Gothic-Girl trifft Friesen-Oma ……für ein iPhone
09.09.2011
Pro:
leichte Unterhaltung, flott lesbar, Insel - Flair, Schreibstil, Lokalkolorit
Kontra:
marginale Längen, manches Detail täte nicht Not .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 jansdarling2002
Über sich:
Öhm ja, Job und Behörden fressen Freizeit auf...*seufz* Sorry.... ich würd ja gerne, aber finde kaum...
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Hi meine Lieben, manchmal entdeckt man auf den zahlreichen Buch-Portalen doch nett klingende Buchtipps, und wenn man denn auch noch einen ganzen Haufen Gutscheine hat, dann kann man so richtig aus dem Vollen schöpfen, so kam bei mir dank Vorablesen.de wieder neues Lesefutter ins Haus Ein Strandkorb für Oma von Janne Mommsen , ein mir bis dato unbekannter Autor … aber manchmal entdeckt man da wahre Perlen … . ~°~ Daten~°~ 2011 im Rowohlt-Verlag erschienen | 224 Seiten | Genre: Belleristik-Roman | ISBN: 9783499256868 | Preis TB: 8,99Euro, das eBook hat den gleichen Preis. Pers. Lesezeit: 5 Std. . J. Mommsen(geb.1960) hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet. Inzwischen schreibt er überwiegend Drehbücher und Theaterstücke. Mommsen hat in Nordfriesland gewohnt und kehrt immer wieder dorthin zurück. Passenderweise lebt die Familie seiner Frau seit Jahrhunderten auf der Insel Föhr. Weitere Werke: Oma ihr kleines Häuschen…[Quelle:Klappentext] . ~°~Sönke und Maria bekommen Ferienbesuch~°~ Eine Verwandtschaft ist schon toll muss sich Sönke gedacht haben, als ihn die Nachricht ereilt, dass seine pubertierende Cousine Jade bei ihnen 14 Tage auf der Insel Föhr verbringen soll. Erst im Nachhinein erfährt Sönke, dass dieser Besuch beinah einer Erpressung nahe kommt, denn nur wenn Jade die 14 Tage durchhält, bekommt sie von ihrem Vater ein iPhone mit Vertrag … da stehen nun die Polizistin Maria und Sönke auf dem Hamburger Flughafen, warten das Jade ankommt. Menschenmassen strömen an ihnen vorbei, aber ein junges hübsches Mädchen ist nicht darunter. Ein Anruf auf Jades Handy lüftet das Geheimnis, sie war an ihnen mit einer Gruppe Punker vorbei geschlüpft und sitzt nun an der rückwärtigen Bar und trinkt ein Bier. Im ersten Moment sind beide ein wenig konsterniert, denn eine Grufti-Lady haben sie nicht erwartet, denn Jade ist dick geschminkt und schwarz gekleidet.… um die letzte Fähre nach Föhr nicht zu verpassen müssen sie sich allesamt beeilen, und quetschen sich in Marias Mini, diese treibt Selbigen zu Höchstleistungen auf der Autobahn an. Kurz bevor sie die Autobahn verlassen müssen, werden sie von einer Polizeistreife angehalten, nicht nur wegen der rasanten Fahrt, nein, die auf dem Rücksitz sitzende Jade hat dem Streifenwagen beim Überholen den Stinkefinger
Bilder von Ein Strandkorb für Oma / Janne Mommsen
gezeigt. Maria kommt in Erklärungsnot, kann dieses aber so gerade eben noch wieder hin biegen, und sie dürfen alle drei von Dannen ziehen. Die Zeit sitzt ihnen echt im Nacken… kaum am Hafen angekommen, sehen sie nur noch wie die Fähre hinaus dampft. . So müssen sie wohl oder übel eine Nacht auf dem Festland verbringen, sie poofen am Deich, bis der Wind ihnen auch das vermiest und man sich irgendwie in den Mini quetscht. Es sind ja nur ein paar Stunden, denn um 5 Uhr fährt die nächste Fähre. Kaum sind sie morgens auf der Insel angekommen, muss Maria sich schon wieder ihrem Job als Polizistin stellen und darum kämpfen, dass sie nicht aufs Festland versetzt wird. Da steht Sönke nun mit der übel gelaunten Jade… Oma Imke kommt ihm zu Hilfe, denn diese sammelt sie am Fähranleger ein, und entführt sie quasi zum Frühstück. Zwischen Oma und Jade entsteht