Ein Glas aus dem Keller hat mehr als nur den Flair aus Großmutters Zeiten: Es ist wie ein Gruß des Sommers an kalten Tagen. EXTRA- Tips für besondere Überraschungen!
Wer fruchtig – süße Konfitüren und Marmeladen liebt, kommt ab Mai voll auf seine Kosten: Die Einmachsaison beginnt. In mehr als 12 Millionen deutschen Haushalten wird eingekocht. Dabei entstehen so ca. 100.000 t Konfitüre und Gelee – insgesamt ca. 200 Millionen Gläser. Beeindruckende Zahlen, wenn man bedenkt, daß man Eingemachtes mittlerweile auch in jedem Supermarkt kaufen kann. Doch wer sich heutzutage bewußt ernähren will, entscheidet sich gerne fürs Selbstgemachte – da weiß man, was man isst ! Ich habe das alles etwas lernen können, da meine Eltern einen Garten hatten mit vieeeeeeeel Obst und Gemüse. Aber ob aus dem eigenen Garten oder frisch vom Markt – als Grundlage für Konfitüre & Co sind alle einheimische Früchte bestens geeignet. Stachel-, Johannes- und Himbeeren sowie köstliche Kirschen können noch im Juni und Juli geerntet werden. Noch bis Ende September warten dann Brombeeren und Zwetschgen darauf, zu Konfitüre, Gelee oder Mus verarbeitet zu werden – Äpfel, Birnen, Quitten und Wildfrüchte sogar bis Ende Oktober. Wer Lust auf Besonderes hat, kocht zwischen August und November aromatische Wildfrüchte wie Holunder, Schlehen und Sanddorn ein. Mhhhm, lecker !!
Das geht eigentlich ganz einfach : Wenn man einen Einkochtopf besitzt, dann ist vielleicht schon alles klar: Man füllt ihn mit so viel Wasser, daß die Gläser zu dreiviertel ihrer Höhe darin stehen können und man muss stets auf das Thermometer achten. Wenn man keinen solchen Topf besitzt, dann geht das auch genauso leicht im Backofen. Dazu füllt man eine Rostbratpfanne einen Zentimeter hoch mit Wasser, heizt den Herd gut vor und stellt die Gläser ca. 60 bis 70 Minuten auf das Blech, bis das Einkochgut zu perlen beginnt. Kocht man Obst ein, stellt man den Herd jetzt aus und lässt die Gläser noch 30 Min. in der Speicherwärme stehen. Bei Gemüse schaltet man, sobald Luftbläschen aufsteigen, auf 125 bis 140 Grad herunter und holt es nach etwa 90 Minuten zum kalt werden heraus.
Ganz wichtig ist, daß man zum Einmachen nur ganz frisches Obst oder Gemüse auswählt und es sofort verwertet. Faulige Stellen müssen großzügig herausgeschnitten werden. Und passt auf, daß kein Brotkrümel in das saubere Einmachglas fällt, denn es wird gären und ihre Köstlichkeiten zersetzen.
Das wäre doch schaaaaaaaade. Schlimmstenfalls geht dann nach einiger Zeit das Glas auf oder es wird innen schlecht.
Wie macht man nun Kompott ?Wer seine Familie überraschen will, kocht natürlich nicht nur mit Wasser und ein bißchen Zucker ein. Wie wäre es beispielsweise mit eingelegten Pfirsichen und Birnen? Dazu braucht man ca. ein Kilo Birnen und fünf feste, reife Pfirsiche. Die Birnen schälen, alles entkernen und halbieren. In jede Pfirsichhälfte eine Gewürznelke stecken. Für die Flüssigkeit: eine Ingwerwurzel schälen und in Würfel schneiden. Mit 750 ml Wasser, 250 g Zucker, 2 Stangen Zimt und 3 Gewürznelken kurz aufkochen lassen. Dann 375 ml Apfelessig hinzufügen und alles über die Früchte gießen. Einkochzeit (nach dem Perlen!): 30 Min. bei 150 Grad. Schmeckt prima , das kann ich euch ehrlich sagen. Vor allem durch den Ingwer gibt es ein volles Aroma.
