... Richtigen Krimifans sei jedoch dazu geraten, über "Eine Jungfrau zuviel" die Toga des Schweigens zu werfen.
Die Autorin:
Lindsey Davis wurde in Birmingham geboren, lebt aber heute in Greenwich. Nach einem Englischabschluss in Oxford arbeitete sie zunächst im öffentlichen Dienst, schreibt ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von baerwurz über Eine Jungfrau zuviel / Davis, Lindsey 15. Juni 2004
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
wenig spannend
Humor:
ziemlich humorvoll
Aufmachung:
ok
Pro:
interessantes Ambiente
Kontra:
die Handlung plätschert
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
in Kürze (Klappentext):
Als Marcus Didius Falco eines Tages von der verängstigten jungen Gaia um Hilfe gebeten wird, weil ein Verwandter sie angeblich töten will, mag er ihr zunächst nicht glauben. Doch dann verschwindet sie, und Falco wird mit der Suche beauftragt - von keinem Geringeren als Kaiser Titus. Schon bald findet sich der "erste Detektiv der Weltgeschichte" verstrickt in eine geheime Welt der Rituale und Riten, in der die erste Leiche nicht lange auf sich warten lässt.
Inhalt:
Rom, Mai im Jahre LXXIV nach Christus. Der ehemalige kaiserliche Agent Marcus Didius Falco hat sich selbständig gemacht und die britische Autorin Lindsey Davis befördert ihn zum ersten Privatschnüffler der Kriminalszene. Als solcher wird er von der sechsjährigen Gaia aufgesucht, Enkeltochter des Oberpriesters von Jupiter. Während Falco über sein neues Ehrenamt als Hüter der kaiserlichen Gänse auf dem Kapitol nachsinnt, verrät ihm die aufgeweckte Kleine, dass jemand aus der Familie beabsichtigt, sie zu ermorden.
Gaia steht vor der Wahl zur Jungfrau des Jahres und zur Aufnahme bei den Vestalinnen, den jungfräulichen Priesterinnen der Vesta, die für das Schüren des heiligen Feuers verantwortlich waren. Aber die Aufnahme zu diesem ehrenvollen Amt hat wenig mit Verdiensten zu tun, sondern mehr mit Intrigen, so auch bei der Verwandtschaft der kleinen Gaia, die im Zuge der unliebsam in Angriff genommenen Ermittlungen plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist.
Gleichzeitig stolpert der unzuverlässige Bruder von Falcos Frau Helena bei einem rituellen Besäufnis im heiligen Hain der Arvalbrüder über einen Toten, dessen Kehle mit einem Priestermesser durchtrennt wurde. Wenn der Täter nicht schnellstens gefunden wird, dann wird man Brüderchen Aelianus die Untat anhängen.
Aus irgendeinem Grund interessiert sich plötzlich Kaiser Titus für die verschwundene Gaia und erinnert sich an seinen ehemaligen Agenten. Dem bleibt natürlich nichts Anderes übrig, als zwei Fälle parallel zu bearbeiten.
Meine Meinung:
Die Idee der Britin Lindsey Davis, ihren Romanhelden in der Antike anzusiedeln, entbehrt nicht eines gewissen Reizes. Was die historischen Elemente betrifft, hat sie offensichtlich recht ordentlich recherchiert und schildert diese Zeiten nicht unbedingt von der rosigen Seite. Falco jedenfalls hat genug damit zu tun, sich mit der römischen Oberschicht anzulegen, die gemäß Schilderung offensichtlich ihren Zeitvertreib mit Fressen und Saufen zu verbringen pflegt, nur unterbrochen von Intrigen und Streitigkeiten.
Zum besseren Verständnis verwöhnt die Autorin den Leser mit einer drei Seiten langen Liste von handelnden Personen vom doofen Onkel Fabius bis zu den unfähigen Bauunternehmern Gloccus und Cotta. Wie überhaupt die Personen in diesem Buch samt und sonders einer geschlossenen Anstalt entsprungen sein dürften, denn um es mal mit Asterix und Obelix zu sagen: Die spinnen, die Römer.