sofort eine Herzlichkeit, die Sönke nicht nur erstaunt sondern in auch als Außenseiter abstempelt. Naja, wenn man das Pickinickfrühstück auch auf dem Friedhof absolviert … das ist ja auch genau nach Jades Fasson. Jade und Oma Imke kommen erstaunlich gut mit einander aus, das beruhigt Sönke ungemein, denn Oma kam ihm in den letzten Tagen etwas verwirrt und müde vor .. Oma Imke und Jade planen das eine oder andere, so unter anderem auch einen Malkurs am Kunstmuseum … da nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn an diesem Tag verschwindet ein Bild aus dem Museum. Genau in dem Moment, wo Sönke das erfährt, bekommt er von Frederike eine DVD in die Hand gedrückt, die er sich anschauen soll. Ihm wird ganz anders, als er sieht, was die DVD ihm offenbart: Oma und Jade klettern aus dem Fenster des Kunstmuseums, und Oma hat einen Gegenstand unter dem Arm – welcher sich als Bild interpretieren lässt. Sönke ist fassungslos, denn er kommt in Bedrängnis, vor allem dann, als Maria ihm erzählt, dass sie in der Kunstraub-Geschichte mit involviert ist… Sönke kommt in Bedrängnis, nicht nur das er zusehen muss, dass er Geld in seine Kasse bekommt, nein nun weiß er auch noch, das Oma Imke sowie seine Cousine Jade unter Umständen der Verdächtigung des Kunstraubes unterliegen könnten… Und das muss auf alle Fälle vertuschen.. ein Wettlauf wie Ebbe und Flut beginnt … zudem Oma morgens um 9 Uhr Spaghetti mit Tomatensauce kochen will, und neben dem Herd eine Spiritusflasche stehen hat, und derweil einkaufen geht ….. . ~°~Leseprobe~°~ http://www.vorablesen.de/files/Leseprobe_Mommsen_Strandkorb.pdf . ~°~Kritik…~°~ Eigentlich bin ich kein Freund von Werken, die schon mit bunten Covern eine gewisse Richtung vermuten lassen, aber manchmal muss eben etwas seichtere und trivialere Lektüre sein. So schnappte ich mir das Buch als eBook und ließ mich einen Nachmittag auf der Couch nieder, denn der Sommer machte gerade eine kleine Pause… Ich fing an zu lesen, und war schnell gefangen in der erzählten Story in Ich-Form aus Sicht von Sönke. Und das mir, wo ich kein sonderlicher Freund von Romanen in Ich-Form bin, aber was soll´s, irgendwie machten die ersten Seiten unheimlich Spaß . Innerlich gluckste ich vor mich hin , denn ich konnte mir gut vorstellen, wie sich einfache Menschen fühlen, die mit einem Mal ein Gothic-Girl vor sich stehen haben, dass sie nur feindselig anschaut und dazu nur Einsilbig spricht. So versprachen mir die ersten Seiten schon eine amüsante Unterhaltung. . Die Handlung ist eine Humorvolle - das kann ich so unterschreiben, als solches wird das Werk auch beim Verlag angepriesen, dennoch ist es nicht gänzlich trivial , denn im Verlauf der Handlung kommt ein noch etwas ernsterer Aspekt dazu: die Oma wird tüddelig. So ist das nun mal im Alter, dieses ist ja meist ein schleichender Prozess, die Oma versucht das zu vertuschen, aber Sönke und Maria bekommen es dennoch mit, und machen sich geringfügig Sorgen. Nun könnte man ja meinen, dass der Roman eine Wendung in Richtung Mitleidstour nimmt, dieses kann ich aber nicht bestätigen, zwar ist die "Tüddeligkeit" der Oma immer mal wieder Thema, aber nicht durchgehend. Nein, der Roman bekommt durch die unterschiedlichen Charaktere eine richtige Würze , wo treffen schon mal Polizistin, leicht tüddelige Oma, freier Eventmanager sowie ein junges Gothic-Girl aufeinander? Vor allem unter der Prämisse, das Jade nur die 14 Tage auf der Insel ist, weil ihr ein iPhone versprochen wurde? Das verspricht ein unterhaltsames Lesevergnügen. Auch wenn dieses leicht getrübt wird, durch die zahlreichen Querverbindungen zwischen den Insulanern, zumal manch ein