus.net/movies/t/two_weeks.html © Ulrich Behrens 2003 für www.ciao.com www.yopi.de www.dooyoo.de
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23.02.2003 12:17
Ich bin irgendwie hin und her gerissen ob mir dieser Film gefallen sollte. Gesehen habe ich ihn nicht, aber eigentlich klingt es für mich ganz gut und die Story nicht schlecht. Das vorhersehbare Ende und auch der typische Verlauf solcher Storys finde ich allerdings wieder etwas langweilig. Vielleicht bekomme ich ihn ja irgendwann zu Gesicht und kann mich doch noch selbst davon überzeugen :o) Liebe Grüße Julia
23.02.2003 10:30
Meine Freundin will den unbedingt noch sehen, also werde ich ihn mir auch anschauen, aber ich habe auch mal wieder Lust auf eine etwas bessere Liebeskomödie, da die letzten die ich gesehen habe, doch alle eher unterdurchschnittlich waren. Mfg Björn.
19.02.2003 10:55
Der Film ist einfach "nett"