Falco ist ein Zyniker par excellence und seine Gattin steht ihm um nichts nach. Was Lindsey Davis ihrem Romanhelden in den Mund legt, ist kompakt eingestreuter Feminismus und die Männer und Frauen bedienen so ziemlich jedes ausgelutschte Vorurteil, dessen man sich anderen Menschen gegenüber bedienen kann. Das klingt zwar manchmal ganz lustig, aber auf die Dauer sind diese antik überzogenen Ostfriesen- und Blondinenwitze eher peinlich.
Zumindest hätte man aus diesem Stoff deutlich mehr machen können. Die Handlung plätschert eher unlustig dahin und die Klärung der Geschichte ist schlichtweg hanebüchern. Auch wenn Frau Lindsey mangels fehlender Forensik und Kriminaltechnik auf hausbackene Actionsequenzen zurück greifen muss, hätte sich das Buch einen originelleren Ausgang verdient.
Diesen Schmöker aus dem Knaur-Verlag kann man ohne großen Anspruch als unterhaltsame Sommerlektüre einstufen. Richtigen Krimifans sei jedoch dazu geraten, über "Eine Jungfrau zuviel" die Toga des Schweigens zu werfen.
Die Autorin:
Lindsey Davis wurde in Birmingham geboren, lebt aber heute in Greenwich. Nach einem Englischabschluss in Oxford arbeitete sie zunächst im öffentlichen Dienst, schreibt aber nun ausschließlich Romane. Mit den historischen Kriminalabenteuern um Falco und seine Helena hat sie sich international Bestsellerruhm erschrieben.1995 erhielt sie den Crime Writers' Association Dagger Award.
Krimis von Lindsey Davis
(1989) Silberschweine The Silver Pigs (1990) Bronzeschatten Shadows in Bronze (1991) Kupfervenus Venus in Copper (1992) Eisenhand The Iron Hand of Mars (1993) Poseidons Gold Poseidon´s Gold (1994) Letzter Akt in Palamyra Last Act in Palamyra (1995) Die Gnadenfrist Time to Depart (1997) Die Gefährtin des Kaisers Course of Honor (1998) Zwielicht in Cordoba A Dying Light in Corduba (1999) Drei Hände im Brunnen Three Hands in the Fountain (1999) Den Löwen zum Fraß Two for the Lions (2000) Eine Jungfrau zuviel One Virgin too many (2000) Tod eines Mäzens Ode To A Banker (2001) A Body in the Bathhouse (2002) The Jupiter Myth (2003) The Accusers
Eine Jungfrau zuviel. von Lindsey Davis Übersetzung Susanne Aeckerle Broschiert , 375 Seiten - Droemer/Knaur Erscheinungsdatum: Mai 2004 ISBN: 3426626748 Preis: € 8,90
Pro: Einblicke in religiöse Dinge im alten Rom Kontra: es zieht sich etwas
...versichert Helena, daß das Kind eine lebhafte Phantasie hätte und sie zu Hause sicher wäre. Das Thema rückt in den Hintergrund, als Helena und Falco bei Helena's Eltern zum Essen eingeladen sind. Dort taucht nämlich Aelianus auf (Helena's Bruder) und sieht sehr bleich aus. Er erzählt, daß er bei den Arvalbrüdern war (irgendso ein religiöser Verein mit merkwürdigen Ritualen), bei denen er hoffte, aufgenommen zu werden, um Ansehen zu gewinnen für seine ... ...ist hinter einem Zelt über eine Leiche gestolpert. Falco rät ihm, Nachforschungen anzustellen und hilft ihm sogar dabei, doch die Sache soll anscheinend vertuscht und unter den Teppich gekehrt werden. Nebenbei kommt dann wieder die kleine Gaia Laelia ins Spiel. Es wird nämlich bald eine neue Priesterin der Vesta gewählt werden, um die Gruppe von sechs vestalischen Jungfrauen wieder zu vervollständigen. Die vestalischen Jungfrauen waren eine sehr ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
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sehr hilfreich
13.07.2006
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