Oder wie wäre es mit einem Holunder - Kompott aus Birnen, Zwetschgen und Holunderbeeren? Oder pikanten Melonen? Diese Rezepte finden Sie z. B. im Einmach- Ratgeber von Dr. Oetker . Genauso konservieren läßt sich Gemüse oder Würziges mit Fisch und Fleisch. Eigentlich eignet sich jedes Gericht, zu dem Sie eine feine Soße bereitet haben, besser zum Einmachen als zum Gefrieren, weil es beim Auftauen nicht matschig wird, sondern einfach nur kurz erhitzt werden muß. Besonders empfehlen sich gefüllte Paprikaschoten oder Gulasch, Rouladen oder ein Hähnchentopf und vor allem Pasteten. Einen Klassiker mit neuem Pfiff, Senfgurken mit Apfel, kreieren Sie in einer knappen Stunde, einen Tag Ruhezeit nicht mitgezählt: Dazu muss man drei große Salatgurken schälen, längs halbieren, die Kerne mit einem Löffel auskratzen und in dünne Streifen schneiden. Zwei säuerliche Äpfel schälen, entkernen und in Scheiben schneiden. ½ l Reisessig oder einen anderen, milden Essig mit ½ l Wasser und 150 g Zucker zum Kochen bringen, Gurken und Äpfel kurz darin aufkochen lassen. 24 Stunden ziehen lassen! Am nächsten Tag Einlagen herausnehmen, mit einem Bund geschnittenem Dill, 50 g Senfkörner und 5 Lorbeerblättern in die Gläser füllen. Den Essigsud nochmals aufkochen, etwas abkühlen lassen und über die Gurken gießen, bis sie bedeckt sind. Gläser gut verschließen. Auch sie halten ungefähr ein Jahr. Naja, gut, - das ist vielleicht nicht für jeden Geschmack.
Und wie stellt man Konfitüren her ?Also erstens gilt: Je weniger Zucker man verwendet, desto kürzer ist die Marmelade haltbar. Je kürzer Sie die Früchte kochen, desto mehr Vitamine enthalten sie noch. Meist wird Gelierpulver oder -zucker empfohlen, die aber auch durch ein rein pflanzliches Geliermittel ersetzt werden können, zumal man so weniger Süßmittel braucht und die Marmelade noch fruchtiger schmeckt. Zum Süßen eignen sich neben Zucker auch Honig, Sirup sowie Apfel- und Birnendicksaft.
Die kleingeschnittenen Früchte und Süßmittel sollten unter ständigen Rühren zum Kochen gebracht und dann nur eine Minute (!) gekocht werden, bevor man das Geliermittel unterrührt und die Marmelade noch einmal aufkocht. Gelierprobe auf einem kleinen kalten Teller machen! Konfitüren halten sich ungefähr drei Monate. Wichtig ist, damit sie nicht gären, die Oberfläche sofort mit einem genau passenden Stück Folie abzudecken. Ein weiterer Trick: Die Unterseite der Folie mit etwas Essig bestreichen. Nach dem Einfüllen der heißen Masse auf einem feuchten Tuch die Gläser luftdicht verschließen. Besonders schmecken verfeinerte Marmeladen: mit Vanille oder Zimt, Nelken oder Minzeblättern, Sekt in der Feigenkonfitüre oder Weißwein im Aprikosen-Aufstrich.
Ein schönes Geschenk für Schlemmer sind auch in Essig oder Öl eingelegte Kräuter. Toll sehen Holunderblüten mit Wacholderbeeren in Weißweinessig aus. Oder Rosmarin- Zweige mit einer Knoblauchzehe in Olivenöl eingelegt….. – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, glaub ich.