angerissener Charakter ein wenig Klischeehaft wirkt und meiner Meinung nach nicht unbedingt zwingend notwendig zur Story beiträgt. . Schon alleine der Handlungstechnische Inhalt kam bei mir rund formuliert an, hier und da fand man mal eine grobe Ecke, aber genau das macht Bücher so lesenswert, als wenn sie stoisch gleich bleibend und unfehlbar perfekt konstruiert sind. Und wenn denn dazu noch die passenden – leicht außergewöhnlichen – Charaktere kommen, dann hat der Autor bei mir meist schon gewonnen. Ich vertiefte mich immer mehr in das Buch, und hatte so das Gefühl ich bin mit dabei, weil vor dem inneren Auge aufgrund der teils sehr detaillierten Beschreibungen und der dadurch entstehenden Atmosphäre ein Kopfkino entstand. So ertappte ich mich dabei, dass ich meinte, Seeluft wahrzunehmen. Oder das Kreischen der Seevögel zu hören …. . Dadurch, dass die Story hier unter verschiedenen Blickwinkeln bzw. Erzählsträngen dem Leser nahe gebracht wird, kommt so etwas wie eine dezente und leicht ansteigende Spannung auf, manch einer mag nun denken, na das kann nicht gut gehen, da wird sich der Autor bestimmt ein wenig verzetteln. Fand ich nun gar nicht, denn genau das manchmal abrupte Wechseln der Erzählstränge ist das, was die Spannung bei diesem Werk ausmacht, und natürlich auch der Aspekt, wie sich denn das Gothic-Girl auf der Insel so macht. Betrachte ich nun die Handlung samt der Charaktere im Gesamten, dann muss ich noch ein wenig auf den Schreibstil eingehen. Dieser wirkt auf den ersten Blick fluffig und locker , doch mit der Zeit wird dieser ein wenig detaillierter, so dass ein paar marginale Längen entstehen, manche Szenerien müssten m.M. nach nicht unbedingt Erwähnung finden, zB. die osteuropäische Sängerguppe an der Kurmuschel, die teilweise deutsche Songs zum Besten geben. Ihre Anwesenheit bzw. Erwähnung habe ich im Zusammenhang nicht so ganz nachvollziehen können, aber egal. Ich verbuche das einfach mal unter Flair ab. Ansonsten kann ich mich nicht beklagen, Ein Strandkorb für Oma hat mir an einem regenreichen Nachmittag eine nette Unterhaltung beschert, das Ende des Buchs war zwar ein bisschen schnell und platt konstruiert, so als ob der Autor dann keine Lust mehr hatte, aber ein anderes Ende war eigentlich nicht zu erwarten. Dazu muss ich anmerken: In letzter Zeit sind bei den meisten Werken dieser Art die vermeintlichen Enden bzw. Geschichtenausgänge ab den letzten 20 Seiten meist vorhersehbar. Kann man positiv wie auch negativ sehen ….. . ~°~ Fazit~°~ Zusammenfassend könnte man sagen, dass es sich bei Ein Strandkorb für Oma um eine Mischung aus Lokalkrimi und Generationsroman mit einer dezenten Anlehnung an einen Liebesroman handelt – wobei gottlob gerade letzteres nicht so überdeutlich zum tragen kommt. Wer für verregnete Urlaubsnachmittag eine nette und leicht lesbare Lektüre sucht, ist mit Ein Strandkorb für Oma gut bedient, nichts besonders spannendes, aber auch nicht komplett langweilig. Fans der friesischen Inseln werden vielleicht noch einen anderen Bezug zu diesem Werk haben. Von meiner Seite her spreche ich gerne eine Empfehlung mit guten 3(3,5) Sternen aus, 2 müssen dann doch dran glauben, für den einen oder anderen Schnitzer, die ich schon erwähnt habe. Herzlichen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren, Eure Lesemaus Chrissy . PS.: Rezension erscheint auch bei lovleybooks, buecher.de sowie Vorabelesen.de
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14.11.2012 00:10
klasse rezension! viele grüße! =)
13.10.2011 18:18
:)
02.10.2011 15:43
Das buch lese ich nächstes Jahr im Frühling, wenn ich vor bin und die friesische Karibik genieße! :-)