Lieber qunek als quz
14.03.2001 (15.03.2001)
Pro:
s . o .
Kontra:
s . o .
Empfehlenswert:
Ja
 Hyby
Über sich:
Mitglied seit:05.04.2000
Erfahrungsberichte:288
Vertrauende:18
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 14 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Alan Korkunc ist ein stolzer Kurde mittleren Alters. In seiner Heimat ist er seiner Profession wegen berühmt und hochgeachtet, lediglich die türkischen Behörden fürchten ihn: Alan ist ein so leise wie effektiv arbeitender Profi-Killer und er ist unterwegs mit einem neuen Auftrag. Im fernen New York soll er im Auftrag einer kurdischen Separatistengruppe die Familie eines erfolgreichen türkischen Geschäftsmanns und ehemaligen Kurdenschinders liquidieren. Nach dem Plan der Verschwörer ist der Aufenthalts Alans in New York auf nur wenige Tage beschränkt, doch schon bei seiner Ankunft erleidet er so etwas wie einen Kulturschock. Diese westliche Megapolis mit ihrer Hektik, ihrer Oberflächlichkeit und Dreistigkeit im Alltag überrollt den Fremden rasch und ganz selbstverständlich. Der englischen Sprache nicht mächtig gerät er schnell in harmlose, doch bedrohlich wirkende Alltagssituationen. Eine gelangweilte Donut-Verkäuferin, eine genervte Verkehrspolizistin treten ahnungslos seinen kurdisch-männlichen Stolz mit Füßen – und er muss es ertragen, denn bei dem Zusammenprall der Kulturen war er der Schwächere. Lediglich die Nachbarin seines Unterschlupfs, Mrs. Allen, eine alte Frau so mehrsprachig wie gebildet wie desillusioniert wird für ihn eine Art Brücke in die neue, fremde, kalte Welt. Zwischen der türkisch sprechenden Atheistin und dem in seinem Stolz arg gebeutelten Kurden wächst ein zartes Gewebe der Vertrautheit. Schließlich nimmt sie der Killer sogar auf dem Rücksitz seines Yellow Cabs als Fahrgast-Tarnung mit auf seine Observierungstouren. Doch dann kommt die Stunde der Wahrheit. Die Patronen im Magazin seiner Smith & Wesson sind genau abgezählt und das Blutbad könnte anheben, da erscheint im letzten Moment völlig unerwartet eine weitere Person auf der Bildfläche: der Liebhaber der Ehefrau des Türken. Und jetzt kommt alles anders....... Der Roman geht ohne Zweifel über das übliche Krimi-Muster hinaus. Glaubwürdig und konsequent schildert die Autorin diesen kulturellen Crash aus der Sicht des Fremden. Uns vertraute Imponderabilien des Alltags werden in seinen Augen zu unverständlich-rätselhaften Ritualen. Irene Dische beweist dabei ganz offensichtlich profunde Kenntnisse über kurdische Riten und Traditionen. Und warum Alan nun das qunek der quz vorzieht, das schreibe ich jetzt hier nicht – das lest dann mal lieber selbst nach....!- erschienen 2000 bei Hoffmann & Campe - 29,80 DM - 168 Seiten
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Taschenbuch, 160 S., Kriminalroman, Erschienen: 2002
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29.11.2003 22:57
Hey, du hast die Zusammenfassung des Buches gut geschrieben. Lese es gerade in der Schule als Lektüre, bin von dem Buch aber nicht so ganz begeistert...
21.03.2001 10:34
Du schläfst gar nicht, und wenn, dann auf einem Stapel Bücher, stimmt's? Wie soll ich da je nachkommen? Liebe Grüsse, vonzacke
15.03.2001 22:01
hallo Hyby, nach längerer Abwesenheit (mein Modem ist Opfer meines Umzugs geworden), freue ich mich, dass Du noch immer hier publizierst. Von Dir rezensierter Krimi von Dische klingt mal wieder nach einem Leckerbissen - wie kommst Du immer auf diese Autoren? (habe mittlerweile ALLES von H. Nesser gelesen). Gruß,Iwein