Man kann aber auch Gemüse sauer einkochen - mit Essig, Dill oder ähnliches. Zum Beispiel saure Gurken oder Bohnen, Tomaten, u. ä. Dazu muss man eine Brühe mit o. g. Zutaten kochen und dann heiss darauf giessen.
Jetzt noch ein paar allgemeine Tipps von mir: Man verwendet am besten Gläser mit festem Schraubverschluß. Denn die gehören nicht in den Glascontainer. Denn wer das tut, geht nicht mit der Zeit. Was man noch an Utensilien wirklich braucht sind ein Edelstahltopf, Gläser, eine gewöhnliche Suppenkelle und natürlich frisches Obst. Außerdem eine Haushaltswaage und einen Küchenwecker. Für perfekte Mengeneinhaltung garantieren Gelfix, was sich vor allem für Supersüßes eignet, oder Extra Gelierzucker, der das frische Aroma eingemachter Früchte unterstreicht.
Übrigens muß Eingemachtes nicht immer süß sein. Würziges ergänzt die Vorratsküche. Ob nun Petersilie, Basilikum oder Schnittlauch für eine Salsa verde, selbstgemachte Frankfurter Sauce oder raffinierte Öle – einfach nach Geschmack auswählen, so wie es Euch beliebt. Je zarter und dünnhäutiger das Obst, desto weniger ist es zu waschen. So bleiben Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Den Schmutz in kalten, höchstens lauwarmes Wasser abspülen. Beim Putzen nur gesundes Fruchtfleisch übriglassen. Was einmal zerkleinert ist, sollte fix verarbeitet werden. Kochendes Wasser tötet Keime, deshalb sollten Gläser und Gerätschaften immer so sterilisiert werden, also ganz heisssssss vorher vorbereitet werden.
Ausrangierte Gläser eignen sich für selbstgemachte Marmelade, Gewaschen und geschnipselt wird das Obst gewogen, Quirlen von Hand die Alternative zu High-Tech-Geräten, Löffelprobe aufs Exempel – ist das Einmachgut schon fest ? – Dann ab ins Glas kommt die süße Masse. Die Gläser müssen randvoll aufgefüllt werden. Wenn ihr das alles beachtet, dann habt ihr sicher Spass am Einmachen und Freude beim Essen.
Es ist immer schön, wenn man dann in den Vorratsraum gehen kann und nach Appetit auswählt, was man gerade mal wieder essen möchte und man braucht nicht erst grossartig einkaufen zu gehen.
Ausserdem, was man selbst hergestellt hat, schmeckt sowieso immer am besten als wenn es maschinell oder routinemässig verarbeitet wurde – oder ????????
Eure DagSonja
23.11.2002 09:31
Ich habe gerade Glühweingelee hergestellte und nun richtig Spaß am Einkochen bekommen. Als nächstes werde ich es mit Pastasoßen probieren. Hmm, ich freue mich schon, bin richtig begeistert! (-: Gruß, Camilla
29.08.2001 10:13
Ich habe früher als ich noch ein kleines Kind war (*g*) mit meiner Mutter gemeinsam Konfitüre hergestellt. Ich muß sagen, es hat richtig viel Spaß gemacht und ausserdem schmeckt das viiiel besser als das gekaufte. Ich selber werde auch keine Konfitüre kaufen sondern die selbstgemachte von meiner Mutter essen. Grüßli s'Biale ;o)
27.08.2001 20:37
Bei meiner Mutter habe ich das Einkochen als notwendiges Übel kennengelernt, weil eben im Garten und im Wald so viele Früchte kostenlos sind. Ich habe einige Zeit gebraucht, um zu lernen, dass es nicht nur um Verwertung, sondern auch um interessante Kombinationen, um neue Kreationen gehen kann - und seither macht es mir Spaß. Bei mir ist nicht mehr Einkochtag mit zig Einkochgläsern. Ich schätze kleine Mengen. Und wenn ich wirklcih einmal viel Obst zum Verarbeiten habe, friere ich es ein - den Druck mache ich mir nicht mehr.